Papa Dee Meets The Jamaican Giants vs. Internal Dread: In Dub

Das wahre Leben schreibt Geschichten, die in keinem Drehbuch dramatischer stehen könnten. Vor circa sieben Jahren ist der schwedische Produzent und Sound Engineer Tom Åke Hofwander aka Internal Dread, der King Tubby Schwedens, bei einem tragischen Verkehrsunfall in Dänemark ums Leben gekommen. Der 58 jährige Schwede stürzte nachts bei voller Fahrt aus dem Tourbus auf die Autobahn, weil er anscheinend versehentlich einen Notschalter betätigt hatte, sodass sich die Seitentür öffnete und er auf die Fahrbahn stürzte. Zu diesem Zeitpunkt schliefen alle anderen Bandmitglieder und auch der Busfahrer hat erst viele Kilometer später das unfassbare Unglück bemerkt. Soweit die Unfallrekonstruktion der dänischen Polizei.

Internal Dread gründete 1987 in Stockholm die Rub A Dub-Studios und das dazugehörige Plattenlabel. Sein Freund Dennis Bovell soll ihn unter anderem auch mit ein paar Mixing Tipps tatkräftig unterstützt haben. Außerdem stand Internal Dread als Live-Engineer für den Dub-Poeten Linton „Kwesi“ Johnson und die Dennis Bovell Dub Band bei einigen Konzerten am Mischpult.

Zusammen mit Papa Dee veröffentlichte Internal Dread 2008 das Album „Papa Dee Meets The Jamaican Giants“. Die „ Jamaican Giants“ sind niemand anderes als die Roots Radics in der Besetzung mit Earl „Chinna“ Smith (Leadgitarre), Errol „Flabba“ Holt (Bass) und Dwight Pickney (Rhythmusgitarre), Leroy „Horsemouth“ Wallace (Schlagzeug), Robbie Lyn (Keyboard) und Lloyd „Obeah“ Benton (Piano, Organ). Auf dem Album befinden sich 10 Tunes, alles (Neu)Interpretationen von Reggae-Klassikern, die ursprünglich von Gregory Isaacs, Dennis Brown, Errol Dunkley, Horace Andy und Jacob „Killer“ Miller stammen. Bereits zu dieser Zeit entstand auch eine Dub-Version des o.g. Albums, die jedoch erst 10 Jahre später als „Papa Dee Meets The Jamaican Giants vs Internal Dread: In Dub” (Black Viking) auf den Markt kommen sollte. Papa Dee hat sich zusammen mit dem Produzenten Kent Gillström endlich der Sache angenommen und das längst überfällige Album veröffentlicht. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt und auch hier gilt der Spruch: Lieber spät als nie! Internal Dread hat das Dub-Album im klassischen Old-School-70er Jahre-Dub-Stil mit warmen, hörenswerten Grooves versehen und perfekt abgemischt. Die bestens aufgelegten Roots Radics liefern einen gewohnt schweren, von fetten „Flabba“-Bass-Lines getragenen Set. Mir kommt es dennoch vor, als wäre Internal Dread mit seinem fesselnden, locker flockigen Analog-Mix das Kunststück gelungen, den Roots Radics einen warmen, etwas leichteren, uplifting Sound zu verpassen. Die Echos und Soundeffekte des 2019 posthum veröffentlichten Albums sind für mich Internal Dreads letzte Grüße aus dem Jenseits.

RIP Tom Åke Hofwander aka Internal Dread and thanx for the music!!!

Meine Wertung:

19 Gedanken zu „Papa Dee Meets The Jamaican Giants vs. Internal Dread: In Dub“

  1. Da waren bei mir die Augen größer als der Mund bzw. meine Erwartungen an diese Scheibe waren so groß, das ich wohl nur enttäuscht werden konnte. Also bei mir steht die Scheibe gefühlt schon seit über einem Jahr im Schrank. Is natürlich nicht schlecht aber irgendwie hat die bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Klingt mir ein wenig zu lasch das Ganze. Allerdings ist doch da auch diese Version von „One In A Billion“ drauf. Die ragt für mich ganz positiv heraus, zumal sie auch durchaus mit der Version vom Dub Syndicate mithalten kann, finde ich. Leider haben mich die ganzen anderen Dubs hier nicht so geflasht wie eben „One In A Billion“ aber natürlich „klage“ ich hier auf „4 Sterne Niveau“ und um meine Meinung nochmal zu überprüfen, wird die heute Abend gleich mal wieder aufgelegt. Ich finde die Vocal-Scheibe in diesem Fall um Längen besser.
    Für mich ist es immer sehr entspannend, wenn über Scheiben gesprochen wird, die ich schon längst kenne und auch schon besitze ( bin auch nur so ein alter Kolonialist, ich muss Besitzen, sonst bin ich nicht zufrieden ), denn dann fühle ich mich nicht so abgehetzt, weil ich nicht gleich wieder los muss, um mir die Scheibe zu besorgen.
    Aber die Umstände, die zum Tod von Internal Dread geführt haben sind schon echt krass, muss ich sagen.
    Möge seine Seele da sein, wo sie am liebsten sein möchte …… lemmi

