Foshan Roots: The Wing Chun Album

Reggae hegt zu Kung Fu traditionell eine tiefe Zuneigung, was sich auch in Form einiger jamaikanischer Dub-Alben niedergeschlagen hat. 2012 ließen sich die beiden Briten Brad Turner und Thomas Dewey davon inspirieren, als sie ihr Dub-Duo Foshan Roots gründeten und eine Menge selbst eingespielter Dub-Tracks produzierten. Weil ihr Label sich nicht von asiatischer Kampfkunst, sondern von Lee Perry inspirieren ließ, und sich in einem Anflug von Wahnsinn selbst vernichtete, erschienen diese Tracks erst fünf Jahre später. Denn da nahm sich das Dub-o-phonic Netlabel ihrer an und veröffentlichte 2017 schließlich das Album „Sky Warrior Dub“. Ein voller Erfolg, denn der Old School-Sound der beiden Briten geht fast als jamaikanisches Original der 1970er Jahre durch – mit Augustus Pablo an der Melodica. So etwas wird von der Dub-Gemeinde stets (mir unverständlich) hoch geschätzt. Beflügelt von dem Erfolg, legen die beiden nun ihr zweites Album vor: „The Wing Chun Album“ (Dub-o-phonic). Diesmal mit neuem Material – das aber wieder so klingt, als wäre es vierzig Jahre alt. Ein Eindruck allerdings, der sich bei genauerem Hinhören zumindest etwas relativiert. Die Beats sind schon unverkennbar britischer Provenienz. Der Rest jedoch klingt ziemlich nach Channel One – manchmal sogar fast nach Black Ark.

Meine Wertung:

3 Gedanken zu „Foshan Roots: The Wing Chun Album“

  1. Zumindest in einer Richtung geht es ja wieder bergauf. Ich kann die Scheibe bei Spotify durchhören ! Mmmmmh, ja schon wieder Dub von Informatikern ;-) Wie soll ich da ins schwärmen geraten ? Ok, so richtig schlecht kann ich das beim besten Willen nicht finden aber so richtig aufhorchen musste ich nur bei „Power Dub“ ( was sonst !?! ). Alles steppt aus meiner Sicht ziemlich gemächlich vor sich hin aber beim „Power Dub“ steppt gar nix, da wird ordentlich gerührt und nicht geschüttelt. Da kommt Drehmoment und Richtig Kraft ausm´ Getriebe. Schon beim ersten Ton dachte ich, ah jetzt hat er endlich mal die Regler für die DubAtmosphäre richtig
    aufgemacht. Da kommt frische Bergluft durch und da werden die kleinen verstopften Äderchen mal wieder richtig mit Druckluft durchgepustet. Der könnte es in meine Playlist schaffen !

    Und ich habs ( wir habens ) tatsächlich wieder mal geschafft :::: WOCHENENDE !!!!!!

    Ja und ? …. der nächste Montag kommt bestimmt ….. nee so weit kann ich jetzt nicht mehr denken …… also bis denne ………….. lemmi

    1. High Doc !

      So langsam gibt es immer mehr DubHeads, die auf zu viel Melodica keinen Bock mehr haben.
      Wie Du schon sagst, ein Sample hin und wieder is OK aber dann is auch gut. Manchmal denke ich, die Musiker trauen sich gar nicht, mit alten Traditionen zu brechen. Vielleicht, habe ich da auch was falsch verstanden aber im sogenannten „Roots Revival“ ging es ( wenn ich mich nicht irre )
      dann ja auch wieder hauptsächlich um Repatriierung ( Repatriation ) und Mount Zion und so. Ich habe das zwar nicht zu bestimmen aber für mich ist RootsMusic in erster Linie die Art und Weise, WIE ( ! ) Reggae gespielt wird und nicht auf ein bestimmtes Thema fixiert. Und beim Dub hätte ich es auch sehr gern, wenn man die Melodica – dieses Kinderspielzeug – endlich mal gegen ein sattes Akkordeon austauschen würde. Eine ganze Augustus Pablo – Scheibe war für mich schon immer eine große Herausvorderung aber die riddims waren und sind einfach zu gut !

      Und damit schließe ich meine Kabadose wieder …………….. lemmi

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