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Dub

Portugal Dubwise

Erwähnte ich schon, wie sehr es mich verblüfft, aber auch ungemein freut, dass Dub inzwischen an fast jedem Ort der Welt entsteht, gespielt und von netten Menschen gehört wird? Ja, Dub ist echte „Weltmusik“ geworden – auch wenn sie nach wie vor weit unter der Wahrnehmungsschwelle des Mainstreams existiert. Wie nicht anders zu erwarten, tummelt sich auch in Portugal eine rege Dub-Szene, wie der Sampler „Portugal Dubwise“ (Subciety) nun eindrucksvoll unter Beweis stellt. Stattliche 19 Dubs von 19 unterschiedlichen Dub-Artists sind hier versammelt, was ja schon mal die quantitative Dimension der Szene deutlich macht. Aber auch stilistisch präsentiert sich Portugal hier äußerst vielseitig. Während die ersten Tracks Bilder von unendlich relaxten Dub-Produzenten herauf beschwören, die in Lissabonner Cafés sitzend und Cortado trinkend auf ihren Laptops Lounge-artige Beats zusammen klicken, offenbart der Mittelteil des Samplers die harte Seite der portugiesischen Dub-Produktion. Steppers-Dubs, die sich richtig ordentlich gewaschen haben und perfekt in ein Set von Marc Iration passen würden. Zum Schluss gibt es dann noch ein paar experimentellere Tracks zu hören, die sogar ganz dezent technoide Sounds anklingen lassen. Insgesamt ein überaus solider und mit viel Gespür für einen nahtlosen Flow kuratierter Dub-Sampler, der Portugal mit Nachdruck auf die Weltkarte des Dub setzt.

Bewertung: 4 von 5.

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Dub

Mafia & Fluxy Remembers King Tubbys: King of Dub

Mafia & Fluxy produzieren nach wie vor Musik am laufenden Band. Wohin bloß mit dem ganzen Material? Im Fall des neunen Dub-Albums des Duos: Mafia & Fluxy Remembers King Tubbys, „King of Dub“ (Mafia & Fluxy) heißt es: Ab in die Streaming-Dienste – ohne Pressemeldung, ohne Linernotes, ja sogar ohne Social Media-Post. Spricht daraus die Geringschätzung des eigenen Werkes? Oder handelt es sich gar um ein nur halbherziges Tribut? Nach meinen Geschmack hätte das Album jedenfalls mehr Aufmerksamkeit verdient, denn den beiden Musikern ist hier durchaus eine schöne Hommage gelungen. Tubby-Dubs, digital nachgespielt und neu gemischt – übrigens erneut von „The Pharmacist“. Wer nicht genau hinhört (und nicht vom überaus crispen Sound irritiert wird) könnte hier historische Aufnahmen vermuten. Der Dromilly Avenue-Sound ist verblüffend gut kopiert, die Flying Cymbals zischeln wie in Bunny Lees Originalaufnahmen, der Bass spielt eher im Hintergrund, während der komplette Sound Echokammern und diverse Modulationen durchläuft. Natürlich stellt sich wie so oft die Frage, warum Reproduktionen anhören, wenn es doch die Originale gibt? Ein entscheidender Grund ist zweifellos die Klangdynamik moderner Aufnahmen, an die wir uns inzwischen gewöhnt haben und gegen die historische Originale einfach blass wirken – so tragisch das auch seien mag. Ein anderer Grund ist möglicherweise die Ehrfurcht vor dem handwerklichen Können, das darin besteht, historische Sounds getreu nachzuahmen. Der dritte Grund ist vielleicht der schönste: Die Werke der alten Meister sind oft von so herausragender Qualität, dass man sie immer wieder gerne hört, wann immer es einen Anlass dazu gibt – und sei es die Neuerscheinung eines Retro-Dub-Albums.

Bewertung: 3.5 von 5.

