Tads Hi-Power Dub

Auch aus Jamaika erreicht uns hin und wieder ein aktuelles Dub-Album wie z. B. Tads Hi-Power Dub (Tad’s Record). Zu hören gibt’s amtliche Dub-Versions einschlägiger Hits von Tad’s Records mit den unverkennbaren Stimmen von Dennis Brown, Gregory Isaacs, Sugar Minott, Brigadier Jerry, Johnny Osbourne, John Holt und anderer Reggae-Meistersänger. An Tad’s habe ich schon immer die satten Produktionen geliebt. „Hi-Power Dub“ macht hier keine Ausnahme: volle Dynamik, satte Bässe und schön klassisches Mixing von Gregory Morris. Für mich klingt das Ganze nach aktuellen Aufnahmen oder aber nach einem phänomenalen Remastering alter Produktionen. Und das Schönste: Die klassischen Riddims der glorreichen Reggae-History wie „I’m Just a Guy“, „Sleng Teng“, „Real Rock“ oder „Cuss Cuss“. Big up!

Meine Wertung:

25 Gedanken zu „Tads Hi-Power Dub“

  1. Greetings,

    verglichen mit der Fülle europäischer Produktionen bleibt es in Bezug auf gute Dubs from Jamaika relativ ruhig. Das ändert jetzt das Plattenlabel von Tad mit diesem sehr gelungenen „Tads Hi-Power Dub“.
    Als Dub-Engineer saß Gregory Morris am Mischpult, der seine Karriere 2004 als Tontechniker bei Tuff Gong begann und seitdem eng mit Stephen und Damian Marley zusammenarbeitet. Morris ist auch ein guter Freund von Tad Dawkins Jr. (Sohn des legendären Labelchefs Tad Dawkins) mit dem er ein Tonstudio teilt. Tad Dawkins Jr. gab Gregory Morris aus Papas Archiv ein paar alte Bänder, um sie auf Pro Tools zu überspielen und Gregory Morris kam sehr bald auf die Idee, mit den Aufnahmen zu spielen und kreierte einige schöne Dubmixe mit ordentlich satten Basslines. Als Dawkins Jr. dann einige dieser Mixe zu hören bekam, war er so begeistert, dass er Gregory Morris gleich vorschlug, ein ganzes Album daraus zu machen. Tad Dawkins Jr. nahm noch einige zusätzliche Titel aus dem Archiv von Vater Tad Sr. Das Resultat ist das vorliegende Album ‚Tads Hi-Power Dub‘ mit 10 exzellenten, klassischen Dubs.
    Was ich seit einigen Monaten zu meiner großen Freude festellen kann, ist die Rüchbesinnung auf die alten Werte des klassischen Dubs, lediglich die heutige Technik macht den Sound noch fetter. Müßig darauf hinzuweisen, dass „Tads Hi-Power Dub“ schon einige Wochen mich immer wieder begeistert!

    Stay tuned…

  2. Mein lieber Schwan ! Da merkt man aber doch, das ihr euch auch oft auf das Kleingedruckte konzentriert.
    Ich habe zwar auch Scheiben von Stephen und Damian aber ich kann nur sagen, wer is Gregory Morris und wer is Tad Dawkins Junior ??
    Naja, dank René und Ras Vorbei habe ich jetzt auch ein Bewusstsein für die beiden entwickelt.
    „Tads Hi-Power Dub“ ( is die nicht schon lange in deiner Playlist G.T. Kritz ?!? ) kommt mir jedenfalls auch irgendwie bekannt vor. Ich klage jetzt mal auf ganz hohem Niveau. Na klar gefällt mir die Scheibe, schon allein wegen der Riddims.
    Cuss Cuss ist eventuell soger die beste Bassline aller Zeiten. Jedenfalls finde ich sie immer noch genau so gut wie am ersten Tag. Und auch hier wird sie gleich zwei mal gestreamt, weil es wohl nicht nur mir so geht.
    Nun ist es aber so, das auf Jamaica noch lange kein guter DubWind weht. Denn genau wie bei den Dubs von Alborosie ( ich kaufe trotzdem jeden Dub von ihm den es zu haben gibt ) fehlt mir da irgendwas. Ich weiß nur nicht was !?!
    Der Sound ist richtig fett. Is auch genug Hall und Echo und so aber trotzdem bleibt mein Kopf relativ nüchtern auf dem Boden dabei.
    Ich hoffe, ich habe mich nicht wieder verzählt aber ich zähle 4 Sterne und daraus schließe ich, das für den 5. eben tatsächlich irgendwas fehlt. Die Frage bleibt nur, was ….. ?
    Ganz davon ab, der Bass ist zwar fett aber er dröhnt auch ganz schön doll hier bei mir ……. daran könnten die Jamaikaner meiner Meinung nach auch noch arbeiten.
    Tja, in Sachen Dub haben die Jamaikaner den Anschluss verloren und dafür bekommen sie jetzt nen Satz heiße Ohren.