    1. Greetings Lemmi,

      was hat das Wiederhören des Albums ergeben. Hat sich deine Meinung geändert oder wurde sie bestärkt. Immerhin ist Jamaica‘s Number One Bass Player Flabba Holt dabei.
      Außerdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Dubs gelegentlich Dennis Bovells Handschrift tragen, was natürlich eher als ein positives Qualitätsmerkmal zu werten ist. Es mag sein, dass ich mich da täusche.

      1. High Ras Vorbei !

        Das Wiederhören des Albums hat ergeben, das ich mich zunächst gefragt habe, was ich denn daran so „Lasch“ finde. Naja, wie gesagt das ganze war „Klagen“ auf 4 Sterne Niveau. Aber gerade weil Flabba dabei ist und ich die Vocal-Scheibe richtig gut fand, waren meine Erwartungen wohl doch zu groß. Hier und da, habe ich dann so etwas
        wie einen „Begründungsansatz“ für mein Gefühl gefunden und ich glaube, mir fehlt da doch des öfteren die knallharte, verhallte Snare – Drum, ( „die immer so schön hat geprickelt in mein Bauchnabel“ ). Nix gegen Rimshots,
        ich mag Rimshots aber ich stehe bei Dub ganz besonders auf die Snare – Drum a la Style Scott ! Und da haben wir den zweiten Grund, warum diese Dub – Scheibe ein ganz klitze kleines bischen zu lasch -für meinen Geschmack- geraten ist. Style Scott ist nicht dabei. Das ist natürlich auch nur ein käglicher Erklärungsversuch, denn es gibt sehr viele geile Dubscheiben, wo Style Scott nicht dabei ist, bzw. war. Die Basslines sind auch nicht unbedingt die besten von Flabba aber wie gesagt „4 Sterne“ (!) Ja und mein Gedächtnis ist gar nicht so schlecht, wie ich selbst immer denke. „One In A Billion“ ist und bleibt der beste Dub auf der Scheibe. Das haben die wohl auch so empfunden und da gleich zwei Dubs von gemacht. Wahrscheinlich brauchten sie zwei Versuche um an das Dub Syndicate heran zu kommen. Hat aber immer noch nicht so ganz geklappt.
        Zu Dennis Bovell kann ich nur sagen, das mir seine Dubs – für die er allein die Hauptverantwortung trägt – immer sehr gut gefallen. Überhaupt erscheint mir Dennis Bovell als jemand, indem so eine positive Verrücktheit schlummert, auf die ich nunmal abfahre. Allein die Grimassen, die er bei Live Auftritten zum Besten gibt, zeigen diesen positiven Wahnsinn, den es braucht, um mich richtig zu begeistern.
        Ok, es ist schwer für mich, zu beschreiben, warum „Papa Dee In Dub“ mich nicht vollkommen vom Hocker reißt.
        Ich versuche es mal kulinarisch zu erklären. Alle Zutaten meiner Leibspeise sind vorhanden. Auch meine Lieblingsgewürze sind dabei. Der Garpunkt stimmt auch und doch fehlt mir im Abgang ein klitzekleines bischen Chilli.

        No matter what the lemmi say, this sound leads the way …………… thomas

        1. Hi lemmi,

          danke für die Ausführungen! Deinen Erklärungen entnehme ich, dass das Album gut aber nicht sehr gut ist, weil ein bisschen „Würze“ fehlt. Die Würze in Form unseres hoch verehrten Style Scott (RIP). Das hast du sehr schön auf den Nenner gebracht. Es steht außer Frage, dass Internal Dread schon ein Meister seines Faches war, der leider viel zu früh sterben musste, denn sonst hätte ihn ein Wizzard wie Dennis Bovell für seine und LKJ’s Live-Konzert nicht ans Mischpult geholt.
          Dennis Bovells „Handschrift“ (s.o.) ist auch die falsche Formulierung, Einfluss ist wohl richtiger.

