Boom One Sound System, 3000 Worlds, B. Davis: Approaching Dub Station Alpha

Boom One Records (BOR) ist ein kleines Independent Label aus North Carolina, welches sich auf Reggae, World- und Electronic-Musik mit Dub als gemeinsamen Nenner spezialisiert hat. Bei dem vorliegenden Album aus dem kleinen aber feinen Katalog, Approaching Dub Station Alpha (Boom One Records), handelt es sich um das Dub-Pendant des „Blood Fire“ Albums von B. Davis, einem Sänger, der in der Tradition des 70er Jahre Roots Reggae mit Conscious Lyrics tief verwurzelt ist. Mit dem Dub-Album begeben sich das labeleigene Boom One Sound System mit vier und 3000 Worlds mit drei Dub-Remixen auf eine externe, intergalaktische Klangreise und entführen die Hörer in die tiefen Gefilde des klassischen Dubs. Immer wieder schweben Gesangsfetzen des Originalalbums vorbei und verlieren sich wieder in den unendlichen Weiten des Universums von Echo, Hall, Reverbs und Tape-Delays. Nehmt euch Zeit, entspannt und lasst euch von den kosmischen Schwingungen (ver)leiten, während sich Raum und Zeit auf dieser ätherisch, dubbigen Reise durch die Galaxis krümmen.
Insgesamt ein fettes, relaxtes Album auf dem sowohl das amerikanische Boom One Sound System mit seiner Mischung aus Reggae und Electronica kombiniert mit klassischen Dubelementen als auch der in Tokio ansässige Reggae/Ethno-Produzent 3000 Worlds überzeugend punkten können. Beide Soundtüftler begeistern mit einer grandios psychedelischen Klangmischung aus instrumentalem Reggae und Dub. Alles gute, analoge Handarbeit kombiniert mit klassischem Synthesizer-Sound.

Meine Wertung:

Soothsayers: Tradition Remixed

Die Soothsayers aus Süd-London stehen für einen wunderbar frischen Musikstil, der sich grundsätzlich am Klang des frühen Reggae orientiert, darüber hinaus aber sehr charmant mit anderen Musikstilen flirtet und stets für sehr abwechslungsreiche und spannende Alben sorgt. Ihr siebtes Album, „Tradition“, erschien letzten Sommer. Nun ist die Dub-Version da: „Tradition Remixed“ (Wah Wah 45). Okay, „Dub-Version“ ist vielleicht etwas beschönigend, denn eigentlich handelt es sich um Remixes jedweder Couleur von Artists der verschiedensten Genres. Aber ist Remix nicht immer auch Dub? Nick Manasseh ist jedenfalls mit einem grandiosen Dub-Mix vertreten. Ansonsten gilt es, über den Tellerrand hinaus zu blicken und sich die vom Dub-Bass verstopften Ohren mal mit freshen Beats durchpusten zu lassen.

Meine Wertung:

High Disciple: High Disciple

Im Nordosten New Jerseys gibt es seit 2015 eine Band, die als Duo begann und seit 2017 als Trio unterwegs ist, High Disciple. Die drei Herren (Bass, Drums, Gitarre, Synth) fanden sich via Internet und stellten bald fest, dass sie musikalisch eine große gemeinsame Schnittmenge haben. Ihre Haupteinflüsse sind die große Bewunderung für die Bad Brains, Adrian Sherwoods Produktionen, King Tubby, The Grateful Dead, Syd Barrett, die frühen Pink Floyd aber auch einige Dub- und Classic-Rock-Einflüsse sind unüberhörbar. Alleine die aufgezeigten musikalischen Einflüsse lassen eine wilde Mischung erwarten. Auf dem 2018er selbst produzierten Debut, schlicht „High Disciple“ (Ernest Jenning Record Co.) betitelt, macht das Trio eine spannende, schwer beschreibbare Musik, weil sie sich jeglicher Genre Einordnung entzieht. Man könnte sie vielleicht am besten als eine Art spacy-trippy-surfy-dubby-free-Form-Jam-Session bezeichnen. Sorry, aber eine treffendere Beschreibung habe ich leider nicht parat.
Jedenfalls haben wir mit High Disciple wieder einmal eine dieser Bands, welche die Grenzen des Dub neu auslotet, ganz weit in andere Bereiche verschiebt, keinerlei Berührungsängste hat und so richtig in keine Schublade passt. Für Hardcore-Reggae-Dub-Freunde dürfte das Werk von High Disciple nichts sein. Mir persönlich taugt so etwas richtig gut.

