Alien Levi: Interferences, Vol. 2

Schock! Da lebt man so im Ruhrgebiet vor sich hin und schreibt seit Jahrzehnten über Dub und bekommt nicht mit, dass in der Nachbarstadt Dortmund ein Dub-Bastler erste Güte arbeitet: Alien Levi. Erst die Online-Recherche zu dieser Rezension seines Albums Interferences, Vol. 2 (DiSFish Records) hat mich auf die Spur dieses Eigenbrödlers geführt, der übrigens bereits in den 1980er Jahren Mitglied einer Dortmunder Reggae-Band war. Kaum zu glauben. Und dann kommt noch hinzu: Das Album „Interferences, Vol. 2“  ist ursprünglich bereits 2015 erschienen und stand nunmehr seit rund vier Jahren in den Regalen einschlägiger Plattenläden, tauchte jetzt aber erst in digitalen Kanälen und den Streaming-Diensten auf. Asche auf mein Haupt. Aber egal, lieber spät als nie: Also, wenn ihr auf intelligenten, elektronischen Dub à la International Observer steht, dann gebt in Spotify oder Apple Music „Alien Levi“ in die Suche ein und wählt „Interferences, Vol. 2“ aus. Ein wunderschönes Dub-Album voller warmer, harmonischer Bass-Meisterwerke, clever arrangiert, schön gemixt und vor allem: großartig komponiert. Bei mir lief das Album die letzten Wochen rauf und runter. Übrigens scheint Herr Levi in den letzten vier Jahren den Bass-Harmonien abzuschwören und sich experimentelleren elektronischen Sounds jenseits des Dub hinzugeben. Daher kann ich nur raten: Streamt „Interferences, Vol. 2“ so oft es geht, um ihn mittels Streaming-Tantiemen auf den rechten Weg zurück zu führen ;-)

Meine Wertung:

22 Gedanken zu „Alien Levi: Interferences, Vol. 2“

  1. Greetings,

    bei „Interferences Vol. 1“ zeigt Alien Levi wer ihn mit dem Dubvirus infiziert hat.
    Ein Schmankerl für alle ON-U Sound Addicts.

  2. Wie sagst Du immer so schön Ras Vorbei ? „Da höre ich doch lieber gleich das Original“. Bin geneigt, das hier auch so zu formulieren. Nun ja, so schlecht finde ich es jetzt nicht. Zum jubeln ist mir aber auch nicht zumute.
    Ich fange mal mit dem ganz schlechten an. „Dub Top – Lee „Scratch“ Perry“ (!) Da sind se wieder die sogenannten „flying cymbals“. Er scheint Lee Perry wohl gar nicht zu mögen, denn sonst hätte er es bestimmt nicht gewagt, diesen Dub (?) so zu nennen. Is für mich ungenießbar ! Dann der Keyboard – bzw, Synthesizer-Sound bei „Flee Out“ (!) Geht minus bei mir. Bei „Dub Foundation“ geht dann doch mal so etwas wie ein Raunen durch meinen Körper und ich empfinde auch so etwas wie DubAtmosphäre. Insgesamt klingen mir die Halleffekte auf der Snare Drum aber zu sehr nach 1+o. So ganz muss ich mich der Scheibe aber nicht verschließen, denn es ist ja immer noch Offbeat. Dazu kommt dann noch der richtig fette AHA Effekt bei Andy Fairley !!! Allein seine Stimme erzeugt bei mir das richtige DubFeeling !
    Mag sein, das meine Synapsen durch die On-U.Sound Salven aus der Vergangenheit und auch immer noch aus der Gegenwart so fest verdrahtet sind, das nur die Stimme und meine damit verbundenen DejaVus für Euphorie in meiner Seele sorgen können. Alles in allem kann ich mir die Scheibe geben ………….. muss ich aber nicht. Sorry René, das ich deine Begeisterung nicht mit Dir teilen kann. Aber Andy kommt in meine Playlist !

    „I´ ve got the legs of Bobby Moore“ ( kann ich mir immer noch in Endlosschleife reinziehen )…………………. lemmi

    1. Greetings Lemmi,

      ich sprach von „Interferences Vol. 1“!!! und wollte auch lediglich darauf aufmerksam machen, woher bei Alien Levi der Wind weht.
      ON-U. Sound ist nicht kopierbar, deshalb werde ich immer das Original wählen. Da sind wir uns absolut einig.

