DubRaJah: Reprise

Oft bin ich wie ein Trüffelschwein im WWW. unterwegs, immer auf der Suche nach neuen, nicht gekannten Dub-Interpreten.

DubRaJah ist so einer, ich habe ihn bereits 2012 entdeckt. Es handelt sich um ein Projekt des Russen Sergey Gabbasov. Er ist Sozialanthropologe, spezialisiert auf Menschen und Kulturen im Himalaya, Regisseur mehrerer ethnografischer Filme über die verschiedenen Kulturen Asiens und Afrikas, Reisender und Musiker. Gabbasov arbeitet mit Künstlern wie Eric Mouquet («Deep Forest») und Robert Rich zusammen.

Nach DubRaJahs Veröffentlichung „Enkang“ (2014) mit verschiedensten Klängen aus Afrika und unter Mitwirkung von Mad Professor, kombiniert nun der russische Sozialanthropologe und Ethnomusikologe auf dem Album „Reprise“ (2017) seine Dub-Soundscapes mit gesampelten Klängen aus Indien, Nepal, Sri Lanka, Thailand und der Mongolei. Den letzten Feinschliff erhielt das Album in Moskau, wo es 2017 abgemischt wurde.

„Reprise“ wurde hauptsächlich in der „goldenen“ indischen Stadt Jaisalmer im Bundesstaat Rajasthan und der nepalesischen Kleinstadt Sauhar aufgenommen. Wie sein erfolgreicher Vorgänger „Enkang“ basiert das Album auf dem selben Konzept,. Es wurden lediglich die verwendeten „Zutaten“ verändert. Dieses Mal liegen DubRaJah’s Schwerpunkte in der musikalischen Erforschung der asiatischen und nicht der afrikanischen Kultur. DubRaJah verwendet subtil Fragmente seiner eigenen Feldaufnahmen aus Indien, Nepal, Sri Lanka, Thailand und der Mongolei, um die fremdartigen Klänge aus den bereisten Orten gekonnt mit Dub zu verschmelzen. Unter den acht Titeln findet man Beiträge, die vom ältesten nepalesischen Chitwan-Nationalpark (1973) oder dem indischen Bundesstaat Karnataka inspiriert sind, wo sich die von ihm gerne bereisten gewaltigen Jokou-Wasserfälle am Sharavati (Fluss) befinden. DubRaJah kehrt bei „Reprise“ nur bei einem Titel “Arusha“ in sein verehrtes Afrika (Tansania) zurück. Der Titel ist nach seinem afrikanischen „Hauptquartier“, wenn er sich mal wieder in Afrika aufhält, Arusha benannt. Viele seiner musikalischen Arbeiten wecken bei mir Assoziationen zu den Sound-Experimenten eines Adrian Sherwood und seinem On-U-Sound Label. Wir hören schrägen Percussion-Sound, Blechbläser, Mönchsgesänge, Sitarklänge, asiatisches Glockenspiel, russische Polka und hypnotisierende Gesänge. Alles sehr verhalten in die Dubscapes eingearbeitet. Wer sich auf die Klänge einlässt, wird vor dem eigenen Auge eine Reise durch das Himalaya Gebiet erleben.

DubRaJah, der Ethnomusikologe, beweist dem interessierten Hörer ein weiteres Mal, dass DUB im wahrsten Sinne keine Grenzen kennt, und dass seine Inspirationen die Reisen in andere Länder, zu anderen Kulturen und/oder das Interesse an dem etwas Anderen und Unbekannten sind.

Meine Wertung:

2 Gedanken zu „DubRaJah: Reprise“

  1. Was mich echt langsam nervt ist, das ich diese Scheibe auch schon wieder ganz gut finde.
    Ich suche und suche nach Argumenten, diese Scheibe zu ignorieren, weil ich einfach keinen Platz mehr in meinem Schädel finde, um all diese geilen Dubs richtig und nicht nur oberflächlich zu genießen. Aber ich kann diese Scheibe nicht ignorieren ! Auch „Reprise“ muss ihre Spielzeit bei mir zu Hause bekommen, ansonsten verpasse ich was.

    „Mut zur Lücke“ hat unser Lehrer immer gesagt. Bei dem ganzen ( für mich ) uninterrassanten Schulstoff hatte ich kein Problem mit dem Mut zur Lücke aber bei Dub Music is das schwierig für mich.

    Ich geh erst mal lieber ins Tor, n bischen ausruhen und so ……………… lemmi

  2. Greetings,

    das ist mal Dub, der nicht klingt wie die üblichen Verdächtigen und genau das macht den Reiz dieses Albums aus, wie ich finde. „Reprise“ hat irgendwie einen exotischen, fremdartigen Touch, dem man sich nicht entziehen kann.
    Außerdem, wie viele russische Dub-Künstler befinden sich in der Sammlung, mir fällt spontan keiner ein. Dub around the World… Es ist doch immer wieder aufregend zu beobachten, dass eine Idee von einer kleinen Karibikinsel stammend, den ganzen Erdball erobert.

    Mein Freund Alex sagt immer:“der Undergrund schläft nie.“

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