UB40: For the Many (Dub Album)

Wer hätte gedacht, dass UB40 auf die alten Tage noch mal ein so schönes, neues Reggae-Album vorlegen würde. Verschrieen als kommerzielle Mainstreamer, zeigen sie mit „For the Many“ noch mal so richtig, was sie als Reggae-Connaisseure drauf haben. In einer vernichtenden Online-Kritik las ich „UB40 haben für ihr neues Werk Stücke geschrieben, die sich auf allzu vorhersehbare Weise an Genre-Standards orientieren“, und dachte: „Ja genau, das ist ja das Geile“. Für UB40-Maßstäbe ist „For the Many“ ein sehr authentisches Reggae-Album geworden, das sich wenig um eine Pop-Chart-Platzierung schert und einfach schöne, und eben auch authentische Reggae-Songs bietet. Noch einen Schritt weiter ins Special-Interest-Genre geht die Band aus Birmingham mit dem dazugehörigen Dub-Album: For the Many (Dub) (Shoestring Music). Pop-Kompromisse kann ich hier beim bösesten Willen nicht mehr heraus hören. Nur amtlichen, soliden, klassischen Dub – nicht „for the many“, sondern for the chosen few. Okay: Düsternis, Schwere und Magie – sonst oft Qualitätskriterien guten Dubs – gibt es hier nicht zu erleben, sondern optimistische Melodien, harmonisch ausgewogene Arrangements und super-klassisches Dub-Mixing. Upliftment pur – und das meist als Extended Version mit mehr als fünf Minuten Spielzeit.

Meine Wertung:

16 Gedanken zu „UB40: For the Many (Dub Album)“

  1. Ich möchte hinzufügen dass „For The Many“ Dub-Album bereits das 5. Dub-Album von UB40 ist. Mein Favorit ist das erste von den „Dub Sessions“-Alben, weil es Dubs von imo gelungenen „Twentyfourseven“ enthält.

    Ich glaube die überwiegend positiven Reaktionen auf das Album ist auch der Freude geschuldet, dass UB40 doch noch Ernstzunehmendes abliefern können – dass noch dazu gelungen ist.

  2. „nicht „for the many“, sondern for the chosen few“ …

    Jaja, jetzt kommen se wieder angekrochen ………… Nein, ist schon Ok ! Mir gefallen zumindest die Dubs schon mal ganz gut ….. mit den Vocalversions muss ich erst noch mal richtig ins Gericht gehen. Hab das Teil als Doppel CD bestellt. So sollte jede Reggaescheibe in Zukunft herausgebracht werden. Immer schön die Vocals und dann die Dubs. Man muss jetzt aber nicht für Dub Scheiben eine extra Vocalscheibe machen, nur damit meine Wünsche in Erfüllung gehen.

    In etwa 3 Stunden weiß ich, ob ich sie denn heute in meinem Stammladen bekomme. Normalerweise hört man wohl erst die Vocal Versions und dann die Dubs aber „was is schon normal ?“ ….. ich hör natürlich erst mal die Dubs. Ich kenne die Dubs ja auch schon von „Deep in Dub“ aber bisher nur stocknüchtern ;-) die wahre Güte der Dubs entfaltet sich bei mir erst, wenn ich nur noch die Anziehungskraft des Mondes spüre. Also quasi 1/6 der Erdgravitation.

    Bis dahin spiele ich noch ne Partie „Cricket on the Moon“ …………………… lemmi

  3. Greetings

    Da hauen doch UB40 (eigentlich nur noch die Hälfte der Ursprungsband) 38 Jahre nach Present Arms in Dub – immer noch mein UB40 Favorite – ein aktuelles Dub-Album raus, von dem ich wirklich nur begeistert bin. Das hätte ich den alten Säcken [ich darf das ;-)] absolut nicht mehr zugetraut, zumal sie zwischenzeitlich Alben auf den Markt warfen, die an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten waren und bestenfalls noch als Fahrstuhlmuzak durchgingen. Das ist leider der Spagat, den viele Künstler eingehen müssen, um zu überleben. Trotz des Anbiederns an den „Massengeschmack“ sind sie angeblich dennoch pleite und zerstritten sind die Campbell Brüder auch. Angeblich kommuniziert man nur noch über Anwälte miteinander.
    Natürlich freut es mich, dass sich UB40 auf die guten alten Zeiten besonnen haben. Ich feiere seit Wochen sowohl das Vokal- als auch Dub-Album richtig ab. Das Vokalalbum ist ja schon beinahe ein Showcase. Beim vorliegenden Dub-Album wurden von UB40 keine Zugeständnisse an die Massentauglichkeit gemacht. Ich finde auch, je öfter man die Album hört, desto besser werden sie. UB40 haben weder überproduziert (s. Each One Dub One von Groundation) noch zu wenig. Hier stimmt wirklich alles, ein richtig ausgewogener Mix. Die klassische UB40 Trademark – Saxophon Licks – fehlen ebenso wenig. Am Ende von “Keep it Dub” zitieren sie sich selbst. Das ist Dub – eine absolute Empfehlung!
    Das Teil ist riiichtig geil!!!

    Der einzige klitzekleine Wermutstropfen beim Vokalalbum ist das Fehlen von Ali Campbells Stimme. Das ist aber auch schon alles und jammern auf ganz hohem Niveau.

    Stay tuned…

  4. Moin, bin mal wieder „offtopic“ oder so ähnlich.
    Is jetzt aber wichtig !

    Hey René ! Du „alter“ Dreadzone Fan ! Habe am Feitag ganz überraschend ne neue Dreadzone Scheibe bekommen.
    „Dubwiser Volume One“ heißt das Teil. Ich gebe ja zu, Dreadzone hat in letzter Zeit auch ziemlich stark nachgelassen.
    Die letzten Scheiben difteteten doch arg ins easy listening Fach ab. Auch auf der Dubwiser Vol.1 sind schon auch noch ne Menge easy listeneing Sachen dabei aber ich finde ganz besonders die Dubs mit Professor Skank richtig gut gelungen. Dreadzone knüpft da nicht nur an die guten Zeiten wieder an, sondern setzt teilweise sogar noch einen drauf.
    Gleich der absolute Beginner No.1 „Cretan Skank“ …. ich finde sowas richtig FETT. Und „Mistery of the lost Race“ ….
    On-U.Sound lässt grüßen ! Bazil : „Ganjaman“ ……. fahr ich voll drauf ab ……
    Dann gibt es da noch so einen schönen Tune der sich „Castaway“ nennt. Der schielt auch sehr in richtung Radio aber ich finde ihn wunderschön. Auch wenn das immer noch zu zaghaft eingesetzt wird, ich sag nur Akkordeon !!!
    ( Könnte aber auch eine halbwegs voluminöse Mundharmonika sein, mein „absolutes Gehör lässt mich da etwas unsicher sein )
    Naja, interressiert mich halt, ob Du auch noch einen Restfunken für Dreadzone übrig hast. Für mich diente die Scheibe als Trost, weil ich auf die UB 40 doch noch ne ganze Weile warten muss. War kein schwacher Trost ( ! )

    Naja, wenn Du die Scheibe ganz und gar nicht so toll findest, brauchst Du nicht zu Antworten. Ich bin jedenfalls wieder bei Dreadzone !

    Apropo „Castaway“ … „Wilson, Du hast nicht zufällig ein Streichholz dabei ?“ ………….. lemmi

    1. Greetings Lemmi,

      wie du weißt, heiße ich nicht René und bin auch nicht der Administator dieses weltbesten Dubblogs. Aber von mir gibts auf jeden Fall schon mal ein off-topic statement. Im Grunde hast du bereits alle Rosinen des Albums rausgepickt und ich gebe dir recht, das Werk ist auf jeden Fall viel besser als die letzten. Der „kretische Skank“ ist ein geiler Start ins Album. Was mich an Dreadzone schon immer fasziniert, ist, mit welcher Leichtigkeit sie Titel für den „Tanzboden“ schaffen ohne trivial zu klingen. Wen es da als Hörer nicht auf den „Tanzboden“ zieht, der ist 100%ig taub.
      Das Akkordeon bei Castaway ist leider immer noch nicht so fett wie bei einem Hubert von Goisern. Vielleicht sollte mal der Hubert die „Steirische Quetschkommode“ auspacken und sich an den Reggae/Dub wagen, dem Ethno hat er sich ja auch bereits genähert. Niemand traut sich so recht, die Melodika durch das Akkordeon zu ersetzen. Schade eigentlich. Bei Lightman habe ich auch bereits den zaghaften Einsatz des Akkordeos heraushören können. Also, die Hoffnung stirbt zuletzt.
      Hey, „Mystery Of The Lost Race“, ein ON-U. Sound LSP Sample lässt grüßen, ich meine, es stammt aus der „Time Boom…“
      Ich stimme dir absolut zu, „Dubwiser Volume One“ ist kein Fehlgriff und ein unerwartet feines Teil von Dreadzone obendrein!

      Stay tuned…

    2. Hi Lemmi,

      ich war verreist und habe den Dreadzone-Release nicht mitbekommen. Höre ihn aber gerade und bin (bisher) sehr angetan. Werde ich auf jeden Fall eine Rezi zu machen. Danke für eure Einschätzungen.

    3. Es ist interessant… dieses Dreadzone-Album läßt mich mindestens genauso kalt wie der Almamegretta Dub-Sampler vor ein paar Monaten. Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht ist es mir zu dance-lastig, vielleicht ist es mir zu reißbrettartig produziert, vielleicht mag ich diese doch sehr künstlichen Sounds nicht; das lebt nicht, das grooved nicht. Aber gar so mies kann das nicht sein, ihr scheint es ja zu mögen. Wieder mal Geschmackssache.

      1. Stilsicher,wie Du bist, hast Du ja wenigstens die zwei besten Dubs vom Alma-sampler mit in deine Playlist gepackt.
        Oder wolltest Du mir nur einen Gefallen tun ? …. ;-)
        Und auch hier, bei der Dreadzone kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das dich sogar die Dubs von
        Professror Skank auch völlig kalt lassen. Aber naja, was solls, wenigstens den Geschmack kann man noch nicht programmieren.
        Für mich ist im Moment „Mistory of the lost race“ das Maß aller Dinge ! Muss ich mindstens zwei mal täglich hören.
        Der Cretan Skank steht dem aber auch in nix nach. Bei „Castaway“ bin ich glücklich und überhaupt macht mich das ganze Album happy ! ich konnte allerdings auch mein ganzes Leben lang schon nicht still sitzen. Deshalb war Schule für mich Limbo ( die Vorhölle ). Von daher habe ich schon mal gar nix gegen Mucke, die sich für mich tanzbar anfühlt.
        Aber auch, wenn ich nicht mit Dir mitfühlen kann, so kann ich deine Abneigung gegen das Album doch wenigstens nachvollziehen. Is ja nun echt sehr poppig und wie ich finde auch massenkompatibel. War Dreadzone schon immer.
        Nehmen wir nur mal „Little Britain“ ….. war sogar in den Charts ( wenn ich mich nicht irre ) aber auch ich bin voll drauf abgefahren. Dreadzone gefällt meiner Schwester, meiner Mama, meinem Papa , meinen Kumpels und deren Kumpels und es gefällt Leuten, die Dub als dunkle „Kellermusik“ bezeichnen. Von daher kann das ja eigentlich auch schon gar nix für uns sein ;-)

        Trotzdem möchte ich keinen Ton von der „Dubwiser Vol. 1“ missen müssen …………….. lemmi

        1. Die Dubs von Almamegretta in der deepindub-Playlist sind Euch hier geschuldet… weil Ihr das Album so gut gefunden habt, hab‘ ich’s mir sehr oft angehört um etwas zu entdecken das ich mag.

          Nix gegen Prof. Skank, lemmi – sein „Industrial Democracy“-Album find ich gut, den Nachfolger „Digital Revolution“ dann nicht mehr, das stampft mir alles zu sehr.

          Bei Musik wie auf dem Dubwiser-Sampler denke ich mir, dass sich das wie das Bindeglied zwischen klassischem Roots-Dub und dem britischen Soundsystem-Dub (wie ihn René mag) anhört.

          Ich merke in letzter Zeit, dass mein Begriff von Dub doch ein sehr enger ist…

          1. Zack ! Und ganz nebenbei schon wieder was gelernt, bzw. den Horizont erweitert.
            „Industrial Democracy“ von Prof. Skank !?! ……….. nie gehört !
            Mein Begriff von Dub ist wohl sehr weiträumig und geradezu grenzenlos. Ich sage ja immer, ohne das wirklich universell ernst zu meinen, es ist Dub, wenn ich es sage. Mir gefallen beide Scheiben von Professor Skank und die „Digital Revolution“ finde ich teilweise sogar spektakulär. Ja, ich mag halt das ganze Spektrum und das ganze Drum und Dran. Selbst die UK – Dubs, die ich auch gern niedermache, finde ich nicht durch und durch schlecht. Die gehören halt nur nicht zu meinen Favoriten und ich versuche immer irgendwie zu erklären, warum das so ist. Und das hört sich dann oft so an, als ob ich UK-Dub überhaupt nicht mag. Ich verstehe halt nur nicht, warum ausgerechnet das wieder so „gehyped“ wird, wo doch die ganze Welt voller super geiler Dubs ist. Ob man da wirklich von Hype sprechen kann, ist dann nochmal ne andere Frage.
            Du sagst „Bindeglied“ zwischen Roots Dub und „britischem Soundsystem Dub“. Is zwar nicht das Selbe aber mir fällt zu „Bindeglied“ gleich der Begriff „Missing Link“ ein. Und danach sucht die Wissenschaft auch schon seit vielen Jahren. Das erklärt vielleicht auch, warum mich das Album so „Happy“ macht. Dreadzone hat ein großes Rätsel aus der Wissenschaft gelöst und sie sind nicht nur ein Bindeglied zwischen den Dubs, sondern auch ein Bindeglied zwischen Dubhead ( nicht jedem ) und Mainstreamkopf.
            Ja, im Detail sind unsere Geschmäcker sicherlich nicht alle genau gleich aber ich denke, wir haben immer noch eine sehr große Schnittmenge.
            Ach Mensch, es gibt aber auch noch so viel, worüber man noch „verhandeln“ könnte oder vielleicht sogar müsste. Dein „enger Begriff“ von Dub ist ja durchaus legitim. Vom Ursprung her ist Dub einfach nur die runtergestrippte Version eines Roots Tunes, bei dem Vocals nahezu auszentrufugiert wurden und bestimmte Elemente des Riddims extra betont und durch Hall und Echo ins obskure Verwandelt werden.
            ( Ja Ja ich weiß ja, so hattest Du das jetzt auch nicht formuliert aber ich bekomme es garde nicht besser auf die Reihe ). Ich hoffe es ist so einigermaßen kurz und knackig zusammengefasst. Wir waren aber auch schon an dem Punkt, das das Dub Syndicate in diesem klassischen Sinne keinen Dub produziert hat. Denn die haben das ja meistens gleich als Dub eingespielt bzw. produziert und dann auch noch Live auf die Bühnen der Welt verfrachtet. Nun, ich bitte um Verständnis, das ich mich damit sehr schwer tuen würde, die Musik vom Dub Syndicate nicht als Dub zu bezeichnen.

