Boom One Sound System, 3000 Worlds, B. Davis: Approaching Dub Station Alpha

Boom One Records (BOR) ist ein kleines Independent Label aus North Carolina, welches sich auf Reggae, World- und Electronic-Musik mit Dub als gemeinsamen Nenner spezialisiert hat. Bei dem vorliegenden Album aus dem kleinen aber feinen Katalog, Approaching Dub Station Alpha (Boom One Records), handelt es sich um das Dub-Pendant des „Blood Fire“ Albums von B. Davis, einem Sänger, der in der Tradition des 70er Jahre Roots Reggae mit Conscious Lyrics tief verwurzelt ist. Mit dem Dub-Album begeben sich das labeleigene Boom One Sound System mit vier und 3000 Worlds mit drei Dub-Remixen auf eine externe, intergalaktische Klangreise und entführen die Hörer in die tiefen Gefilde des klassischen Dubs. Immer wieder schweben Gesangsfetzen des Originalalbums vorbei und verlieren sich wieder in den unendlichen Weiten des Universums von Echo, Hall, Reverbs und Tape-Delays. Nehmt euch Zeit, entspannt und lasst euch von den kosmischen Schwingungen (ver)leiten, während sich Raum und Zeit auf dieser ätherisch, dubbigen Reise durch die Galaxis krümmen.
Insgesamt ein fettes, relaxtes Album auf dem sowohl das amerikanische Boom One Sound System mit seiner Mischung aus Reggae und Electronica kombiniert mit klassischen Dubelementen als auch der in Tokio ansässige Reggae/Ethno-Produzent 3000 Worlds überzeugend punkten können. Beide Soundtüftler begeistern mit einer grandios psychedelischen Klangmischung aus instrumentalem Reggae und Dub. Alles gute, analoge Handarbeit kombiniert mit klassischem Synthesizer-Sound.

Meine Wertung:

6 Gedanken zu „Boom One Sound System, 3000 Worlds, B. Davis: Approaching Dub Station Alpha“

  1. So langasam kann ich echt nicht mehr !
    Schon wieder eine Dub(Scheibe) die mich regelrecht umhaut ! Die Riddims marschieren kraftvoll und mit ordentlich Schwung gegen die Mauern von Babylon. Oder sie kommen ganz jamaikanisch daher wie bei „Yes I Dub“ ! Jedenfalls fühlte ich mich bei der Bassline von „Yes I Dub“ sofort in einer Hängematte geborgen, die mit Blick auf das Meer zwischen zwei Bäumen hoch oben in den Blue Mountains gespannt war bzw. ist. Das Phänomen, warum sich Basslines für mich mal nach Jamaica anfühlen und andere wiedereum nicht, muss ich noch ergründen, falls es dafür überhaupt eine rationale Erklärung gibt.
    Jedenfalls ist „Yes I Dub“ hier mein TopFavorit, dicht gefolgt von „Dub Fire“ ! Wenn ein Album zwei solche Super Dubs im Gepäck hat, ist meine Welt eigentlich schon voll in Ordnung. Aber auch die anderen Dubs gehen bei mir sehr gut rein.
    „Dub In The Night“ klingt auch sehr nach Jamaica für mich.
    Der Umgang mit den Effekten zeigt mir, das hier mal wieder Leute am Start sind, die auch ihr Essen nicht einfach nur mit Pfeffer und Salz würzen, sondern auch großen Wert auf Chilly,Curry und andere exotische, wenn nicht sogar extraterristische Gewürze legen, ohne dabei das Gesamtwerk zu überwürzen.
    Ganz ohne Meckern gehe ich aber nicht nach Hause. Gelegentlich ist der Bass für meinen Geschmack zu „konservativ“ aufgenommen worden. Soll heißen er dröhnt ganz schön. Außerdem klingt die ganze Aufnahme nicht so, als ob man sich beim Mastering an den Sound der Royal Albert Hall orientiert hätte. Aber das macht bei so guten Dubs letztendlich auch nicht so viel kaputt. Da kann man sich recht schnell dran gewöhnen finde ich.
    Ich kann nur wieder sagen, es ist mal wieder ein sehr guter Tip Ras Vorbei !!! Hab´s gerade in meine Playlist gepackt ! Das ich mir
    davon gern eine materielle Grundlage zulegen würde, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

    Ergänzung : Mein Kommentar klingt so, als ob jamaikanische Riddims nicht gegen die Mauern von Babylon marschieren würden.

