Warum KI-generierter Dub unser Verständnis von Kreativität und Musikkultur erschüttert.
Vor einiger Zeit schrieb ich eine Review des aktuellen Haris-Pilton-Albums „Think Dubby“, das mir ganz gut gefiel. Eine von Tausenden Reviews, die ich in meinem Leben geschrieben habe. Und doch war sie es, die eine ziemliche Kontroverse hier im Dubblog losgetreten hat, denn mir war nicht aufgefallen, dass Haris Pilton zur Produktion seiner Dubs offenbar künstliche Intelligenz verwendet hatte. Zumindest wurde dieser Vorwurf erhoben – wenn auch nicht bewiesen. Andererseits hat Haris auch nicht eindeutig dementiert, sodass in der Tat davon auszugehen ist, dass KI im Spiel war.
Zum Glück traf es bei dem Disput weniger mich und meine Review. Die war eigentlich nur der Anlass, um Haris Pilton schwere Vorwürfe zu machen. Er würde die Dub-Community betrügen und unser heiliges Genre entehren.
Während sich in manchen Genres niemand wirklich darum zu scheren scheint, ob bei der Produktion KI involviert ist, macht es zumindest bei Dub offenbar einen Riesenunterschied zwischen „ehrlicher“ Musik und Musikbetrug.
Ich muss zugeben, dass auch ich etwas schockiert war und leise an meiner Dub-Kompetenz gezweifelt habe. Wie konnte ich nicht hören, dass die Dubs KI-generiert waren? Wie konnte mir das entgehen? In der Tat schwankt die Qualität der Pilton-Produktionen ziemlich stark, und sein Oeuvre erscheint zudem stilistisch disparat. Das hätte mich skeptisch machen sollen. Zudem wirkt das Album „Think Dubby“ selbst nicht sehr geschlossen. Es gibt brillante Tracks, aber auch einige schlechtere, die aus dem Rahmen fallen.
Erst im Nachgang fragte ich mich, warum es eigentlich einen solchen Unterschied macht, ob Dub KI-generiert ist oder „handwerklich“ produziert wurde. Mein Motto lautet eigentlich: „Es zählt, was hinten raus kommt“. Dazu stehe ich auch: Letztlich zählt das, was wirklich zu hören ist. Ein Werk ist gut oder schlecht, ganz egal, wie es zustande kam, welche Technik eingesetzt wurde, wer es geschaffen hat, ob viel oder wenig Geld, viel oder wenig Zeit, viel oder wenig Talent investiert wurde. Informationen darüber mögen unsere Rezeption beeinflussen und uns dabei helfen, ein Werk besser zu verstehen. Aber an der Qualität der Musik ändert es nichts, denn der Schall, der an unsere Ohren dringt, bleibt gleich – ganz egal, was wir darüber wissen. Also müssen wir die Qualität eines Musikstücks ohne all das Vorwissen beurteilen können, nur auf Basis dessen, was wirklich da ist: die pure Musik. So gesehen spielt es keine Rolle, ob echte Musiker und Musikerinnen am Werk waren, ob digital mit Logic Pro produziert wurde, ob gesampelt wurde oder ob die Musik KI-generiert ist, oder?
Merkwürdig, dass es trotzdem nicht so ist. KI-Musik vom Brighton Dub Club oder von Full Dub Riddims höre ich mir nicht gerne an. Da regt sich ein Widerwille in mir – und offenbar auch in vielen anderen Dub-Freunden. Woran liegt das?
Erklärungsversuch 1
Eine Erklärung könnte sein, dass KI-Dubs ein betrügerischer Rip-off menschlicher Musiker und Musikerinnen sind, denn die KI wurde ja mit dem Material menschlicher Musikschaffender trainiert – ohne dass diese dafür entlohnt wurden. Dieses Argument ist oft von Kreativen unterschiedlicher Disziplinen zu hören: Grafiker:innen, Illustrator:innen, Fotograf:innen, Texter:innen, Videograf:innen, Schriftsteller:innen und vielen mehr. Diese haben viel Zeit und Mühe in das Erlernen ihrer Fähigkeiten investiert – und nun nimmt die KI ihnen die Jobs weg. Das gelingt der KI perfiderweise nur deshalb, weil sie ihre Fähigkeiten an den Werken der Kreativen „trainiert“ hat. Juristisch läuft das auf die Frage hinaus, ob die KI-Hersteller zum Training ihrer Modelle widerrechtlich urheberrechtlich geschütztes Material verwendet haben. Das ist Gegenstand aktueller juristischer Diskussionen, und wir werden wohl bald erfahren, ob OpenAI, Google, Anthropic, Suno und die anderen eine Art „GEMA“ werden nachzahlen müssen.
Das generelle Prinzip des Lernens anhand der Werke anderer ist jedenfalls nicht schändlich. Denn was macht die KI denn eigentlich anders als menschliche Schüler:innen, die von den Werken großer Meister lernen? Ist es nicht ganz normale Ausbildungspraxis, dass an den Werken anderer die eigenen Fähigkeiten trainiert werden? Wir trainieren prinzipiell genauso wie eine KI es tut, indem wir uns die Werke anderer anschauen, sie analysieren und studieren. Abgesehen davon, dass wir dabei um Dimensionen effizienter lernen, ist es genau dasselbe, was die KI macht. Allerdings – das ist ein wesentlicher Unterschied – haben wir zuvor Geld für einen Museumsbesuch, ein Buch oder ein Spotify-Abo ausgegeben. Wir haben also – über Umwege – die Kreativen dafür bezahlt, dass wir ihre Werke studieren durften.
Dass wir uns der Werke anderer bedienen, wird noch viel deutlicher beim Sampling, bei Collagen oder „Zitaten“. Hier wird regelrecht kopiert – was aber gemeinhin akzeptiert ist. Gut gewählte Samples werden sogar anerkennend gelobt, ein cleveres Zitat geschätzt, und Collagen gelten als eigenständige künstlerische Werke. Warum also, verdammt noch mal, haben wir ein Problem mit KI-generierten Dubs?
Erklärungsversuch 2
Vielleicht ist es gekränkte Eitelkeit, weil sich niemand wirklich die Mühe macht, die Musik zu erschaffen, der ich meine Zeit widme, um sie aufmerksam zu hören? Kann ich Musik genießen, wenn es keinen Artist gibt, dem es um mich als Hörenden geht? Wenn da niemand ist, der mir gefallen will, der sich um mein Vergnügen bemüht, der mir im besten Fall etwas mitzuteilen hat? Kurz: Kann ich Musik genießen und wertschätzen, wenn kein menschlicher Schöpfer dahintersteht?
