Jim the Boss: Dub in HiFi

Das haben wir immer wieder: Sound-Ingenieure, die all ihr Können darauf verwenden, historische Sounds nachzuproduzieren. The master of them all könnte Jim the Boss sein. Er ging die Sache 2013 zielstrebig und planvoll an, vergrub sich in seinem Studio in New Jersey und bastelte so lange am Sound, bis es ihm gelang, den Klang des Reggae der frühen 1970er nahezu perfekt zu klonen. Natürlich nicht digital, sondern mit schönem, alten, angeranztem Analog-Studio-Equipment. Und siehe da, die Welt hatte auf seinen Reggae-Sound gewartet. Jim veröffentlichte 2016 die Sammlung seiner bisherigen Produktionen auf dem Dub-Album „Hudson Soul“ und stürmte damit die Genre-Charts bei iTunes und Beatport. Nun legt er nach mit „Dub in HiFi“ (Hudson Soul), und knüpft damit an „Hudson Soul“ an. Ist ja irgendwie auch logisch, dass es nicht Sinn eines Retro-Sounds sein kann, sich weiter zu entwickeln. Mich begeistert in solchen Fällen immer die handwerkliche Meisterschaft der Retro-Fetischisten, nicht aber das ästhetische Konzept. Warum Musik aufnehmen, die es schon gibt? Hier aber, muss ich gestehen, werde ich schwach: Ich finde nicht gut, was Jim da macht, aber ich bin ihm trotzdem verfallen. „Dub in HiFi“ klingt grandios, schön rau und kantig, enthält massenweise Zitate, denen nachzuspüren richtig Spaß macht und bietet darüber hinaus auch noch wunderbare Melodien. Übrigens gibt es das Album bei keinem einzigen Streaming-Dienst, dafür aber bei Bandcamp zum kostenlosen Download.

Meine Wertung:

17 Gedanken zu „Jim the Boss: Dub in HiFi“

  1. Manchmal freut man sich über einen neuem Aufguss vom Vertrauten. So wie manch einer den Stil eines Regisseurs mehr schätzt als den einzelnen Film und sich über jeden weiteren Mafia-Epos von Scorcese aufs neue freut, und sei es nur um nicht die alten Filme nochmal sehen zu müssen und trotzdem das gleiche Feeling wieder aufleben zu lassen. Ich denke da hat jeder seine Motivation und jede Motivation ihre Berechtigung. Nicht spannend, aber zum Wohlfühlen geeignet.

    Übrigens begrüße ich es sehr, wenn Musiker dem Gruppenzwang der Streaming-Dienste nicht folgen und stattdessen auf Bandcamp setzen. Das eine ist Fluch, das andere Segen – finde ich.

  2. Montag Morgen Grummel Grummel …..

    Fluch oder Segen hin oder her ….. is mir alles egal ! Musik, die man sich nicht zu Hause hinlegen kann, die man nicht begreifen und ergreifen kann, gerät schneller in Vergessenheit als der letzte Sieg von Bayern München. Musik die nur anonym irgendwo im Netz rumschwirrt, bleibt meistens wertlos und wird schnell mal übergangen. Gerade jetzt, wo hier wieder die Retro Dub Scheiben gelobt werden, wird meine Retro Sichtweise und Wahrnehmung zu diesem leidigen Thema wieder TopAktuell. Ich kann dazu keine zweite Meinung entwickeln. Besser so als gar nicht, funktioniert bei mir an diesem Montag Morgen einfach nicht.
    „Dub In HifI“ gefällt mir auch super, ist aber im „Sumpf des Verbrechens“ bzw. im Schlamm der Musikdaten versickert und
    wird von mir leider ignoriert, weil ich einfach keinen Zugang zu dieser ganzen downloaderei bekomme und zudem auch keinen Wert auf irgendwelche mp3 musikschnipsel lege. Wafe – Dateien selber zu laden und dann selbst Scheiben davon zu brennen macht mir überhaupt keinen Spass und außerdem laufen die meisten Computer Discs nicht in normalen CD – Playern und so weiter und so fort …….
    Ich habe nix gegen Entwicklung, solange sie zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt aber Musik nur noch ausm Computer zu hören öded mich an.
    Wenn es doch so ist, das die Scheibe immerhin die i-tune charts rockt, dann sollte sich doch wohl eine Scheibe lohnen.
    Also, was is hier eigentlich los ?! Hier geht aber auch wirklich alles den Bach runter.

