Sly and Robbie Meet Dubmatix: Overdubbed

Und schon wieder ein neues Sly & Robbie-Dub-Album. Aber was für eines! Nach den vielen Enttäuschungen der letzten Jahre, in denen Sly & Robbie irgendwie seelenlose Werke abgeliefert hatten, kommt nun das Altersmeisterwerk der Rhythm Twins! Oder? Tja, die Sache ist komplexer. Denn obwohl Sly Dunbar und Robbie Shakespeare vielleicht die aktuell größten (lebenden) Namen des Reggae sind, besitzen sie meist keine künstlerische Kontrolle über ihre Werke. So verrückt es klingt: nach fast fünfzig Jahren im Geschäft, sind die beiden immer noch bescheidene Dienstleister, die einem Produzenten genau das liefern, wofür er sie bezahlt: Drum & Bass. Den Rest bestimmt der Produzent. Und wenn dabei schließlich ein uninspiriertes Dub-Album heraus kommt, dann ist das gewiss nicht die Schuld der beiden Lieferanten. Dumm nur, dass diese mittelmäßigen Alben unter ihren Namen vermarktet werden und damit der „Marke Sky & Robbie“ nachhaltig schaden. Genau darin besteht die Irreführung: Ein Sly & Robbie-Album ist nur zu einem geringen Teil Sly & Robbie. Statt brav abzuliefern, hätten die beiden längst die künstlerische Kontrolle über ihr Werk übernehmen müssen und nur noch echte „Autorenalben“ veröffentlich dürfen – so wie es z. B. Bob Marley vor ihnen getan hat.

Wie um diese These zu belegen, hat Dubmatix nun dieses – soviel sei vorab gesagt – exquisite Sly & Robbie-Album produziert. Er führt damit unter Laborbedingungen vor, welch absolut bestimmenden Einfluss der Produzent besitzt und wie sehr er die Verantwortung dafür trägt, ob die Rhythms der Rhythm-Twins in Form wunderschöner Musik erstrahlen – oder als Langweiler verrecken. Oder, um es einmal bildlich auszudrücken, ob aus dem Rohdiamant der Beiden mittels Schliff und Fassung ein echtes Schmuckstück wird oder bloß Klunker. „It’s Sly & Robbie – two of the most accomplished, integral and forward-thinking drum and bass duos in history – I was honoured and really eager to have the opportunity to work with their music and see where I could take what they had already recorded and alter it as much, as possible.“, fasst Dubmatix das Konzept seines neuen Albums zusammen. Es trägt den vielsagenden Titel: „Sly & Robbie meet Dubmatix: Overdubbed“ (Echo Beach). Welch banal-genialer Titel, bringt er das Konzept doch perfekt auf den Punkt: Dubmatix ist NICHT mit Sly & Robbie ins Studio gegangen, sondern hat auf ältere Aufnahmen der Beiden zurück gegriffen und hat sie anschließend ebenfalls NICHT nur neu gedubmixt, sondern alles um die Drum & Bass-Spuren herum neu aufgenommen: „The first thing I did was NOT to listen to the tracks. I loaded up only the drums, bass and some of the percussion parts. It was like having a blank slate. The next step was to look at each track individually and think about where I could take it. As they had already been released as dub tracks I didn’t want to re-hash. I wanted to create something unique from each song. When you listen to the album, all 11 songs are different in sound, texture and style. That was intentional. What started out as a Re-Vision became something else entirely“, erklärt der kanadische Dub-Meister. Und jetzt kommt der Clou, weshalb es sich gelohnt hat, diese übermäßig lange Rezension bis hier hin zu lesen: Nach intensiver, investigativer Recherche ist es mir gelungen, die ursprünglichen Dub-Alben zu identifizieren, die Dubmatix erwähnt hat. Es sind: „Blackwood Dub“ (2012) und „Underwater Dub“ (2014). Damit beginnt der Spaß, denn wer sich nun die einzelnen Titel im Vergleich anhört, erkennt schlagartig den Wahrheitsgehalt meiner Eingangsthese: Zwei Mal das identische Spiel der Rhythm-Twins, doch musikalisch grundverschiedene Ergebnisse. Was 2012 und 2014 zwar „in handwerklicher Perfektion“ (wie ich damals schrieb) geboten wurde, aber letztlich blutleer blieb, dem haucht Dubmatix nun ein, was vorher fehlte: Eine Seele. Was ursprünglich vielleicht an drei Tagen routiniert runter produziert worden war, wurde nun Gegenstand einer ausgiebigen, künstlerischen Auseinandersetzung. Mit verschiedenen Musikern und stets neuen Ideen, nahm sich Dubmatix jedes einzelnen Tracks an, fügte gelegentlich sogar eine Gesangsspur hinzu und kreierte ein Album, das viel mehr ist als ein „Overdub“: Ein originäres Dub-Werk, das zeigt, wie der Diamant „Sly & Robbie“ noch immer zu funkeln vermag. „Sly and Robbie Meet Dubmatix“ erscheint heute, am 19. Januar 2018, und wird – so viel steht jetzt schon fest – das beste Dub-Album des Jahres.