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Dub

Principal’s: Treacherous Dub

Ein Aspekt, den ich an Dub ganz besonders liebe ist, dass Dub eine echte Weltmusik ist. Entwickelt in Jamaika, wird Dub inzwischen überall auf der Welt produziert, wobei keine einzelne Nation mehr im Vordergrund steht – wie noch vor 25 Jahren ziemlich deutlich das UK. Im besten Fall ließe sich noch behaupten, dass die meisten Dubs in Europa produziert werden, gefolgt von den USA, Asien und leider mit Jamaika als Schlusslicht. Mit Principal schießt sich nun auch Dänemark den Dub-Nations an. Hinter dem Namen verbirgt sich Rasmus Allin, der mit „Treacherous Dub“ (Stereo Royal) sein Dub-Debut vorlegt. Arbeitsplatz des inzwischen 50jährigen Dänen ist das Musikstudio, wo er seit den 1990er Jahren als Musiker, Songwriter und Produzent im Dienste der dänischen Musikindustrie arbeitet. Inspiriert von der britischen Trip Hop- und Drum ‘n’ Bass-Szene, entdeckte er den klassischen jamaikanischen Dub von King Tubby, Lee Perry, Augustus Pablo, Scientist und anderen Heroen. „Ich habe endlose Stunden im Studio damit zugebracht, den Sound der Dub-Originators zu reproduzieren,“ gibt er zu Protokoll, „Tape Delays, Filter-Boxen und sonstige analoge Effektgeräte – ich habe nichts ausgelassen.“ Womit er sich in die Schar unzähliger anderer Dub-Produzenten (wie. z. B. Prince Fatty, Roberto Sanchez oder auch Alborosie) einreiht, die der Sound-Mystik alter Dub-Produktionen nachspüren. Daher verwundert es nicht, dass „Treacherous Dub“ ins Sound-Gewand klassischen Dubs gekleidet ist. Aber die Reproduktion schrammeliger Dub-Sounds ist nicht die einzige Qualität des Albums. Souverän reiht Allin hier zehn kraftvolle – wenn auch mit durchschnittlich nur drei Minuten Spielzeit ziemlich kurze – Produktionen aneinander. Keine Platz schindenden X Versionen eines Tracks (Instrumental, Dub, Remix, etc.), sondern alles originäre Kompositionen, bei denen er auch noch (fast) alle Instrumentalspuren selbst eingespielt hat. Der Sound ist dabei richtig schön schizophren: wuchtig–dynamisch und schrammelig-analog zugleich. Aber so muss es ja auch sein. Clever arrangiert und smart gemixt, manchmal mit leichtem Jazz-Einschlag durch charmante Gitarrenklänge á la Ernest Ranglin, manchmal stripped to the bone, aber immer spannend und überraschend. Ich kann nur sagen: Rasmus Allin – Willkommen im Club.

Bewertung: 4 von 5.
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2. Meinung Dub

Aldubb: Mesozoic Valley

Aldubb ist unser aller Liebling. Seine „Planets of Dub“-Alben eroberten die Herzen der stolzesten Dub-Kritiker; – und was mich betrifft, besitzt der Berliner spätestens seit Erscheinen seines Epos „A Timescale of Creation – Symphony No. 1 in Dub minor“ den Adelstitel „Al von und zu Dubb“. Mit seinem neuen Album „Mesozoic Valley“ (One Drop Music) widmet er sich erneut der Ur- und Frühzeit unseres Planeten (die „Planet of Dub“-Alben gehören offenbar thematisch auch in die Reihe, wie mir gerade auffällt). Doch während die Symphonie ein im wahrsten Sinne „großes“ Werk war, kommt „Mesozoic Valley“ (One Drop) als rein digitale Produktion, also gewissermaßen als Laptop-Dub, geradezu bescheiden daher. Doch sobald der erste Track startet, ist es vorbei mit der Bescheidenheit. Der Bass bläst einem ins Gesicht und die Ohrläppchen flattern im Wind. Das ist Hardcore-Stuff fürs Sound System. Raus damit und Spaß haben – so kommt es mir vor. Mein Dubblog-Kollege gtkritz bemängelt fehlende Hooklines und mangelnde Prägnanz, womit er zwar durchaus Recht hat, was aus meiner Sicht hier aber gar nicht so entscheidend ist. Warum nicht einfach mal in Bass baden und sich wohl fühlen? Warum nicht mal nonchalant System 2 abschalten und System 1 seinen Spaß haben lassen? Ich würde sagen: „Mesozoic Valley“ anklicken (Streaming ist die passende Konsumform für das Album) und schön laut aufdrehen. Wer dann noch sagt: „nee, da fehlt mir Komplexität und die Reflexion der Bedingungen unserer Existenz“, den (oder die) verweise ich an die „Timescale of Creation“.