Bei einer idyllischen Landschaft ist das seltsamerweise kein Problem. Auch hinter ihr steht kein menschlicher Schöpfer, und doch genießen und schätzen wir sie inbrünstig. Das gilt auch für andere Naturschönheiten. Wie faszinierend ist der Anblick mancher Pflanzen oder Tiere, die ebenfalls nicht das Werk eines Künstlers oder einer Künstlerin sind. Warum sollte das bei Musik, Malerei oder Film anders sein? Vielleicht schafft es eine wirklich gute KI in Zukunft, nur noch gute Musik zu komponieren. All killer, no filler! Was wäre dagegen einzuwenden?
Erklärungsversuch 3
Vielleicht muss man etwas tiefer in der Psyche des westlichen Menschen graben, um eine Erklärung für das Unbehagen zu finden, das uns befällt, wenn wir KI-Musik oder KI-Kunst vor uns haben. Also starten wir mal bei Sigmund Freud. In seiner Arbeit „Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse“ aus dem Jahre 1917 beschreibt Freud die Widerstände, die der von ihm entwickelten Psychoanalyse seiner Auffassung nach entgegenstehen. Wie jede wissenschaftliche Neuerung müsse auch sie sich gegen etabliertes Denken durchsetzen – nicht zuletzt deshalb, weil durch sie „starke Gefühle der Menschheit verletzt worden sind“.
Freud nennt drei große Kränkungen des menschlichen Narzissmus: die kosmologische Kränkung durch Kopernikus, der den Menschen aus dem Mittelpunkt des Weltalls vertrieb; die biologische Kränkung durch Darwin, der den Menschen in die Reihe der Tiere stellte; und schließlich die psychologische Kränkung durch Freud selbst, der dem Ich erklärte, es sei „nicht Herr im eigenen Haus“.
Seitdem sind weitere Kränkungen hinzugekommen. Die Neurobiologie hat die alte Trennung von Körper und Geist zumindest stark erschüttert. Das Ich, das wir so gerne als autonome Instanz begreifen, erscheint immer mehr als Funktion eines Körpers, der von Chemie, Biologie, Trieben, Routinen und unbewussten Prozessen bestimmt wird.
Und nun kommt, ziemlich aktuell, die nächste Zumutung hinzu: Auch Intelligenz und Kreativität sind offenbar nicht mehr exklusiv menschlich. Maschinen schreiben Texte, malen Bilder, komponieren Musik, entwerfen Designs, erzeugen Stimmen, imitieren Stile und lösen Probleme, für die wir bis vor Kurzem noch Begabung, Bildung, Erfahrung oder wenigstens ein empfindsames Innenleben vorausgesetzt hätten.
Das kränkt. Natürlich kränkt das. Denn es nimmt uns eine weitere Bastion, auf der wir es uns lange bequem gemacht hatten. Wenn eine Maschine plötzlich ein Dub-Album erzeugen kann, das zumindest auf den ersten Blick funktioniert, dann stellt das nicht nur die Maschine zur Diskussion, sondern auch unsere Vorstellung davon, was menschliche Kreativität eigentlich ist. Wer mag sich schon unbefangen an einem Werk erfreuen, das zugleich den Verdacht nahelegt, dass einige unserer heiligsten Unterschiede zwischen Mensch und Maschine vielleicht weniger stabil sind, als wir dachten?
Aber diese Erklärung reicht nicht aus. Der Widerstand gegen KI-Musik ist nicht bloß verletzter Stolz. Er ist auch nicht einfach die beleidigte Reaktion einer Spezies, die feststellen muss, dass sie Konkurrenz bekommen hat. Viele Einwände gegen KI sind sehr viel handfester. Musiker:innen, Produzent:innen, Grafiker:innen, Autor:innen und andere Kreative fürchten nicht nur, dass Maschinen besser werden könnten als sie. Sie fürchten, dass Plattformen, Labels, Streamingdienste und Content-Farmen KI nutzen, um menschliche Arbeit zu entwerten, Honorare zu drücken, Rechte zu umgehen und Kultur in massenhaft verfügbaren, jederzeit austauschbaren Stimmungsbrei zu verwandeln.
Das ist keine bloße narzisstische Kränkung, sondern eine reale Machtfrage. Wer besitzt die Trainingsdaten? Wer verdient an den Modellen? Wer wird ersetzt, wer wird bezahlt, wer bleibt sichtbar? Wer kann es sich leisten, menschliche Kreativität weiterhin als kostbares Gut zu behandeln, wenn synthetische Alternativen billiger, schneller und beliebig skalierbar sind? In diesem Sinne ist das Unbehagen an KI-Musik auch ein Misstrauen gegenüber den ökonomischen Strukturen, in denen diese Musik entsteht und verbreitet wird. Vielleicht richtet sich unser Widerwille also gar nicht nur gegen die Maschine selbst, sondern gegen die Welt, die sie hervorbringt und die sie aller Wahrscheinlichkeit nach noch effizienter, glatter und rücksichtsloser machen wird.
Trotzdem bleibt die psychologische Kränkung ein wichtiger Teil des Problems. Denn selbst wenn alle rechtlichen Fragen geklärt wären, selbst wenn Musiker:innen fair vergütet würden, selbst wenn transparent gekennzeichnet wäre, welche Musik KI-generiert ist und welche nicht, bliebe vermutlich ein Rest Unbehagen. Die Vorstellung, dass Kreativität aus Wahrscheinlichkeiten, Mustern und Kontextfenstern entstehen kann, ohne Erfahrung, Verletzlichkeit, Langeweile, Sehnsucht oder Weltbeziehung, widerspricht unserem eingeübten Kunstverständnis. Wir wollen hinter einem Werk jemanden vermuten: ein Subjekt, eine Absicht, einen Körper, ein Leben. Die KI aber liefert womöglich ein Resultat, ohne diese Geschichte mitzuliefern. Und genau darin liegt ihre Zumutung.
Erklärungsversuch 4
Womit wir beim Thema der Künstler:innen-Persönlichkeit wären. Seit Tausenden von Jahren sind wir als Menschen darauf geprägt, dass kulturelle und künstlerische Werke von begabten Individuen stammen. Galten die Künstler früher als Handwerker, so entstand im 18. Jahrhundert die Idee des Künstlergenies. Dieses wird bis heute als originelles, schöpferisches Individuum verstanden, das aus innerer Kraft Neues hervorbringt. Ihren Höhepunkt erreicht diese Vorstellung in der Romantik um 1800: Der Künstler wird fast zu einer visionären, außergewöhnlichen Figur mit besonderem Zugang zu Wahrheit, Natur oder dem Absoluten. Kunst erschien als Ausdruck einer besonderen inneren Kraft. Dieser „Künstlermythos“ besteht – abgeschwächt – bis heute fort und prägt unseren Blick auf Kunst und Kultur. Auch wenn aus dem einsamen Schöpfergenie zunehmend eine Figur im Geflecht aus Gesellschaft, Markt, Technik und Zusammenarbeit wurde, so fällt es uns aktuell extrem schwer, Kunst als etwas zu verstehen, das womöglich ohne menschlichen Schöpfer bzw. ohne menschliche Schöpferin auskommt.