          Dennis Bovell am Bass mit seiner Dub Band war schon ein sehr feines Konzert, damals sah er noch aus wie der legendäre Pirat Blackbeard mit Turban und nicht so glatt rasiert. Die Dub Band war der Opener für das anschließende LKJ-Konzert. Prädikat „besonders wertvoll“, sowohl das ganze Konzert als auch die Lyrics von LKJ. Sonny’s Lettah flasht mich auch heute noch immer wieder – Gänsehaut! Der Text hat auch heute an Brisanz noch nix eingebüßt.

          Zum Abschluss noch ein paar Alben, die Internal Dread produzierte und mixte:
          Internal Dread & the Reggaetarians – Dub Revolution
          Internal Dread & the Reggaetarians – Dub Time
          Iya Karna with The Wailers – Incarnation
          Iya Karna – Revolution In Dub
          Dubadown – Dubadown
          Dubadown – Killing Us
          Kultiration – Möter Internal Dread
          Kultiration – Döden Föder Dub
          und einige Alben von Zilversurf

          1. Boah Ey !
            Was für ein Haufen an geiler Reggae Musik !
            Ich frage mich oft, wie schafft ihr das eigentlich immer ? Hört ihr 25 Stunden pro Tag Musik ?
            Deine Vorschläge von Internal Dread Produktionen sind ohne Ausnahme alles „guter Stoff“.
            Ganz besonders Dubadown gefällt mir am besten. Hatte ich bewusst noch nie vorher gehört.
            Jetzt kommen wieder so „Widersinnigkeiten“ auf den Tisch, die ich alle schon mal erwähnt habe.
            Allein diese kleine Liste von Dir erfordert ja eigentlich höchste Aufmerksamkeit aber da komme ich jetzt wieder an den Punkt der Übersättigung. Wir hatten das ja schon, das von einer Band oder von einem Artist oder Produzenten etwa ein bis zwei Alben pro Jahr erscheinen. Diese KAUFT (!) man sich dann und hört die rauf und runter, bis man sie kennt. Dann kommt ein bis zwei Jahre später die nächste u.s.w…..
            Und so war das dann mit jedem Artist, bzw. Band, den bzw. die man so kannte. Kurz um, man hatte Zeit,
            die Musik zu verarbeiten. Jetzt kommst Du hier mit 8 ( neuen ) Scheiben auf einmal und 5 neue Scheiben habe ich mir gerade wieder bestellt und habe die letzten 5 noch nicht mal rauf und runter gehört. Es ist also schon allein im Reggae so viel Musik am Start, das ich gar nicht verstehe, warum der rest der welt überhaupt noch andere Musik sucht.
            Da haben wir wieder den Fluch und den Seegen des I-Netzes. Einerseits erfährt man hier nahezu alles was einen interressiert und andererseits ist die Fülle an Informationen gar nicht mehr zu bewerkstelligen. Jedenfalls nicht mehr für mich.
            „More new news braek up my meditation“ ( Third World ) ist eine Textzeile, die sich daher ganz besonders in mein Gehirn eingebrannt hat. Auch wenn sie in anderem Kontext sicherlich noch mehr Bedeutungen haben kann.
            Und dann schreibst Du auch noch „ganz nebenbei“ etwas über Linton Kwesi Johnson !!! Seine Scheiben habe ich in meinem Leben wirklich schon oft durchgehört aber noch lange nicht oft genug !!!
            „Sonny`s Lettah“ ist zum Beispiel so ein Reggae Tune, der für mich zur Pflichtlektüre eines jeden Reggae-
            ach was sage ich – eines jeden Musikfans gehört. Mit Reggaefans, die diesen Tune oder überhaupt LKJ nicht kennen rede ich erst gar nicht ( serious joke dat ). Das wäre so, als ob ein Kunstliebhaber noch nie ein Bild von Vincent van Gogh gesehen hätte. Und immer wieder hat man auch das Gefühl, „täglich grüßt das Murmeltier“ denn so viele Reggae-Texte von vor 30 Jahren könnten auch von heute sein. Und daher „schließe“ ich mit den bekannten Worten von Linton Kwesi Johnson ………..