Meine Wertung:

Jim the Boss: Dub in HiFi

Das haben wir immer wieder: Sound-Ingenieure, die all ihr Können darauf verwenden, historische Sounds nachzuproduzieren. The master of them all könnte Jim the Boss sein. Er ging die Sache 2013 zielstrebig und planvoll an, vergrub sich in seinem Studio in New Jersey und bastelte so lange am Sound, bis es ihm gelang, den Klang des Reggae der frühen 1970er nahezu perfekt zu klonen. Natürlich nicht digital, sondern mit schönem, alten, angeranztem Analog-Studio-Equipment. Und siehe da, die Welt hatte auf seinen Reggae-Sound gewartet. Jim veröffentlichte 2016 die Sammlung seiner bisherigen Produktionen auf dem Dub-Album „Hudson Soul“ und stürmte damit die Genre-Charts bei iTunes und Beatport. Nun legt er nach mit „Dub in HiFi“ (Hudson Soul), und knüpft damit an „Hudson Soul“ an. Ist ja irgendwie auch logisch, dass es nicht Sinn eines Retro-Sounds sein kann, sich weiter zu entwickeln. Mich begeistert in solchen Fällen immer die handwerkliche Meisterschaft der Retro-Fetischisten, nicht aber das ästhetische Konzept. Warum Musik aufnehmen, die es schon gibt? Hier aber, muss ich gestehen, werde ich schwach: Ich finde nicht gut, was Jim da macht, aber ich bin ihm trotzdem verfallen. „Dub in HiFi“ klingt grandios, schön rau und kantig, enthält massenweise Zitate, denen nachzuspüren richtig Spaß macht und bietet darüber hinaus auch noch wunderbare Melodien. Übrigens gibt es das Album bei keinem einzigen Streaming-Dienst, dafür aber bei Bandcamp zum kostenlosen Download.

Meine Wertung:

Akae Beka: Better World Rasta Dub

Vaughn Benjamin aka Akae Beka, der charismatische Sänger aus St. Croix mit der Stimme, die mich immer entfernt an Norman Grant von den Twinkle Brothers erinnerte, ist tot. Diese Nachricht verbreitete sich gestern Abend wie ein Lauffeuer und löste in der Reggae Community große Bestürzung aus. Vaughn Benjamin, der ehemalige Sänger der Band Midnite, der seit 2015 als Akae Beka die Reggaewelt begeisterte, ist, wie seine Plattenfirma mitteilte, am 04.11. völlig überraschend im Alter von gerade mal 50 Jahren verstorben. So wie es aussieht, wird wohl das am 11. September veröffentlichte Album „Better World Rasta Dub“ (Rastar Records) sein letztes Lebenszeichen bleiben. Zu dem Album gibt es verdammt wenig Information, laut Album Notes soll es sich um einen Live-Instrumental Dub handeln, genauer erklärt wird das leider nicht. Das ungewöhnliche Album klingt rau, roh ist vielleicht die treffendere Beschreibung, auf Schnickschnack wie umfangreiche Remixe, Overdubs und andere musikalische Verfeinerungen wurde verzichtet. Hört euch bei Interesse die 11 Titel selbst an, eine Wertung von meiner Seite bleibt aus gegebenem Anlass aus.
RIP Vaughn Benjamin aka Akae Beka and many thanx for good vibrations

Meine Wertung:

Dubsouls: Dubsouls in Session

Momentan bewegt sich unter dem Aspekt Fusion von Reggae/Dub und Jazz erfreulicherweise ausgesprochen viel. Die endgültige Trendwende began für mein Gefühl mit den Veröffentlichungen des Jazztrompeters Nils Petter Molvaer zusammen mit Sly & Robbie, gefolgt von den Saxophonisten Nat Birchall und Jan „King“ Cooper sowie dem Chronicles Dub Trio/The Dub Chronicles (Duo). Alles gestandene Jazzer, die mit ihren Alben der „jazzy side of Reggae/Dub“ den verdienten Tribut zollen. Nun liegt das Debütalbum „Dubsouls in Session“ (youthsounds.net) von Andrew „Murph“ Murphy vor, einem Jazzgitarristen aus Bath (GB), der seit über 30 Jahren in allen Genres mit verschiedensten Bands (Robert Plant/Jimmy Page, Rhythmites, Goldfrapp, King Prawn, Lee Perry, Radical Dance Faction, Black Box), hauptsächlich jedoch im Jazz als Duo/Trio oder Quartett, am Start ist.
Das Album „Dubsouls in Session“ ist gerade auf dem unabhängigen Plattenlabel Youth Sounds mit Sitz in London erschienen, das vom Killing Joke-Bassisten Martin „Youth“ Clover gegründet wurde.

Andrew „Murph“ Murphys musikalisches Spektum umfasst die Stile von Swing und Latin über Cool bis Gypsy Jazz. Seine unüberhörbaren Vorbilder sind Wes Montgomery, Django Reinhardt und natürlich der legendäre jamaikanische Gitarrist Ernest Ranglin. Reggae begleitet „Murph“ nach eigenen Aussagen bereits sein ganzes Leben und dieses Mal hat er ein Septett aus Allstars, die Dubsouls zusammengestellt, das seinen selbst komponierten Instrumental-Reggae mit leichten Dub-Anklängen sehr entspannt interpretiert. Die für Andrew „Murph“ Murphys prägenden Einflüsse reichen vom frühen jamaikanischen Ska über Rocksteady bis hin zur Dub- und der Soundsystem-Kultur der 70er Jahre.

Die Session wurde live eingespielt und auf 4-Track-Tape aufgenommen, was den Aufnahmen ein authentisches Old-School-Feeling verleiht. Abgemischt wurde das Album dann von Jamie Grashion. Die Stücke wurden im klassischen Jazzformat eingespielt, der Melodie folgt die Improvisation, die dann gegen Ende des Stückes zur urspünglichen Melodie zurückkehrt.
Ein schönes Instrumental-Album, jedoch ohne viel Dub, wie eigentlich der Titel erwarten ließe, das keinerlei Hektik aufkommen lässt, völlig relaxt daherkommt und auch (nur) als Hintergrundbeschallung für ein gepflegtes Candlelight Dinner oder zu einem entspannten Abend wie die Faust aufs Auge passt.

Meine Wertung:

Manjul: Dub to Mali, Season 3, „Douba“

Halb Afrika ist Dancehall-verrückt. Klassischer Reggae hingegen hat einen schweren Stand. Da braucht es schon einen französischen Produzenten wie Julien Souletie, besser bekannt unter dem Namen Manjul, der seinen Lebensmittelpunkt von Paris nach Bamako in Mali verlegt, um hier mit afrikanischen Musikern Roots-Reggae aufzunehmen. Einen Überblick seiner Produktionen lieferten 2004 und 2007 seine beiden ersten „Dub to Mali“-Alben. Nun – 12 Jahre später – ist mit „Dub to Mali, Season 3 – Douba“ (Humble Ark Records) das aktuelle Update erschienen und es macht eines klar: Majul schließt nahtlos an die beiden Vorgänger-Seasons an. Wie vor 12 Jahren bietet es handgespielten Roots-Reggae im typisch afrikanischen Sound, wie man ihn z. B. von Tiken Jah Fakoly kennt. Richtig schön wird es, wenn auch afrikanische Instrumente zum Einsatz kommen, oder (gelegentlich) Gesang erklingt. Dann spielt Majul die Stärken seiner Musik voll aus und das Album klingt wie der Soundtrack eines afrikanischen Road-Movies. Wonach es allerdings trotz seines Titels nicht klingt, ist Dub. Im Gegenteil: es hat mehr vom offenen, perkussiven Klang einer Live-Session, als von Elektro-Frickelei im dunklen Kellerstudio. Wer also mit der richtigen Erwartungshaltung kommt, kann an den schönen Melodien, den spannenden Arrangements und dem afrikanischen Flair viel Freude haben. Beinharte Dub-Fans sollten dem Titel nicht trauen.