Hinzu kommt, dass Kunst jahrhundertelang vornehmlich im Dienste der Religion stand. Ihre Aufgabe bestand darin, die Narrative der Religion zu mythisieren. Kunst und Religion sind also seit je her eng miteinander verknüpft. Als mit der Moderne diese Funktion zunehmend in den Hintergrund trat, begann die Kunst im Zuge ihrer „Befreiung“, sich selbst zu mythisieren, zu überhöhen und zu verherrlichen. Die Kunst wurde somit selbst zu einer Religion – und Künstler zu ihrem Priestern.
Wenn wir diese Vorstellung von Kunst und Künstler:innen nun angesichts der KI über den Haufen werfen wollen, müssen wir gegen die seit Jahrhunderten etablierte Prädisposition ankämpfen, an höhere Ordnungen, Autoritäten und Sinnsysteme zu glauben und an charismatische Führer – seien es Kleriker, Herrscherinnen oder eben Künstler. Dieser Glaube hat uns all die Zeit Sinn, Schutz, Ordnung, Zugehörigkeit und Entlastung ermöglicht – und jetzt sollen wir angesichts denkender Maschinen davon ablassen? Wie können wir das alles einfach so infrage stellen, weil wir plötzlich lernen, dass unter anderem Kunst ohne die traditionellen Autoritäten der Kunst auskommt?
Erklärungsversuch 5
Hinzu kommt noch ein weiterer arger Verlust: der Verlust des Kunstwerkes. Wir Vinylsammler taten uns schon extrem schwer damit, von der physischen, haptischen Repräsentation eines musikalischen Werkes abzulassen und stattdessen ein MP3-File im iTunes-Store zu kaufen – immerhin hatten wir diese Datei dann noch auf unserer Festplatte liegen. Durch das Streaming ist uns auch dieser Besitz abhandengekommen. Musik wurde zu einem immateriellen Gut. Aber immerhin existiert ja noch das Werk in Form eines Albums oder zumindest eines Musikstückes, als kleinste Entität in unserer Spotify-Mediathek.
Aber stellen wir uns mal vor, wie es in vielleicht fünf Jahren aussehen wird, wenn die Spotify-KI keine Songs mehr vorproduzieren muss, wie es aktuell noch der Fall ist, sondern sie „on the fly“, also in Echtzeit, generieren kann. Wenn also der Spotify-Stream, anders als jetzt, nicht mehr zum Großteil aus vorproduzierten KI-Stücken besteht, sondern aus einem Flow in Echtzeit generierter Musik, die exakt auf unseren Geschmack hin designt ist. Die Musik gäbe es dann tatsächlich nur im Moment ihrer Entstehung. Damit wäre auch die virtuelle Musiksammlung einer Mediathek passé, und mit dem Artist hätte sich auch das Werk verflüchtigt.
Eine Dystopie? Dann lasst uns diesen Artikel in die Bookmarks speichern und in fünf Jahren noch mal lesen. Ich bin selbst gespannt, wie es dann um unsere Lieblingsmusik bestellt sein wird.
Jedenfalls – ich glaube, das ist deutlich geworden – bin ich nicht davon überzeugt, dass KI-Musik und insbesondere KI-Dubs per se böse sein müssen. Es ist vielmehr unsere psychische Verfasstheit – narzisstische Kränkung, Kunstglaube, Verlustängste –, die uns im Weg steht, die vermeintlichen Qualitäten von KI-Musik zu sehen und anzunehmen.
Ich muss sagen, dass es mir selbst schwerfällt, dies zu schreiben.
Weiter: Lasst uns ohne Vorurteile auf die aktuelle Musikproduktion und die der Zukunft blicken. Lasst uns genau hinhören und allein an dem, was in unsere Ohrmuscheln dringt, entscheiden, ob es sich um gute oder um schlechte Musik handelt. „None of us can stop the time“.
Oder?
Versöhnungsversuch 1
Dabei liegt genau hier vielleicht der eigentliche Widerspruch. Einerseits bleibt der Schall derselbe. Ein Basslauf wird nicht schlechter, nur weil ich nachträglich erfahre, dass ihn keine Bassistin und kein Bassist eingespielt hat. Ein Echo verliert nicht messbar an Tiefe, weil es aus einem Algorithmus stammt. Der Hallraum schrumpft nicht physikalisch zusammen, sobald ich weiß, dass ihn niemand mit den Händen am Mischpult geöffnet hat. Was an mein Ohr dringt, bleibt identisch. Und doch hören wir Musik offenbar nie nur als reinen Schall. Wir hören sie immer auch als Spur einer Praxis, einer Haltung, einer Szene, einer Geschichte.
Gerade bei Dub ist das schwer auszublenden. Dub ist ja nicht bloß eine Klangästhetik aus Bass, Hall, Echo, Drop-outs und Delay-Schleifen. Dub ist Studiohandwerk, Sound-System-Kultur, Improvisation, Materialbearbeitung, soziale Herkunft, Körperlichkeit und Raumgefühl. Dub lebt davon, dass jemand ein meist vorhandenes Material anfasst, auseinandernimmt, neu zusammensetzt, in die Tiefe zieht, verschwinden lässt und wieder auftauchen lässt. Im besten Fall hört man nicht nur ein Ergebnis, sondern einen Vorgang: Hände am Mischpult, Entscheidungen im Moment, Mut zur Lücke, Lust am Risiko, manchmal auch die charmante Unvollkommenheit einer Idee, die gerade deshalb lebendig wirkt.
Wenn KI-Dub dieses ganze Beziehungsgeflecht nur nachbildet, ohne tatsächlich daran teilzunehmen, entsteht womöglich ein Mangel, den man nicht unbedingt im Frequenzspektrum nachweisen kann. Vielleicht klingt alles „richtig“: der Bass warm, die Snare trocken, das Delay schön versetzt, die Melodica an der passenden Stelle. Und trotzdem fehlt etwas. Nicht, weil die Maschine den falschen Sound gewählt hätte, sondern weil der Sound keine Geschichte mehr mitbringt – oder jedenfalls keine, an die ich glauben kann. Das Defizit liegt dann nicht im Klang selbst, sondern in der Bedeutung des Gehörten. Es ist kein akustischer, sondern ein kultureller Verlust.