    So …. ich habe fertig ! ……………………… lemmi

  3. Hi,

    ich versuche einmal meine Sicht der Dinge darzulegen. Natürlich ist es etwas anderes, wenn man das Album in seinen Händen halten kann. Meine Generation ist mit LPs aufgewachsen und hatte meist eine schöne Coverart zu bestaunen. Viele Covers der 70er waren wahre Kunstwerke und die Größe der LP ermöglichte den Coverart-Künstlern sich richtig auszutoben. Das alles änderte sich mit Umstellung auf CD als neues, favorisiertes Tonträgerformat. Ich hatte bereits damit ein Problem, dass man das Cover einer LP auf CD-Format verkleinerte. Damit ging oft die ganze Wirkung des Originals verloren.
    Mit Ausweitung des Internets schwand dann auch meine Lust weiterhin Tonträger als CD zu kaufen. Viele Alben sind zu Beginn der CD Euphorie nur noch in dem neuen Format zu kaufen gewesen. LPs wurden in den einschlägigen Läden regelrecht verramscht und ganze Presswerke landeten auf dem Schrott. LPs wurden erst wieder interessant, als auch der Letzte gemerkt hat, dass CDs auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind und obendrein auch ein „Verfallsdatum“ haben, einige meiner regulär gekauften CDs sind nicht mehr abspielbar. Meine Uralt Woodstock LPs laufen immer noch tadellos. Ergo, es geht nix über eine LP, sofern man pfleglich damit umgeht.

    Als ich Mitte der 70er begann mich für Reggae zu interessieren und alles Gedruckte las, was ich zu dem Thema in die Finger bekam, war es extrem schwierig, die in der Literatur erwähnten Alben käuflich zu erwerben. Wenn überhaupt, dann waren das sehr teuere Importe aus England oder meine Kumpels mit Schallplatten-Secondhand-Laden, die immer eine Suchliste von mir hatten, riefen mich an. Das dauerte oft Monate, bis ich das gesuchte Album endlich hören konnte. Spezialisierte Läden, so wie heute an fast jeder Ecke, gab es nicht. Die ersten kamen dann Mitte der 80er und häufig war es Mundpropaganda oder eine winzige Kleinanzeige im Musikexpress oder Sounds, die auf den Versandladen aufmerksam machten. Was bin ich mir damals die Hacken abgelaufen, um ein Meisterwerk von Lee Perry, King Tubby, Keith Hudson oder Augustus Pablo und … zu bekommen. Heute ist das alles in riesiger Auswahl nur noch einen kleinen Mausklick entfernt.
    Musik am PC ist nicht dasselbe wie an einer großen Anlage – stimmt. Deshalb stöpsle ich meinen MP3-Player mit Alben, wie „Jim The Boss – Dub In Hifi“ oder „Askan Vibes“ an meine Stereoanlage und kann so wenigtens in guter Qualität das Album genießen. Es gibt Mittel und Wege nicht alles am PC hören oder brennen zu müssen. Es bisschen Schwund ist aber immer, die Coverart fehlt, damit kann ich leben. Ich hätte mir jedenfalls niemals träumen lassen, dass irgendwann einmal meine Lieblingsmukke in dieser immensen Anzahl immer und überall verfügbar sein könnte, und dass ich Gefahr laufe, durch einen akustischen Overkill das Interesse zu verlieren. Noch ist es nicht soweit.

  4. „Musik am PC ist nicht dasselbe wie an einer großen Anlage – stimmt. Deshalb stöpsle ich meinen MP3-Player mit Alben, wie „Jim The Boss – Dub In Hifi“ oder „Askan Vibes“ an meine Stereoanlage und kann so wenigtens in guter Qualität das Album genießen“