Lest auch die Rezension von gtkriz.

Bewertung: 4 von 5.

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Interview

20 Questions to Alpha Steppa

Your name: Alpha Steppa
You live in: France
Title of your last album: Raise The Ark

What is your personal definition of dub?

It stems from a style of mixing pio- neered in Jamaica and became a genre of music in its own right. At the core, it is drum and bass with life and soul woven in via the hands of the dub mix- er. It’s magic.

What makes a good dub?

Space, bass and texture.

Which aspects of dub music fascinate you the most?

I love the spontaneity, the freedom and the experimentation.

How did you discover your passion for dub and how did you develop your- self and your music since then?

My dad taught me how to mix dub from a young age. I developed through incorporating all my other influences in life and music into my dub.

What does the process of creating a typical dub track look like?

You need a spark; a vocal line, a bass line, a sample, a melody, percussion, a feeling… something to ignite the idea, then get out the way and let the track build it- self.

When are you satisfied with a dub track you produced?

When I feel it drop and the crowd rise in a dance.

What is your special strength?

I have no need to fit in. This frees me and my music.

Which one of your albums do you consider your best work up until now?

Raise The Ark

Are you able to make a living with music?

Yes, I live a simple and happy life so don’t need much.

What aspects of your job do you enjoy the most?

I love to create. And it pleases me to know it brings joy to others.

What do you dread in the studio?

When I forget to drink my tea and it goes cold.

When you’re not working on dubs, what is your favorite thing to do?

My hammock.

What do you listen to besides dub music?

Folk, hiphop, trap, trad, blues, classical

If money and time didn’t matter: Which project would you like to realize?

Money and time doesn’t matter. But I need a new septic tank. I’d also like to develop a community where people could come to develop new ways of sustainable living and practice self inquiry.

Are there any sound system events that you particularly like to attend? Why?

Jah Shaka, always and forever the greatest, deepest and most mystical soundsystem experience.

What do you prefer: Studio work or sound system performance?

I love both. But if I had to choose one, creation is paramount, so studio would win.

Whom do you consider the greatest dub artist of all time?

My dad and aunt (Alpha & Omega)! Ha ha

And who is currently the most interesting dub artist?

Currently the most interesting dub artist is JahYu

Which sound system do you value the most?

Jah Shaka

What are your personal top 5 dub albums?

A&O: Voice In The Wilderness
Jonah Dan: Intergalactic Dub Rock
King Tubbys: Meets Rockers Uptown
Upsetters: Black Board Jungle
Scientist: Rids The World Of The Evil Curse Of The Vampires

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2. Meinung Dub

Paolo Baldini DubFiles meets Dubblestandart: Dub Me Crazy

In letzter Zeit ist öfters von Paolo Baldini zu hören. Der italienische Reggae- und Dub-Produzent scheint einen Lauf zu haben. In schöner Regelmäßigkeit brachte er zuletzt jedes Jahr einen Longplayer heraus und war in zahlreichen Remix-Projekten unterwegs. Erst im März veröffentlichte Echo Beach eine Retrospektive seiner ersten Band, den B. R. Stylers. Nun kommt der zweite Streich aus gleichem Hause: Paolo Baldini DubFiles Meets Dubblestandart, „Dub Me Crazy“ (Echo Beach). Wien trifft auf Pordenone: Dubblestandart – ihres Zeichens selbst Dub-Produzenten – legt das Oeuvre der Band in die Hände Baldinis, um aus den Dubs weitere Dubs machen zu lassen. Ich finde, das klappt ganz gut. Der Italiener versteht sein Handwerk und liefert wunderbar kreativ gemixte Dubs ab. Allerdings muss man den trockenen, etwas spröden Sound von Dubblestandart mögen, um die Remixe angemessen würdigen zu können. On.U-Sound und das Dub Syndicate lassen grüßen. Baldini geht jedenfalls ganz Old School ans Werk: reines Mixing, keine Overdubbs oder neue Beats. Da Dubblestandart ja als Remix-Enthusiasten bekannt sind und die meisten ihrer Produktionen bereits x-fach durch verschiedenste Dub-Wölfe gedreht und durch Echo-Kammern gejagt wurden (ich erinnere nur an Tracks wie „Chrome Optimism“ oder „Holding you Close“ zu denen komplette Remix-Alben existieren), dürfte es für Paolo Baldini nicht ganz einfach gewesen sein, den Tracks neue Aspekte abzugewinnen. Erstaunlich, dass es ihm trotzdem so gut gelungen ist. Ich bin gespannt, wer als nächstes remixen darf.