Das macht die Sache komplizierter, als mir lieb ist. Denn wenn ich sage: „Es zählt nur, was hinten raus kommt“, dann reduziere ich Musik auf ihr hörbares Resultat. Das ist als Gegenmittel gegen Vorurteile sinnvoll. Aber vielleicht ist es zugleich zu wenig. Vielleicht besteht ein musikalisches Werk eben nicht nur aus Schwingungen in der Luft, sondern auch aus den Beziehungen, die sich in ihm verdichten: zwischen Musiker:innen, Technik, Tradition, Szene, Publikum, Geschichte und Gegenwart. Gerade Dub war immer mehr als ein Sound. Er war eine Methode, ein Ort, eine Haltung zur Welt. Und genau deshalb trifft uns KI-Dub vielleicht empfindlicher als KI-Fahrstuhlmusik. Er imitiert nicht nur eine Oberfläche, sondern eine kulturelle Praxis, die für viele von uns mit sehr viel mehr aufgeladen ist als mit ein paar hübschen Echoeffekten.
Ihr seht mich also von Widersprüchen zerrissen. Lasst uns gerne einen Diskurs über diese Fragen führen. In jedem Fall aber gilt: Wir werden sehen, was kommt. Ich bin überzeugt davon, dass Reggae und Dub so starke musikalische Ideen sind, dass sie auch unter veränderten Produktionsbedingungen Bestand und Kraft haben werden. Aber das geschieht nicht von allein. Wenn Dub mehr bleiben soll als eine hübsch hallende Stiloberfläche, dann müssen wir weiter darüber streiten, was ihn wirklich ausmacht. Vielleicht zählt am Ende tatsächlich, „was hinten raus kommt“. Aber was da herauskommt, ist nie nur Schall. Es ist auch Geschichte, Haltung, Herkunft, Praxis, Versprechen, Täuschung, Sehnsucht und manchmal eine Kränkung, die wir erst verstehen müssen, bevor wir sie überwinden können.
Übrigens ist vor kurzem Haris Pilton: Think Dubby, Vol. 2 erschienen. Mir gefällt’s.

23 Antworten auf „Echoes from the Machine“
First of all, both albums were made with love, care, knowledge, hard work, and passion. I have spent years studying King Tubby and dub production. I honestly don’t even know where this accusation came from that the albums were made with artificial intelligence. What exactly is supposed to be “AI” about these two albums? And compared to which AI-generated works exactly, so that someone can say: “See!”?
Thank you for the review of Think Dubby Vol. 1 — you wrote exactly what I wanted to bring to the listener.
Backaway bloody Vamp!
I think this was the best reflection on the use of AI on music that I’ve ever read. So well considered, reasonable and informed! Thank you for bringing it up, Mr. Wynands! And both Think Dubby albums are awesome
Ähm, nein!
[…] genau hier beginnt die Ironie. Denn es könnte sein, dass das exakte Gegenteil der Fall ist. Haris wird bekanntlich vorgeworfen, seine Musik von KI einspielen zu lassen. Richtig dementiert hat er das nie. Andererseits klingen seine Dubs alles andere als generisch – […]
Danke für die ausdifferenzierte Analyse bzgl. des „Konflikts“ KI-generierte Musik vs Non-KI-Musik.
Es ist mal wieder typisch, daß im Ursprungsbeitrag einfach nur herumgebölkt wird, dieser hier aber irgendwie gar nicht weiter beachtet.
Bei derartigen Diskussionen bringe ich immer folgendes Gedankenbeispiel an:
a) man nehme eine beliebige offizielle CD von Pink Floyd’s „Dark Side Of The Moon“;
b) man nehme eine vollständig KI-generierte* Version von „Dark Side Of The Moon“, die tatsächlich bitgenau 1:1 identisch sei (*das ist zwar extremst unwahrscheinlich, daß eine KI exakt das Album re-konstruiert, aber es wäre rein _technisch gesehen_ im Bereich des Möglichen).
So, und nun spiele man beide Versionen einem öhm Kenner vor und sage nebenbei, daß a) KI-generiert sei und b) eben die Original-CD. Der „Kenner“ würde automatisch a) mangelnde Seele und noch ähnliche Gehässigkeiten attestieren, b) dagegen bevorzugen.
Aber so weit kommt es in der Diskussion meist gar nicht. Auf derartige Beispiele wird dann nie reagiert. Oder ausweichend. Das passiert auch, wenn man zB fragt, wieso nun Kraftwerk’s „Mensch-Maschine“ Seele etc hätte, aber ein KI-generiertes Werk, das von Aretha Franklin stammen könnte, eben nicht.
Aber es kommt noch dicker: Ich weiß nicht, ob du dich mit Vaporwave auskennst, aber eins der letzten Sub-Genres wurde „Barber Beats“ genannt. In der Tat handelt es sich um nicht mehr als um mehr oder weniger komplette Tracks von zB „Cafe Del Mar“-Kompilationen, die komplett in die DAW (zB Audacity) geladen wurden, dann ca auf 90% Geschwindigkeit runtergerechnet werden, wenn’s hochkommt, mit ein wenig Hall oder Delay versehen – fertig ist die Laube; man braucht sich den fertigen Track nicht einmal mehr anzuhören.
Es existieren ganze Horden derartiger „Künstler“ und in einschlägigen Foren (vor allem Reddit) wird ihnen dann „Talent“ bescheinigt – und tatsächlich die Vinyls (idR in Auflagen um die 300) gekauft. Und exakt diese „Fans“ meinen dann, das KI-generierte Musik schändlich und wohl unterste Kanone sei.
Gegen Ende Januar hat dann auch Bandcamp in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zahlreiche Accounts, die vornehmlich KI-Musik beherbergten, ohne Ankündigung einfach gelöscht.
KI ist letztendlich der neue Underground – aber mit ca 99.9% der Ergebnisse kann ich als langjähriger Hörer von auch abseitiger Musik nicht viel anfangen. Nur allzu oft ergießt sich alles in öden Stereotypen einer weiteren obsoleten Heavy-Metal-Band .. oder wie hier in den zwar gut hörbaren, aber irgendwie auch dem „Dub von der Stange“ gleichenden Werken des „Haris Pilton“ (P.S. Ich hab lediglich in ein halbes Dutzend der Stücke reingehört. Er wird übrigens niemals zugeben, daß es KI sei; sein Bandcamp Account wäre im Nu weg, angeschwärzt von den KI-Hatern).