            „We gonna smash dem brains in, because they aint got nothing care …….“
            „fashists on the attack, mek we fight dem back !!!“

            Ich hätte mir gewünscht, unser Militär würde bei jeder fashistendemo mit einem großen Helicopter anrücken. An diesem hängen zwei rieseige Boxentürme mit Bassboxen so groß wie eine Flugzeugturbine vom A380. Und aus diesem Soundsystem ertönen dann die Texte von LKJ oder auch Prince Far I „Come Down Skinhead Come Down“ und vibrieren die zombiefrasen der fashos in the outaspace…….

            Also trotz allem Ras Vorbei, ich danke Dir für die guten Tips und ich checke mal, ob man sich die Musik auch kaufen kann oder ob ich mir die Musik nur leihe. Zunächst kommt vor allem Dubadown in die Playlist, wo ich meine ganze geliehene Musik drin habe.

            Ok, tschüss erst mal …………. lemmi

  2. Greetings lemmi,

    das freut mich doch, dass meine Tipps auf deine und hoffentlich nicht nur deine Zustimmung stoßen. Mich begeistert immer wieder, dass die Musik einer kleinen Karibikinsel von Neuseeland bis zum Nordcap die Welt erobert hat. Das ist doch ein klarer Beweis für die Kraft/Macht dieses Sounds/Riddims.

    Als LKJ diese – leider immer noch aktuellen – Texte schrieb, war die National Front in England mit ihren faschistoiden Ansichten bereits ein echtes Problem, nicht zu vergessen das SUS-Law, das jedem Polizisten den Freibrief gab, „suspected persons“ zu stoppen, zu „filzen“ und zu arrestieren. Menschen mit Dreadlocks hatten da schon verloren. Es hat sich im Grunde nix geändert und die Faschos sind in ganz Europa präsenter und gefährlicher denn je.

    Und zu guter Letzt noch ein aktuelles Album:
    Papa Dee Meets First Light – Showcase LP Vol 1

    All tracks recorded and mixed by Jonathan ‚Prentice‘ Sandberg at Rub A Dub Studio, Stockholm Sweden.
    Nicht mehr von Internal Dread gemastert, aber immerhin in seinem Studio aufgenommen und abgemischt.

  3. „Papa Dee Meets First Light – Showcase LP Vol 1“

    Habe ich auch schon eine Weile. Mmmh ja, First Light is Super, Papa Dee gefällt mir auch sehr gut aber beides zusammen hat meine Erwartungen auch nicht so ganz erfüllt.
    Ja, ich sehe es ja ein, ich bin wohl „manchmal“ etwas schwierig. Wenn ich nicht schon so viel Reggae haben und kennen würde, hätte ich wahrscheinlich ein anderes Gefühl zu der Scheibe aber so läuft die bei mir – auch wenns hart klingt – unter ferner liefen …… Das klingt so, als hätte ich momentan ein extremes Völlegefühl mit Verstopfungserscheinungen aber ich versuche mein kleines Problem mal etwas deutlicher zu machen.
    Zur Zeit liegt bei mir – zu den ganz besonderen Stunden in meinem Leben – wieder oft die „Live at The Counter Eurovision“ ( Misty In Roots ) auf dem Teller für musikalische Genüsse. Dazu packe ich dann immer die „Live Over Sweeden“ !!! Von beiden höre ich dann jeweils die A-Seite, was genau passt, da sich die jeweils besten Tunes der jeweiligen Scheibe auf der A-Seite befinden. Ich sage jetzt nicht, das ist meine Meinung, sondern das ist einfach so ;-)
    Ok, „es geht sich nicht ganz aus“, da es noch zwei weitere Tunes gibt, die man dann noch hinten dran hängen muss.
    Warum erzähle ich das alles wieder so ausführlich ? Nun. das sind für mich die kleinen Details in meinem Leben, die das Salz in der Suppe ausmachen. Die Gefühle und der Enthusiasmus, die diese Live-Scheiben bei mir auslösen, können von einem Papa Dee und sei es mit First Light einfach nicht mal im Ansatz erreicht werden.
    Misty In Roots = Extase !!! ( jedenfalls bei mir )
    Im Grunde, bin ich an einem Punkt, wo ich keinen neuen Reggae mehr brauche aber irgendwie bin ich auch wie ein besessener Surfer, der täglich von der Angst geplagt wird, die Welle seines Lebens zu verpassen. Deshalb beteilige ich mich immer noch an der Jagd nach dem Tune bzw. Dub meines Lebens. Vom Verstand her ist mir schon klar, das ich schon jede Menge Tunes und Dubs meines Lebens habe aber ich höre nicht immer so gern auf meinen Verstand.

