Terrapi Indikka: Crushed Planets Vol. 1 – Reboot your System

„Bevor ich anfange brauche ich einen Vibe. Dafür leg ich dann oft eine Platte auf und lass mich von Songs oder einer Bassline inspirieren. Mal was Gutes von den Upsetters, mal Burning Spear, mal alte Dubs von Clive Chin, Augustus Pablo oder den Twinkle Brothers. Oder auch mal ein Greensleeves-Dub-Album, z. B. von Scientist und den Roots Radics“. Dass die Dubs von Terrapi Indikka über gute Vibes-Gene verfügen, hört man sofort. André Fuchs, die reale Person hinter der Persona Tarrapi Indikka, beteuert zwar, dass „90 Prozent“ seiner Musik „nicht gesampelt“ sei, aber mir klingen doch ein paar sehr vertraute Sounds seiner Inspirationsquellen in den Ohren – was ich übrigens sehr zu schätzen weiß, denn diese charmante Referenzen auf die Originale der 1970er und 1980er Jahre verbinden sich aufs Schönste mit den fetten und zugleich abgespaced-relaxten Beats aus Andrés Roland MV8800. „Eigentlich komme ich vom Hip Hop, der mich aber zu langweilen begann, als ich hier in Regensburg einen Plattendealer traf, der auch Soundsystems baute“, erklärt André, „der hatte dann diese Dub-Siren für mich – völlig ramponiert und klapperig. Es war so ein Ding, das eher einen Kurzschluss verursacht, als dass es ein Upgrade für dein Musikstudio wäre. Aber der Moment, wo ich es anschloss und ausprobierte, war die Geburtsstunde von Terrapi Indikka.“ Das Teil ist auf „Crushed Planets Vol. 1“ (Crushed Planets) ein paar Mal zu hören, doch mit Soundsystem-Steppers haben Andrés Dubs trotzdem nichts zu tun. Dafür ist seine Musik viel zu differenziert, zu experimentell und trippig. Sie ist eher was für Kopfhörer, als für die Soundsystems seines Plattendealers. Ist mir ohnehin lieber. Meine Nachbarn schätzen es sehr, dass ich Kopfhörer Soundsystems vorziehe.

Meine Wertung:

4 Gedanken zu „Terrapi Indikka: Crushed Planets Vol. 1 – Reboot your System“

  1. Der HipHop-Einfluss ist hier unüberhörbar und eigentlich bestimmendes Element, die Drum-Patterns und Basslines sind bis auf ein, zwei Ausnahmen typisch HipHop. Dub is’es aber allemal.
    Ich meine übrigens dass eher 90% der Musik Samples sind – und die nicht-gesampelten Sounds werd‘ ich bestimmt auch noch irgendwann entdecken :-)

  2. Nix für ungut Rene´ und gtkriz aber Ihr beide seid meine Top Agenten in Sachen Dub ! Special Forces on the Dubfront against the walls of babylon shitstim.
    Nahezu jeden Morgen checke ich die Playlist von gtkriz und auch heute morgen war er ja schon wieder sehr fleißig ;-) Zwischendurch muss ich ja leider auch immer wieder mal etwas arbeiten und so kam es, daß ich völlig unvoreingenommen zurück in mein Büro kam und diesen Dub von
    Terrapi Indikka hörte. Ich dachte sofort, „ey geil, was ist das denn jetzt wieder für ein geiler Stoff. Und das, obwohl ich stocknüchtern bin ( für meine Verhältnisse ;-) ).Naja und ebenfalls morgendliche Routine ist ein Blick in den DubBlog und – boing – da wird sie auch schon rezensiert ( oder wie heißt das jetzt nochmal ? ). Da ich früher ( als hiphop noch krass war ) auch gerne hiphop gehört habe, komme ich auch sehr gut mit diesem Groove klar. Vor allem kommt hier aber eine wirklich sehr ( Zitat ) trippige Atmosphäre rüber. Ich frage mich, wozu man bei dieser Musik mit den üblichen Zutaten noch Lsd für einen guten Trip brauch. Ich mag den trippigen, differenziert, experimentellen Dub jedenfalls auch am liebsten. Auch Steppers kann das.
    Aber ich muss hier auch noch meine uneingeschränkte Begeisterung für die paar Sugar Minott – Dubs ( Playlist gtkriz, brandnew von heute morgen ) zum Ausdruck bringen. Fett, fetter am fettesten !!! Wattn´ Sound hier in meiner Bude ! Ich weiß nicht, wer da den Bass zupft aber wenn ich die Augen schließe, ist es genau so, als würde Earl Bagga Walker „The Heavy Weight Puncher“ live and direct hier in meinem Büro stehen und mit seinen „dicken Fingern“ die Basssaiten bis kur Dehnungsgrenze in massive Gravitationswellen ( da sind se wieder ) umwandeln. Und auch der Mad Professor gefällt mir wieder ganz gut.
    Ach und da war doch noch viel mehr in der Playlist !?! Z.B. Dubspeed, Teflon Zincfence , Pato Ranking and Don Fe ……. ach Freunde was soll ich noch sagen ? ……. Eine Katze möchte ich sein, mit mindestens sieben Leben ( a 200 Jahre ) ……………….. vorausgesetzt es groovt.

    Greetings …………….. lemmi

  3. Es war aber auch wirklich an der Zeit, das Sugar Minott’s Album „Leave out a Babylon“ endlich auch zum streamen angeboten wird. Sehr gutes Spätwerk, und die 5 Dubs sind wirklich gelungen.

    @ lemmi: Freitags erscheinen die meisten Releases, da lohnt sich ein Blick in die Playlist am meisten. Enjoy!

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