Ich bin der Meinung, daß KI viel, viel mehr kann als das ständige Reproduzieren von gemeinhin bekannten Stereotypen, aber die Kunst wird sein, eben genau da was rauszukitzeln, was sich eben nicht wie Altbekanntes anhört. Auf der anderen Seite halte ich Musik als solche für doch recht „auserzählt“, selbst wenn Menschen am Werk seien – wirklich Grundlegendes scheint es nicht mehr geben zu können. Und das wäre dann das Spannungsfeld, wo auch tatsächlich noch was Spannendes an Musik passieren könnte….
Ich muss zugeben, der Gedanke kam mir in einem Zustand, der nicht unbedingt aus einer völig nüchternden Betrachtungsweise hervorging.
Ich war einem Schamanen näher als einem trocken und nüchtern denkenden Unternehmensberater, bei dem aber auch nicht viel mehr rauskommt, als die Belegschaft zu entlassen. Dafür müsste ich ehrlich gesagt nicht studieren. Sowas kann ich auch ganz nebenbei auf irgendeinem Firmenklo „erdenken“. Ok, das erfasst die „Sache“ natürlich nicht voll und ganz aber mir reicht es auch in diesem Fall, was hinten rauskommt. Und das sieht meinem täglichen Stuhlgang sehr ähnlich.
Ja, da bin ich gleich von Anfang an vom Thema abgekommen.
Als ich mir mal wieder einge Lee Perry – Productions angehört habe, fragte ich mich, ob eine KI das wohl auch hinbekommen könnte. Ich entschuldige mich bei mir selbst, dass ich diese Frage überhaupt gestellt habe. Denn für mich wird das immer UNMÖGLICH bleiben !
So wie ich das bisher – zwischen Tür und Angeln – mitbekommen habe, scheint es möglich zu sein, eine KI zu beauftragen, ein neues, noch nie dagewesenes Lee Perry – Album, im original Black Ark Sound zu generieren. Ihr könnt ruhig lachen, denn ich habe wirklich keine Ahnung von dem Zeug. Aber ich denke doch, dass man mit der richtigen Formulierung von Prompts ( oder wie die dinger auch immer heißen mögen ), ein Ergebnis bekommen müsste, dass sich exakt so anhört, wie ein neues, noch nie dagewesenes Lee Perry – Album aus der Black Ark.
Nein ! Ich glaube natürlich nicht, dass das möglich ist ! Aber ich wäre schon ein wenig gespannt auf das Ergebnis.
Einfach nur, weil ich dann mehr darüber wüsste, was KI kann und was nicht.
„Welcome to Jamrock“ ……………….. lemmi
Da bin ich mir sogar ziemlich sicher, daß eine KI das _prinzipiell_ hinbekommen könnte, eine Lee Scratch Perry-Produktion zu generieren.
Aber es hängt vor allem davon ab, welche Trainingsdaten sie jemals verarbeitet hat, und wie man sie wieder anspricht. Das macht sich nicht „einfach so“; da ist einiges an Recherche und sinnvollem Prompting notwendig und sicherlich auch einige Erfahrung mit dem jeweiligem Modell (einem Modell, das niemals mit Dub in Kontakt kam, wird man auch in 1000en Versuchen keinen Dub/Reggae entlocken können, es weiß einfach nicht, was das sein soll, und diese Modelle sind im Grunde „read only“, man kann ihnen nicht wirklich neue Tricks beibringen können, das kann nur das Training).
Damit und ein wenig Glück kann man sowas sicherlich in 1-2 Tagen halbwegs auf die Reihe kriegen können. Dazu käme dann noch Post-Produktion und das ganze leidige Drumherum in der DAW.
Mir ist so ein LSP-Clone allerdings nicht bekannt.
Was bereits auf youtube hörbar ist, ist dagegen das Album „Fatalist Bath Dub“ von Auto-Fatalist. Ganz sicherlich ein Album im Früh-70er, Spät-60er-Sound, das klingt, als hätte jemand sein altes Space-Echo und alles drumherum im Punk-Partykeller aufgebaut: Was sich wie in „Healthcare Dub“ zunächst als relativ normaler Dub anläßt, endet in Echo-Bandschleifen und einem darüber geflanschtem E-Gitarren-Solo im Noise/Rock/Punk-Stil. Oder wie im „Free Towel Dub“ wie eine übersteuerte Punk-Jam-Session. Der Titelsong dagegen könnte auch von einer Session von Suicide stammen. Kurz: Hochgradig experimentell und überhaupt völlig entfernt von dem, was man von einer KI i.A. erwarten würde.
Vielleicht hast du ja an derartigen Exkursionen zumindest einen kurzzeitigen Spaß.
Ja, erst mal Danke für deine „prompte“ Antwort Hard ( Kid ) Frost.
( Wollte nur zeigen, dass ich auch Kid Frost kenne ).
Nach allem was du so schreibst, könnte das ja vielleicht doch – zumindest Ansatzweise – gelingen. Ich finde den Sound von Black Ark so speziell, dass ich wirklich sehr gespannt auf so ein „ExPerryment“ wäre. Ohne allerdings zu wollen, dass es einer KI wirklich gelingt. Denn dann würde für mich echt schon fast meine ganze Welt zusammenbrechen. ( „Ich sags wie es ist“ ).
Leider, bzw. eigentlich zum Glück, habe ich an Auto-Fatalist noch nicht mal „kurzzeitigen Spaß“. Die erste Minute+x klingt auch für mich noch nach Musik. Und wenn man mich fragen würde, was das für eine Musik ist, würde ich antworten, „es ist Dub“. Ab etwa 1:44 hört es dann für mich auf, sowas wie Musik zu sein. Als Intro würde es nahezu in jeden Dub passen. Vielleicht auch gelegentlich als „psychodelischer Effekt“. Aber ansonsten würde ich eher annehmen, dass da jemand einen Prompt geschrieben (?) hat, der da so lautet wie, „mach mal ein paar „FreeJazz-Geräusche“ und jubel sie den DubFans unter. Die hören so komische´ Musik´, die nehmen alles als
willkommene Innovation“. Ich habe mir auch noch den Titel“song“ angehört und fühle mich gut dabei. Denn ich habe ja immer „Angst“,
die perfekte DubWelle zu verpassen. Hierbei nicht.