Interessantes Interview mit Dubmatix über die Hintergründe von »Overdubbed«.

 

Frenchie & The Maximum Sound All Stars: Black Star Dub

Vor zwölf Jahren erschien Anthony Bs Album „Black Star“ auf Greensleeves. Nun begegnet mir plötzlich „Black Star Dub“ (Maximum Sound) von Frenchie & The Maximum Sound All Stars als digitales Release und ich frage mich, warum, um alles in der Welt, hat Frenchie damit zwölf Jahre gewartet? Die Rhythm-Basis ist fantastisch, die Produktionen – wie bei Maximum Sound gewohnt – absolut hochwertig und der Mix (von Russ D.) ist ebenfalls gut. Besonders geflasht hat mich „Sell out Dub“ auf der Basis von Aswads unglaublichem „Warrior’s Charge“ oder auch „Black History Dub“, ein lupenreiner Ska-Tune, hier im verfeinerten Dub-Remix. Überhaupt bediente sich Frenchie hier einiger Riddim-Klassiker wie z. B. Ini Kamozes „World a Music“, was ja generell den Unterhaltungswert von Dub-Alben nicht selten steigert. Also: Mein Tipp der Woche.

Dub Syndicate: Displaced Masters

Und da sind sie wieder: Die neuen On-U-Sound-Rereleases. Nachdem im letzten Jahr das Erbe von African Head Charge schick aufbereitet wurde, ist jetzt der frühe Back-Katalog des Dub Syndicates dran. Er umfasst folgende vier Studioalben: „The Pounding System“, „One Way System“, „North of the River Thames“ und „Tunes from the Missing Channel“. Als Bonus gibt es interessantes, bisher unveröffentlichtes Material, zusammengefasst auf einem fünften Album unter dem Titel: Dub Syndicate, „Displaced Masters“ (On-U Sound). Ziemlich minimalistische Aufnahmen, die aber gerade wegen ihres Unvollendetseins einen besonders rauen Charme besitzen und einmal mehr beweisen, wie weit Adrian Sherwood mit seinem On-U Sound der Zeit voraus war. Alle fünf Alben gibt es natürlich perfekt remastert und mit ausführlichen Linernotes als prächtige Vinyl-Releases und als CDs – letztere auch als 5-CD-Box mit extra-schönem Booklet. Wer auf das physische Objekt in der Sammlung verzichten kann, hört die Alben per Stream – muss dann aber auch auf den interessanten Lesestoff verzichten.

Meine Dub-Top Ten 2017

1. Lee Scratch Perry & Subatomic Sound System: Super Ape Returns to Conquer
2. Mad Professor Meets Jah9: In the Midst of the Storm
3. Irievibrations: Dub Station
4. International Observer: Escape From the Dungeons of Dub
5. Various: King Size Dub – Reggae Germany Downtown – Chapter 3
6. Zion Train: Versions
7. Riddim Research Lab: Research Programm #1
8. Dub’Ozone: From Root to Roots Dub
9. Violinbwoy: Død
10. The Frightnrs: More to Say Versions

Umberto Echo: Oneness in Dub

Anfang des Jahres feierte das Münchner Label Oneness Records mit einem hübschen Sampler („10 Years“) sein zehnjähriges Jubiläum. Nun wird die Party gedubbt: Umberto Echo, „Oneness in Dub“ (Oneness Records). Umberto hat hier ein Heimspiel und bedient sich großzügig beim Rhythm-Buffet. Darauf hat Oneness natürlich vor allem exquisiten, modernen Roots angerichtet, oft mit ebenfalls exquisiten Vocal-Artists on top: Luciano, Junior Kelly, Morgan Heritage, Sizzla, Jahcoustix, Sara Lugo, Iba Mahr oder Mark Wonder. Klingt nach einem Festschmaus. Den Teller also mit 12 Tracks schön voll gepackt und dann: Irgendwie fehlt das Salz. Natürlich dubbt Umberto Echo in vollen Zügen, garniert, arrangiert, sortiert und mischt, aber die Geschmacksexplosion bleibt aus. Super dichte, knackige Produktionen und Dubbing wie aus dem Schulbuch reichen offenbar nicht, um spannende Dubs hervor zu bringen. Außerdem fehlt das, was die Dub-Alben von Umberto Echo stets ausgemacht haben: Stilistische Vielfalt. Auf „The Name of the Dub“ und „Elevator Dubs“ bediente er sich einer Vielzahl an Quellen. Jeder Track ein anderer Sound, das wurde fast zum Markenzeichen des Münchners. Nun erleben wir das genaue Gegenteil: 21 vollkommen homogene Modern Roots-Produktionen. Produktionen, die als Backing hinter einem guten Sänger perfekt funktionieren, aber auf sich allein gestellt merkwürdig blass bleiben. Selbst das Remake von Perrys „Golden Locks“ fällt in sich zusammen, wenn Melodie und Gesang verhallen. Hier zeigt sich ein Phänomen, das sich ebenfalls für aktuellen Dub aus Jamaika beschreiben lässt (siehe Rezension von Alborosies „Freedom Dub“): Den Produktionen fehlt es an Intensität. Ich kann es nicht genauer analysieren. Vereinfachend und pauschalisierend ausgedrückt, scheinen mir jamaikanische Aufnahmen, genau so wie die Produktionen von Oneness, gleichförmig und leicht dahin zu fließen, während europäische Dub-Produktionen Erdenschwere und Magie besitzen und einer ganz eigenen, intensiven Dramaturgie zu folgen scheinen. Vielleicht ist das am Ende auch nur eine Geschmacksfrage, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Ich habe mich in dieser Hinsicht entschieden, weshalb der von mir verehrte Umberto Echo mit diesem Album leider keine Chance hat. Ich freue mich auf euren Widerspruch.

