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Lone Ark Riddim Force: Soul Rebel in Dub

Soul Rebel in Dub“ der Lone Ark Riddim Force (A-Lone/Evidence) ist für mich eines dieser Alben, die man nicht nur hört, sondern irgendwann einfach kennt. Viele der Vocal-Versionen aus dem Lone-Ark-Kosmos – mit Alpheus oder Ras Teo – habe ich über die Jahre ohnehin verinnerlicht, und genau deshalb fühlt sich dieses Dub-Set so vertraut an. Roberto Sánchez, der in seinem Studio in Santander seit Jahren unzählige fantastische Tracks produziert, hat sich hier schon fast selbst übertroffen. Jeder Track ein Killer – no Filler – wie wir früher zu sagen pflegten. So viele musikalische Ideen auf einen Haufen gab es selten – auch nicht von Roberto Sánchez. Was mich an diesem Album besonders packt, ist die kongeniale Rocksteady und Early-Reggae-Ästhetik. Die Rhythms haben die leichtfüßige Beschwingtheit, jener goldenen Ära – aber hier eben mit satten, zeitgenössischen Sound. Die gezupften Gitarrenmelodien sind wunderschön, die Bläser sitzen perfekt, nichts ist überladen oder aufgeblasen. Und da Sánchez eher sparsam mit Dub-Effekten umgeht – teilweise klingt es fast wie klassische B-Seiten-Versionen –, wirkt das Ganze auf eine sehr angenehme Art entschlackt: klare Räume, klare Ideen, keine selbstzweckhafte Effekte, sondern musikalische Substanz.

Bewertung: 4.5 von 5.

2 Antworten auf „Lone Ark Riddim Force: Soul Rebel in Dub“

Mmmmh, soll ich oder soll ich nicht ? Eigentlich hatten wir ja in den letzten Tagen genug bad vibes in den Kommentaren. Aber ich muss gestehen, mir ist das zu lasch. Wie ein Essen im Seniorenheim. Blos nicht zu viel Gewürz dran machen und auch die Grundsubstanz möglichst wässrig halten. Nee, ich weiß nicht wer da zupft, bläst und trommelt aber ich spüre da bei weitem noch nicht die Kraft und Intensität der RocksteadyMusik, wie sei einst in Jamaika gespielt wurde.
Vielleicht ist meine „Gehörzunge“ durch die original Gerichte von einst einfach zu verwöhnt. Ich weiß es nicht. Vielleicht bin ich nur connaisseur aber kein Gourmet. Keine Ahnung ! Aber wenn ich die alten Rocksteady „Nummern“ von z.B. Errol Brown höre, bin ich wieder der Feinschmecker.
Und seine DubMixe haben wesentlich mehr Wumms als die „sparsamen DubEffekte“ von Roberto Sanchez.
Ich versuche etwas vorsichtiger zu sein, denn ich möchte nicht als ahnungsloser ReggaeEnthusiast abgestempelt werden. Ich schreibe – wie immer – aus dem Bauch heraus. Ich weiß nicht ob es wirklich Errol Brown war, der dabei als Engineer die Hauptrolle gespielt hat. Aber Errol Brown hat – für meinen Geschmack – schon damals wesentlich spannendere Dubs gemixt. Da war was los ! Für Roberto Sanchez bin ich zu müde und zu alt. Ich brauch „more and stronger kicks in my ass“.

Ansonsten, viel Spaß damit ………………. lemmi

Es muss ja nicht wie rocksteady aus Jamaika klingen, inspiriert davon ja. Wem es zu clean und teilweise wirklich zu geradlinig ist sollte 70, 80er ska, rocksteady und Reggae hören. Es liegt an der Zeit, es liegt daran welche Maschinen benutzt werden und wer sie benutzt, jemand der komplette neue Dubs kreiert in einer Zeit wo das Genre seinen Aufschwung hatte oder jemand der viel mehr Möglichkeiten hat aber „überfüllt“ ist mit guter Reggae und Dub Musik…sollte eigentlich noch mehr Kreativität zurück bringen aber ja. Vielleicht ist man auch einfach vom Mensch und vibe so und produziert einfach, „saubere“ Reggae Musik mit weniger Zeitgeist als damals im JA, wo nur Reggae vibes in der Luft, im Essen und überall war. Und soziale und gesellschaftliche Umstände die Musik extrem geprägt haben. Anders als in der spanischen Countryside…

So far, ich halte Robert Sanchez trotzdem für einen der besten und aktivsten Produzenten unsere Zeit. Habe ihn dieses Jahr kurz kennengelernt, sehr humble und irie! Ich respektiere seine Arbeit sehr!

SELAH!

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