Greetings …………………… lemmi
Ich kenne von LSP eigentlich nur das „Time X Boom De Devil Dead“-Album oder so ähnlich, sowie das „Super Ape“, falls ich mich recht erinnere. Ersteres fand ich ganz gut, das andere eher durchwachsen. Vllt sagst du mal, welches Album das deiner Meinung nach beste „Black Ark“ sei – in was ich so kurz reinskippte, hörte sich für mich bislang eher nach Schlager-Reggae an.
So was wie „Fatalist Bath Dub“ ist keine Musik, die dazu dient, irgendwelche Erwartungen a la „willkommene Innovation“ oder „Dub Fans hören komische Musik“ zu erfüllen, sondern sie zu transzendieren. Das hat auch augenscheinlich null mit Free Jazz zu tun, sondern mehr mit Dilettanten-Punk oder -Noise, d.h., es ist hochgradig experimentell und verschroben: Etwas, was man von einer KI im Regelfall eben nicht erwarten würde. Daß Experimente nicht immer so funktionieren wie man es erwarten würde, dürfte eigentlich offensichtlich sein, denn sonst wären es ja keine Experimente, sondern Arbeiten mit zugesichertem Ergebnis – im Grunde kann ich mir Unspannenderes in Musik gar nicht vorstellen.
Wenn du Musik als Dienstleistung am Kunden verstehst, ist das selbstverständlich dein gutes Recht, aber es ist eben auch das Recht des „Künstlers“ (wenn man so will; ob der Begriff überhaupt hinreichend sei für KI-Produzenten, ist eine andere Frage), eben diese Erwartungen nicht zu erfüllen.
Ich würde dir evtl weitere Beispiele nennen, aber ich hege den dringenden Verdacht, daß du, sobald man dir offen sagt, daß es sich um KI-generierte Geschichten handelt, den mentalen Schalter umlegst, der dir sagt „Das darf ich gar nicht gut finden“. Dann ist es aussichtslos.
„Ich würde dir evtl weitere Beispiele nennen, aber ich hege den dringenden Verdacht, daß du, sobald man dir offen sagt, daß es sich um KI-generierte Geschichten handelt, den mentalen Schalter umlegst, der dir sagt „Das darf ich gar nicht gut finden“. Dann ist es aussichtslos.“
Yo, das stimmt zu 100% ! Ich will einfach nicht, dass Ki den Menschen ersetzt. Seitdenn Ki nimmt uns Menschen Arbeit ab, auf die wir keinen Bock haben. Musikmachen, macht aber einen riesigen Spaß. Ich bin zwar kein Musiker aber ich weiß es trotzdem, da ich es am eigenen Leib und in meiner Seele gespürt habe. Ki kann von mir aus überall sonst eingesetzt werden, wo sie vielleicht sogar Vorteile gegenüber dem Menschen hat. In der Medizin …………….. aber das hatten wir schon.
Nein ! „Um Himmels willen !“ Musik darf für mich auf gar keinen Fall ( nur ) eine „Dienstleistung am Kunden“ sein. Ich finde im Reggae und DubCosmos, vom ersten Tage an, extrem viele Experimente und auch gewagte Versuche, die die Musik insgesamt auf ein höheres aber zumindest auf ein anderes Level gehoben haben. Dazu gehört für mich auch „Time X Boom De Devil Dead“ von On .U Sound. Lee Perry selbst hat mit seinem Black Ark Sound nicht nur mich, sondern sämtliche Musikexperten und vor allem Connaisseure in der ganzen Welt in erstaunen versetzt. Ähnlich oder genauso war es mit Scientist, Prince Jammy, Adrian Sherwood, Mad Professor und wenn ich schon mal dabei bin, möchte ich auch JAH Shaka nicht vergessen. Mögen mir alle anderen verzeihen, die ich hier nicht erwähnt habe. Dazu kommt noch, dass Reggae – aus meiner Sicht – mit nichts aber auch mit rein gar nichts, aus anderen Musikrichtungen zu vergleichen ist. Ich weiß nicht, ob es die Genialität der jamaikanischen Musiker war oder ob sie tatsächlich durch den Besuch von Haile Selassie besondes gesegnet wurden. Es gibt viele Versions von Get Up Stand Up ! Aber die Version von Peter Tosh auf „Equal Rights“ haut mich schon im Intro von den Socken. Diese Art und Weise, wie da die Instrumente zusammenwirken habe ich bisher noch in keiner anderen Musik, noch nicht mal Ansatzweise gefunden. Und so ist das mit der überwiegenden Anzahl an Reggae-Alben bei mir fest eingeprägt.
Natürlich gibt es auch sowas wie „SchlagerReggae“. Ich mag sogar „Dont turn around“ von ASWAD. ( Aber bitte nicht weitersagen ). Bei Lee Perry gibt es auch eine Menge Tunes, die ich nicht mehr als einmal hören muss.
Lee Perry ist auch der Grund, warum ich hier wieder mal was geschrieben habe. Gestern hörte ich mir ein erst kürzlich veröffentlichtes Album von Lee Perry an. „Flashing Echo / The Upsetter Singles 73´. Ich muss bei Lee Perry aufpassen, dass ich mir nicht alles doppelt und dreifach kaufe aber bei diesem Sampler ( 2 CD ) musste ich einfach zugreifen, da dort endlich auch „More Justice To The People“ in drei Versions auftaucht. Ich hatte zwei Wochen vor Erscheinungsdatum bei ChatGPT die Frage gestellt, auf welchem Album man „More Justice To The People“ finden könnte. ChatGpt hat mir doch tatsächlich „Flashing Echo“ empfohlen ! Und etwa zwei Wochen nach meiner Anfrage stand diese Doppl-CD bei irie records zum Verkauf. Ein Weiser Mann hat mir mal versichert, dass es keine Zufälle gibt und das ist mal wieder ein Beleg dafür ;-) Ich hörte mir aber erst CD 2 an, da ich mich für „More Justice To The People“ angemessen präparieren wollte. Und ja, auch da fand ich so einige Schlager. Ganz besonders mal wieder von der weiblichen Zunft. Das ist schon ziemlich krasses Geplärre teilweise aber das muss ich mir ja nicht nochmal anhören. Es gibt auch ein „schönes Beispiel“ zu dem Thema, was du und Ras Vorbei bei Gacha Medz besprochen habt. „Flashing Echo“ wurde jetzt von Dr. Bird rausgebracht und es gibt gewisse Parallelen zu „Clocktower Records“. Da ist so mittendrin ein Song von einer Lady, die in „leathel frequencies“ extrem an meinen Nerven zerrt. Und als ob das noch nicht „tödlich“ genug wäre, haben die den Song auch noch schneller laufen lassen, so dass ihre Stimme wirklich nicht mehr menschlich klingt. Auch wenn ich den „Song“ wirklich „verachte“, halte ich das dennoch eher für Pfusch, als für Absicht. CD 1 hat bei mir keine Wünsche offen gelassen. Da sind richtig gute „Snacks“ für Connaisseure drauf. Auf CD 2 aber auch.