      Stay tuned….

      1. Jo Ras Vorbei !

        Ich hatte in meinem ersten Absatz auch von der Vol.1 gesprochen, gebe aber zu, das ich das nicht exakt genug formuliert habe.

        „Tune in fe di King of Sounds and Blues, A Reggae Music I will never refuse“ ………………………… lemmi

      2. Nachschlag:
        „Interferences Vol. 1“ wurde von keinem Geringeren als Patrick Dokter aka Dr Dub remastered. Dr Dub ist unter anderem der „Resident DJ“ bei Adrian Sherwoods kürzlich eröffnetem Underground-Club „Shanty Town“ in Ramsgate.

        Alien Levi hat sich auch Bim Sherman vorgenommen.

        Wühl dich mal durch https://disfish.bandcamp.com/music

  3. hmmm… ich weiß nicht… das klingt doch alles ziemlich hölzern & wie in Heimarbeit zusammengeschustert – ich mutmaße, dass das nicht absichtlich so gemacht worden ist um ein spezifisches Klangbild hinzukriegen. Diese Bontempi-Klänge (ich übertreibe zwecks Anschaulichkeit) berühren mein Trommel- und Bauchfell leider überhaupt nicht.

  4. Greetings

    Ganz sicher sind diese Riddims/Dubs 2015 über einen längeren Zeitraum in einem kleinen Zimmerchen zusammengefrickelt worden. Heute macht die Technik möglich, was vor nicht mal allzu langer Zeit nicht im Entferntesten vorstellbar war. Auch hier zeigt der „Geldbeutel“ wie auch damals bei unseren Dubmasters der 70/80gern aus JA die Grenzen des Möglichen auf.
    So wie Alien Levi selbst schreibt, musste er sich mit dem Equipment vertraut machen und hat dann ausprobiert, was möglich ist. Viele Dubs seien dabei auch im Mülleimer gelandet. „Die ersten Versuche waren einfach schrecklich. Es muss wie Kraftwerk mit viel zu vielen Bongs und einer Flasche Jägermeister geklungen haben. Glaubt mir, ich weiß, wie es sich anfühlt…“

    Ich habe mir noch mal die Zeit genommen und habe mir das Werk erneut in aller Ruhe angehört. Alien Levis „Interferences, Vol. 2“ hat ab Take 7 eine Zäsur und wendet sich mehr dem Offbeat zu. Mir gefällt das Album ab da wesentlich besser und ich kann Renés Sichtweise bestätigen. Da hat sich Jemand wirklich die Mühe gemacht und hat uns „ein wunderschönes Dub-Album voller warmer, harmonischer Bass-Meisterwerke“ serviert und als Extrabonbon das Ganze zum Nulltarif. Was will man mehr?
    Dass Alien Levi Lee Scratch Perry, die amerikanischen Dopepäpste und Schriftsteller der 60/70ger William S. Burroughs und (Prof.) Timothy Leary sampled, finde ich originell. William S. Burroughs Bücher „Naked Lunch“ und „Junkie“ hat damals jeder in meinem Bekanntenkreis gelesen. Auch Dub Spencer & Trance Hill haben bereits William S. Burroughs mit einem kompletten Album gehuldigt.

    Das Traurige an der ganzen Sache finde ich, dass viel zu viele durch diese permanente Reizüberflutung und die ständige Verfügbarkeit geiler (Dub)Mukke häufig nur noch flüchtig Musik hören, sich durchzappen, meinen sich einen Überblick verschafft zu haben und anschließend das Werk ganz schnell abqualifizieren. Wie viele ON.U Sound Werke wären mit diesem Hörverhalten bei mir durchs Raster gefallen?
    Dann dieser „Bass-Fetischismus“, ich muss nicht immer das Gefühl haben, dass mir bei jedem Bass-Anschlag jemand in die Magengrube tritt. Mir ist sehr wohl bewusst, dass beim Dub Dum & Bass das Salz in der Suppe sind, aber alles mit Maß und Ziel.