    Das ist im Grunde auch nicht falsch, denn jamaikanische Riddims marschieren nicht einfach nur, sie graben dabei auch gleich noch den ganzen Boden um und sorgen dafür, das die Mauern von Babylon sich regelrecht von innen zersetzen.

    Babylon Shitstim is the Vampire ………………. lemmi

  2. „der Bass dröhnt ganz schön!“

    das hast du recht Lemmi, der Sound ist echt in den 70ern oder frühen 80ern verwurzelt. Einfach ein richtig satter, fetter Bass, der jeden subwoofer richtig dopsen lässt.

    Kleine Anekdote am Rande:
    Meine damalige Freundin und ich haben die Roots Radics Anfang der 80er in Amsterdams Melkweg oder Paradiso gesehen. Flabba Holts Bass und Style Scotts BassDrums waren so heftig, dass es meiner Freundin richtig schlecht wurde. Es ist tatsächlich nicht übertrieben, dass man bei jedem Bass oder Drum Anschlag das Gefühl hatte, man bekäme einen Tritt in die Magengrube. Ich musste dann leider dieses Wahnsinnskonzert alleine zu Ende verfolgen. Solche Bass & Drums habe ich später bei keinem Reggaekonzert mehr erlebt. Unglaublich!

  3. Gut, das die Technik hier und da auch mal eine Verbesserung bringt.
    Ich fand diesen Bass-Overkill am schlimmsten bei einigen Konzerten auf der Loreley.
    Damals hatte ich auch ein wirklich unangenehmes Gefühl in der Magengrube.
    Definitiv zu viel Bass ! Man kann es auch übertreiben mit dem Bass finde ich.
    Ich habe gehört, das auch beim Summerjam die Bassqualität wieder schlechter wird. Und zwar in Form von viel zu wenig Bass.
    Ich kann nur sagen, das es auf dem Summerjam ( zuletzt vor etwa 12 Jahren ) schon mal richtig guten Sound gab. Da hat der Bass schon mehr geblubbert als gedröhnt und wenn etwas blubbert, bin ich sowieso schon sehr zufrieden.
    Der Mann / die Männin ;-) am Mischpult ist und bleibt die zentrale Schaltstelle in Sachen Sound. Wenn die Anlage aber schlicht und einfach zu schlecht ist, können die auch nix mehr machen.
    Ich befürchte ja, das bei diesen UK – Dub – Events auch viel zu viel Bass für meinen Geschmack reingedreht wird. Wenn ich schon höre , das da nicht nur die Scheiben ( wenn noch vorhanden ) klirren und sogar das Zwerchfell unangenehm vibriert, ist das für mich nix. Ich bin ein Genießer und wenn das mit dem Bass schmerzhaft wird, ist es für mich vorbei, mit dem Genuss.
    Für mich hat das auch etwas mit Geschmack zu tun. Um es mal wieder mit dem Essen zu vergleichen, würde ich sagen, das mir diese Dub Events wahrscheinlich zu sehr versalzen sind. Essen ohne Salz ( wie machen das die Rastas nur ? ) geht minus aber
    zu viel Salz ist noch schlechter. Am Mischpult müssen also Leute sitzen, die ganz genau wissen, wie man welches Essen zu würzen hat. Manchmal sitzen halt Leute am Mischpult, die von Gewürzen bzw. von Sound überhaupt keinen PLan haben. Ich gebe ja zu, ich habe da auch keinen Plan aber ich mache das ja auch nicht beruflich.