    Also nix gegen „Papa Dee Meets First Light – Showcase LP Vol 1“ aber (z.B.) Misty In Roots hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen ……………. dort ist mein Mount Zion !

    „Rub A Rub Style Rule All The While“ ……………….lemmi

  4. Gegen die „Misty – Live“ gibt es fast nichts, was man dagegen setzen könnte. So ein Coup gelingt einer Band aüßerst selten, vielleicht noch ASWAD – Live & Direct. Bei den aufgezeigten Konzertmitschnitten von Misty aus 1979 stimmt wirklich alles, diese Superqualität konnte Misty selbst leider nie mehr erreichen obwohl mir auch ihre Studioalben gefallen.
    Das war einfach Reggaes Belle Epoque, da haben es generell nicht so viele Alben bis nach Deutschland geschafft und man hatte alle Zeit der Welt, um sich die neu gekauften Alben in aller Ruhe anzuhören. Heute haben wir eine Flut von wirklich sehr guten (Roots)Alben aber fast keine Zeit mehr, um da Schritt zu halten. Über einen Bruchteil dieser Alben wäre ich in den 70ern und 80ern glücklich gewesen und sie hätten sicherlich auch den gebührenden Respekt und meine absolute Wertschätzung bekommen. Jetzt sind wir am Puls der Zeit aber regelrecht überfüttert.

    Auch auf die Gefahr hin, dass eine Übersättigung eintritt, hänge ich trotzdem noch zwei Showcase Empfehlungen für alle Dubblog-Leser*innen an, die es kostenlos bei Bandcamp oder ODGprod.com gibt:

    I Fi Meets Askan Vibes – Well Conscious (ODGP274)
    am 14.10.2019 veröffentlicht

    Imanytree Meets Askan Vibes – Inna Old Fashioned Stylee
    am 22.10.2019 veröffentlicht

  5. Interressant, das Du auch gleich die „Live and Direct“ von ASWAD erwähnst. Manche Sachen haben eben echt nix mit Meinung zu tun. Sie sind einfach so ! Möchte aber auch nicht unerwähnt lassen, das auch Burning Spear und auch Bob Marley aus meiner Sicht solche Coups abgeliefert haben. Ja und eigentlich auch STEEL PULSE und nicht zu vergessen,
    BLACK UHURU ( Tear It Up ). LKJ hat eine super Live DVD und I JAH Man und ….. ok, der Gaul geht schon wieder ab mit mir ……….
    Und Du hast Recht, Misty In Roots haben sich selbst auch nicht mehr erreicht. Ich war auf einigen „Good Vibes“ – Konzerten aber mir hat da immer die Agressivität gefehlt. Allein dieses „Rub A Dub Style“ bei „See dem a come“ und dann der Dub ….. das isses Mann !!!
    Es gibt so ein Konzertmitschnitt vom letzten Rototom, da sind sie zumindest ansatzweise wieder so ein bischen VEX !

    So, jetzt wende ich mich wieder den Aufgaben zu, die Du hier wieder gegeben hast.

    Bis denne ………….. lemmi

  6. Askan Vibes aus Paris ist ein Studio-Projekt, dessen Vorliebe für Roots Reggae & Dub offenkundig auf die bereits oft erwähnten 70er Jahre zurückgeht. Er ist Multiinstrumentalist und komponiert die Riddims in seinem eigenen „Vineyard Studio“ selbst!? Die Riddims – einige davon kommen mir doch ziemlich bekannt vor – lässt er dann von verschiedenen Sängern mit Lyrics versehen, die Overdubs macht er anschließend im Alleingang. Die Produktionen werden dann auf dem von ihm gegründeten Label Vinyard Records veröffentlicht. Askan Vibes arbeitet auch mit anderen Labels und Künstlern zusammen, so auch bereits mit Roberto Sanchez (Lone Ark).
    Die Franzosen machen nicht nur Steppers, das hier sind strikkly roots

  7. Is auf jeden Fall auch tolle Musik !
    Aber es tut mir so leid, das ich schon wieder was zu beanstanden habe. Wie Du schon sagst, kommen die Riddims „alle“ nicht brandneu aus dem Künstlerkosmos. Aber da habe ich vom Prinzip her auch nix dagegen, solange es wieder so tolle Riddims sind wie hier. Auf „Inna Old Fashion Style“ ist der CussCuss natürlich wieder mein High Lite. Besonders der Dub mit dieser schön dubbigen Guitarre ist voll mein Ding !
    „Well Consciuos“ ist dann letztenendes der Grund, warum ich doch wieder ein paar „bad vibes“ einstreuen muss.
    Nicht weil die Musik in irgendeiner Form nicht gut genug ist, sondern ganz im Gegenteil !
    Der erste Tune ist ja ganz klar „Streets Of Glory“ von Israel Vibration ! Auch hier gefällt mir diese Version ganz hervorragend ……… Das Problem ist nur, das „Streets Of Glory“ – so wie das ganze Album von Israel Vibration – FÜR MICH !!! zum Besten vom Besten der Besten allerzeiten gehört. Deshalb kann ich mir die Version von Askan Vibes natürlich trotzdem zu jeder Zeit anhören aber es wäre für mich nicht nötig gewesen, da weder der Sound noch der Gesang besser geworden ist. Das ist jetzt auch nicht als Kritik zu verstehen aber es war und ist schlichtweg unmöglich, den Sound und den Gesang von „Same Song“ zu verbessern. Es ist für mich die Vollendung der Schöpfung !

    Greetings …………. lemmi

    1. Boah lemmi,

      das sind die Alben aus den 70ern, bei denen ich leuchtende Augen bekomme, das ist Balsam für Seele und Ohren. Israel Vibration war damals lediglich als Top Ranking Jamaica Pressing, ggf. noch miss-labeled zu bekommen. Wer dieses Album damals besaß, war in Reggae-Kreisen der Held vom Zelt. Noch schwieriger war es, die Dubs zu bekommen. Same Song und Unconquered People plus Dubs, gehören unbedingt zu den absoluten Highlights des Conscious Reggae.
      Fast alles was damals aus Kingstons Studios kam, ist bis heute und wird es bis in alle Ewigkeit bleiben, einfach Weltklasse. Wer von diesem Sound nicht infiziert wird/wurde, ist taub. Sorry, ist so…

      Stay tuned…

      1. Ok ras Vorbei,

        das Thema gefällt mir jetzt einfach zu gut, um es schon zu beenden.

        Ich muss da wohl Glück gehabt haben, denn ich habe von der „Same Song“ keine Jamaica Pressung. Ich glaube meine ist sogar von Island Records. Die hat einen Wumms, der seines Gleichen sucht. Dazu kommt noch, das die Roots Radics für Israel Vibration sogar ganz spezielle, exclusive Riddims eingespielt haben. Darauf haben die Jungs von Israel Vibration ganz großen Wert gelegt, habe ich vor zig Jahren mal in der Riddim gelesen. Für Dich ja wahrscheinlich eh keine neue Information ;-).
        Für die Riddims auf „Same Song“ gibt es im gesamten weltweiten Sprachfundus keine Worte, die ich verwenden könnte, um meine Begeisterung dafür auch nur im Ansatz richtig darzustellen. Sämtliche Superlative würden nicht ausreichen …. also vesruche ich es jetzt auch gar nicht weiter.
        Von der „Unconquered People“ habe ich eine Jamaica Pressung geerbt. Die hat auch richtig Wumms, leiert aber, hier und da, doch ziemlich und knackt und knartzt an allen Ecken und Kanten. Auf sowas konnte ich schon immer gut verzichten.
        Inzwischen habe ich all diese Werke zusammen mit den Dubs als sogenannte Deluxe Versions auf CD. Insofern hat meine Zufriedenheit das Maximum erreicht.
        Leider haben die sich ja von Appel Gabriel getrennt ( oder umgekehrt ? ) und seit dem kamen immer noch ganz gute Scheiben heraus aber der fehlt mir doch sehr. Die letzten beiden Scheiben haben mich allerdings überhaupt nicht mehr interressiert. Und auch Live ist alles nur noch ein Schatten aus längst vergangenen Zeiten.
        Auch die Roots Radics werfen einen langen Schatten. Das will ich aber gar nicht bemängeln, denn es ist ja nunmal leider so, das man im Leben nicht jünger wird und „beschissenerweise“ auch mal sterben muss. So sind die Roots Radics ja auch schon lange nicht mehr in ihrer Original-Besetzung unterwegs. Is halt so ….. schluchz.

