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Mysticwood: The Mystic Way of Dub

Ein Album mit einem guten Cover hat bei mir auf jeden Fall schon mal einen dicken Pluspunkt. Denn ein gutes Cover ist Kennzeichen der Wertschätzung der Musik. Wer sich als Musiker nicht um gutes Coverdesign bemüht, scheint der Meinung zu sein, dass die eigene Musik dessen nicht wert ist. Natürlich kennen wir alle Gegenbeispiele aus der jamaikanischen Musikgeschichte. Aber wenn wir an die wirklich großen Werke denken, die die Trends und Moden überstanden haben, dann sind es meist Alben mit gutem Artwork. Ob „The Mystic Way of Dub“ von Mysticwood ein großes Werk wird, sei dahin gestellt, aber das Cover jedenfalls erfüllt die Voraussetzung. Und ich muss sagen: Die Musik gefällt mir auch. Sehr sogar. Hier klingt alles so, als sei der gute, alte 70er-Dub-Sound niemals vom Weg abgekommen und konsequent in die Jetztzeit weiterentwickelt worden. Das klassische Dub-Prinzip, reloaded. Soll heißen: volle Arrangements, schöne Basslines, klassische Dub-Techniken und Produktion auf analogem Equipment – jetzt aber mit voller Dynamik, super sauberem Bass-Sound und mit einem Schuss Steppers. Es handelt sich um eine schweizer Qualitätsproduktion von Charlie Mystic, 22 Jahre alt, Multiinstrumentalist und Dub-Fanatic aus Genf, dessen Studio in unmittelbarer Nachbarschaft von O.B.F. liegt. „The Mystic Way of Dub“ ist sein Debüt – bei dem es sich im Übrigen um ein Album mit acht Tracks, aber nur vier Rhythms handelt, denn jedes Stück gibt es gleich zwei mal zu hören: ein mal als dubbiges Instrumental und ein mal als ausgewachsener Dub. Das Presseinfo kommentiert treffend: „Strictly instrumental and dubwise, no compromise, no vocals, because there’s no need!“

Bewertung: 4 von 5.
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Muflon Dub Sound System: Moc

Blick nach Polen. Auch dort wird guter Dub produziert – wenn auch meist unter dem Radar. Da gibt es zum Beispiel Muflon Man, ein Tüftler und Produzent, der schon seit beinahe 20 Jahren Reggae und Dub komponiert. 2005 war er auf der damals tonangebenden Sampler-Serie „Roots of Dub Funk“ zu hören. Inzwischen ist er als Muflon Dub Sound System bei Dubophonic gelandet und hat dort mit „Moc“ (Dubophonic) ein schönes Showcase-Album veröffentlicht, das aus fünf Riddims besteht, die es jeweils in zwei Versionen zu hören gibt. Dennoch ist „Showcase“ hier eine etwas übertriebene Bezeichnung, denn auch die Vocal-Versionen sind ziemlich nah an Dub gebaut. Der – meist weibliche – Gesang erklingt eher sporadisch und schafft es kaum, sich gegen das Backing durchzusetzen. Nichtsdestotrotz erklingt hier manch schöne Melodie in Form christlich inspirierter polnisch gesungener Lyrics. Alles sehr entspannt, harmonisch, warm und uplifting mit pulsierenden Basslines, klassischen Dub-Effekten und einer maximal sauberen Produktion.

Bewertung: 3.5 von 5.
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King Size Dub 25