    Ich gebe ja zu, das ich das nicht immer höre. Hier auf der Arbeit oder wenn Musik nur nebenbei läuft, reicht auch mp3erlei. Aber wenn ich Musik sozusagen inhaliere bzw, nahezu meditativ höre, fällt mir immer auf, das da irgendwas fehlt. Nicht irgendein Instrument oder so, auch Bass ist im Grunde genug vorhanden aber es hört sich irgendwie doch leicht rauschig an, obwohl es nicht im geringsten rauscht. Ich würde es mit einem leckeren Kuchen vergleichen, der zwar immer noch ganz gut schmeckt aber im Grunde zu viel Luft enthält. Und das macht dann meistens keine Lust auf die ganze Torte. Und zu wissen, das es das irgendwo in Top Qualität gibt, bzw. geben könnte, macht mich krank.
    Ich wiederhole mich ja eh zum ixten mal – tut mir Leid – aber immer wenn ich eine Musik wirklich richtig gut finde, möchte ich das nach wie vor – am allerliebsten – auf Vinyl haben. Und zwar mit den Bonus Tracks, die sie sonst immer weglassen. Muss man eben ne Doppel LP machen, wenn es nicht auf eine Scheibe passt. Ich verspreche auch, das ich die Scheiben aus dem „Black Magic Plastic“ nicht im Ozean verklappen werde, falls ich sie nicht mehr gebrauchen kann.
    mp3 ist nur ein Kompromiss und irgendwer hat mal gesagt, Kompromiss ist auch nur ein anderes Wort für Niederlage.

    Besondere Schätze will ich halt haben, Besitzen, anfassen und wenn es sein muss auch mal dran lecken ….

    Es gibt sogar Leute, die finden das Komprimieren von Musik richtig gut. Es gibt auch Leute, die verunstalten ihre Haut mit tatoos. Die wissen gar nicht, was sie mir damit antun. Aber naja, das kann man ja dann mit dem Wort „Geschmacksache“ wider schön reden.
    Ich schweife ab aber „Dub In Hifi“ hätte mehr verdient als Daten, gefangen im Netz der einsen und nullen.

    Im Grunde könnte es eine prima Symbiose zwischen Computer und analoger Realität geben. Im großen Netz sucht man sich die Daten, die einen interressieren, macht eine Bestellung und wenn es genug Interressenten gibt, geht die Sache in Druck.

    „zwei mal drei macht neun … ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt“ ( schön wärs ) ………………….. lemmi

  5. Lemmi, ich gebe dir zu 100% recht, der Klang einer LP oder einem analogen Tape ist nie und nimmer mit digitalen Klängen zu vergleichen, wer das nicht mehr hört, sollte unbedingt einmal einen Hörtest machen lassen.
    Ich besitze jede Menge Reggae/Dub sowohl auf LP als auch CD, die LP hat zweifelsfrei einen viel wärmeren, schöneren Klang. CDs klingen irgendwie steril, es fehlt einfach etwas.

    Damals in der CD-Euphorie haben jede Menge Freunde und Bekannte ihre LP-Sammlung aufgelöst und wegen „des tollen Handlings“ auf CDs gesetzt – mir wars recht, ich habe gekauft wie ein Irrer. Heute kenne ich niemanden, der diese Entscheidung nicht bereut und seinen Schätzchen nachtrauert.

    1. Yo Ras Vorbei !
      Danke für deine Anteilname !

      Was ich auch noch richtig unangenehm finde, ist das Gefühl der Abhängigkeit vom Computer. Ok, von EON bin ich auch abhängig aber was mache ich, wenn das streamen irgendwann nicht mehr geht. Oder wenn man auch auf das Streamen eine Co2 Steuer bezahlen muss. Nicht das ich das Geld dafür nicht aufbringen könnte aber das schlechte Gewissen würde mir die Musik auch schon wieder madig machen. Wenn EON nicht mehr liefert, baue ich halt ne Windkraftanlage aufs Dach aber wenn ich die Playlist von gtkritz nicht mehr empfangen kann, dann sind richtig viele geile Dubs futsch und das passt mir ganz und gar nicht.
      Dazu kommt dann vielleicht noch das „China Syndrom“ und man bekommt Punktabzug vom Innenminister, wenn man mal wieder mehr Dub als Helene gehört hat …..
      Also nix gegen Computer aber so langsam wird das Teil unverschämt dominant. Ich habe keine Lust, das dieses Teil in nahezu jedem Bereich meines Lebens sagen will, wo es in Zukunft lang geht.

