Manjul: Dub to Mali, Season 3, „Douba“

Halb Afrika ist Dancehall-verrückt. Klassischer Reggae hingegen hat einen schweren Stand. Da braucht es schon einen französischen Produzenten wie Julien Souletie, besser bekannt unter dem Namen Manjul, der seinen Lebensmittelpunkt von Paris nach Bamako in Mali verlegt, um hier mit afrikanischen Musikern Roots-Reggae aufzunehmen. Einen Überblick seiner Produktionen lieferten 2004 und 2007 seine beiden ersten „Dub to Mali“-Alben. Nun – 12 Jahre später – ist mit „Dub to Mali, Season 3 – Douba“ (Humble Ark Records) das aktuelle Update erschienen und es macht eines klar: Majul schließt nahtlos an die beiden Vorgänger-Seasons an. Wie vor 12 Jahren bietet es handgespielten Roots-Reggae im typisch afrikanischen Sound, wie man ihn z. B. von Tiken Jah Fakoly kennt. Richtig schön wird es, wenn auch afrikanische Instrumente zum Einsatz kommen, oder (gelegentlich) Gesang erklingt. Dann spielt Majul die Stärken seiner Musik voll aus und das Album klingt wie der Soundtrack eines afrikanischen Road-Movies. Wonach es allerdings trotz seines Titels nicht klingt, ist Dub. Im Gegenteil: es hat mehr vom offenen, perkussiven Klang einer Live-Session, als von Elektro-Frickelei im dunklen Kellerstudio. Wer also mit der richtigen Erwartungshaltung kommt, kann an den schönen Melodien, den spannenden Arrangements und dem afrikanischen Flair viel Freude haben. Beinharte Dub-Fans sollten dem Titel nicht trauen.

Meine Wertung:

2 Gedanken zu „Manjul: Dub to Mali, Season 3, „Douba““

  1. Nun, es handelt sich nicht um klassischen beinharten Dub, okay… aber in meinen Augen ist es trotzdem mein (bisheriges) Dub-Album des Jahres. Denn es ist ein Album, das mir bei jedem Durchhören wieder neue Aspekte in die Gehörgänge führt, auch beim 50igsten Mal… und es hat mehr von mystischen Elementen à la „Lee Perry aus seinen Anfangszeiten“ wie jedes andere zusammengebastelte und mit weiss-ich-nicht-was-für-elektronischen Spielereien versehene Dub-Album, das vielleicht „klassischeren“ Dubstyle präsentiert (aber oft langweilig daherkommt)… schön, dass du dieses Album in deinen Blog aufgenommen hast!

  2. „Beinharte Dub-Fans sollten dem Titel nicht trauen.“
    In erster Linie bin ich ja Reggae Fan und von daher kenne ich diese Manjul-Dubs eigentlich schon so lange wie es die
    Scheiben „Faso Kanou“ und Baco meets Manjul „Masters Blues“ gibt.Als ich jetzt von dieser „Dub To Mali“ Scheibe gehört habe, musste ich die Dubs erst mal mit den Dubs meiner Scheiben vergleichen, um zu schauen, ob sich die
    „Season 3“ auch für mich lohnt. Ich bin zu dem Schluss gekommen, das ich bis auf zwei drei Ausnahmen alle Dubs schon habe. Daher ist die Scheibe jetzt für mich nicht so brandneu aber sie hat für mich bis heute nichts an ihrer
    mystischen Wirkung eingebüßt. Auch wenn hier kein „Effektfeuerwerk“ zu hören ist, bleibt die Magie der Riddims komplett erhalten. Vielleicht auch gerade weil kein „Effektfeuerwerk“ zu hören ist.
    Ich weiß nicht, ob meine Manjul Scheiben schon seit zwölf Jahren zu mir gehören aber gefühlt kommt das schon hin.
    Jedenfalls sieht man auch hier wieder den Vorteil von Dub, der gerade dadurch immer topaktuell und zeitlos bleibt, weil er eben auch zu keiner Zeit „gehypet“ und industriell verwurstet wurde. Das ist natürlich aus finanzieller Sicht sehr schade für die Macher von DubMusic aber für die DubKunst an sich ist es ein Segen.

    Greetings …………….. lemmi

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