Alpha Steppa: Dub Kingdom

Ups, da habe ich wohl etwas mißverstanden. Vor Kurzem habe ich doch tatsächlich das neue Album von Alpha Steppa „3rd Kingdom“ als Dub-Album bezeichnet. Oh mein Gott! Dabei kommt das Dub-Album doch erst jetzt: „Dub Kingdom“ (Steppas Records). Ich muss zugeben, dass ich nicht vermutet hatte, dass sich der Bass-Brutalismus von „3rd Kingdom“ noch steigern ließe, doch schon der erste Track macht klar, wohin bei „Dub Kingdom“ die Reise geht: Was im Original noch geradezu leicht und beschwingt klang, gleicht jetzt eher einem Grollen, das aus dem Mittelpunkt der Erde herauf klingt. Sonderlich komplex sind die Produktionen Alpha Steppas nie gewesen, hier, im Königreich des Dub, werden sie noch weiter reduziert, verdichtet und intensiviert. Was bei „3rd Kingdom“ einem Liter entsprach, tropft jetzt als Hundert-Milliliter-Konzentrat aus dem Äther. Doch, wenn das ganze Ear-Candy verdampft ist, dann zeigt sich im Extrakt, was an musikalischer Substanz übrig bleibt. Geschmack oder nur flüchtige Aromen? Ich würde mal sagen: Ein Würfel „Dub Kingdom“ sorgt für ein ausgiebiges Dub-Festmahl. Erst in der Reduktion zeigt sich, wie inspiriert die Musik des Sohns von Alpha und Neffen von Omega tatsächlich ist. Riddims und akustische Atmosphäre reichen, um glücklich zu sein. Sie sind perfekt. Die nur in kleinsten Dosen eingeblendeten Elemente des vollständigen Arrangements, wie instrumentale Melodien, Gesang-Parts oder Samples, zeigen, wie inspiriert und reichhaltig die Musik Alpha Steppas tatsächlich ist. Die Reduktion intensiviert den Geschmack. Wer den vollen Genuss will, greift zu „3rd Kingdom“, wer nur das Beste daraus möchte, entscheidet sich fürs „Dub Kingdom“.

International Observer: Escape From the Dungeons of Dub (EP)

Wie sollte zeitgemäßer Dub klingen? Eine große Frage, auf die bestimmt jeder eine eigene Antwort parat hat. Nähern wir uns der Beantwortung mal ex negativo. 1. In Jamaika entsteht kaum noch Dub, was jamaikanischen Dub schon per se zu keinem aussichtsreichen Kandidaten im Sinne unserer Frage macht. Was von der Insel zu uns herüber schallt, klingt meist wie ein Update des klassischen Dub-Sounds von Tubby & Co. Es fehlt an Tiefgang, an Konsequenz und Magie. 2. Die Antithese zu diesem Sound wäre vielleicht UK-Steppers: Bass, Härte und düstere Magie. Ist Steppers damit moderner? Im Verhältnis schon, denn Steppers fusioniert klassischen Dub mit modernem Club-Sound. Doch obwohl der Stil härter und intensiver geworden ist, basiert er grundsätzlich auf einem in den 1990er Jahren entwickelten und seither verwendeten Muster. Wer schon einmal versucht hat, einen Steppers-Tune zu datieren, weiß wie schwer das ist. Also vielleicht auch keine überzeugende Antwort auf unsere Ausgangsfrage. 3. Dann wäre da noch der volldigitale Laptop-Dub, oft von Techno-sozialisierten Heimmusikern zusammen geschraubt. Ja, Dub aus der Perspektive elektronischer Musik ist schon grundsätzlich ein modernes Konzept. Auch wenn alle Traditionalisten die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und von seelenloser Musik reden werden: Laptop-Dub ist definitiv eine zeitgemäße Form, auch wenn die Ergebnisse auf rein ästhetischer Ebene oft nicht überzeugen können. 4. Und noch eine mögliche Antwort auf unsere Frage: Retro-Dub à la Prince Fatty. Absolut eklektizistisch und damit natürlich eigentlich schon postmodern. Aber letztlich doch „nur“ ein cleveres Zitat des Originals. Aber da wäre noch eine mögliche Antwort: 5., der International Observer, aka Tom Bailey. Soeben legte er seine neue EP „Escape From the Dungeons of Dub“ (Dubmission Records) vor und damit meine persönliche Definition von modernem Dub. Es handelt sich um hundert Prozent Reggae-Dub in absoluter handwerklicher Perfektion, die sich aber zugleich völlig vom Reggae emanzipiert hat. Verrückt, oder? Aber genau das macht die Musik des Ex-Thompson-Twins-Kopfes Tom Bailey so modern. Sie ist einfach autonom. Eine ganz und gar eigenständige Musik, die sich zwar der formalen Ästhetik von Reggae bedient, die Genre-Konventionen aber ansonsten vollständig außen vor lässt, was ihr eine erstaunliche Unabhängigkeit verleiht. Es gibt einfach keine passende Dub-Schublade für sie. Doch es ist nicht allein ihre Autonomität, der Observer-Dubs ihre einzigartige Qualität verdanken. Es sind schlicht die großartigen Kompositionen, schöne Melodien, das ausgeklügelte Arrangement, das perfekte Timing und der unglaublich dynamische, saubere Sound. Mit jedem Beat wird deutlich, dass hier mit Tom Bailey ein Ausnahme-Talent am Werk ist, das sich jenseits kommerzieller Interessen und Szene-Credibility ganz egoistisch der reinen Lust an guter Dub-Music verschrieben hat.