      Naja egal, manchmal glaube ich selbst, das ich den Teufel zu sehr an die Wand male …………… lemmi

      1. Ich bin anderer Meinung als ihr. Musik wird heute größtenteils digital Produziert. Selbst wenn die Instrumente analog sein sollten, so werden sie dennoch digital aufgenommen und bearbeitet (okay, nicht bei Jim the Boss, aber sonst). Um die Musik also unverfälscht und absolut original zu hören, muss man sie „nativ“ hören, und das meint „digital“. Am besten natürlich unkomprimiert, also z. B. als .wav oder Apple Lossless. Die Musik auf Vinyl zu pressen entspricht jedoch eigentlich einer Komprimierung, da Vinyl eine kleinere Dynamik und ein reduziertes Klangspektrum hat – von Rauschen und Knacksern ganz zu schweigen. Fazit: Unkomprimierte digitale Musik hat den objektiv besten Klang. Wie wir Musik wahrnehmen hat allerdings viel mit unseren Erwartungen zu tun. Daher kann es natürlich sein, dass sie subjektiv (!) auf Vinyl besser klingt. Das ist aber eigentlich nur ein Placebo-Effekt.

        Davon abgesehen bietet das Streaming den Zugriff auf ein Universum an Musik, von dem ich früher nur träumen konnte. Ich genieße es total, in dieses Universum einzutauchen, nach Musik zu forschen (und zwar nicht nur Reggae und Dub) und faszinierende Entdeckungen zu machen.

        Außerdem bietet mir das Streaming (oder MP3) die Möglichkeit, Musik an verschiedenen Orten zu hören. Wo ich auch bin, kann ich mit guten Kopfhörern meine Musik genießen. Das ist auch ein Riesenvorteil.

        Mein letztes Argument wäre der finanzielle Aspekt: Müsste ich mir die Musik kaufen, die ich per Streaming höre, dann würde mich das ein Vermögen kosten. Da alle anderen auch streamen, könnte ich mit meinen Vinyl-Käufen auch nicht die Branche retten, sondern mich lediglich ruinieren – oder ich müsste auf 70% der Musik, die ich konsumiere, verzichten.

        Daher: Jah-lob gibt es Spotify, Deezer, Apple-Music & Co.

        So, und jetzt bin ich gespannt, was ihr dagegen noch in Feld führen könnt ;-)

  6. Ich würde gern noch meinen etwas spitzen „Fluch – Segen“-Kommentar erläutern, da ich damit in eine etwas andere Richtung gedacht habe die anschliessenden Kommentare.

    Ich habe konkret den Vergleich zwischen Streaming-Plattformen wie Spotify & co. gegenüber Bandcamp gemeint.
    Aus der Sicht der Musiker finde ich Spotify schwierig, weil die Plattform kein aktives Suchen und Finden begünstigt. Die eigene Musik wird höchstens zufällig entdeckt. (Natürlich auch weil wir nunmal immer mehr Menschen und also auch Musiker auf der Welt sind und die Menge längst nicht mehr überschaubar ist, aber das nur der Vollständigkeit halber.) Darüber hinaus ist die Vergütung alles Andere als nennenswert, wenn man nicht eh schon bekannt ist. So ähnlich stelle ich es mir auch bei der Gema vor. Übrigens schreibt Spotify meines Wissens nach all den Jahren noch immer keine schwarzen Zahlen, was wiederum ein Grund dafür sein dürfte, warum Musiker hier weder heute noch morgen mit einem Ein- geschweige denn Auskommen rechnen dürfen.

    Aus Sicht des Hörers finde ich Spotify aus demselben Grund doof: Die Plattform ist nicht darauf ausgelegt, dass ich „stöbern“ kann, sondern vielmehr von Algorithmen bedient werde. Natürlich muss man das nicht nutzen, aber es läd‘ doch dazu ein und in der Folge wird der Prozess des Musik Hörens zu einer sehr passiven Form des Konsums. Einmal Play gedrückt, hat man jegliche Entscheidung abgegeben und vertraut darauf, dass der Algorithmus einen mit beliebig ähnlich klingender Musik bedient, die man auch nicht im Kontext einer Single, EP, LP, oder sonstewas, sondern nur als einzelnen Song erfährt. Und wie oft man dann noch aufmerksam hinhört um neue Perlen zu entdecken und auch zu behalten, das ist der Plattform egal.

