Kategorien
Dub

Alpha & Omega – Shadrach, Meshach and Abednega

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von Steppas Records melden sich Alpha & Omega mit „Shadrach, Meshach and Abednego“ zurück. Das Album versammelt wie der 2017er Vorgänger „One by One“ fünf Vocal-Tracks mit zugehörigen Dubs im Showcase-Style. Große Überraschungen offenbaren sich nicht: Die britischen Soundsystem-Pioniere bedienen in mystischem, monotonem und bassgewaltigem Gewand etablierte A&O-Hörgewohnheiten. Musikalisch an aktuelle Produktionsmöglichkeiten angepasst, klingen die Tracks frisch, verlieren dabei aber trotzdem nicht den typischen A&O-Sound. Christines live eingespielter Bass unterstreicht die auditive Hochwertigkeit. Mit Joseph Lalibela, Ras Tinny, Wellette Seyon, Danny Red und Nai-Jah versammelt sich ein Querschnitt zeitgenössischer Roots-Sängerinnen. Letzterer verbucht mit seiner sanften und klagenden Stimme auf „Maisha“ das Highlight der Platte für sich. Joseph Lalibela verarbeitet, gewohnt apokalyptisch, die Geschichte der drei judäischen Männer des Albumnamens in „Steppin in the Fyah“. Diese verweigerten nach biblischer Erzählung dem babylonischen König Nebukadnezar den Kniefall und überlebten die Todesstrafe im glühend heißen Ofen. Explizit religiöse Thematiken greift der Großteil der Titel auf, so auch „Jah is Here“ und „Hail Him“. Wellette Seyon formuliert ihre Botschaften in „Real Eyes Realize“ abstrakter. „Shadrach, Meshach and Abednego“ liefert solides Soundsystem-Futter für Tanzwütige und Bassverrückte und ist erhältlich als Vinyl, Download und im Streaming.

Bewertung: 3.5 von 5.
Kategorien
Dub

Babe Roots – Remixes EP

Babe Roots bedient mit seinen deepen und technoiden Klängen die etwas in den Hintergrund geratene Nische des Dubtechno. Der Sound des italienischen Produzentenduos erinnert stellenweise an Veröffentlichungen der Genrepioniere Rhythm & Sound. Im Unterschied dazu gelingen dem relativ jungen Projekt jedoch häufiger catchende Reggae-Hooklines. Auf dem gleichnamigen Erstlingswerk entdeckt die Hörerschaft neben „Kunta Kinte“ auch Burnings Spears „Jah nuh dead“. Zudem verlieren sich die Songs weder allzu sehr in repetitiver Streckung noch tauchen sie nach einmaligem Hören in der Bedeutungslosigkeit ab. Der große Erfolg der Debüt-LP 2017 rief eine ganze Reihe Interessierter auf den Plan. Neben den Begründern selbst, zerlegen und interpretieren nun Mike Schommer, DB1, Felix K. und Forest Drive West insgesamt fünf Songs auf der „Remixes EP“. Letztere beiden blähen die Ursprungswerke um einige Minuten auf. Forest Drive West dünnt minimalistisch aus, während Felix K. brachial nach vorne treibt. Am gelungensten wirkt Schommers Neuschöpfung: nach einer halben Ewigkeit, beinahe quälendem White Noise, lässt der Deepchord Co-Founder die Hunde von der Leine – wenn auch gemächlich. Die vorliegende EP versammelt interessante Ausflüge und Ansätze für all jene, die beim Begriff Techno nicht gleich Reißaus nehmen. Für den Einsatz im Soundsystem greifen Plattendreher*innen besser auf die Originalveröffentlichung zurück und hieven Babe Roots aus der unbeachteten Nische. „Remixes EP“ erscheint bei Echocord als Vinyl oder Download.

Bewertung: 4 von 5.