    „Dickes B oben an der Spree, im Sommer tust du gut und im Winter tuts weh“ …………. lemmi ( „die Vernunft darf niemals siegen“ ) „Kick the Pope in his Ass !!!“

    1. „Tja, in Sachen Dub haben die Jamaikaner den Anschluss verloren und dafür bekommen sie jetzt nen Satz heiße Ohren“.

      Greetings Lemmi,
      ich würde sagen:…“hatten die Jamaikaner den Anschluss verloren“…
      Immerhin sind sie dabei wieder aufzuschließen und das auf jeden Fall gewaltig, einige jedenfalls…

      Nach meiner Kenntnis ist das Album erst im Mai 2019 erschienen und die (ur)alten Riddims sind einfach immer noch weltklasse. Wenn man mal wieder Dennis Browns, Gregory Isaacs‘ oder Sugar Minotts Stimmen hört, spürt man einmal wieder, welch geilen Stimmen leider bereits im Jenseits erklingen. :-((

      1. „Wenn man mal wieder Dennis Browns, Gregory Isaacs‘ oder Sugar Minotts Stimmen hört, spürt man einmal wieder, welch geilen Stimmen leider bereits im Jenseits erklingen. :-))“

        Ich fand es bisher ja nicht so toll, das wir alle mal ins Jenseits müssen, weil ich nicht weiß, was da so für Mucke läuft. Aber wenn die Jungs schon da sind, sehe ich das alles schon viel optimistischer !!! Deshalb habe ich mir erlaubt, deinen „Schmollmund“ in ein Grinsen umzuwandeln ;-)

        Ja und du hast Recht, die Jamaikaner machen auch wieder mehr Dubs. Das liegt wohl daran das die einzig wahren ReggaeFans eben nunmal auch unbedingt die Dubs haben wollen. Ich kann mir das nur so erklären, das wir hier im DubBlog das Maß aller Dinge sind. Wir sind die enzigen Weltweit, die noch richtigen Enthusiasmus für ROOTS DUB REGGAE aufbringen. Die lesen hier immer fleißig mit, denn ansonsten gibt es ja nix mehr, wo sich die echten Fans im Netz noch über ROOTS DUB REGGAE unterhalten. ( Nein, ich bin noch nicht völlig durchgeknallt aber so ein gewisser Größenwahn steckt wohl in uns deutschen, rein genetisch bedingt, mit drin ……… und außerdem ist heute wieder so ein Tag, wo ich einfach nicht ernst sein kann ….. ) Ja und wenn die hier so lesen, was echte Fans wollen, bleibt ihnen ja gar nix anderes übrig als wieder ordentlich Dubs zu produzieren.
        Da war doch neulich im Spiegel ( die Bildzeitung für Leute die mehr Text zu den Bildern haben wollen ) ein Bericht über Rainford und da habe ich gelesen, das Lee Perry wieder mehr in Jamaika abhängt, weil er sich dort eben doch am wohlsten fühlt. Ja und da wo dieser Mann rumläuft, ist halt immernoch jede Menge Dub in der Luft.

        Trotzdem steht das weltweit beste DubStudio in Berlin, wo der Aldubb im neuen Planet Earth Studio den zur Zeit besten Sound aller Zeiten abliefert. So ein Studio fehlt in Jamaica !!! So, genug der Superlative …..

        „Tads Hi-Power Dub“ läuft hier Heute schon das zweite mal durch. War wie gesagt, Klagen auf ganz hohem Niveau.
        Die Scheibe ist super ( sorry, schon wieder super ) aber was soll ich machen, ich habe einfach kein richtiges Haar in der Suppe gefunden ;-)

        Greetings …………….. lemmi

          1. Ja, hab ich gesehen !

            Aus meiner Sicht, müsste der Release ( warum schreibe ich eigentlich nicht „die Veröffentlichung“ ? ) aber längst in den Tagesthemen erwähnt worden sein, denn dann wäre diese Sendung auch nicht so deprimierend. Schließlich berichten die auch, wenn das Musitschkal „könig der löwen“ mal wieder zum besten gegeben wird.