    Noch mal zur Reizüberflutung, ich vergleiche das mit Böden, die eine gewisse Wassermenge aufnehmen können. Sobald diese Böden gesättigt sind, fließt das Wasser oberirdisch ab und kann nicht mehr eindringen.

    I hope I haven’t offended someone….stay tuned

    1. „Das Traurige an der ganzen Sache finde ich, dass viel zu viele durch diese permanente Reizüberflutung und die ständige Verfügbarkeit geiler (Dub)Mukke häufig nur noch flüchtig Musik hören, sich durchzappen, meinen sich einen Überblick verschafft zu haben und anschließend das Werk ganz schnell abqualifizieren. Wie viele ON.U Sound Werke wären mit diesem Hörverhalten bei mir durchs Raster gefallen?“

      Da fühle ich mich durchaus angesprochen aber keineswegs beleidigt. Was Musik und im speziellen Dub betrifft, gehe ich genau so vor. Mein Boden ist im prinzip komplett gesättigt oder wie Bob Marley vielleicht sagen würde, „my cup is running over“ ! Dennoch muss ich unbedingt dabei bleiben, denn sonst wäre z.B. Richie Phoe für mich unbekannt geblieben und mir wären einige der besten Dubs aller Zeiten durch die Hose gerutscht. Um nicht komplett abzusaufen suche ich regelrecht nach dem Haar in der Suppe, damit ich nicht an Reizüberflutung krepiere. Bei Uk Steppers finde ich meistens sofort eine ganze Perücke aus Plastikhaaren mit Plastik Granulat angereichert in der Suppe vor. Kann ich immer schön schnell zu den Akten legen. Plastik is sowieso out ! Außer Black Magic Plastic !
      Ich lasse mich da wie ein JediRitter voll und ganz von meinen Gefühlen leiten und beim kleinsten Zweifel, auch schon beim oberflächlichen Abchecken der Scheibe, ist der Fall für mich erledigt.
      Das Resultat meiner Herangehensweise ist dann die Essenz meiner Leidenschaft.
      So …………. und jetzt muss ich aber nochmal so richtig angeben bzw. auf die Kacke hauen. Ich habe das absolute Gehör
      für Groove, bzw. für meinen Lieblingsgroove. Da reichen Bruchteile von Sekunden um zu erkennen, ob das groovt oder nicht. Nur zwei Beispiele, auch wenn das nicht jeder nachvollziehen kann :
      Es war wohl noch in den 80ern, wo ich mich dazu herabgelassen habe, auch die Musik im Radio zu hören. Immer Donnerstags Internationale Hitparade mit dem unvergessenen Werner Reinke ( ok, es war HR3, von daher wird diese Legende wohl nicht jeder kennen ) . Plötzlich lief da ein Tune, der so anders war und ein bis dahin unerreichtes Upliftment bei mir erzeugte, das ich unbedingt mitbekommen musste, wer das war. Es war Gary Clail and The On-U.Sound System „Human Nature“ !!°!
      Nochmal Gary Clail ! diesmal in den 90ern ( ? ) :
      Ich zappte durchs Programm – an MTV zappte ich in einer halben Sekunde vorbei aber HALT !!! …. Was war denn das eben für ein geiler Groove dachte ich …… Zapp zurück und dann war Gänsehaut pur angesagt. „One Law vor the rich and another for the Pure“ Gary Clail and The On-U.Sound System !!! Ich hatte vorher noch nie etwas von dem Tune gehört und eine halbe Sekunde hat ausgereicht, um zu erkennen, das das für die folgenden Wochen mein Lieblingstune sein würde.
      Ich will damit sagen, mein Geschmack ist FIX ! Ich weiß und ich spüre in jeder Zelle meines Körpers, was ich will bzw. nicht will. Das ist auch mit dem Essen so. Wer fenchel ins Essen macht, hört auch Dieter Bolen ;-) …. is meine Meinung.

      Ja is ja gut lemmi, kannst wieder runter kommen ….. geh mal n bischen in den Schatten ….. das wird schon wieder ….

