Radikal Vibration: Abaddown

Bei Steppers gehen hier die Meinungen ja stets deutlich auseinander. Ich bin diesbezüglich jedoch völlig open minded und weiß guten Steppers sehr zu schätzen. Ich liebe  Sound System-Nächte, in denen die Bässe über den Köpfen der Tanzenden herein brechen wie Sturmfluten. Nächte, in denen Körper und Rhythmus eins werden. Dazu kann ein Dub gar nicht repetitiv genug sein. Was auf dem Sofa vielleicht langweilig klingt, ist im Sound System gerade recht. Nur wenige Beat-Schmieden beherrschen die Kunst, diese repetitiven, meditativen, magischen Dubs zu bauen, die im Sound System so perfekt funktionieren. Eine davon residiert – nicht im UK, sondern in Genf: Radikal Vibration. Der Name ist Programm. Die vier Beat-Producer und Sound System-Operators Sabu, Son’Ja, Robert Safety & Flegus liefern ultimative Hardcore-Beats, die sie mit illustren Vocal Artists dekorieren, oder auch pur zum besten geben. Letztes Jahr veröffentlichten sie das Brother Culture-Album: „Code Name“, aus dem der Hit „Jump Up Pon It“ hervor ging. Soeben legten sie mit „Abaddown“ (Evidence Music) ein zweites Album mit diversen Vokalisten wie King Kong, Mark Wonder, Micah Shemaiah, Teacha Dee, Wayne Smith, Senham Smith und anderen – aber auch mit vier wuchtigen Dubs nach. Ich bin davon schwer beeindruckt (die Betonung liegt auf „schwer“). Vor allen die Dubs dröhnen in meinen Ohren, dass es eine Wohltat ist. Ich würde sagen: Der diesjährige Heavy-Bass-Prize geht – auf den letzten Drücker – in die Schweiz!

Meine Wertung:

Ein Gedanke zu „Radikal Vibration: Abaddown“

  1. Das Leben ist schon manchmal hart !
    Ich hätte es niemals für möglich gehalten, das ich mich als Reggae und Dub Fan mal so „obsolet“ fühlen würde. Ich fühle mich regelrecht ausgebotet und auf dem Abstellgleis, wo schon Wiesen und Bäume kreuz und quer drüber gewachsen sind.
    Ebenfalls hätte ich nicht gedacht, das ich mal sagen würde :
    Reggae bzw. Dub ist doch immer das Selbe ! Aber für mich hören sich die „Dubs“ hier alle nahezu gleich an. Ich werde es wohl auch immer Wiederholen müssen aber ne richtig gute Bassline geht meiner Meinung nach anders. Der einzige der sich hier nicht mit diesem Einheitsbrei zufrieden geben wollte war wohl der letzte Mohikaner in Sachen TopRootsReggae der noch existiert. Ein Mann der noch Melodien entwickeln kann und sich selten bis gar nicht mit schlaffen Riddims zufrieden gibt. Die Rede ist von Micah Shemaiah !!! Lieber nen alten Riddim aus Jamaica, als so schlaffe untalentierte Riddims mit der ewig gleichen Bassline.
    Brother Culture ist mir schon ganz sympathisch aber die meisten anderen haben für meinen Geschmack alle noch nix gerissen.
    Vielleicht hat der eine oder andere mal ne ganz nette Single rausgebracht aber gegen Bob Marley, Peter Tosch, Bunny Wailer,
    Burning Spear und LKJ ( nur damit jeder weiß wovon ich rede, denn die Liste ist schon noch sehr viel länger ) sind das alles Schlaffies, wenn ich das als alter ReggaeFan mal so sagen darf. King Kong hat mich noch nie begeistert, auch nicht mit Roots Radics oder Sly and Robbie. Wayne Smith ….. ihr könnt mir gern mal einen guten Tune von ihm empfehlen, wenn es einen gibt.
    Infinite, Exile Di Brave, Mark Wonder sind für mich alles kleine Fruchtfliegen, die hier und da mal nen guten alten Riddim geritten haben aber den Reggae in keinster Weise vorwärts gebracht haben. Alles Masse statt Klasse. Wo sind die Artists, die den Segen bekommen haben ? Es gibt zu viele Trittbrettfahrer. Eine ganz klare positive Ausnahme ist Micah Shemaiah ! Ich glaube ich bin Fan von ihm ………
    Das sind teilweise harte Worte von mir aber der hardcore sound ist auch hart zu mir. Wenn die Hardcore Dubscene oder wie auch immer man dieses Phänomen bezeichnen will, dazu Nächtelang auf – und abhhüpfen möchte, dann bitteschön aber mir ist das zu
    öde.
    Bei all der harschen Kritik, muss ich aber jetzt trotzdem dazu sagen, das ich mir manchmal auch den einen oder anderen Dub aus dieser Richtung gern anhören kann und sogar dabei abhotte. Aber Nächtelang immer nur eine, wenn überhaupt nur leicht abgewandelte Bassline, macht für mich noch lange kein souveränes DubEvent aus. Zudem wird dieser monotone Bass dann auch noch so dermassen überrissen, das es nicht mehr wohltuend ist.
    Da gibt es wesentlich bessere Dubs aus der Schweiz !!! …………………;-)
    Tut mir Leid René aber wie Du ja im ersten Satz schon gesagt hast, gehen hier die Meinungen in Sachen Steppers deutlich auseinander ………..

    Greetings from the Good, the Bad and the Ugly …………….. lemmi

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