            Serious Jokes ………………… lemmi

  3. Ich hab‘ ein ambivalentes Verhältnis zu Tad’s Records. Einerseits muss man denen schon sehr dankbar sein, dass sie etwa bislang nicht (mehr) erhältliche feine Gregory Isaacs-Alben wie „Easy“ oder „All I Have Is Love, Love, Love“ aus seinen imo brillianten Mitte-80er-Jahren herausgebracht haben, andererseits sind sie generell bei ihren Releases höchst unkorrekt und schleissig, da wird zusammengeschaufelt was geht, 2000er-Aufnahmen finden sich auf einmal mitten unter den Tracks eines 80er-Albums. Gregory Isaacs‘ „Dub Versions“-EP und das gleichnamige Album sind alles mögliche, nur keine Dub-Versions. Der Klang läßt oftmals auch zu wünschen übrig.

    Ist das also noch ein höchst eigenwilliges Konservieren von essentiellen Aufnahmen oder schon Leichenfledderei und Ramschverkauf? Ich weiß es nicht, aber ich wünschte Tad’s hätte sich zumindest einen Hauch von der Akribie des Blood & Fire-Labels zu eigen gemacht und würden den Aufnahmen mit etwas mehr Respekt entgegentreten.

    Insofern… dieses zusammengewürfelte Dub-Album ist nett, aber nicht weltbewegend… so wie die anderen Dub-Alben von Tad’s halt auch.

    1. Greetings,

      dass Tads mit „Tads Hi-Power Dub“ nicht das Rad neu erfunden hat, steht außer Zweifel, dass Jamaika/King Tubby u.a. jedoch den Dub erfunden hat/haben auch. Alleine deshalb finde ich es zumindest beachtlich und lobenswert, dass sich JA wieder auf seine Roots besinnt und klassischen Dub produziert und veröffentlicht.
      It’s a small step for man and not a giant leap for mankind, but at least a beginning that gives hope.

      Was Tads ansonsten so veranstaltet ist mir mit Verlaub gesagt ziemlich schnurz. Dein Vergleich mit Blood & Fire hinkt etwas. Als 1994 Blood & Fire von millionenschweren Reggaeenthusiasten (Mick Hucknall, Steve Barrow, Bob Harding, Elliot Rashman, Andy Dodd) gegründet wurde, war der Grundgedanke, vergriffene oder sehr schwer erhältliche Reggaeklassiker wieder auf den Markt zu bringen. Im Grunde Reggae-/Dub Originals von Fans für Fans zu machen. Das sind ganz andere Veraussetzungen als mit einem kleinen Budget auf JA zu produzieren, um durch den Verkauf zu überleben.
      Schau dir nur den Werdegang sehr vieler JA-Künstler an, die trotz zigfacher LP Veröffentlichungen letztendlich keine Kohle haben, in der Gosse landen oder ihr Leben als Bettler fristen (I Roy; Junior Byles etc.) Selbst Lee Scratch Perry konnte nicht Millionen auf die Seite bringen, das waren dann eher Island Records. Auch Errol Thompson (E.T.) hat das Musikgeschäft verlassen und war bis zu seinem viel zu frühen Tod (2004) Supermarktleiter in Kingston, North Parade, weil er, wie die anderen auch, davon nicht (über)leben konnte. Rico erging es in England ebenso, selbst er musste sich mit Gelegenheitsjobs und als Fließbandarbeiter über Wasser halten. Erst die 2 Tone Ära machte ihn einem Millionenpublikum bekannt und er konnte als „Vollzeitmusiker“ von seiner Musik leben.