      Ich wollte eigentlich noch was zum Bassfetischismus schreiben aber ich glaube meine Meinung dazu habe ich oft genug geschildert. Bass heist nicht, das die Hose flattert, sondern BASSLINE !!! Und immer nur BASSLINE !!! …… und wenn Die dann noch schön blubbert, is Hochsommer !!! …. egal in welcher Jahreszeit. Die Zeit wird da nämlich wieder relativ, denn „wir“ wissen ja, BASSLINES krümmen den Raum und die Zeit im Raumzeitkontinuum ……… ach ich liebe es, so rumzuspinnen …… bin halt Fan …….. was willste machen ……………. lemmi

      1. Hi Lemmi,

        hier ist ein aktuelles Beispiel, bei dem selbst dein absolutes Gehör versagte.
        Rainfooord! ;-))
        Ausnahmen bestätigen die Regel.

        Bei Steppers läufst du bei mir offene Türen ein, ein paar Takte und ich schenke dankend ab.
        Einige Werke, besonders ON-U. Sound, brauchen manchmal etwas mehr Zeit. Diese vertrackten Meisterwerke müssen manchmal einfach häufiger gehört werden, damit sich die Feinheiten erschließen. Schön, dass du Gary Glail erwähnst, auch eine meiner ON-U. Sound Entdeckungen. Den hört man und es gefällt oder eben nicht. Der Typ ist Hammer!

        1. Richie Phoe wäre mir eventuell auch verrutscht, aber als treuer Riddim Leser und dank Renés Dub Kolumne, bin ich immer noch am Puls der Zeit und ackere mich peu à peu durch seine Anregungen.

        2. Hehe Ras Vorbei !

          Auf den Einwand mit Rainford habe ich im Prinzip schon gewartet. „Ausnahmen bestätigen die Regel“.
          Aber ich muss doch Widersprechen denn mein allererster Kommentar zu der Scheibe steht bei „Pay It All Back 7“ ( wenn ich mich nicht schon wieder irre ). Da war ich eigentlich schon spontan begeistert von der Scheibe.
          Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nur ein sehr oberflächliches Bild von der Scheibe hatte, so hatte ich auf Anhieb 5 Big Tunes für mich gefunden. Inzwischen sind es alle. Und trotzdem habe ich auch bei „Rainford“ nach dem Haar in der Suppe gesucht, wobei das eher eine Verkettung von gewissen Kommentaren war, die mich dazu verleitet hat, gewisse Zweifel zu haben. Dazu stehe ich auch immer noch,denn ich finde „Cricket In The Moon“ ist einfach zu Gut, um es mit dem gekrächze und dem Text lalala…. kackakakcka boom boom enden zu lassen. Ohne diese Idee wäre der Tune für mich unantastbar Gut gewesen. So ist er nur noch sehr gut ;-)
          Mein Gerechtigkeitssinn ist sehr stark ausgeprägt und deshalb muss ich erwähnen, das wir ( auch René ) aber ganz besonders ich durch unseren lieben Kollegen aus Wien Gerhard Thomas Kritz auf Richie Phoe aufmerksam gemacht wurden. Ok, das widerlegt ja nicht deine Aussage, das Du Richie durch riddim kennengelernt hast aber es macht deutlich, wie wichtig G.T. Kritz ist. Seine „Deep In Dub Playlist“ auf Spotify ist für mich die größte und beste DubBibliothek die das world wide web zu bieten hat. ( Ich hoffe es gefällt ihm, wenn ich hin und wieder etwas Werbung für seine Playlist mache ;-) ).
          Ich meine irgendwo gelesen zu haben, das Du Spotify verachtest. Wenn ich das verwechsele, bitte ich um Entschuldigung. Ich bin ja auch nach wie vor kein Streaming-Fan aber – wie soll ich sagen – mir ist da die Jacke auch näher als das Hemd oder andersrum und wenn ich da so geile Mucke finde, kann ich es nicht ignorieren.
          Mir macht dabei nur Angst, das man sich so Abhängig vom Computer macht. Ich habe schon so viele Abhängigkeiten, das ich davon nicht noch mehr brauche. Is zwar dann wieder ein extremer Thematransfer aber mich würde mal interressieren, wo ( wenn es denn wirklich so ist ) deine Abneigung gegen Spotify herkommt.