    Ganz anders verhält es sich bei Bandcamp. Neben einer recht detaillierten Filter-Mechanik zum Entdecken neuer Musik, hört man in der Regel ganze Tonträger. Sind diese zuende, stoppt die Musik und man darf aufs Neue entscheiden, was man anhören möchte. Gefällt einem die Musik, kann man sie in vielen Fällen zu einem Pay-what-you-want-Tarif kaufen, der Erfahrungsgemäss dazu anregt, soviel für Musik zu bezahlen wie sie einem wert ist. Das lohnt sich denn auch für Musiker schon bei nur einem verkauften Lied meist mehr als bei 1000 Plays auf Spotify, ganz zu schweigen von dem viel geringeren Aufwand, die eigene Musik dort zu veröffentlichen. Dies geht bei den einschlägigen Streaming-Diensten nur über kostenpflichtige Drittanbieter.

    Da hier ja nun auch über die Qualität gesprochen wurde: Bei den Streaming-Anbietern habe ich keine Ahnung welche Qualität einem geboten wird, womöglich abhängig von der Verbindungsgeschwindigkeit.
    Bei Bandcamp kann man sich seine gekaufte Musik natürlich immer streamen, aber auch runterladen und dabei zwischen diversen verlustfreien(unkomprimierten) Formaten wählen. Ausserdem „besitzt“ man sie dann auch wieder, wenn einem das wichtig ist.

    Da ich selbst Musik veröffentliche, sind mir beide Perspektiven (Musiker und Hörer) wichtig und ich empfinde Bandcamp mit ihrem gesamten Konzept als wahren Lichtblick, nachdem auch Soundcloud immer mehr in die Spur der Streaming-Dienste wechselt. Ich bin froh, nicht mehr bei Spotify & co. zu veröffentlichen, geschweige denn zu hören.

    Und noch zuguterletzt zur CD: Die ist wirklich doll komprimiert. Selbst die Qualität einer nur halbherzig gut komprimierten MP3 ist besser als was man auf CD’s zu hören bekommt. Ähnlich zu DVD vs. BlueRay. Die CD kann also kein Qualitäts-Massstab für „Digital“ sein.

    1. High Ed !

      Deine Aussage über die Qualität von CD,s hat mich hier völlig aus meiner Umlaufbahn geworfen. Ich habe deswegen auch Heute nochmal im Netz nachgeschaut und bin dort zu keiner neuen Erkenntnis gekommen. Gekaufte CD,s werden als Flac oder Wafe
      Datei produziert. Ich weiß jetzt nicht, ob der Begriff Datei in dem Zusammenhang ganz korrekt ist. jedenfalls ist die Bitrate bei gekauften, professionellen Cd,s um ein vielfaches höher. Mir hat mal jemand eine CD als mp3 gebrannt mit etwa 50 Scheiben auf einer Cd. Das klingt sowohl auf guten als auch auf schlechten Anlagen schon sehr dürftig muss ich sagen. Ich bin dann in einem Forum gelandet, wo alle meine Hörerfahrungen komplett bestätigt wurden.
      Also, habe ich dich nun komplett falsch verstanden oder ist deine Aussage über CD und mp3 sound – gelinde ausgedrückt –
      falsch ?

      Nix für Ungut aber das muss ich geklärt haben ………………. lemmi

      1. Was heisst gelinde gesagt … du hast völlig recht. Da hab‘ ich zu schnell geschossen. Vielleicht (ohne mich rechtfertigen zu wollen), weil ich ein MiniDisc-Kind war und seit den 90ern nicht mehr über CD’s nachgedacht habe, so dass ich die beiden mal eben in einen Topf geworfen habe. MiniDiscs waren nämlich komprimiert, zumindest bis es dann zuguterletzt noch die HiMD gab. (Aber für mich damals die bessere Kassette, mit Aufnehmen, schneiden, kopieren, benennen, …)

        Danke für den Hinweis.

        1. Alles klar Ed !

          Vielen Dank für deine Antwort. Bin wieder in meiner Umlaufbahn ;-)

          Apropos Ed :

          Ed Rome macht auch richtig „geile“ Musik. Von Ska über Rocksteady bis hin zu Reggae und Dub !!! Fahr ich voll drauf ab !