Lest auch die Review von gtkritz

Bewertung: 4 von 5.

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Dub

Irie Miah & the Massive Vibes: Dub Conference

Die gute alte Dub Conference, 1976 von Harry Mudie und King Tubby ins Leben gerufen, tagt immer noch. Heute am Rednerpult: Irie Miah & the Massive Vibes, auf dem Podium einige von Deutschlands profiliertesten Dub-Mixern: The Dubvisionist, Dr. Mabuse, MrtnDrms, Biba Sattadub und Chris Sattadub vom Kunterbunt Soundsystem sowie The Dub Ape himself. Auf „Dub Conference“ (Gemelo) erörtern sie die Tracks des Miah-Albums „Times of Trouble“ von 2018. Während der eine Hall ins Feld führt, kontert der andere mit Echo, mancher dreht alle Spuren auf, andere schalten sie nach ausgeklügeltem Plan ab. Die musikalischen Argumente fliegen hin und her, alle sehr kreativ erdacht und akribisch formuliert. Doch trotz aller Kontroversen sind sich alle Podiumsteilnehmer bei einer Sache einig: beim Bass. Hier wagt niemand Abstriche zu machen. Ein Kompliment gilt auch dem technischen Konferenzteam hinter den Kulissen: Der Sound der Übertragung ist fantastisch. Einen Mitschnitt der Konferenz gibt es auf Vinyl. Inzwischen wird sie dann auch weltweit ausgestreamt.

Bewertung: 4 von 5.

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2. Meinung Dub Five Star

Manasseh Meets Praise

Die Versuche, Reggae – insbesondere Dub – und klassische „E-Musik“ zu kreuzen, sind zwar rar – dafür aber umso spannender. Der Erste, der die Herausforderung meiner Meinung nach gemeistert hat, war 2006 Matthias Arfmann, als er für die Deutsche Grammophon das Oeuvre von Herbert von Karajan remixte. Seither ist viel geschehen. Ich erinnere nur an die Op’ra-Alben des Opernsängers Uli E. Neuens oder an Matos „Classical Dub“ aus dem letzen Jahr. Ging es bei diesen Alben stets um die Neuinterpretation klassischer Werke, so gibt es auch noch eine andere Form des Crossovers, bei der die Integration „klassischer“ Instrumente wie Geige, Querflöte oder Violine in die Dub-Soundsphäre im Vordergrund steht. Violinbwoy legte vor zwei Jahren ein düsteres Werk vor, das eher vom Kontrast zwischen Violine und Bass lebte, als von deren harmonischer Vereinigung. Aber jetzt gibt es eine neue Klassik/Dub-Benchmark: „Manasseh Meets Praise“ (Roots Garden). Unfassbar sanfte und doch druckvolle Reggae-Beats äußerst harmonisch, ja geradezu kongenial, umspielt von feinsten Violinen- und Viola-Klängen. Manchmal gesellen sich sogar noch eine Flöte und Harmoniegesang dazu. Klingt kitschig und sentimental? Aber nur auf dem Papier. Im Ohr ist es einfach nur schön. Ja, es ist eine im ursprünglichen Wortsinn sinfonische Musik – was sich selbst bei Arfmann nur mit Einschränkung behaupten lässt. Über Manasseh muss ich nicht viele Worte verlieren. Der Mann ist legendärer Dub-Veteran und Producer par excellence. Ich liebe seine Musik, seit ich in den 1990ern sein Album „Dub the Millennium“ gehört habe. Bei Praise handelt es sich um einen klassisch ausgebildeten Violinisten mit einem ausgeprägten Faible für Reggae. Seit rund zehn Jahren verschwinden Nick Manasseh und Praise regelmäßig im Studio und nehmen diese wunderbaren Instrumentals auf. Nun war es endlich an der Zeit, das entstandene Material in die Welt zu entlassen und Menschen wie mich damit zu beglücken. Ich bin mir sicher, dass die Meinungen über dieses Werk weit auseinander gehen werden. Aber wie immer man dazu stehen mag, so ist es doch wunderbar zu sehen, welche stilistischen Extreme unser Lieblingsgenre in sich aufnehmen kann.