          „Privatise The Air“ ……………………….. lemmi

          1. Das mit der Rainford musste sein, wollte lediglich bisschen auf die Kacke hauen. Ich fand unsere Diskussion richtig erfrischend. Hat Spaß richtig gemacht!!! Mir ist eine kritische Anmerkung lieber als zustimmendes Schulterklopfen.

            Woher du das Wissen hast oder gelesen haben willst, dass ich eine Abneigung gegen Spotify hätte, ist mir schleierhaft.
            Ich habe Kids und für die geht nix mehr ohne diese Dienste, Streaming ist Fluch und Segen zugleich.

            Wünsche dir einen schönen Kurzurlaub

  5. Jo, danke für die guten Wünsche Ras Vorbei.

    Hat geklappt. War ein Super Schönes langes Wochende ! Aber nun ist endlich wieder Montag ……
    Ja, dann sag ich mal Sorry ! für die Unterstellung, das Du Spotify sch… also nicht so gut findest.
    War dann wohl ne Verwechslung.
    Streaming ist tatsächlich Fluch und Segen zugleich. Neulich habe ich mal wieder die Pickout Allstars gestreamt. Lief hier auf der Arbeit nebenbei ( oder habe ich nebenbei gearbeitet, ich weiß es nicht mehr ) und plötzlich ging wieder so ein prickelndes Raunen und Beben durch meinen Körper. Ich dachte „was für ein geiler Dub“ Da lief gerade „Moulding“ und ich denke weiter, gut das ich die Scheibe zuhause als Vinyl habe. Aber wieso kenne ich diese Moulding Version plus Dub gar nicht !? Ich hab die Scheibe doch schon mindestens 5 mal Zuhause gehört !?! Tja, da haben die doch tatsächlich die beste Version plus Dub auf der Vinyl LP weggelassen. Ich bin geneigt, die Scheibe aus Frust darüber, einfach wegzuschmeißen. All die Dubs die da drauf sind, sind jetzt wertlos und nicht mehr zu gebrauchen, weil ich immer daran denken muss, das die Scheibe unvollständig ist und letztendlich nur ein Abklatsch dessen darstellt, was ich eigentlich haben wollte. Die Macher dieser Machenschaften sind entweder abgrundtief böse oder die haben schlichtweg keinen Plan von Musik. Die hätten wirklich jeden anderen Dub weglassen können aber nicht „Moulding“ !!!
    Ja, ich heule hier extrem rum aber ich hab echt nen Klos im Hals deswegen.

    Naja, hauptsache es ist endlich wieder Montag ………………….. lemmi

    1. Greetings

      „Die hätten wirklich jeden anderen Dub weglassen können aber nicht „Moulding“ !!!

      Vielleicht haben sich die Großkopfeten gedacht – falls sie überhaupt etwas denken – wir machen noch eine EP von IJahman’s Meisterwerk. Immerhin gibt es mindestens 4-5 Versionen/Dubs, die von den Pickout All Stars eingespielt wurden. Ooooder und das ist wahrscheinlicher, die haben absolut keinen blassen Schimmer was richtig geil ist, sonst hätten sie „Moulding“ ehrfürchtiger behandelt und den gebührenden Platz eingeräumt.

      Kannst du dir nur vage vorstellen, wie begeistert ich 1978 über IJahman’s Erstling „Haile I Hymn“ war. Das Werk – für mich immer noch sein absolut bestes – lief wochenlang in Endlosschleife. Ich bekomme heute noch bei dem Gedanken eine Gänsehaut! Ich hatte keinen einzigen Ton vorher gehört, geschweige denn gewusst, wer IJahman ist. Ging mit meiner neuen Errungenschaft heim, legte nichts ahnend die LP auf den Plattenteller und saß dann mit offenem Mund und Ohren da und lauschte den bisher unbekannten Klängen. Murderer…
      Die erste Seite seiner zweiten LP „Are We A Warrior“ mit „Moulding“ war noch gleichwertig, Seite 2 fiel dann leider qualitativ ziemlich ab.
      Beim Schreiben dieser Zeilen wird mir immer klarer, was für eine spannende Entwicklung im Reggae ich da live miterlebt habe.

      Lemmi, hast du eine Vorstellung wer sich hinter den Pickout All Stars verbirgt? Ich weiß lediglich, dass es sich um ein britisches Label mit Sitz in London handelt und ein Lloyd Dennis Produzent ist.