Sie lebt noch, die vielleicht älteste Dub-Compilation-Serie der Welt: „King Size Dub“ von Echo Beach. 1994 erschien „King Size Dub 1“ – damals auf der Höhe des Dub-Hypes in Zusammenarbeit mit dem Musikmagazin Spex veröffentlicht. Doch während Spex und Hype inzwischen das Zeitliche segnete, ist Echo Beach dem Thema Dub treu geblieben und zum wichtigsten Label dieses Genres (zumindest) im deutschsprachigen Raum aufgestiegen. Nun veröffentlicht Echo Beach „King Size Dub 25“. Jubiläum! Herzlichen Glückwunsch. Die 25. Ausgabe feiert das Label selbst selbst und richtet den Blick nach innen, auf die eigenen Artists, die sich hier zum Teil gegenseitig remixen. Deshalb findet sich auf Vol. 25 das Who is Who der Echo-Beach-Weggefährten, wie Dub Spencer & Trance Hill, Dubvisionist, Dubblestandart, Dubmatix, Seeed und viele andere. Schön auch zu hören, wie vielfältig das auf Echo Beach beheimatete Spektrum von Dub-Artists und deren Musik ist und wie doch alles harmonisch bestens zusammen passt. Wirklich eine epochale Serie, die hier einen runden Geburtstag feiert. Hoffen wir darauf, dass wir irgendwann King Size Dub 50 hören werden.

Bewertung: 4 von 5.
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Ras I Mothep: Reconciliation

Dank der „City Squad“-Sampler wissen wir, dass in nahezu jedem französischen Kaff mindestens ein fulminantes Sound System residiert. Deshalb wunderte ich mich gar nicht, als ich auf das beeindruckende Album „Reconciliation“ (Subsquad) von Ras I Mothep stieß – das Werk eines Sound Systems aus Aix-en-Provence, einem geschichtsträchtigen Städtchen kleiner als Herne. Immerhin sind rund ein Drittel der Einwohner von Aix Studierende, (was vielleicht hilft zur erklären, warum Herne kein Sound System hat). Egal. „Reconciliation“ ist hier jedenfalls eine Empfehlung wert. Schon der Track nach dem Intro hat es in sich. Er beginnt verhalten, geradezu schüchtern. Eine Nanosekunde bevor man glaubt, hier passiere nichts mehr, setzt dann eine dermaßen fette Bassline ein, dass eine Nanosekunde später bereits unzweideutig klar ist, dass es sich hier um ein großes Album handelt. Ich weiß auch nicht, warum mich manche Steppers-Produktionen so flashen. Obwohl ich doch so ein feingeistiger Kunst-Connoisseur bin. Vielleicht bin ich ja schizophren, aber „Reconciliation“ holt mich wirklich ab. Ich liebe die Dynamik, den brutalen Kick, die simplen – meist orientalisch anmutenden – Melodien, den super deepen Bass und ich fahre voll ab auf die virtuosen Percussions. Was soll ich machen? Wenn ich der Musik (wie jetzt) aufmerksam zuhöre, dann merke ich, dass da nicht viel Kunstvolles dran ist, dass sich meine Freude an dem Album nicht im geringsten intellektuell rechtfertigen lässt. Aber ich stehe dazu! „Reconciliation“ kicks ass!

Bewertung: 4 von 5.
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New Blade Runners of Dub

Hier haben wir es mit einer viel versprechenden Zusammenarbeit zwischen Paul Zasky und Jed Smith zu tun. Die Namen sagen euch nix? Paul Zasky ist Mastermind von Dubblestandart. Er lebt in Wien und Los Angeles. In letzterer Stadt hat er offenbar Jed Smith kennen gelernt, der seit 1999 als Filmmusiker und -komponist tätig ist. Von ihm stammt die Musik u. a. der Filme Alita: Battle Angel, Terminator: Redemtion, Deadpool und Knives Out. Die beiden haben nun das Album „New Blade Runners of Dub“ (Echo Beach) veröffentlicht – obwohl gerade Blade Runner nicht auf Smith’ Liste steht. Okay, ihr habt es schon vermutet, oder? Die Blade Runners liefern uns keinen Dub! Statt dessen hören wir unklassifizierbare Kompositionen, die mal nach Ambient, mal nach Industrial, immer jedoch nach Filmscores klingen. Ein interessantes Hörerlebnis, komplex und vielschichtig – eine akustische Reise durch Raum und Zeit. Etwas düster und gelegentlich auch etwas verkopft. Wer mit der Erwartungshaltung „Dub“ auf das Album trifft, wird unweigerlich enttäuscht sein, obwohl die Musik keineswegs schlecht ist. Ich bin aber gespannt, wie es Echo Beach gelingen wird, das Werk außerhalb der Dub-Community zu vermarkten.

Bewertung: 3.5 von 5.

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JonQuan & Associates

Wer ist JonQuan? Ich hatte noch nie von ihm gehört, und dann haut der Mann dieses Album raus: „JonQuan & Associates“ (Easy Star) – eines der schönsten Reggae- und Dub-Alben der gesamten Corona-Pandemie.

JonQuans Liebe zur Musik Jamaikas begann mit dem Sammeln von Schallplatten. Dann wurde er vom Sammler zum DJ und dann sogar zum Musiker und Komponist. Sein neues Album entstand während des Lockdowns, wie er erklärt: „Ich wurde durch die Pandemie dazu inspiriert, meine eigenen Riddims zu kreieren, um die Langeweile zu killen und die Leiden zu heilen, die damit verbunden sind, eingesperrt zu sein statt auf einer Bühne stehen zu können. Als ich endlich ins Studio kam und meine kreative Energie freisetzen konnte, wurde es für mich einfacher, mit dem Mist umzugehen.“ Sobald JonQuan die Riddims für ein Albums fertig hatte, engagierte er Musiker und Sänger aus und jenseits des Reggae, um das Album fertigzustellen. Victor Rice mischte die Tracks schließlich in seinem Studio in São Paulo, Brasilien – womit wir nun langsam zum Thema kommen, denn uns interessieren hier vor allem die Dub-Versions – und diese wurden natürlich von Victor Rice geschaffen. Eigentlich bin ich der Meinung, dass ein guter Dub keineswegs ein Vocal-Original braucht. Belege für diese These gibt es zuhauf. Aber bei diesem Album muss erwähnt werden, dass die Songs, die die erste Hälfte des Albums ausmachen, einfach grandios sind. Ein reines Dub-Album wäre nur halb so viel wert. Die Songs lassen die wunderschöne Atmosphäre klassischen Rocksteadys und Early Reggaes wieder lebendig werden. Hier schwelgt man in schönsten soulful Reggae-Vibes. Diese intensive Atmosphäre tritt bei den Dub-Versions naturgemäß etwas in den Hintergrund. Dafür kommt der reiche, analoge, ja „atmende“ Sound der Produktionen voll zum tragen. Der authentische Klang echter Instrumente ist erfrischend und die Kunst der Musiker beeindruckend. Logisch, dass auch der Mix von Mr. Rice absolut klassisch gehalten ist. Tubby & Co hätten ähnlich geklungen. Dabei verharren JonQuan und Victor Rice keineswegs im epigonenhaften Reproduzieren alter Riddims und Sounds. Sie stehen zwar auf den Schultern der großen Reggae-Artists und -Musiker vergangener Jahrzehnte, aber dort, in großer (qualitativer) Höhe, entwickeln sie vollständig neue und ungehörte Songs und Kompositionen.

Bewertung: 4.5 von 5.
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Dubvisionist Meets Dr. Markuse: In Studio M7

Es gibt sie noch, die gute, klassische Dub-Wertarbeit. Handgespielt, melodiöse Basslines, sauber produziert, inspiriert gemischt – keine Experimente, kein Steppers, keine ”Bass-Fürze“. Einfach nur gepflegter Dub nach Gold-Standard. Felix Wolter macht es möglich: ”Dubvisionist Meets Dr. Markuse in Studio M7“ (Time Tools). ”Wir hatten für mein Label 11-7 Records ein paar Backings eingespielt“, erklärt Felix, ”die haben wir mit neuen Keyborad-Melodien versehen und Dubs daraus gemixt“. Ganz simpel also. Felix ist ja bekanntermaßen ein Purist alter Schule. Sound-Wizzard, der er (auch) ist, verzichtet er auf Technikschnickschnack, auf große Gesten und spektakuläre Effekte. Er bleibt lieber beim Old-School Dub Handwerk treu, das auf gutem Sound und klassischem Mixing beruht. Das könnte auch langweilig sein, wären da nicht diese superben Aufnahmen, die er, Markus Dassmann (Dr. Markuse) und Marco Baresi so liebevoll und virtuos handgeklöppelt haben. Felix weist auf die Originale hin, die es natürlich auch gibt. Wo wären wir, wenn hier einfach Dubs ohne Originalversion entstünden! Schließlich braucht ein guter Dub immer ein gutes Original! Um diese zu finden, muss man allerdings den 11-7-Katalog durchsuchen. Cleveres Marketing!

Cover und Titel sind übrigens eine unübersehbare Anspielungen auf ”Jah Shaka Meets Aswad in Addis Ababa Studio“ – eines der (aus meiner Sicht) besten Dub-Alben aller Zeiten. Cleveres Marketing! Aber auch wenn der Vergleich vielleicht etwas hoch gegriffen ist: Mir gefällt ”Dubvisionist Meets Dr. Markuse in Studio M7“ ausnehmend gut. Dub, wie er im Lehrbuch steht. Schön zu hören, dass diesem klassischen Konzept noch so schöne Musik zu entlocken ist.

Bewertung: 4.5 von 5.
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Mad Professor: Covidub Illusion

Als hätte der Professor nur darauf gewartet, dass King Jammy sein „Destroys the Virus With Dub“-Album heraus bringt! Nur eine Woche nach dessen Release antwortet Mad Professor mit „Covidub Illusion“ (Ariwa). Hier finden sich so illustre Titel wie „Fake News Dub“ oder „Herd Immunity“. Aber der Prof. zieht das Konzept nicht so konsequent durch wie der King, denn anders als auf dessen Album, zahlen die anderen Titel nicht auf das Corona-Konto ein. Das Cover dafür aber umso mehr! Hier zeigt sich der Professor – zumindest im Spiegelbild – als grüner Alien mit einer Corona aus Spike-Proteinen. Dabei steht er inmitten einer verrückt gewordenen Welt, in der ein Boris Johnson Party feiert, Abba von Waterloo singt und Wladimir Putin auf einer Bombe reitet. Das ist schöne alte „Dub Me Crazy“-Cover-Tradition. Ich fühle mich glatt in die 1980er Jahre gebeamt. Auch musikalisch – was bei Mad Professor aber eigentlich üblich ist. Denn er ist – zumindest gefühlt – seinem Stil stets treu geblieben. Wilde Polyrhythmen, harter, scharfer Klang, überbordend-virtuoses Mixing und ein Füllhorn an Effekten. Ich mag das nach wie vor. Allerdings verfügt er nicht immer über seinen Dubmixing-Qualitäten gerecht werdendes Basismaterial. Manche Produktionen geraten ihm einfach zu langweilig. Daraus lässt sich dann auch mit großer Kunst kein guter Dub destillieren. Nicht so auf der Covidub-Illusion! Vielleicht hat mich das psychedelisch anmutende Cover in seinen Bann gezogen, vielleicht war die Durststrecke bemerkenswerter neuer Dub-Alben seit Jahresende zu lang, oder ich höre Mad Professor zum ersten Mal seit langen wieder aufmerksam zu, aber auf „Covidub Illusion“ kann ich keine Ausfälle erkennen. Langeweile kommt nicht auf. Im Gegenteil: Mir macht das Album richtig Spaß. Anders übrigens als Jammys Virus-Werk, das mich merkwürdig kalt lässt.

Bewertung: 4 von 5.
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Afrikan Dub & Wallar Beats: Natural Whispers

Steppers zeichnet sich bekanntermaßen durch den Bassdrum-Kick auf jeder Note des 4/4-Takts aus. Merkmal (fast) aller für ein Sound System produzierter Dubs. Der Effekt besteht in einem sehr energetischem, „marschierendem“ und aggressivem Rhythmus. Viele klassische Reggae-Liebhaber hegen jedoch Vorbehalte, da er ihnen zu sehr nach stupidem Techno-Gestampfe klingt. Dass es sich mit diesem Rhythmus aber auch sehr ideenreich und originell umgehen lässt, beweisen Afrikan Dub – ein junger Produzent aus Mexiko – und Wallar Beats – ein ebenso junger Produzent aus Spanien – mit ihrem auf Wami – einem gleichermaßen jungen Label aus Argentinien – erschienenem Album Afrikan Dub & Wallar Beats: „Natural Whispers“ (Eigenverlag). Die Bassdrum stampft hier in der Tat maximal unbeirrt stoisch durch jeden Track. Das Rhythmusgeflecht drum herum jedoch macht Sperenzchen. Mal erklingt virtuose Percussion, mal Streichinstrumente, mal gar nichts. Breaks gehören zum Konzept. Ebenso Minimalismus. Und trotzdem hat das Album einen gewissen Flow, bleibt musikalisch und harmonisch. Der Bassdrum-Beat ist das Rückgrat der Musik, die Konstante im Chaos, der Polarstern beim Ritt auf den Soundwaves. Was wir hier hören ist postmoderner Steppers, Dub an der Grenze zum Zerfall in seine eklektizistischen Einzelteile. Mir macht das bewusste und konzentrierte Zuhören inklusive des Dekodierens der Zitate richtig Spaß. Ich bin mir aber sicher, dass die Tracks auch im Sound System perfekt funktionieren, wo sie das Gegenteil leisten, nämlich bewusstlos tanzende Körper anzutreiben. Eine klassische Win-Win-Situation.

Bewertung: 4.5 von 5.
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Five Star Review

Soul Sugar: Excursions in Dub

Als Mitte letzten Jahres die „Excursions in Soul, Reggae, Funk & Dub“ von Soul Sugar erschienen, war es Liebe auf den ersten Blick. Mich begeisterte der samtige Retro-Sound, die an Jackie Mittoo erinnernden Klänge der Hammond-Orgel und die für Reggae sehr unorthodoxen Arrangements – und natürlich auch die Klänge aus den anderen im Titel genannten Genres. Dennoch verkniff ich mir damals eine Rezension. Doch nun ist sie zwingend, denn (bereits seit Dezember) liegt eine amtliche Dub-Version des großartigen Albums vor, Soul Sugar: „Excursions in Dub“ (Gee Recordings).

Ich muss ein wenig ausholen. Hinter Soul Sugar verbirgt sich ein „collaborative collective“, in dessen Zentrum der Franzose Guillaume Metenier steht. Er studierte bei Jazzorgel-Legende Dr. Lonny Smith und widmete seine ersten Gehversuche ganz dem Hammond-Funk der 1960er und 70er Jahre. Inzwischen ist er immer mehr in Richtung Reggae gedriftet und produziert nun einen Mix & Match-Sound zwischen Studio One und Jackie Mittoo auf der einen und Jimmy Smith und Jimmy McGriff, also Jazz, Funk und Soul auf der anderen Seite. Wie sehr Guillaume Metenier mittlerweile dem Reggae nahe steht, ist schon an der Besetzungsliste der beiden genannten Alben abzulesen. Dort sind Sly & Robbie, Blundetto und Roberto Sanchez mit von der Partie – und neben Slikk Tim und Thomas Naim natürlich auch Metenier selbst, der unter seinem mittlerweile vertrauten Alias ??Booker Gee für die Orgelsoli verantwortlich zeichnet. Ein fantastisches Album, das jetzt in seiner Reinkarnation als Dub-Version noch mal gesteigert wird. Und das sogar im ganz handfestem Sinne, denn es enthält zwei Titel mehr als das Original. Einer davon ist „Peace Treaty“ von Jahno, ein kongeniales Reworking der Jackie Mittoo-Version, die er Mitte der 1970ern für Bunny Lee aufnahm. Die Dubs wurden übrigens von den Musikern selbst gemixt – was nahe liegt, denn Sanchez, Blundetto und Janho sind versierte Dub-Produzenten. Klanglich liegen Original und Dub-Version übrigens nahe beieinander. Die Dub-Meister haben ihre eigenen Vorlagen keineswegs neu erfunden. Die Mixe sind eher klassisch-zurückhaltend. Meist sind lediglich die Soli etwas gekürzt. Lediglich der „Matumbee“-Remix von Blundetto unterscheidet sich durch seine Reduktion deutlich vom Original. Für mich ist das absolut okay, da das Original ja ohnehin kaum zu toppen ist.

Bewertung: 5 von 5.