Mato: Classical Dub

Mato ist der große Konzept-Künstler und Eklektizist unter den Dubbern. Nachdem er 2016 Film-Soundtracks einem Dub-Treatement unterzog, nimmt er sich auf seinem aktuellen Album „Classical Dub“ (Mato Production) der klassischen Musik an. Wieder ein interessantes Konzept, wie ich finde. Ich muss dabei allerdings sofort an Matthias Arfmanns geniale Herbert von Karajan-Remixes „ReComposed“ von 2005 denken und natürlich an die beiden Alben des Opernsängers Uly E. Neuens. So charmant und mutig ich Matos Klassik-Konzept finde – zwischen seinem Album und den vorgenannten liegen Welten. Das große Manko an Classical Dub: Mato verwendet zwar klassische Melodien, baut auf ihrer Basis aber ganz gewöhnliche Dub-Cover-Versionen. Abgesehen davon bedient er sich außerdem mit „Schwanensee“, „Carmen“ etc. doch ziemlich vordergründig am „Gassenhauer“-Klassik-Repertoire. Tja, gäbe es die Alben von Arfmann und Neuens nicht, würde „Classical Dub“ hier besser weg kommen, denn seine Produktionen sind handwerklich ohne Tadel. Aber das Bessere ist des Guten Feind.

Meine Wertung:

2 Gedanken zu „Mato: Classical Dub“

  1. Greetings

    01. Warm Up (T. Blanchot)
    02. Badinerie Dub (J-S. Bach)
    03. Dance of the Knights Dub (S. Prokofiv)
    04. Also Sprach Zarathustra Dub (R. Strauss)
    05. Sarabande Dub (G.F. Haendel)
    06. Nocturne in Eb Dub (F. Chopin)
    07. Carmen Dub (G.Bizet)
    08. Symphony N°3 Dub (J. Brahms)
    09. In the Hall Of The Mountain King Dub (E. Grieg)
    10. O Fortuna Dub (C. Orff)
    11. The Swan Lake Dub (P.I. Tchaikovsky)

    Die Titel zeigen, dass sich Mato – wie auch Uly E. Neuens in seiner EP „Op’Ra Dub“ – die „Hitparade der Klassik“ vorgeknöpft hat. Die Meisten von euch werden sicherlich die Originale kennen und das macht für mich bei Mato auch den Reiz aus – vom Bekannten zum Unbekannten. Bisher hat mich der Drummer und Pekussionist Thomas Blanchot aka Mato nicht enttäuscht. Auch seine Vorgänger-Alben “Homework Dub” (Daft Punk) und “Hollywoo Dub” (Filmmusiken) sind meines Erachtens gelungen und machen immer wieder Spaß beim Hören.

    Carl Orffs “O Fortuna” aus der genialen Carmina Burana hat Uly E. Neuens mit seinem Tenorgesang noch wesentlich schöner hinbekommen, das steht außer Frage.

    René, ich gebe dir Recht, sowohl an Matthias Arfmanns geniale Herbert von Karajan-Remixes „ReComposed“ als auch Uly E. Neuens beide Veröffentlichungen kommt Mato leider absolut nicht ran.
    Dennoch sind auch Matos Interpretationen nicht misslungen. Für mich ist Matos “Classical Dub” schlüssig und macht Laune auf mehr. Vier Sterne sind durchaus angemessen und fair.
    Ich hoffe immer noch, dass Matthias Arfmann in naher Zukunft „ReComposed
    Part II“ auf den Markt bringt.

    Schmankerl:
    Bei „Nocturne in Eb Dub (F. Chopin)“ kann man nach 1:10 Min. auch Ziegen-/Schafmeckern hören. [s. Rainford – ist Spaß Lemmi ;.))) – wie gesagt, ein beliebtes, dramaturgisches Mittel]

    Stay tuned

  2. Ziegen und Schafe haben aber auch immer was zu meckern .-)

    Ich habe im Gegensatz zu sonst überhaupt nix zu meckern. Mir viel zwar auch gleich Mathias Arfmann ein aber im Grunde kann man die Werke nicht wirklich miteinader vergleichen finde ich. Arfmann hat klassische echte Orchesteraufnahmen gesampelt und da auch einen sehr guten Groove drunter gelegt. Mato hat die klassischen „Gassenhauer“ nochmal selbst eingespielt und komplett auf klassische Instrumente wie Geigen und Oboen u.s.w. verzichtet. Könnte jetzt unqualifiziert sein, weil ich die Scheibe bisher immer noch nicht aus dem FF kenne. Aber insgesamt sehe, bzw. höre ich da schon einen Unterschied im Konzept. Aber egal ob Mato oder Arfmann, man merkt doch, was den klassischen Versionen immer gefehlt hat. Rhythmus hatten die ja auch aber jetzt haben sie RIDDIM und das sagt mir mehr zu, als wenn sie so ernst daher kommen, wie im Original.
    Mich haut ganz besonders die Version von „Work It“ mit Missy Elliot von den Socken. HipHop meets Reggae !!! Ich steh drauf ……………….. lemmi

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