      Sieh es anders herum, weniger ist mehr. Der Tag hat 24 Stunden, du hast nur zwei Ohren und du kannst eh nicht alles hören. Die „Scheibe“ kann ja nix dafür, dass auf sie nur die Hälfte gepresst wurde, ich kann aber deinen Frust sehr wohl verstehen. Unbedingt nicht wegwerfen, vielleicht wird deine Vinyl LP noch ein Klassiker ;-)

      Stay tuned…

      1. ich bin’s nochmal, eine Frage hätte ich da noch zu:“Naja, Hauptsache es ist endlich wieder Montag …“.
        Der Montag war von mir immer der gehassteste Tag der Woche – außer Oster- und Pfingstmontage versteht sich.
        Mein Motto war immer:“lieber in der dunkelsten Kneibe als am hellsten Arbeitsplatz“.
        Du scheinst gerne arbeiten zu gehen…

        1. Hehe, ich arbeite in einer Kneipe ;-)

          Nee Ras Vorbei ! Da merkt man wieder wie schwer es ist, den eigenen Humor nur mit Worten rüber zu bringen.
          Ich müsste wohl noch sehr viele Kommentare schreiben, damit mein „Stil“ nicht mehr missverstanden wird.
          Du kannst ja auch nicht wissen, das hier an der Uni in Göttingen so Flyer rumliegen, wo draufsteht „Endlich Montag“. Das fand hier niemand Witzig außer mir. Nicht weil ich den Montag so gern habe, sondern weil der Spruch einfach „jedes Tabu bricht“ und so dermaßen abwegig ist, das ich schon fast geneigt bin, zu sagen, der Spruch ist lupenreiner Dub !!
          Naja, vielleicht habe ich jetzt aber auch deinen Humor nicht so ganz mitbekommen und es wäre nicht nötig gewesen zu Antworten aber manchmal stelle ich mich auch gern dumm, nur damit ich weiter meine „dummen Sprüche“ machen kann.
          Ich sag mal so, hier Arbeiten zu dürfen ist mit Sicherheit nicht das schlechteste aber eins ist mal ganz ganz sicher …. ich habe die Arbeit definitif nicht erfunden ;-)

          „One day, I don´t like, it´s a monday monday“ ……. es gibt einfach zu jedem Thema einen guten Reggae Tune !