    So viel wollte ich jetzt eigentlich gar nicht schreiben aber es is wieder so aus mir herausgesickert …… lemmi

  4. Der Bass und die Lautstärke scheinen ein generelles Problem zu sein. Entweder sind die Hallen zu groß oder die Leute am Mischpult verstehen einfach ihr Geschäft nicht mehr. Früher haben die Sound-Engineers ihr Mischpult in- und auswendig gekannt. Meist haben sie das Teil selbst zusammengebastelt und kannten deshalb jede perfekte Einstellung blind. Heute ist die Technik wesentlich besser, aber die Herrschaften sind nicht mehr in der Lage, das Mischpult so zu beherrschen, dass ein akzeptabler Sound entsteht. Es kann doch nicht sein, dass einem heute an der Abendkasse gleich Ohrstöpsel mitgegeben werden. So geschehen beim SEEED Konzert in der SAP-Arena in Mannheim. Freunde von mir waren dort und beklagten sich bitterlich über die nicht mehr zu ertragende Lautstärke und den verzerrten Klang auf den Rängen.
    Das ist nicht das erste Mal, wo mir so etwas zu Ohren kam. Der Klang im Innenraum der SAP-Arena ist ganz ok, jedoch auf den Rängen herrscht immer das selbe Problem. Bei diesen gesalzenen Preisen muss man unbedingt mehr erwarten können.

    1. So sind also auch die Preise schon versalzen. Mich würde mal interressieren, wie viel das Seeed Konzert denn so gekostet hat.
      Wenn es mehr als 50 Euro waren, macht euch schon mal auf den nächsten Shitstorm von mir gefasst. Ich sag nur Dub Syndicate haben nie mehr als 15 Euro gekostet ! Wenn Seeed auch nur einen Cent mehr bekommt, kann ich nur wieder sagen „Babylon System is the Vampire“. Ganz davon ab hätte ich für ein weiteres Dub Syndicate Konzert auch locker 100 Euros hingeblättert.
      Und wenn es jetzt nochmal eins geben würde , hole ich auch nen Tausender aus der Box.
      Das Lauteste, was ich jemals gehört habe, waren Asian Dub Foundation. Am Mischpult saß kein geringerer als Carlton „Bubblers“ Ogilvie. „Vorgruppe“ war Adrian Sherwood, da war noch alles Ok mit dem Sound aber bei ADF ( da darf man sich aber auch keinen Buchstabendreher erlauben ) habe ich mir freiwillig Ohrstöpsel geben lassen. Das ist eigentlich an Dummheit nicht mehr zu überbieten. Anstatt einfach nur ein wenig am Volumenknopf zu drehen, stöpseln wir uns lieber die Ohren zu um es leiser aber leider auch voll dumpf zu hören. Mannchmal zweifele ich nicht nur an meinem Verstand, sondern ich glaube das jeder Mensch lediglich über eine gewisse Inselbegabung verfügt, mit der er sich dann duchs leben schlägt. Schnürsenkel selbst zubinden ist da schon eine echte Transferleistung.

      Ich gehe ins Tor ………….. lemmi

  5. SEEED Tickets von knapp 54 € bis max. 179 € fürs Business-Ticket -unglaublich!?!

    Ich darf garnicht sagen, was Konzerte früher kosteten. Damals sind Bands getourt, um ihr neues Album zu promoten. Konzert-Tours waren für die Bands meistens ein Minusgeschäft. Heute finanzieren sich Bands mit Konzerten. So ändern sich die Zeiten.

    SEEED machen jetzt nochmal die große „Absahnetour“ und gut is.

    Babylon Shitstem is a vampire
    Sucking the children day by day….
    The Babylon system is the vampire
    Sucking the blood of the sufferers…
    Building church and university
    Deceiving the people continually…

    Fast 40 Jahre ist das her und es hat sich nix geändert

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