King Jammy: Waterhouse Dub

Da wird der King wieder zum Prince: Mit „Waterhouse Dub“ (Greensleeves/VP) liefert King Jammy ein lupenreines Dub-Album ab, so als wären die letzten 30 Jahre Regentschaft nicht geschehen. Das Album ist so dermaßen Old School, dass es wie aus der Zeit gefallen scheint. Es beginnt schon beim musikalischen Material, das ganz überwiegend aus den 1970ern und den frühen 1980ern stammt (zum Beispiel Earl Zeros „Please Officer“, Junior Reids „Shack A Lack Rock“ und „Jailhouse“, sowie eine neue Version von Jammys Signature Tune „Jammy’s a Shine“). Ein Retro-Konzept, das sich ziemlich nahtlos beim Mixing fortsetzt: So wie hier hat Jammy schon als Tubbys Lehrling Dubs gemixt. Die wenigen zeitgemäßeren Momente dürften von Jammys Söhnen Jam Two, John John und Baby G stammen, die ihren Lehrmeister bei der Arbeit an dem neuen Album unterstützt haben. Doch unabhängig davon, ob man diesen Ansatz für authentisch und einzig wahr oder für hoffnungslos veraltet hält, es stellt sich doch die Frage, warum Jammy überhaupt Interesse an einem solchen Projekt zeigt und offenbar eine verstärkte Zuneigung zu Dub entwickelt? (2015 bestritt er bekanntlich schon die eine Hälfte des Albums „Dub of Thrones“ (mit Alborosie). Wo kommt diese neue jamaikanische Wertschätzung für Dub her? Der Markt dürfte nicht sonderlich gewachsen sein. Mit Dub lässt sich kein großes Geld verdienen. Vielleicht liegt die Antwort schlicht in einer neuen Wertschätzung der musikalischen Qualitäten vollwertiger (meist historischer) Reggae-Produktionen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist in den letzten Jahren ein Stück des akustischen Reichtums von Reggae auf der Strecke geblieben. Die absolute Konzentration auf Gesang und Stimme ließ die Musk dahinter immer einfacher, glatter und reduzierter werden, bis sie schließlich nur noch der Unterstützung der Stimme diente, aber keinerlei Eigenwert mehr besaß. Im Dub ist es genau umgekehrt. Hier zählt die Musik und die Stimme verhallt im leeren Raum. Aus den aktuell typischen Reggae-Produktionen Jamaikas lassen sich deshalb auch keine überzeugenden Dubs mehr mischen. Der Musik fehlt die Kraft dafür. Aber genau das könnte der Grund sein, warum ein Studio-Veteran wie Jammy plötzlich wieder Lust auf Dub bekommt, auf seine musikalische Komplexität, auf Ecken und Kanten und auf die aurale Spannweite vollwertiger Produktionen. Und dafür sollten wir ihm dankbar sein, sein Album kaufen oder unablässig streamen und darauf hoffen, dass seine Einstellung Schule macht und eine Trendwende in Jamaika anstößt. Auch wenn mir die Dub-Experimente Europas deutlich mehr zusagen, als Jammys alte Schule, so wünsche ich mir von ganzem Herzen, eine richtig große, hoch qualitative Dub-Renaissance in Jamdown. Ob ich das noch erleben darf?