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Abassi All Stars: Dub Conference

Dub Conference

Dub ist ja bekanntermaßen die Mutter aller Remixe. Auf die Idee, den Remix zu remixen, kamen vor Neil Perch schon andere, doch der UK-Dub-Pionier setzt diese Idee mit seiner seit 2009 laufenden Reihe „Abassi All Stars Meet …“ bisher am schönsten um. Die Reihe besteht aus inzwischen elf 7“-Singles aus farbigem Vinyl, die jeweils zwei Dub-Versionen eines Rhythms präsentieren: auf der einen Seite die Version von Neil Perch, auf der anderen die eines befreundeten Dub-Produzenten. Nun liegen die elf A-Seiten mit den Versionen von Neil schön handlich gebündelt in Form des neuen Albums der Abassi All Stars vor: „Dub Conference“ (Universal Egg). Die spannende Möglichkeit, zwei Versionen eines Dubs miteinander vergleichen zu können, besteht in dieser Form zwar leider nicht mehr, aber die hier versammelten elf Tracks sind so gut, dass es schade wäre, aus Platzgründen nur die Hälfte von ihnen hören zu können (eigentlich wäre ein Dub-Doppelalbum hier perfekt gewesen). Ich bin von der Dub Conference, die Neil Perch hier mit seinem Alter Ego, den Abassi All Stars, abhält, ziemlich begeistert. Alle Tracks basieren auf kraftvollen, abwechslungsreichen und sehr schön melodischen Produktionen, die Neil entweder im Alleingang oder als Co-Produktion realisiert hat. Bereits der erste Track, „New World Dub“, der zusammen mit den Vibronics entstanden ist, gibt mit seiner melodiösen, geradezu hüpfenden Bassline die Marschrichtung Soundsystem vor. „Acropolis Dub“ schließt nahtlos an und protzt mit einem beeindruckenden, an Dubstep gemahnenden, verzerrten Bass. „Solar System Dub“ lässt mich mit seinem extrem akzentuierten Offbeat und den Elektro-Anklängen unweigerlich an frühe Zion Train-Produktionen denken. Ebenso der Track „African Pressure“, in dem die House-Elemente noch präsenter sind. Auch „Better Collie“ zählt zu meinen Favoriten: Zu einem heftigen Steppers-Beat mit wobbelnder Bassline erläutert Longfingah wortreich die Vorzüge guten Ganjas, bevor der Tune in einen beeindruckenden Dub durchstartet. Obwohl alle Tracks nah am UK-Steppers gebaut sind, vermeiden sie ausgetretene Pfade und glänzen statt dessen mit Ideenreichtum und starken Kompositionen. Gutes Sound System-Material, das auch zuhause funktioniert – sofern die Lautsprecherboxen groß genug sind!

My verdict: Strong dubs, great compositions. Made for soundsystems but avoids the UK-steppers cliché.
My rating: 7,5 (out of 10)
Check it out: Juno

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