  5. Alles klar Ras Vorbei !

    Zustimmung ist mir doch immer willkommen ! Ja, das LSP Sample ist definitiv von der Time Boom !!! Hat am Samstag auch auf Anhieb meinen Kumpel gesmasht. Und der hört Dub nur selten …..
    Ja, Dreadzone ist schon eigenartig. Im Grunde sehr poppig aber trotzdem auch für DubJunkies geeignet. Ich musste „Beliefe In It“ ( von der „Sound“ ) schon gefühlte 10 mal an einem Abend auflegen. Ob das noch Dub ist, will ich jetzt hier nicht verhandeln aber es geht extrem in die Tanzbeine, wie fast jeder Tune ( Dub ) von Dreadzone, da hast du völlig recht.
    Ja und es wäre echt mal an der Zeit ein konspiratives Treffen zwischen Hubert von Goisern und Umberto Echo zu realisieren. Das wäre „Dub Of Innovation“ !!! Hubert von Goisern in Dub auf dem Cuss Cuss Riddim ………

    da simma dabei ……( viva colonia )…………. lemmi

    1. „Hubert von Goisern meets Umberto Echo at the Styrian Grass Roots Of Dub“ – was für eine Vorstellung!
      Eins muss man dir lassen, Ideen haste!!!

  6. Greetings,

    ich muss doch noch mal meinen Senf dazu geben.

    „Ob das noch Dub ist, will ich jetzt hier nicht verhandeln…“
    Da sind wir wieder bei Der Grundsatzdiskussion, was darf Dub und was nicht?
    Wichtig ist, es muss einem gefallen. Was nützt mir ein lupenreines Dubalbum nach allen Regeln der Kunst, wenn es irgendwie dann doch nicht so richtig funkt?

    Bei der neuen „Dreadzone“ sehe ich jetzt auch etwas klarer.
    Im Grunde ist „Dreadzone Presents Dubwiser Volume One“ ein Sampler und kein neues „Dreadzone“ Album, eher eine Labelshow.
    „Professor Skank“ ist der bekannteste griechische/kretische Dub Produzent schlechthin und der traf irgendwann „Earl 16“ und so arbeiteten die Beiden zusammen. „Professor Skank“ ist übrigens der erste griechische Musiker, der jemals beim Glastonbury Festival auftrat. Bei Dubwiser handelt es sich um Dreadzone’s eigenes Label.

    Also mit Dubwiser Volume One veröffentlicht das vergrößerte Dreadzone-Kollektiv seine individuellen Talente und Fähigkeiten auf einem Album. Die Dreadzone eigene DNA wurde erweitert. Die Familienmitglieder sind nun Earl 16, Bazil (James ‚Bazil‘ Bainbridge stieß ca. 2012 zur Gruppe und ersetzte Chris Oldfield), Sub Mantra (Marlon und Greg Roberts), Louchie Lou und Michie One, Professor Skank und natürlich Dreadzone selbst. In klanglicher Hinsicht sind Professor Skank und Bazil Die Meister des Mixes. Dem Dreadzonebaum sind ein paar neue Zweige gewachsen, die wiederum neue, bisher ungekannte, Früchte tragen.

    So kann’s locker weitergehen…danke für den Tipp, Lemmi.

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