Meine Wertung:

Chronicles Dub Trio: Reflections

Wir schreiben das Jahr 2016, damals hießen The Dub Chronicles noch Chronicles Dub Trio und das erste, selbst produzierte Album „Reflections“ wurde im Dezember veröffentlicht.

Chronicles Dub Trio ist (seit 2018 ein Duo) eine kanadische Dubwise-Roots-Rock-Reggae-Band aus Toronto, die virtuos den Sound der goldenen Vintage-Ära des Reggaes zu bewahren sucht und äußerst intelligent mit Jazz verknüpft. Das Trio hat sich voll und ganz auf die Rockers-Ära spezialisiert. King Tubby und Augustus Pablo sind als Vorbilder zweifelsfrei auszumachen.

Der Gitarrist, Alexei Orechin, ein absoluter Meister seines Fachs, ist wegen der Virtuosität auf seinem Instrument in Torontos Reggae-Szene auch als „Mad Mon“ bekannt. Er absolvierte das Elite-Jazz-Studium an der Universität von Toronto und ist laut eigener Aussage sehr vom Gitarrenspiel eines Ernest Ranglin und Jimi Hendrix geprägt. Mit satten Akkorden und/oder flüssigen, jazzigen Gitarrenläufen spielt er schöne, gleichzeitig intensive Melodien, die in analogen Dub-Delays dahinschweben.

Der Schlagzeuger Craig Rattos ist das Rückgrat der Band und hat seinen ganz eigenen Groove. Craig ist sehr stark von einigen der größten Schlagzeugern in der Geschichte der Reggaes, Leroy „Horsemouth“ Wallace, Carlton „Carly“ Barrett und Lowell „Sly“ Dunbar beeinflusst. Beim Hören werde ich oft an Carly Barretts drumming erinnert – einfach fabelhaft.

Der letzte im Bunde ist Jonathan Rattos, Pianolehrer und der Multiinstrumentalist in der Band. Zusammen mit seinem Bruder Craig absolvierte er eine Bachelor Jazz-Ausbildung am Humber College in Toronto. Jonathan hat neben dem Reggae/Dub eines Augustus Pablo auch noch ein unüberhörbar, großes Faible für den klassischen, alten Jazz-Sound. Die schweren Basslinien erzeugt er mit dem left-hand-bass for keyboards. Zusätzlich spielt er sämtliche Tasteninstrumente (org; piano, melodica) und steuert bei Bedarf, wie hier beim alten doo-wop Klassiker aus 1957 von The Rays „Silhouettes“ auch die Vocals bei. „Silhouettes“ wurde im Laufe der Jahre von vielen Künstlern neu interpretiert, auch von Dennis Brown gibts eine Version. Das Rattos Bruder-Duo ist in Sachen Klangdichte vergleichbar mit Carly und Aston Barrett oder den Rhythm Twins Sly Dunbar und Robbie Shakespeare. Alles in allem eine höchst interessante Klangmischung, die das Chronicles Dub Trio hier gekonnt abliefert.

„Reflections“ wird ganz sicher all denen gefallen, die den Jazzeinfluss im Reggae und Gitarrenläufe à la Ernest Ranglin schon immer lieben. Hörts euch selbst an, ich kann nicht genug davon bekommen. Die Jungs sind wirklich eine Klasse für sich.

Meine Wertung:

