Revolutionaries: Musical Dub Attack

MusicalDubAttack

Und noch ein Reissue: „Musical Dub Attack“ (DKR) der Revolutionaries. Hier von einem Reissue zu sprechen, ist allerdings schon recht gewagt, denn das Original ist 1976 bei Virgin-Records lediglich als White-Label in Minimalauflage erschienen. Aber erzählen wir die Geschichte der Reihe nach: „Musical Dub Attack“ ist tatsächlich die Dub-Version von I Roys „Musical Shark Attack“ aus dem gleichen Jahr – nur, dass es eigentlich umgekehrt war: Das Dub-Album existierte schon, als Virgin Records im Channel One-Studio nach einem neuen I Roy-Album fragte. Also Toastete I Roy über das Dub-Material und beides ging dann zusammen nach England: Ein Dub-Album und ein I Roy-Album. Letzteres erhielt von Virgin eine amtliche Veröffentlichung, während das arme Dub-Gegenstück nur als häßliche Testpressung mit weißem Label heraus gebracht wurde. Doch das Entlein wurde zum Schwan, denn verrückte Dub-Sammler schlagen sich seitdem um die wenigen Exemplare und preisen seine Qualität und Schönheit in höchsten Tönen. Deeper Knowledge Records aus Brooklyn betätigte sich nun als Spielverderber und wiederveröffentlichten das sagenhafte Dub-Album jetzt nonchalant als ordinäre Vinyl- und CD-Ausgabe. Tja, so kann’s gehen. Jetzt muss sich zeigen, ob die hier versammelten Dub-Attacken auch ohne den Status des raren Sammlerobjektes überzeugen und bestehen können. Zu hören gibt’s den klassischen, Mid-70er Channel One-Sound mit Sly Dunbars virtuosen Rockers-Trommelwirbeln – direkt vom Original-Band gemastert – und so manchen, aus der Rocksteady-Ära bekannten Riddim. Der Mix lässt sich am treffendsten mit „routiniert“ beschreiben. Meine Einschätzung: schönes Album. Kult? Eher nicht.

Rating 3 Stars

Ein Gedanke zu „Revolutionaries: Musical Dub Attack“

  1. Oh ja, Channel One rockers style.
    Ein white label Exemplar aus ziemlich mieser Pressung habe ich vor vielen Jahren mal in einem Laden entdeckt, als die Leute ihre LPs loswerden wollten. Was soll man sagen. Ein fantastischer Klassiker, handgemachte Qualitäts-Dubs ohne Sci-Fi Gimmicks oder andere Mätzchen – auch ohne Rauch ein Hochgenuss.

Kommentar verfassen