Lest auch die Rezension von gtkriz.

Bewertung: 5 von 5.

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Dub

Pickout All Star Band: Revelation Dub

Im November letzten Jahres erschien Milton Blakes Album „Temporary Obstacle“ (Pickout), produziert von Lloyd Dennis. Dennis gründete 1987 „Pickout Recordings“ in Kingston und später „Pickout Records“ in London. Inzwischen scheint er komplett im UK tätig zu sein, jedenfalls wurde Blakes Album dort aufgenommen. Um genau zu sein: Im Conscious Sounds-Studio mit Dougie Wardrop im Control Tower und Mafia & Fluxy, und vor allem Russ Disciples, an Logic Pro. Während Blake klassische Reggae-Songs zum Besten gibt, lieferte vor allem Russ D. ordentlichen Steppers Style mit Schmackes und Wumms, der in den sechs Dubs des Showcase-Albums bestens zur Geltung kommt. Aber da war offenbar noch mehr möglich, weshalb nun auf der Basis von „Temporary Obstacle“ ein reines Dub-Album das Licht der Welt erblickte, das äußerlich alle Verbindungen zu Blakes Album negiert: Pickout All Star Band – „Revelation Dub“ (Pickout Recordings). Anderer Titel, völlig anderes Cover-Design (schrecklich übrigens) und alle Tracks tragen neue Titel, – obwohl ihre Reihenfolge beibehalten wurde. Immerhin handelt es sich nicht einfach um die gesammelten Dubs von „Temporary Obstacle“. Alle Dubs wurden neu gemischt – ich nehme an von Dougie Conscious – und liegen jeweils in zwei Cuts vor. Wirkt auf den ersten Blick alles recht lieblos, aber die Dubs haben es in sich. Fetter, fetter Sound, dynamisch, crisp und wuchtig, routiniertes aber effektvolles Dub-Mixing und superbes Mastering. Das Album erschien als rein digitaler Release, below the line und ohne PR-Begleitung. Die einzige Werbung besteht aus folgendem Satz auf Bandcamp: „This is a very good roots reggae dud album“ (sic). Aber deshalb gibt es ja den dubblog, damit ihr solche Dub-Perlen nicht einfach überseht.

Bewertung: 4 von 5.

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Dub Five Star

Tubby Isiah: Rising High

Ich bin hier ja bekanntlich derjenige, der die Steppers-Fahne hoch hält – und ich habe ein neues Lieblingsalbum: Tubby Isiah, „Rising High“ (Moonshine Recordings). Tubby who? Cooler Name, der sofort klar macht, worum es geht – um Dub nämlich. Aber wer steckt dahinter? Im Web findet sich die Info, dass es sich um das neue Projekt von Javon Ives und seinem Dad, Jason Ives handele. Javon Who? Das kann ein so engstirniger Dubhead wie ich natürlich nicht wissen: Javon Ives ist ein Soul-R ‚n’ B-Produzent und -Sänger. Vielleicht steht Paps ja auf Reggae und Dub, was der Grund für „Rising High“ sein könnte. Doch wie dem auch sei, die beiden haben ein wirklich gutes Dub-Album geschaffen. Offenbar wissen sie, was sie tun. Mit „Steppers“ ist übrigens keineswegs alles zu den Tracks gesagt. Es gibt auch schöne, sanfte One Drop-Beats. Sogar ein leicht Dub-Techno-inspiriertes Stück ist zu hören. Insgesamt aber alles maximal harmonisch, weich, warm und bassig. Da das Werk zudem noch ein schickes Cover ziert, vergebe ich hier guten Gewissens fünf Sterne.

Bewertung: 5 von 5.