        „Fast alles was damals aus Kingstons Studios kam, ist bis heute und wird es bis in alle Ewigkeit bleiben, einfach Weltklasse. Wer von diesem Sound nicht infiziert wird/wurde, ist taub. Sorry, ist so…“

        Sehe ich nahezu exakt genau so. Ich würde nur das Wort „taub“ gegen „frigide“ austauschen.

        Bei mir hat sich genau deswegen auch eine gewisse Arroganz gegenüber dem sogenannten Mainstream entwickelt, dem es immer wichtiger war, das das Auto auch ordentlich tiefer gelegt war und die Reifen die Breite einer Dampfwalze nicht unterschreiten. Heutezutage muss dann noch ne Alexa aufm Tisch rumstehen und der SUV darf natürlich auch nicht fehlen. Dazu dann noch laute pubertätsmusik von kleinen rumplärrenden Mädchen a la atomic titten und …….. ok ok ich rege mich schon wieder auf …..

        Stand firm ……………… lemmi ( breite Puschen am Auto finde ich ehrlich gesagt auch nicht schlecht ;-) )

        1. Schön das ich das noch selbst korrigieren darf.

          Mir kam das gestern komisch vor, denn so richtig konnte ich mir nicht vorstellen, das die „Same Song“ auch mit den Roots Radics eingespielt wurde. Und siehe da, auf dem Plattencover sind vor allem Sly and Robbie am Start und einige von der späteren Taxi Gang ( z.B. Robbie „Lynnn“ ) wobei sich auch Fully Fullwood mal mit Robbie am Bass abwechselt und auch Sly Dunbar mal von anderen Drummern ablösen lässt. Also im Prinzip alle anderen außer die Roots Radics.
          Naja, wie auch immer, es waren die Besten der damaligen Zeit dabei und die hatten dann auch noch eine Supernova in sachen Sternstunde.
          Is übrigens auch nicht Island Records sondern ……………… ( habe ich schon wider Vergessen ).

          „Alles klar soweit ?!“ …………………… lemmi

          1. „Is übrigens auch nicht Island Records….“

            Hi lemmi,
            Is ja auch kein Wunder, das Album wurde 27! mal veröffentlicht, wer soll denn da noch durchblicken.
            Die Roots Radics wurden irgendwann 1978 gegründet, das hat dir dann doch keine Ruhe gelassen…

            Habe übrigens gestern auch noch nachgeschaut, die an den Aufnahmen beteiligten Musiker lesen sich wirklich wie das „who is who“ des Reggaes, da ist tatsächlich alles vertreten was zu der Zeit Rang und Namen hatte. Witzig: Dean Fraser hieß noch mit Spitznamen „Youth Sax“. Channel One war das Aufnahmestudio und die Dubs wurden von Errol Brown gemixt. Das konnte ja fast nicht scheitern.

            Für mich waren die Reunion von Israel Vibration und die LP „Strength Of My Live“ sowie der gleichnamige Binghi-Song ein echtes Highlight 1988.

            Wir sind zwar wieder off topic…was solls, bei solchen Perlen

  8. „Wir sind zwar wieder off topic…was solls, bei solchen Perlen“

    Reggae ist ja Rebel Music und seine Fans sind halt auch Rebellen. All zu straffe Vorschriften können da schon mal unter den Teppich rutschen. Ich weiß ja nicht, wie es im inneren des Herzens bei René ankommt, wenn wir so oft „die Spur wechseln“ aber letztenendes ist er ja auch ein Rebell ;-) und müsste deshalb Verständnis für unsere universelle
    interpretation von Dub-Themen haben. Und bisher hat er ja auch noch nicht gemeckert ;-)
    In diesem Sinne mache ich dann auch gleich noch ein bischen weiter.
    „Strength Of My Live“ ist auch eine wunderbare Scheibe …… „Perfekt Love And Understanding“ trallere ich bis heute immer noch des öfteren vor mich hin. Ach Ras Vorbei, was soll ich noch sagen ? …. Israel Vibration war ( und ist ) einfach eine Bereicherung für mein Leben. Sie sind auf jeden Fall einer der vielen Gründe, warum ich das Leben so liebe. Ich kenne einen Punk, der hat mir immer von „Smack Right Jam“ vorgeschwärmt und ich wusste lange Zeit nicht wovon der redet. Als ich den Tune dann irgendwann auch kennengelernt habe, wusste ich, warum er so geschwärmt hat.
    Da könnte ich jetzt schon wieder noch weiter abdriften und über die tolle Eigenschaft der Punks reden, die dem Reggae
    ja auch durchaus zugeneigt waren und sind. Aber das lasse ich dann jetzt doch mal weg.
    Jedenfalls habe ich auch eine super Dub Scheibe von den Bad Brains. Bin mir aber gar nicht sicher, ob das mal ne Punk Band war. Interressiert mich aber auch nicht wirklich, denn auch wenn die Punks eine gewisse Sympathy für Reggae haben, funktioniert das bei mir in umgekehrter Weise ganz und gar nicht. Ich mag zwar die Aggressivität und auch die Power von Punk(musik) aber ich komme mit dem Groove von Punk einfach überhaupt nicht klar.