Ok, ich kann und will es auch nicht lassen, meine Verachtung für Feejazz immer wieder mal durchblicken zu lassen. Das ist für mich keine Musik zum mitfühlen. Die Musiker mögen gut ausgebildet sein aber von Musik haben die keinen Plan. Ich will damit niemanden konkret provozieren aber mit so einem „freejazzer“ würde ich gern mal „ein Hühnchen rupfen“. So ein Schrott ! Oder fehlt mir schlicht die Fähigkeit über den Tellerand zu schauen ? Mir egal ! Freejazz kann weg !
Hmmmmh. Is schon wieder viel Text aber jetzt geht es ja erst richtig los.
Einerseits frage ich mich, mit wem ich es hier eigentlich zu tun habe ? Du kennst zwei Alben von Lee Perry ?!? Wo hast du dich die ganze Zeit rumgetrieben ? ( Is nicht ernst gemeint aber ein PerryFan kann nicht anders fragen ). Andererseits gibst du mir die Chance, mich weiter über Lee Perry Productions, ausführlich zu unterhalten, bzw. einen Monolog darüber zu halten.
Gleich mal vorweg, muss ich sagen, es gibt für mich nicht das eine beste Black Ark Album. Wenn ich mich nun unbedingt entscheiden müsste, würde ich sagen „BLACK ARK IN DUB“ aber auch bei On .U Sound gibt es sowas nicht. Ich kaufe mir zwar immer gern ganze LP´s habe aber spätestens nach zwei Umläufen meine Highlights gefunden. Als babylon noch nicht ganz so scheiße war wie heute, konnte ich mir wunderbar Reggae – und DubSampler selbst zusammenstellen, und dann auf eine CD brennen. babylon hat dann keine Rohlinge mehr für diese schöne Sache hergestellt und daher stehe ich nun oft Live and Direct an meinem Mischpult mit zwei Plattenspielern und zwei CD Playern drumherum und lege für mich selbst Musik auf. Das macht auch großen Spaß aber lässt sich nunmal nicht von der DubCouch aus erledigen.
Ich habe also auch von Lee Perry nicht das eine, beste Album.
Für mich gibt es das gar nicht. Ich könnte auch nicht sagen, welches das beste Album von Bob Marley and The Wailers sein könnte. Ich liebe sie alle ! Es gab ne Zeit da hätte ich gesagt, die „Kaya“ ist am schwächsten aber das fühle ich inzwischen auch schon längst ganz anders. Aber „Is This Love“ mag ich von Bob echt nicht so gern. Geht in Richtung Schlager …. psssst.
Die berühmtesten Alben von Lee Perry Productions sind wohl „War inna babylon“ von Max Romeo und natürlich „Heart Of The Congos“. Über „Heart Of The Congos“ könnte ich mich allerdings aufregen, weil dieser Cedric Myton echt meint, er könne Falsett (o.s.ä.) singen. Das kann nur EEK A MOUSE und sonst niemand auf diesem ganzen Planeten. Ja, der Fan geht schon wieder mit mir durch ……
Es gibt ein Album, welches „Heart Of The Ark“ heißt. Da sind auch ein paar von meinen absoluten TopTunes von Lee Perry drauf. „I never had it so good“ / „Whats The Use“ / „Dont be afraid“ sind meine Favoriten aber das ganze Album ist genau richtig für mich. Da zeigt Lee Perry auch, wie das mit den Flying Cimbals geht, ohne das ich auch nur im Geringsten genervt werde. Sind alles VocalTunes und könnten daher vielleicht auch als „Schlager“ empfunden werden. Vor 40 Jahren hätte ich dir dafür vielleicht keine Schlager aber doch ein paar Schläger vorbeigeschickt, um deine Aussage mit Schmerzen zu bestrafen. ( Ich mache natürlich wieder nur Spaß ). Aber inzwischen stehe ich da soweit drüber, dass es mir egal ist, wenn das Schlager sein sollten. Ich habe längst akzeptiert, dass auch Schlager ihre Berechtigung haben, solange sie irgendjemanden positiv berühren und ein gutes Feeling verschaffen. Das ist so ziemlich der einzige Satz, der jetzt aus meinem Kopf kam. Alles andere habe ich aus dem Bauch heraus geschrieben.
Wochenende ! Bei Befarf, bis Montag …………….. lemmi
Wir hatten das KI-Thema zwar schon zur Genüge durchexerziert, dennoch bin ich nach wie vor der Meinung, daß du dich vom ersten „Glanz“ bzw. „Nicht-Glanz“ blenden läßt. Einfach nur reflexhaft zu sagen „Ich will einfach nicht, dass Ki den Menschen ersetzt.“ trifft imho überhaupt nicht den Kern des Issues. KI ersetzt den Menschen überhaupt nicht, KI kann vielmehr viele Aufgaben, die selbst auf hohem Niveau Routine erfordern, übernehmen, und das, ohne zu murren. „Musikmachen, macht aber einen riesigen Spaß“ – das denkst du vielleicht so und es gibt tatsächlich Events, wo es Spaß macht, aber es gibt auch Hintergrundarbeiten, all das leidige Zeug, das vllt genau 1x Spaß macht und dann zu lästig-langweiligen Routinen verkommt. Ich kann dir nur die Lektüre von „I Am The American Dream“ von Frank Zappa/Peter Ochiogrosso“ nahelegen, insbesondere das Kapitel „Alles über Musik“, ein Zitat: „Musiker neigen zur Faulheit, sie werden krank und sie schmeißen Proben“. Unter derartigen Bedingungen leidet nicht nur der Produktionsprozess, sondern auch das Produkt. Vielen von den Problemen kann man mit einer KI tatsächlich hinreichend gut begegnen.
Dann kommen noch die Kosten der Investition hinzu, die bei KI auf ein Bruchteil zusammenschrumpfen.
„Free Jazz“. Ich finde diesen Stil auch eher kurios und nichts, was ich mir so direkt anhören würde; typischer Fall von „im Grunde interessante Idee, aber das Ergebnis ist dann weniger interessant, oft nur einfach nervig“.