          Greetings …………….. lemmi

  6. Hmmmm Ras Vorbei,

    da triffst Du mich jetzt an meiner schwächsten Stelle überhaupt ! Im recherchieren bin ich nix ! Vielleicht weiß G.T. Kritz mehr oder René himself. Ich bin ja schon froh, das ich die Musik wenigstens nicht verpasst habe. Auf der Vinyl Scheibe steht gar nix drauf !
    Und ob ich eine – sogar sehr genaue – Vorstellung davon habe, wie „Hail I Hymn“ 1978 bei Dir reingehauen hat. Mindestens genauso wie bei mir ungefähr 4 Jahre später. Ich habe I JAH Man mit „Are We A Warrior“ kennengelernt. Besonders begeistert war ich auch von der Länge seiner Tunes, was natürlich nur hinhaut, wenn die Tunes auch so super sind, das man sie so lange hören will. „Hail I Hymn“ habe ich mir dann natürlich auch schnellstmöglich zugelegt, wodurch ich und im Grunde unsere gesamte damalige Klicke zu I JAH Man Fans geworden sind. Wir hatten das große Glück, ihn auch mehrmals Live erleben zu dürfen. Meine Lieblingsscheibe von I JAH Man ist allerdings die „Africa“ und die wunderschöne „Inside Out“ muss ich einfach auch noch erwähnen. Ganz besonders das wunderbare „Over There“, war hier in Göttingen ( Gött heißt auf Türkisch Arsch ) sowas wie ein Hit. Damit hat man jede Tanzfläche voll gemacht !!!
    Ganz besonders haben mich aber immer die Live-Konzerte von I JAH Man geflasht. Die Band, ganz besonders der Bassist und natürlch der Leadgittarrist war ( nicht nur ) aus meiner Sicht die Creme de la Creme was an Reggaebands jemals zu uns gefunden hat. Ich sag nur Skully !!! Diesen Mann live an den Pecussions miterleben zu dürfen ist ein Geschenk des Himmels gewesen. Ich habe mir in meinem Leben nur drei Autogramme geholt, weil ich auf sowas eigentlich verzichten kann – eins war von einer Badmintonspielerin aus Indonesien, eins von Kevin Keegan ( damals war ich noch so richtig bescheuert ) und eben ein Autogramm von Skully. Dieser Mann hat mir, durch die Art, wie er die Percussions spielte, die Tränen der Freude in die Augen gezaubert und dafür brauchte ich einfach ein Autogramm.
    Auch viele Jahre später – schon in den 2000ern – hatte I JAH Man seine Superaffentittengeile Megaband noch dabei. Auch wenn sie schon etwas abgespeckt war ( z.B. ohne Skully ), ging das immer noch richtig gut nach vorne los.
    Leider leben wir nun in Zeiten, wo es wohl zu teuer wird, die richtig geilen Musiker aus Jamaika mitzubringen. Deshalb spielen die hier nur noch auf halber Flamme, mit zusammengewürfelten Musikern aus Europa. Nix für ungut, ich wäre auch froh, wenn ich den Reggae so gut spielen könnte wie die aber gegen diese Original Bands aus Jamaika is das nix und zwar gar nix. Ich habe zum Beispiel auch mal Johnny Clark mit einer Band aus Jamaica erleben dürfen, die auch Background für Ronny Davis gemacht haben. Die hießen Indica Band !!! Tut aber nix zur Sache, weil die ne Woche später schon wieder ne andere Besetzung hatten. Jedenfalls war Dub Judah ( wenn er es denn wirklich war ) da schon wieder wo anders. Im netz kann man Konzerte von Johnny Clark sehen aber alle mit so komischen Bands, die es einfach nicht so knackig auf den Punkt bringen. Hält dem Vergleich nicht stand und ist deshalb nichtig für mich. Können aber trotzdem gern mal hier vorbeischauen. Hier in Gö-Town würde ich mir das gern noch geben aber weite reisen mache ich dafür nicht mehr.
    Ja, die Hälfte der Story ist auch hier wieder nicht erzählt aber ich will euch ja nicht zu sehr mit meinem Kummer quälen,
    das eben vieles leider vorbei ist und auch nicht wieder kommt.

    Wochenende ( seufz ) Wochenende ( seufz ) wo isn das Wochenende ? …………… lemmi

    1. Da haste recht die Länge der Titel war was Besonderes, IJahman hatte maximal 2-3 Titel pro Seite. „Zion Hut“ mit diesem schönen Nyahbinghi Drumming und dann diese Stimme – great!

      Ja, es gab mal eine Zeit, da haben Band – egal welches Genre – eine Tour gemacht, um den Verkauf ihres neuen Albums anzukurbeln. Eine Tour war damals, selbst für Pink Floyd und andere Große ein Minusgeschäft. Heute machen die ne Tour, um sich davon zu finanzieren, weil vom Tonträgerverkauf niemand mehr leben kann. Deshalb auch diese „low budget bands“.
      Alle Interpreten aus JA kamen damals mit ihrer Studio-Band. Israel Vibration oder Eek A Mouse mit den Roots Radics.
      Jimmy Cliff z.B. kam wie viele andere auch mit einer All Star Band: Ernest Ranglin, Joe Higgs, Santa Davis, Sticky Thompson, Diggles Bailey, Bagga Walker, Sterling McCleod.
      Das können die heute offensichtlich finaziell nicht mehr stemmen…sehr schade.

      Burning Spear wurde 1977, als er noch nicht so bekannt war, auch von ASWAD bei seiner Tour durch Europa begleitet. Bei seiner ersten Tour durch Deutschland 1981 – ich sah den „Master Of Wailing“ in Mannheim – hatte er (s)eine Band mit All Stars dabei. An der Percussions übrigens Elias Rodney, ich meine sein Bruder.

      Meinst du IJahman’s Band in den 90ern? Da hast du meine volle Zustimmung „what a Band“!!!