      Zurück zu Blood & Fire, im Jahr 2007 wurde über das Message Board des Unternehmens bekannt, dass Blood & Fire den Handel als aktives Unternehmen eingestellt. Schuld daran waren die Konkursverluste ihrer amerikanischen und französischen Vertriebshändler sowie einige unglückliche Managemententscheidungen in Verbindung mit einem branchenweiten Umsatzrückgang. Offensichtlich reichten die Einnahmen auch nicht mehr aus und man wollte das Label nicht mehr am Leben erhalten. Erst 2014 wurde bekannt gegeben, dass Blood & Fire in Zusammenarbeit mit VP Records einen Neuanfang wagt und Steve Barrow, der 1994 das Label mitgegründet hat, künftige Projekte überwacht. Ich gebe dir recht, die Veröffentlichungen von Blood & Fire sind schon seit Beginn (1994) qualitativ immer extrem hochwertig, auch ihre damals veröffentlichten „Billigsampler“ kann ich jedem nur ans Herz legen.

      Was ich sagen will, Akribie im Musikbiz kostet Zeit und besonders Geld und das ist auf JA noch nie ausreichend vorhanden gewesen. Aus diesem Grund wurde schon immer im Akkord produziert. Einiges gelingt besser anderes weniger, so ist das Leben.

      Finding…no comfort in the city

      1. Nachgedanke:
        Wie sagte bereits Bertolt Brecht in seiner „Dreigroschenoper“ so treffend:
        „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“.
        Es ist verdammt einfach von Moral (hier Respekt) zu reden, wenn man in Wohlstand lebt – die Armen hingegen müssen hungern und können sich „die Moral“ nicht leisten.

        Genauso sehe ich das auch mit „den Aufnahmen mit etwas mehr Respekt entgegentreten“. Natürlich wäre es schön, wenn es die Produzenten auf JA täten, aber so haben die noch nie aus oben genannten Gründen getickt.

      2. Zwischengedanke ;-)

        „It’s a small step for man and not a giant leap for mankind, but at least a beginning that gives hope.“

        Da sag nochmal einer „hier kannste nix lernen !!! ( hat ja auch niemand gesagt )

        Dieser Spruch kam ja in den letzten Wochen andauernd und ich hab mir den auch immer gern reingezogen.
        Mein Englisch ist ja so schlecht, das ich echt nicht verstanden habe, was der da genau gesagt hat. Ich habe aus „leap“ dann einfach Jump gemacht, weil es ja vom Sinn her dasselbe ist aber jetzt kann ich diesen Spruch sogar immer originalgetreu wiedergeben.

        Give Thanks ……………….. lemmi

        1. „Dieser Spruch kam ja in den letzten Wochen andauernd…“ Nicht ganz Lemmi, mein Spruch ist nur in Anlehnung an Neil Armstrongs historischen Sprung von der Leiter:
          “That’s one small step for a man, one giant leap for mankind” ;-)

          Onward, forward, don’t step backward step out of Babylon…

          1. “That’s one small step for a man, one giant leap for mankind” ;-)

            War da nicht immer noch ein „but“ Anstelle des Kommas ( Kommatas oder wie jetze ? ) zwischen „man“ und „one“ ?
            Der teufel steckt aber auch echt immer im Detail ;-)

            Nix für ungut Ras Vorbei aber ganz so blöd will ich dann doch nicht dastehen. Ich habe den Spruch ja selbst schon oft umzitiert ;-) ….. es ging mir nur um das Wort „leap“ was ich schon rein akustisch nicht verstanden habe, weil ich es auch noch nie bewusst gehört habe.
            Aber ich versuche ( ohne Gewähr ) mich in zukunft nicht immer so schlampig auszudrücken.

            „Good thinks happening over there“ …………. lemmi

  4. Mit Verlaub, Genauigkeit & Respekt hat nichts mit Wohlstand zu tun, ebensowenig Moral. Ansonsten wäre die Gleichung ja: je mehr Geld, desto genauer, respektvoller und moralischer.

    Wie auch immer – es kostet keine Zeit, kein Geld und stellt auch keinen Aufwand dar, die richtige Track-Reihenfolge einer Wiederveröffentlichung einzuhalten. Man muss auch nicht 20 Jahre jüngere Aufnahmen, die rein gar nichts mit der Wiederveröffentlichung zu tun haben, einfach so mitten in die Tracklist reinschmeissen.

    Was B&F betrifft, das war imo ein Liebhaberprojekt, das von vornherein befristet war, weil mit Dub kein Geld zu verdienen ist. Von Fans für Fans, wie Du richtig sagst.

    Island hingegen wird schon guten Reibbach gemacht haben, ebenso wie BM. LSP ist eine Story für sich :) Die anderen, und ich sage das ganz bewußt, müssen u.a. die jamaikanische Mentalität „jetzt hier und gleich Geld haben wollen, alles andere soon come und überhaupt business is babylon“ verantwortlichen machen – neben der Tatsache, dass mit ihren Werken – und seien sie auch noch so großartig – keine Millionen zu verdienen waren. Ijahman’s „Are We A Warrior“ – großartiges Album, aber ein Top Seller? Niemals.

    Letztlich gab es eine Zeit, wo Reggae tatsächlich im Music-Business eine Rolle gespielt hat und sich mit anderen Genre’s messen durfte. Dabei waren aber die im Business gültigen Regeln einzuhalten – wer das getan hat, hat profitiert. Wer nicht, hat sehr wenig profitiert und ist auch entsprechende schnell wieder vom internationalen Parkett verschwunden.

    1. „je mehr Geld, desto genauer, respektvoller…“
      Genauso sehe ich das, ich muss es nicht bei einem Take belassen, sondern kann so lange feilen bis alles passt. Ein vernünftiges Budget lässt eine viel entspanntere Arbeit zu.

      Mit Genauigkeit nahm man es auf JA bisher nie so genau. Titelreihenfolgen wurden bisher schon häufig über den Haufen geworfen oder stimmten nicht. Hallo, es waren teilweise noch nicht einmal finanzielle Mittel für ein LP-Cover da, das sagt doch alles. Geld spielt sehr wohl eine wesentliche Rolle – leider.

      Dass Blood & Fire ein zeitlich begrenztes Liebhaberprojekt gewesen sein soll, ist mir neu. Auf jeden Fall wurde es beendet, weil die Herren drauflegten. Profit stand vielleicht nicht an erster Stelle aber tragen sollte sich das „Projekt“ schon.

      1. „Letztlich gab es eine Zeit, wo Reggae tatsächlich im Music-Business eine Rolle gespielt hat und sich mit anderen Genre’s messen durfte“.

        Das glaubst du nicht wirklich und wenn überhaupt handelte es sich um ein paar Bands/Künstler, die das unverschämte Glück hatten, den Massengeschmack zu treffen, um in den Mainstreamsektor einzudringen. Das Ganze war dann für die meisten, ein paar Ausnahmen gibts erfreulicherweise schon, eine Eintagsfliege.

        1. Da grummelts aber heftig in mir !

          Wenn ich schon „Massengschmack“ höre, könnte ich hier gleich die gesamte Fußgängerzone vermöbeln.
          Die Masse hat gar keinen Geschmack !!! Die handeln komplett nach Anleitung ! Wenn es keinen medial verordneten Hype gibt, können die sich noch nicht mal mehr selbst die Schuhe zubinden. Ganz besonders die Weibchen unter uns brauchen eine Anleitung, die ihnen sagt was gerade Mode ist und womit man „in“ ist. Dann ist ihnen auch egal, wie beschissen das aussieht. Beispiele sind Plateau-Schuhe und seit etwa einem Jahr, diese dämlichen Hosen, wo die Schuhe mit reinpassen. Und genau so ist das auch mit der Musik, wenn die Medien sagen, das könnt ihr hören, der Typ oder die Typin ist „gut“ dann geht die Masse steil.
          Ansonsten verstehe ich nicht, warum sogar ich mich an den namen mark foster gewöhnen musste.
          Bei dem Thema habe ich echt Schnappatmung. Warum gibt es denn so Sendungen wie bachelor oder bachelorette ? Sowas wäre bei mir auf dem Index für totale Volksverblödung aber die Scheiße hat Quote.
          Und dabei bin ich noch nicht mal besonders schlau aber sogar ich habs gemerkt, wie bescheuert das ist. Bauer sucht Frau, will ich jetzt gar nicht erst mit anfangen, sonst kommen bei mir noch Herz-Rhythmusstörungen dazu.
          Nein Nein Nein !!! Für mich steht fest, das einzig und allein die Medien bestimmen, bzw. beeinflussen, wer hier Geld verdient und wer nicht. Ohne Chris Whiteworst wäre auch Bob Marley ne ganz arme Sau geblieben. Chris Whiteworst hatte den richtigen Draht zum englischen Radio und damit war der Weg für die Wailers geebnet.
          Ohne diesen Mann würden wir wahrscheinlich heute alle noch nicht mal wissen, wie Reggae geschrieben wird.
          Radio spielt heute sicherlich nicht mehr so die Rolle aber dafür gibt es ja jetzt die gekauften und gesponserten „LIKES“ bei den asozialen Massenmedien.
          Ja und dann muss ich auch zugeben, das es in Jamaika schlichtweg zu viele Artists gab und immer noch gibt.
          Die stehen sich da ja wirklich gegenseitig die Füße platt vor den improvisierten Gesangskabinen. Selbst ein Nerd wie ich, kann sich da nicht alles kaufen und jeden Artist unterstützen. Und selbst diejenigen, die noch 10mal mehr ReggaePlatten haben als ich, konnten das nicht alles schaffen. Jamaika hat im Grunde zu jeder Zeit Fließband-Reggae produziert ( bis zu 20 Artists auf einem Riddim und mehr ). Das ist natürlich hauptsächlich aus der Not entstanden und aus der Sicht der Jamaikaner ( und der hiesigen Soundsystems ) eine, wenn nicht sogar die einzige Möglichkeit, aus wenig möglichst viel rauszuholen. Kann ich nachvollziehen und will ich auch gar nicht schlecht drüber Reden.
          Aber wie das nunmal so ist, wenn mehr produziert wird als verarbeitet werden kann, dann bleiben nunmal viele Produkte ( Artists ) auf der Strecke. Im Falle von mavado ( z.B. ) ist das auch gar nicht schlimm.
          Die Wahrheit ( vielleicht ist das auch nur meine Wahrheit ) tut in dem Fall echt weh. Aber jetz ma ehrlich ! ….
          So toll singen die da ja nun auch nicht alle. Zudem kommen die nur mal kurz in eine Gesangskabine und chanten über den fertigen Riddim. Und das in Massen ! Massenwahre ist nunmal billig und meistens uninterrassant, wegen Übersättigung. Joe Cocker hat das auch so gemacht, dazu hat er noch nicht mal selbst die Texte geschrieben. Der hat nur gesungen und sonst nix. Er hatte eine ziemlich schwarze Stimme ( das war und ist ein Qualitätsmerkmal ) aber zum glück war er weiß und Rassismus ist hier noch lange nicht vorbei. Ja und in Jamaica laufen sehr sehr viele kleine schwarze, dunkelhäutige Joe Cockers rum. Zu viele, um für alle den wenigstens einen Hit zu produzieren. In Babylon hat es ja auch nur ein einziger Joe Cocker geschafft.
          Nagelt mich nicht auf Details fest, vielleicht hat Joe Cocker ja doch auch mal nen Song selbst geschrieben aber
          ich kenne seine Geschichte so, wie ich das hier geschrieben habe. Ganz davon ab interressiert mich Joe Cocker auch überhaupt nicht.
          Und nicht zu vergessen, über die ganzen, unendlich vielen Rockmusiker, die wir auch wegen zu viel Masse gar nicht kennen, reden wir hier ja erst gar nicht. Die meisten von denen gehen auch einer geregelten Arbeit nach, weil es einfach unmöglich ist, das jeder Musiker mal in die Top Ten kommt und davon dann den Rest seines Lebens zehren kann. Das ist mit den vielen Leuten, die echt toll malen können genauso. Wenn Du dann aber erst mal einen NAMEN hast, dann kannst Du auch einen an der Wand festgenagelten Schuh als innovative Kunst für viel Geld an das gemeine Volk vermarkten. Denn nix lässt sich besser zu Geld machen als der Hype.

          Sorry für meine vielen Worte aber heute ist so ein Tag,
          wo ich mal wieder nicht die ganze Welt umarmen könnte …………… lemmi

          ( Das mit dem Schuh hinkt wohl ein wenig, denn den fanden nur einige Kunstnerds „gut“, die sogar versucht haben das Lied „Hurz“ von Hape Kerkeling künstlerisch zu erklären )

          „It´s a mad world“

          1. Das habe ich mit „Massengeschmack“ auch gemeint, denn wie wir alle wissen. Nur Schei§e schwimmt oben. So isses

          2. Du trägst Dein Herz auf der Zunge, lemmi!

            Der Herr Blackwell hatte nicht nur einen guten Draht zum richtigen Radio, er wußte auch was zu tun war um im Biz konkurrenzfähig zu werden; er konnte auch gut Geld aufstellen und vor allem hat er klar gemacht, dass ins Studio gehen und live spielen bei weitem nicht genug ist. „Du machst auch diesen, jenen und auch noch viele andere Promo-Termine – und nein, dafür gibt’s keine Kohle.“ So wie’s halt professionell immer funktioniert hat, egal welches Genre. Da war’s für’n Reggae aus mit dem Dasein als Nachtschattengewächs.

      2. B&F: Nuja, man braucht kein Hellseher zu sein wenn man ein Label startet dass sich selbst niemals tragen kann. Dub ist kein Seller.

        Generell meine ich, dass unsere Maßstäbe nicht auf Reggae und jamaikanische Verhältnisse umgemünzt werden können. Wir sagen z.B. dass sie nicht mal LP-Covers hatten, fragen aber nicht ob das damals in JA überhaupt wichtig und üblich war.

        Doch, doch, das glaube ich schon: Reggae wurde durchaus einmal ernst genommen und war als Genre im Music-Biz vertreten. Da gab es natürlich den „big player“ BM, in dessen Sog viele andere Künstler mit-hoch-gerissen wurden und ihre Chance bekamen.

        1. „Generell meine ich, dass unsere Maßstäbe nicht auf Reggae und jamaikanische Verhältnisse umgemünzt werden können“.

          Ja lieber gtkriz, hier hast du dir selbst die Antwort gegeben und genau deshalb ist es den Jamikanern auch so etwas von egal, welcher Titel an welcher Stelle der LP/CD erscheint und ob er alt oder neu ist. Die haben einfach nicht diese „germanische Genauigkeit“ unter der viel zu viele Menschen leiden. Diese „germanische Genauigkeit“ wurde ihnen dann auch im Musikbiz zum Verhängnis, weil sie keine Böcke darauf hatten, so und nicht anders zu funktionieren. Soon come… und so wurde man fallen gelassen, weil man nicht in dieses straffe Music-shitstem passte.

          1. Da ist was dran, Ras Vorbei. Wer nicht Erwartungen und Gepflogenheiten entsprechen möchte, wird zum Aussteiger. Und wer aussteigt, ist nun mal draussen.

            Auch wieder mal ein Fall für die wissenschaftliche Aufarbeitung.

          2. Na, heute is ja wieder was los hier !

            „Soon come… und so wurde man fallen gelassen, weil man nicht in dieses straffe Music-shitstem passte.“

            Ja und wenn man sich doch mal dem Shitstim angepasst hat, dann bekamen die Reggaefans das Kotzen.
            ASWAD / Third World / Steel Pulse und UB40 sind nur ein paar Beispiele dafür, wie schlimm das sein kann.

            Mir bzw. uns haben die nur richtig gut gefallen, als sie noch keinen „RadioReggae“ gemacht haben.

            Und die Moral von der Geschicht : Auch deren RadioReggae hat sie nicht reich gemacht.

            ASWAD müsste ja eigentlich genug Kohle gemacht haben aber selbst die hatten nicht mehr genug Geld, um z.B beim Reggaejam ihre Band mitzubringen. Zum Glück war ich nicht da, denn ich hätte gespuckt auf deren performance. Machen die doch tatsächlich einen auf sound system und winken wie die Winkerkrabben.
            Ich muss sagen, Geld verdirbt jeden Charakter auch den von Rastas. Und kein Geld ist noch schlimmer !

            „Don´t turn around, because you gonna see my heart breaking“ …………………. lemmi

  5. „Wer nicht Erwartungen und Gepflogenheiten entsprechen möchte, wird zum Aussteiger. Und wer aussteigt, ist nun mal draussen“.

    dazu passen zwei Leitsprüche, die mein Leben prägten:
    „Ein einfacher Zweig ist dem Vogel lieber als ein goldener Käfig“.
    „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“.

    Und zum Abschluss noch die Arschkriecherballade von Hannes Wader ohne Probs auf youtube zu finden. Leute, die stammt aus 1971 und ist heute immer noch top aktuell. Hört euch das Teil unbedingt bis zum Schluss an.

    Wie sagt Lemmi immer so treffend:“da sag doch einer, man könne hier nichts lernen“.

    1. Lemmi hat auch mal den Spruch gehört, wer mit dem Strom schwimmt, wird die Quelle niemals finden ;-)

      „Go spend a weekend … a happy happy weekend“ ……………. lemmi

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.