Das Interessanteste an Original Lo-Fi (!K7) von Rockers Hi-Fi ist, was man nicht hört: hochglanzpolierte Studioarbeit, berechnetes Arrangement, das geölte Handwerk erfahrener Profis. Stattdessen: ein Lagerraum über einem Klavierladen in Birmingham, Casio-Sampler, ein Atari 1040 und das Gefühl, dass hier Leute etwas ausprobieren, das noch keinen richtigen Namen hat. Genau diese Rauheit, diese produktive Uninformiertheit der frühen Neunziger, ist es, die das Album drei Jahrzehnte später zu einem so aufschlussreichen Dokument macht.
Was mich dabei besonders beeindruckt: Rockers Hi-Fi waren ihrer Zeit voraus (indem sie die Grenzen von Dub beherzt überschritten) – und lagen gleichzeitig exakt im Zeitgeist. Wie Dreadzone, Zion Train, Groove Corporation oder Rhythm & Sound gelang ihnen der Crossover ins House-Genre, ohne den Dub-Kern aufzugeben. Auf „Sexy Selector“ und „DeMat DubRim“ hört man das deutlich: Dub-Ästhetik, die sich nicht schämt, für Dancefloors produziert worden zu sein. Und „Clint Eastwood Is Tuffer Than Lee Van Cleef“ ist ein Dub-House-Bastard der besten Sorte – direkt, ruppig, unvergessen.
Dass das Album jetzt, dreißig Jahre nach seiner Entstehung, neu zusammengestellt und remastered erscheint, ergibt vollkommenen Sinn. Es klingt nicht nach Nostalgie, sondern nach einer Idee, die sich inzwischen bestätigt hat. Wer wissen will, woher ein Gutteil des heutigen Dub-Electronica-Diskurses kommt, findet hier eine der Wurzeln.
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Rockers Hi Fi: Original Lo Fi

Eine Antwort auf „Rockers Hi Fi: Original Lo Fi“
Hier könnte ich jetzt auch einfach nur schreiben, „gefällt mir“.
Is schon komisch aber dieses „Push Push“,war ja echt so etwas wie ein DubTune, der es in die TopCharts des Mainstreams geschafft hat. Vielleicht fehlt mir ein wenig Humor oder ich war schon immer etwas zu weise aber dieses Push Push hat mich so genervt, dass ich diesen sehr erfolgreichen „DubSong“ noch nicht mal auf Cassette haben wollte.
Bei „Original Lo-Fi“ finde ich nix, was mich in irgendeiner Form nervt. Diese Musik passt wunderbar an eine niederländische Strandbar mit angrenzender Open Air Lounge, wo man sich ganz genussvoll dem Müßiggang hingeben und über die Frage nachdenken kann, welcher bekloppte Vollidiot eigentlich Müßiggang als „aller Laster Anfang“ oder gar als Sünde bezeichnet hat. Schließlich arbeitet man doch hauptsächlich dafür, dass man danach richtig gut chillen kann und nicht für den unermesslichen Reichtum einger weniger Orks.
Was mir letztenendes doch fehlt, ist die Power von Reggae, die uns schleißlich vom ersten Dub an begleitet. Das kann ein schnelles zappeliges Schlagzeug oder eben so ein Drumcomputer mit „Zappelrhythmus“ a la „drum and bass“ einfach nichtmal im Ansatz ersetzen. Wird hier aber nur kurz und damit sehr angenehm eingesetzt.
Also ich mag das Album aber ich muss das nicht so oft hören. Und so kam es, dass ich mir nur „Mecca Of Space“ in meine Playlist gepackt habe.
Der Dub klingt einfach fast schon nach einer Coverversion von einem krassen DubTune von African Head Charge. Ich habe aber jetzt keinen Bock, den zu suchen, damit jeder weiß wie ich das meine.
Fazit : Das Album gefällt mir ! …………….. lemmi