      Sorry René, da ist es wieder mit uns durchgegangen

      1. Definitiv die Band aus den 90 ern !!!
        Aber auch die Band in den 2000ern war noch richtig knackig. Ich glaube sogar bis 2010 war meine Welt noch in Ordnung.
        Jetzt hast Du aber schon wieder ein Stichwort gegeben !!! EEK A MOUSE ! Erste Live-Begegnung war eventuell noch in den achzigern beim Sunsplash auf der Loreley. „I like Ice-cream“ falls du auch dabei warst, weißt Du ja bescheid :-) Da waren nur drei Leute als Band ( vielleicht Mitglieder der Roots Radics ) und EEK A Mouse !! Sowas Cooles und entspanntes und einfach hemmungslos souveränes hatte ich bis dahin und seitdem auch nicht wieder gehört. Da war EEK A Mouse wohl noch nicht auf Crack ! Und die Band spielte die coolsten Roots Radics Riddims, die es bis dahin gab. Kein halbes Jahr später kam er wieder – ich glaube Zeche Bochum war es – Grenzenlose Vorfreude und purer Enthusiasmus begleiteten mich auf der Hinfahrt. Und dann habe ich zum ersten mal verstanden, was mit dem Begriff Mogelpackung gemeint ist. EEK war da ! Alles klar soweit ! Vorgruppe ( so dachte ich ) war Rapsody ( der Sänger hat beim summerjam seine Seele verkauft aber naja, muss ja auch weiter leben der Junge ) ! Ja und dann kam EEK A Mouse ! Das grundlegende Problem war aber, das Rapsody immer noch da waren und tatsächlich versucht haben EEK A Mouse zu begleiten. Was sie auch bis zum Ende taten. Ich kann nur eins sagen, normalerweise stand ich bei Live Konzerten immer in der ersten bis zweiten Reihe und bin ausgeflippt vor Begeisterung. Bei dieser Kombi – EEK und Rapsody – saß ich den ganzen Abend auf der Treppe und hatte das selbe Gefühl wie meine Schwester, als sie damals im Alter von etwa 4 Jahren im Spanienurlaub irrtümlicher Weise und voller Vorfreude auf eine leckere Portion PopCorn, anstatt schön süß, salziges PopKorn bekam. Gegen diesen Gesichtsausdruck kann man Angela Merkels Hängemund nur als zufriedenes dauerbekifftes Rundumgrinsen bezeichnen.
        Da war für mich schon klar, das der Artist im Grunde egal ist. Es kommt ( für mich ) einzig und allein auf die Band an. Natürlich ist mir z.B. Winston Rodney auch wesentlich lieber als z.B. Mark Forster aber ich bin auch so ehrlich und gebe zu, das wenn die die Band tauschen würden, Mark Forster ein besseres Konzert abliefern würde als Winston Rodney. Ääääähem, jetzt wird es sogar für mich selbst zu Abstrakt.

        Ich tu ma lieber die Mörchen ………………. lemmi

        1. Greeting Lemmi

          Nein, habe Eek A Mouse in Mannheim mit großer Band gesehen und dieses Konzert war Weltklasse.
          Mit Andrew Murphy und Rhapsody, der viele Jahre in Heidelberg lebte, habe ich einige schöne Stunden Backstage verbracht. Im Umkreis HD/MA waren Rhapsody eine Institution. Ihre Konzerte sind legendär, leider haben sie es nie geschafft, diese Stimmung auf Tonträger zu bannen.
          Rhapsody hat Lee Scratch Perry auf seiner Anfang 90er Tour durch die BRD begleitet und da fand ich sie richtig „tight“ ;-)

          Stay tuned…

  7. Ich habe Rainford Perry mal mit ner Band in Geel aufm Festival erlebt. Die nannten sich sogar The Upsetters und sahen alle ganz cool aus ( ja, ich muss zugeben das spielt für mich auch eine kleine aber doch gewisse Rolle ). Das war aber mit die schlaffeste Reggaeband die ich jemals Live erlebt habe. Nun ja, Rhapsody war für mich irgendwie immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Hab aber auch ne Scheibe von denen und ein Lied gefällt mir da sogar richtig gut. Is aber auch af nem Riddim aus Original Jamaica.

    Stand firm ………………. lemmi

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