    „Papa Dee“, „Internal Dread“, „Flabba Holt“, „Roots Radics“, „Israel Vibration“ , Bad Brains, Punk, u.s.w. …..
    Da ist ne ganze Menge Chaos in meiner Birne ……. wie soll ich da immer beim Thema bleiben ?!

    Vielleicht hilft mir die Scheibe von Phliip Greter „Logical Chaos“ , die ich seit ein paar Tagen „BESITZE“ !!! Er hat es tatsächlich geschafft, die geile Mucke als Scheibe zu veröffentlichen. Respekt und vielen Dank dafür !!!
    Bisher habe ich sie nur zwei – drei mal gestreamt aber das ist nicht gut für meine Co2 – Bilanz.
    ( Die schaffen es sogar, das man beim Musikhören schon ein schlechtes Gewissen bekommt aber wenn man hier keine Musik auf unserem Planeten mehr hören darf, dann kann der meinetwegen auch unter gehen … )

    Ja ………. soll ich noch meine Meinung zur Türkei-Offensive ……….. ;-) ……………. lemmi

  9. „…habe ich auch eine super Dub Scheibe von den Bad Brains“…

    Ich gehe mal von „I & I Survived Dub“ aus – schönes Teil!
    Dazu passend aus dem Hause Echo Beach „Bad Brains – In Dub conducted by Kein Hass Da“.
    Ja die Liaison mit Punk hat sogar Lee Scratch Perry vollzogen, er hat immerhin Clash’s „Police & Thieves“ produziert. Mir gefällt die Version trotzdem nicht. An Bob Marley’s „Punky Reggae Party“ war LSP auch beteiligt. „Ian Dury feat. Sly & Robbie – Lord Upminister“
    Punk und Reggae haben sehr häufig gemeinsame Konzerte gegeben, selbst Misty hatten da keine Berührungsängste. Stimmt, die Grundhaltung des Punks waren Aufruhr, Auflehnung, Widerstand, Anarchie…Somit hatten sie mit dem Reggae auch gemeinsame Schnittmengen.
    Punkmusik, da bin ich voll bei dir, ist auch für mich meistens nur aggressiver Krach.

    Zurück zu Bad Brains, ich habe H.R. (Paul D. Hudson) kurz nach der Trennung von den Bad Brains live gesehen – müsste Ende der 80er gewesen sein – und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was da beim Konzert auf mich zukommt. Damals muss ihn, dank Ras Michael, der Spirit Rastafari’s voll getroffen haben. Es war eines der beeindruckendsten Konzerte, die ich je gesehen habe. So stelle ich mir eine Original Grounation von Count Ossie & Friends vor. Nach den verdutzten Gesichtern des Publikums zu urteilen, hatte mit solch einer Performance niemand gerechnet. So spielt das Leben. Unvergesslich!

    Lieber René, wenn auch off topic, aber wir schreiben hier immerhin irgendwas und wenigstens (hauptsächlich) über Dub/Reggae

    1. Hehe sorry ! aber einen hab ich noch, zu den verdutzten Gesichtern.

      Das hatte ich mal in Köln ( Kantine ) bei Sinead O Connor mit Sly and Robbie. Die einzigen, die wohl wussten, was da abgeht waren mein Kumpel und ich. Köstlich !

      So, nu is echt erst mal FEIERABEND mit der besonderen Betonung auf Feier bzw. Fyaaaaaahhh !!! ……………….. lemmi

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