Radio 77: Future Wave Bass

„Shoowab-Shoowab, Shoowab-Shoowab …“, die ersten Textzeilen des Debut-Albums „Future Wave Bass“ von Radio 77 machen schon klar, wohin die Reise gehen wird: in seichte Gewässer. Vier sanft-melodiöse Songs (“Walking On The Moon“ von The Police, Carlton & The Shoes “Love Me Forever“,“I Only Have Eyes For You” von den Flamingos sowie “Tonight“ von David Bowie und Iggy Pop) plätschern hier über klassisch schöne, aber nicht minder sanftmütige Reggae-Backings. Der Laid-Back-Style ist dem sehr, sehr, sehr samtweichen und hellstimmigen Gesang von DJ Joey RAD1O geschuldet. Zweifellos schöne Melodien, aber so dargeboten, klingt es für mich etwas nach Schlager. Immerhin sind da allerdings noch die Reggae-Backings, und die kommen in Form vierer begleitender Dubs sehr zu ihrem Recht. Produziert von Dubmatix, sind sie für seine Verhältnisse zwar auch ein wenig glatt geraten, aber immerhin stört hier kein Gesang. Das Album ist nur in digitaler Form unter dem Titel „ Future Wave Bass“ erhältlich. Merkwürdiger Weise steht auf dem Cover aber der Titel „ Future Wave Dubs“. Egal, wobei: „Future“ stimmt angesichts der Titelauswahl auch nicht ganz.

Meine Wertung:

Chuck Foster: Hotter Fire Dub

In amerikanischen Reggaekreisen und Kalifornien ist der Alt-Hippie Chuck Foster ein bekannter Name. Richtig bekannt wurde er als Moderator mit der Sendung Reggae Central beim Sender KPFK 90.7 FM in Los Angeles und als langjähriger Kolumnist für das nicht mehr existierende Beat Magazine und den Reggae Festival Guide. Chuck Foster ist Autor von zwei Sachbüchern über „Roots Rock Reggae: An Oral History of Reggae Music From Ska To Dancehall“ und „The Small Axe Guide To Rocksteady.“.

Seine Karriere startete er als Musiker und arbeitete dabei in einigen der besten Aufnahmestudios von LA. Das war lange bevor er seine Karriere als Moderator beim Radio begann. Neben seiner sonntäglichen Radiosendung, die er seit über 20 Jahren moderiert, besann sich Foster in den letzten Jahren wieder auf seine Wurzeln als Songwriter, Interpret, Produzent und Labelinhaber von „Catch Me Time Records“. Er hat mittlerweile auf seinem Label fünf eigene Song-Alben plus deren Dub-Pendants veröffentlicht. Seine jüngsten Veröffentlichungen sind ein Vokalset „It’s Time“ sowie das dazugehörige Dub-Set „Hotter Fire Dub“ (Catch Me Time Records). Sämtliche Tracks wurden im „Rough Sounds Studio“ in Redondo Beach, Kalifornien, aufgenommen. Die daran beteiligten Musiker waren Chuck Foster (vocs, git.), Mike Irwin (bass), Tony Bird (keyb.), Rex Bailey und Alberto Fernandez (lead-git) sowie Prince Fattys alter Kumpel, der englische Drummer Horseman.

Chuck Fosters Stil auf „Hotter Fire Dub“ ist solider, traditioneller Reggae/Dub, der tief in der klassischen, goldenen Reggae-Ära verwurzelt ist. Erwartet also keinen großen Schnickschnack mit tausend Effekten und akustischen Gimmicks, es ist einfach nur grundsolider Dub mit schönen Westcoast-Gitarrenklängen. Auf dem Album bedient sich Chuck Foster verschiedenster Musikstile, bei „Dance“, das mit einem Ska-ähnlichen Tempo daherkommt, klingen Country & Western Gitarrenriffs an. Bei „Wicked Dub“ sind subtile Rocksteady-Einflüsse nicht zu überhören und in „Dubbing The Blues“ wurden Bluesanleihen gekonnt verarbeitet. Eine Hommage an die klassisch lockere, gitarrenlastige Musik Kalifoniens sind dann „West Coast Version“ und „Homeless Encampment Version“, hier hören wir schöne, dubbige und typische Westcoast Gitarrenriffs. Abgemischt wurden die 15 Titel des Albums von Chuck Foster selbst und dem Bassisten Mike Irwin. Wie bereits bei den früheren Dub-Alben bleiben Foster und Irwin ihrer Linie treu und präsentieren soliden 70er Jahre Dub mit fetten Bass-Lines, One Drop und frei schwebenden Fetzen von Gitarrenriffs, die sich in Echos und Reverbs verlieren. Wie Chuck Foster bin auch ich der Auffassung, dass Dub die reinste Form des Reggaes ist, also die „Essenz“ des Ganzen.
Well done…

Meine Wertung: