Dubheart: Cool Under Pressure

Dass spannender, moderner Dub nicht digital sein muss, sondern richtig schön old fashioned hand crafted sein kann, beweist uns die UK-Band Dubheart mit ihrem neuen Album „Cool Under Pressure“ (Karnatone Records). Es handelt sich um ein klassisches Showcase-Album, auf dem jedes Vocal-Stück von seiner Dub-Version begleitet wird. Normalerweise neigen wir Dubheads dazu, in solchen Fällen die Hälfte des Albums zu skippen, aber bei „Cool Under Pressure“ würden wir dann sieben ziemlich gute Songs verpassen. Wer auch immer die Songmelodien der Band komponiert, hat erstaunliches Talent. Gleiches gilt für die Musiker. Einen so tighten Band-Sound produzieren nicht viele Formationen. Kein Wunder, dass sich daraus auch meisterhafte Dubs formen lassen. Verantwortlich dafür zeichnet der Drummer Gavin Sant, aka „Fullness“. Er geht recht klassisch ans Werk. Seine Leistung besteht daher auch weniger im verrückten Experiment, als vielmehr darin, die Essenz jedes Tracks herauszuarbeiten und zu einem intensiven Sound-Erlebnis zu verdichten. Dabei entstehen interessante Dub-Interpretationen des Originals, in denen der Mix die Präsenz der Vocals auszugleichen vermag. Es ist hoch-spannend, den Vocal-Track mit seinem Dub direkt zu vergleichen: Obwohl die Gesangsmelodien der Songs extrem stark sind, vermisse ich sie in den Dubs nicht im Geringsten. Allein mit den Mitteln des Mischpults gelingt es Fullness, Dub-Instrumentals zu kreieren, die gleichberechtigt neben ihren Vocal-Counterparts bestehen können. Aber zum Glück muss man sich bei dem Showcase nicht für eines von beiden entscheiden.

Meine Wertung:

Ein Gedanke zu „Dubheart: Cool Under Pressure“

  1. High René !

    Ich habe die „Mental Slavery In Dub“ zuhause. Nicht schlecht aber da war doch noch ne ganze Menge Luft nach oben. Ich finde nicht, das die sich jetzt verbessert haben. Im Gegenteil, es ist eher noch ein wenig gewöhnlicher geworden. Könnte auch ne Scheibe von Gentleman and the Evolution sein. Und da geht es mir sehr ähnlich wie Sly Dunbar der ( laut riddim ) über Gentleman gesagt haben soll : „Him are right, but his Music sounds to ordenary for me“ So, oder so ähnlich hatte er das ausgedrückt. Für Gentleman Fans mag das böse klingen aber ich finde das trifft es ganz gut. Ich mag Gentleman auch aber ich hab nur eine ( gebrannte ) Scheibe von ihm. Wie soll ich das beschreiben aber sein Reggae und die vielen anderen Schnulzen von ihm sind mir politisch einfach zu korrekt. Und wie bin ich nun von Dubheart auf Gentleman gekommen ? Keine Ahnung aber in meinem Gehirn ist da sofort eine gewisse Verbindung entstanden. Und sowas schreibt einer, der auf Stick Figure steht !? Ja, so is das im Reggae. Nicht nur die Musiker und Sänger sind innerlich zerrissen und oft widersprüchlich unterwegs, sondern auch viele seiner Fans.

    Passt schon ……………… lemmi

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