Miniman: Digital Harmonies

Wenn ein neues Album von Miniman auf dem Tisch liegt, weiß ich nie, ob ich mich freuen soll. Zu unterschiedlich ist die Qualität seiner Arbeit. Der Franzose macht seit den späten 1990er Jahre Dub und müsste inzwischen eigentlich Dub-Virtuose sein. Wer sich so lange ernsthaft mit einer Thematik befasst, steigt zwangsläufig zum Experten auf und erreicht mit seiner Kunst bald Höhen, die dann nur noch von anderen Experten goutiert werden können. Doch Roland Rougé hängt irgendwie immer noch im letzten Jahrtausend fest: Simple, harte Steppers-Beats und Sirenen. Okay, Traditionspflege ist auch was wert. Nun liegt sein neues Album „Digital Harmonies“ (Moonshine Recordings) vor und liefert das Erwartete – und doch auch eine echte Überraschung, ja ein Geniestreich gar, auf Track 6, „Marching Dub“. Hier greift er auf ein Sample von Kenji Kawais „UTA I – Making of Cyborg“ aus dem Soundtrack des Animes „Ghost in the Shell“ zurück. Was für eine großartige Idee! Dieser ätherische Chorgesang passt kongenial zu Dub. Dass da nicht schon vorher jemand drauf gekommen ist.

Meine Wertung:

3 Gedanken zu „Miniman: Digital Harmonies“

  1. High René !

    Richtig seriös wäre es ja nur, wenn jetzt auch genügend „exakte links“ von mir als Beispiel aufgeführt würden aber ich erlaube mir, das etwas oberflächlicher zu begründen. Jedenfalls war ich natürlich besonders fixiert auf den von Dir so hervorgehobenen „Marching Dub“. Und da muss ich Dir dann gleich wieder Widersprechen. Das ganze kann allerdings auch auf einem Irrtum meinerseits beruhen. Aber ich muss sagen, das ich bei dem ätherischen Chorgesang sofort und zwar noch in der selben Femtosekunde an „Guns and Cocaine Crime“ von ……….
    ………..THE DUB SYNDICATE !!! mixed by ADRIAN SHERWOOD !!! denken musste. Zu finden auf der Acres Of Space ! Soweit habe ich das jetzt doch seriös belegt …. oder doch nicht ? Jedenfalls würde ich behaupten, das diese Chorgesänge auch und gerade bei On.U-Sound, sowohl bei Adrian Sherwoods Soloprojekten, als auch bei der Solo-Scheibe von Doug Wimbish ( Trippy Notes for Bass ) hin und wieder zum Einsatz gekommen sind. Ja, sorry für diese Klugscheißerei aber das da irgend so ein Dub-Programmierer aus Frankreich genialer und wohlmöglich noch innovativer als ADRIAN SHERWOOD gewesen sein soll, konnte ich echt nicht so stehen lassen. Ich bitte dafür um Verständnis ;-).
    Nun kann es allerdings auch sein, das ich ätherische Chorgesänge die von Adrian Sherwood gesampelt wurden, fälschlicherweise als solche identifiziert, bzw. empfunden habe. In diesem Fall, wäre ich dann halt mal wieder im falschen Film gewesen aber das kommt bei mir ja eh öfter vor. Da würde ich dann sagen, „Never Trust A Hippie“ ……….. ;-)
    Die größte und einzige Innovation, die von „the new Kids of the Dub“ gekommen ist, ist meiner Meinung nach die Möglichkeit, Dub jetzt auch im Wohnzimmer programmieren zu können. Das kann ja eigentlich gar nix werden, obwohl ich zugeben muss, das ich manchmal und oft auch „immer öfter“ vom Sound und auch vom Groove, doch auch ganz schön geflasht bin. Auch von Miniman habe ich so manches in einer Playlist. Es ist und bleibt aber fast zu 99 % ein steriles Gefühl bei digital Dub. Und damit komme ich nun endlich zu „Digital Harmonies“. Auch da kommt bei mir nicht die ganz große Begeisterung auf aber ich kann mich der Radikalität der Dubs dann doch nicht vollkommen entziehen. Ich habs halt gern Radikal. Deshalb will ich hier auch gar nicht länger auf irgendwelchen Franzosen rumhacken, denn, mal abgesehen von deren Sprache, finde ich die Franzosen richtig Tuff. Die lassen sich nicht so viel gefallen, wie wir eingeschläferten deutschländer……. das is dann aber auch wieder ein sehr weitreichendes Thema und ich denke mal, ich habe alle Leser meines Textes lang genug beansprucht.

    Trotzdem schaue ich jetzt gleich erst mal Zuhause, ob ich da noch irgendwo ne gelbe Weste habe ……………..

    In diesem Sinne ….. AMANDLA !!!! ……………………….. lemmi

    1. Hi Lemmi,

      habe noch mal bei beim Dub Syndicates „Guns & Cocaine Crime“ nachgehört und muss sagen: Ja, da sind ätherische Gesänge gesamplet, aber NICHT die aus „Ghost in the Shell“. Und da es mir genau (!) um die Ghost in the Shell-Atmo geht, ist das ein ganz entscheidender Unterschied. Miniman spielt natürlich nicht in der Liga von Adrian Sherwood, aber was dieses Sample betrifft, hatte zweifellos Miniman die Idee. ;-)

  2. Ok René !

    Das war dann wohl ein kleines Missverständnis meinerseits. Ich dachte es geht Dir um ätherische Chorgesänge im allgemeinen. Die anderen ätherischen Chorgesänge passen mir nämlich auch sehr gut zu Dub. Ich muss gestehen, das ich gewisse Chorgesänge in und aus der Kirche manchmal auch ohne Drum And Bass richtig gut, ja geradezu fantastisch finde.

    ( Ich war etwas krank, deshalb hat meine Antwort jetzt so lange gedauert ).

    Bis denne ………… lemmi

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