          Greetings …………….. lemmi

  7. Moinsen.
    Ich weiß auch nicht so genau, was ich von spotify und Co. halten soll, habe meinen Widerstand mitlerweile aber aufgegeben und nutze es nun eigentlich täglich. Was mir die Suche dort erheblich erleichtert ist das Nutzen von tags bei der Suche:
    year:1981 liefert alles, was 9181 auf den Markt kam
    label:“pressure sounds“ liefert alles, was von pressure sounds verfügbar ist
    usw. Eine nette Zusammenfassung gibt es z.B. beim guten alten Tonspion: https://www.tonspion.de/news/spotify-suche-20-tipps-wie-du-mehr-musik-findest
    Wahrscheinlich wisst ihr das alles schon. Mir hat das bei Spotify aber ganz neue Welten eröffnet.
    Viel Spaß beim stöbern! lauzelot

    1. Hi Lauzelot, sehr guter Hinweis. Spotify ist da definitiv cooler als Apple-Music. Wer aber den Dienst aus Cupertino abonniert hat muss trotzdem nicht leer ausgehen. Über diese Seite lassen sich Veröffentlichungen nach Label suchen und mit einem Klick in Apple-Music anhören: https://www.lbl.fm

      1. Is vielleicht auch nur ne Randnotiz oder ich habe hier auch den Faden verloren aber „Dub In Hifi“ habe ich persönlich seit dem 03.09.2019 in meiner Playlist auf Spotify. Wahrscheinlich habe ich sie mir von gtkriz „annektiert“ ….. egal, jedenfalls gibt es die auch zum steamen und streamen.

        Greetings ……………… lemmi

      2. Schullijung René ;-)

        Der Link ist schon in Ordnung aber ich habe da gerade mal Ed Rome eingegeben. Die Antwort war „no results found“ ;-)

        Und mein mit Wasser betriebenes Mühlenrad läuft auf hochtouren ……………….. lemmi

  8. Greetings

    „Heute ist das alles in riesiger Auswahl nur noch einen kleinen Mausklick entfernt.
    Ich hätte mir jedenfalls niemals träumen lassen, dass irgendwann einmal meine Lieblingsmukke in dieser immensen Anzahl immer und überall verfügbar sein könnte…“

    Das sind zwei Zitate meines bereits oben Geschriebenen, genau das, einschließlich die finanzielen Aspekte, sind die Hauptargumente für streamen oder Bandcamp. Bandcamp ist auch meine Musik-Plattform, die ich am meisten bevorzuge. Ich kann Ed’s Argumente komplett nachvollziehen.
    Seit meiner Rezension über Chuck Foster sollte durchgedrungen sein, dass ich für die Hippiemukke der Grateful Dead (GD) immer noch glühender Anhänger bin. Von Grateful Dead, die Taping bei ihren Konzerten immer erlaubt haben, existieren auf Archive.org über 3500 unterschiedliche Mitschnitte in bester Soundboard-Qualität. Für nicht Eingeweihte, die GD spielten niemals! die selbe Setlist, jedes Konzert war anders, wirklich jedes. Diese Band war so eingespielt und virtuos, dass auch die Länge eines Titels locker zwischen 5 und 15 Minuten variieren konnte. Das hätte ich ohne WWW. niemals zu Ohren bekommen, ganz zu schweigen, dass ich für diese Bootlegs eine Vermögen hingelegt hätte.
    Zurück zum Reggae, auch da hätten viele Burning Spears erste Tour durch Deutschland 1981 und seinen legendären Rockpalast-Auftritt (Youtube) niemals gehört. Ich habe ihn damals in Mannheim gesehen und es dauerte ewig, bis ich endlich das Konzert-Bootleg-Tape mein Eigen nennen durfte. Heute dauert das noch keinen Tag, dann ist der Mitschnitt im WWW. verfügbar. Das ist ein Segen! Sehr, sehr viele Künstler, egal in welchem Musikgenre wären ohne WWW. niemals einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden.

    Jetzt noch zum Vinyl, es kann gut sein, das will ich überhaupt nicht in Abrede stellen, dass eine CD einfach nur mehr Brillanz besitzt und deshalb bereits vorher gekannte LP Aufnahmen anders klingen, oder auch weil Hörgewohnheiten aufgebrochen werden. Alles möglich, auch wenn das nur ein „Placeboeffekt“ sein mag, ich bevorzuge subjektiv immer noch die LP.
    C’est ça

  9. Na, das ist doch aber mal wieder ne schöne Diskussion hier geworden.

    Ja ja ja und nochmal ja, ihr habt ja recht ( grummel ). Es hat schon auch viele Vorteile, das ist ja gar keine Frage.
    Vielleicht sollte ich mal zum Psychodoctor gehen und fragen, warum sich mein Inneres so dagegen sträubt. Fakt ist, das wenn ich Zuhause über mein Mischpult und kompletter Anlage Musik aus dem Computer höre, das Gefühl habe, das der Bass „rauscht“. Ich kann ihn so doll reindrehen, bis die Wände wackeln und die Feuerwehr kommt aber ein gewisses gefühltes Rauschen bleibt. Vielleicht ist auch nur mein Mischpult zu alt oder mein ganzes Equipment passt grundsätzlich nicht zum Computer ……
    Ich verstehe alle eure Argumente aber ich kann sie noch nicht übernehmen. Vielleicht bin ich auch nur ein zu alter Baum, der sich nicht mehr so leicht verpflanzen lässt. Obwohl ihr ja teilweise noch älter seid als ich.
    Das Einzige ( aber noch nicht das Letzte … ) was ich zunächst noch ins Feld führen könnte, wäre die Tatsache, das mir der Placebo – Effekt auch in der Medizin sehr gelegen kommt. Wenn mir eine Tablette ohne Wirkstoff und damit auch ohne Nebenwirkungen geauso hilft, wie eine Pille von Bayer, mit teilweise tödlichen Nebenwirkungen, dann nehme ich doch lieber die Placebo – Pille. Und eins scheint bei Euch auch keine Rolle mehr zu spielen und das ist die Romantik,
    die mich immer wieder überkommt, wenn man dieses schwarze ( manchmal auch bunte ) Plastic aus der Hülle zieht und das dann auf den Teller legt, die Nadel sanft in die Rille gleiten lässt und sich dann der Magie hingibt, das Musik überhaupt übertragbar ist und das oft so, als ob die Band Live and Direct im Wohnzimmer spielt. Ich baue da irgendwie eine ganz andere Beziehung zu der Musik auf. Sie wird „gefühlt“ ein Teil von mir. Das ganze fühlt sich groß und großartig an. Mag sein, das das nicht gesund ist aber die Musik die ich zuhause habe, ist wie eine Lieblingsjacke, die mich wärmt und mir auch eine gewisse Identität verleiht. Wenn meine Scheiben zum Beispiel abfackeln würden, müsste ich höchstwahrscheinlich in die Funnyfarm.

    Wie gesagt ich würde es am besten finden, wenn es Beides geben würde. Einerseits das I-Netz, wo man sich über all das schlau machen kann, was einen interressiert und wenn man dann einen Schatz gefunden hat, sollte man ihn sich
    auch kaufen können. Ja man kann ihn kaufen aber irgendwie habe ich nicht das Gefühl, das er mir gehört. Irgendwie ist mir das zu anonym. ( Wenn ich noch einmal „irgendwie“ schreibe haue ich mir eine ).
    Dazu kommt ja noch, das ich sozusagen aus der zweiten Reihe komme. Die Suchenden, das seid Ihr. Ich lasse mir ja nur eure Tipps durch den Kopf gehen und habe damit schon genug zu tun. Ja, natürlich finde ich hier und da auch mal ein Korn aber es sind eure Tipps, die mich scharf machen.

    Was ich allerdings gar nicht verstehe, woher nehmt ihr nur die ganze Zeit ? Ich schätze mal, das Suchen dauert schon den ganzen Tag. Dann noch genau hinhören und hineinfühlen. Hat man die Neuheiten erst mal abgecheckt braucht man ja auch noch Zeit für die guten alten Scheiben von Bob Marley and all the blessed Jamaican Allstars ! Die ganzen alten Scheiben muss ich ja zwischendurch auch immer mal wieder hören, weil die letztenendes ja doch nicht zu toppen sind.

    Ich bin nur ein Mensch und Menschen sind „Gewohnheitstiere“. Ich gebe zu, das ich Probleme mit zu viel Innovationen auf einmal habe. Ich fühle mich anscheinend zu wohl im Istzustand, so daß mir nicht ständig nach Neuheiten zumute ist.

    Aber wo bleibt hier eigentlich endlich der nächste neue DubTip ? …………….. lemmi

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