„nur zwei Alben von Lee Perry“: Ich bin i.A. überhaupt kein „Fan“ von Reggae. Vieles scheint mir völlig schematisch und derart routinenhaft, daß ich den Sinn von weiteren derartigen Produkten eigentlich in Zweifel ziehen möchte. Und Lee Perry stand bei mir niemals wirklich auf dem Zettel. Ich kann auch mit Bob Marley nicht allzuviel anfangen; einiges von Peter Tosh fand ich ziemlich gut. Und natürlich „Journey To Addis“ von Third World, imho eins der besten Reggae-Alben überhaupt.
Mich interessiert schon Dub, aber mehr als Technik, mit dem man auf andere Stile los geht, weniger als Reggae-Subgenre. Obwohl das dort außerordentlich gut funktionieren kann.
„black ark in dub“. Hab mal auf yt da durchgeskippt. Ja, das ist alles schon okay soweit und läßt sich gut weghören. Viel mehr aber auch nicht. Am besten immer noch der eher dumpfe Früh-70er-Sound. Eigentliche Effekte sind ja eher Mangelware, was ja auch einleuchtend ist, weil es damals keine Automatisierung an Mischpulten gab.
Geht mir alles nicht weit genug, und die ewige Off-Beat-Gitarre muß ja auch nicht immer sein, und schon gar nicht diese üblen Tonartwechsel.
Kurz gesagt: Deine Begeisterung ist ja schön und gut, mich betrifft sie nur irgendwie nicht.
„babylon hat dann keine Rohlinge mehr für diese schöne Sache hergestellt“. Doch, CD-Rohlinge gibt es immer noch zu laufen, nur im Supermarkt nicht mehr, weil sie kaum jemand kauft.
Oh, oh, ich befürchte, das wird jetzt auch wieder viel Text. Da sind so einige „Punkte“, die ich gern noch etwas klarer stellen möchte. Manchmal, bzw. vielleicht sogar viel zu oft, drücke ich mich missverständlich oder gar zu oberflächlich aus. Z.B. „KI soll den Menschen nicht ersetzen“. Klar, wortwörtlich heißt es geanu das. Aber natürlich wird KI einen Menschen aus Fleisch und Blut höchstwahrscheinlich niemals ersetzen können.
( Auch keine „AI – Schlampe“ ). Und wenn du meine Texte nicht einfach immer nur „überfliegen“ würdest, müsste eigentlich klar sein, dass ich schon längst an dem Punkt bin, wo ich AI als Handlanger voll und ganz akzeptiere. Auch als Hilfe in der Medizin und auch in vielen anderen Bereichen. Da wo es um menschliche Gefühle und Kreativität geht, bin ich raus. All die lästigen Routinen, die es auch in der Produktion von Musik gibt, können gern von KI übernommen werden. Das ist ja Routine und hat eigentlich mit Kreativität nix zu tun, wenn ich mich nicht irre. Ich sehe da gewisse Parallelen zu meinem Beispiel mit dem „Kürzen von Schrauben“, was in meinem Beruf eher eine sehr lästige Routine ist aber im Grunde so nebensächlich, dass es hier wirklich nur zur Veranschaulichung dienen sollte. Deine Argumentation in Bezug auf KI als günstiger Ersatz für kranke Musiker und die Kostensenkung bei der Pruduktion von Musik insgesamt, klingt für mich einfach zu rational. So als ob Musik von BWL-Studenten gemacht wird. Und nur noch als eine Art industrielles Prudukt zu möglichst günstigsten Bedingungen hergestellt, bzw. generiert wird.
Reggae wurde – soweit ich zu Wissen glaube – zunächst erst mal aus reinem Spaß an der Feude gemacht. Den Jamaikanern wurde die Musik aus usa zu langweilig und so fingen sie an, ihre eigenen Wurzeln in ihrer eigenen Musik immer stärker mit einfließen zu lassen. Sie konnten gar nicht anders, denn es musste raus. Erst im Laufe der Zeit, haben sie gemerkt, dass man damit sogar etwas Geld verdienen konnte. Damit habe ich mich jetzt aber mal sehr kurz gefasst. Die ausführliche Version dieser Geschichte steht zwar nicht in einem „Zappa-Buch“ aber in nahezu allen Büchern über die Geschichte von Reggae. Ich finde Zappa ok aber mehr auch nicht. Macht ja nix.
Daß du kein Fan von Reggae bist, ist mir natürlich schon fast seit deinem ersten Satz hier im DubBlog klar. Auch das macht ja nix. Aber es fehlt uns dann natürlch sowas wie eine gemeinsame Basis. Wir werden dann immer aneinander ( sozusagen ) vorbeireden. Auch das macht nix aber natürlich auch nicht so viel Spaß, wie wenn man seinen Enthusiasmus mit jemandem teilen kann. Für mich war es absolut nicht möglich, Peter Tosh und Third World gut zu finden und Bob Marley nicht. Mich hat Reggae voll und ganz gepackt. Ich könnte sogar behaupten, Reggae ist für mich „erfunden“ worden. Das ist allerdings wieder so ein Satz, den rational denkende Menschen bestimmt nicht so „toll“ finden wie ich.
Die „Off-Beat“ Gitarre ist für mich neben Bass und Schlagzeug „Das Salz in der Suppe“. Von mir aus gleich zwei Off-Beat-Gitarren plus Keyboard, bei dem die Off-Beat-Töne nicht mit den Fingern in die Tasten gehauen werden, sondern mit einem 300 Kilo – Hammer ! Das ist das Fundament !
Reggae „baut“ darauf aber noch ein sehr buntes Haus mit gelegentlichen Gitarrensolos, einer großen Anzahl von verschiedensten PercussionInstrumenten, die in ihrer Funktion sogar noch erweitert werden, indem man z.B. einen Lederlappen an der Innenseite einer BongoTrommel entlangreibt. Und das ganze mit einem Rythmusgefühl, welches Europäer schlicht und ergreifend einfach nicht haben. ( Ich sags wie es ist ). Die Türken können allerdings richtig gut trommeln, wenn ich mich nicht irre. Eventuell aber auch nur, weil sie ja zur Hälfte aus Asiaten bestehen. Europäer spielen Musik zu sehr aus dem Kopf. Ja, europäische Musik wird sogar erst mal nur mit Noten auf Papier „gedruckt“, bevor sie gespielt wird. Is nich mein Ding ! Ausnahmen sind sehr selten.
Ok, das mit den Rohlingen zum Brennen habe ich mir schon gedacht. Nicht jeder kennt diese Rohlinge und auch nicht diese speziellen Brenner, mit denen man ganz einfach, sozusagen 1:1, komplett analoges „Musikmaterial“ auf eine CD brennen konnte. Der Brenner hatte da wohl schon so eine Vorstufe von KI eingebaut. Die gebrannten Ergebnissse hörten sich auf CD genau so an, wie sie bei der Aufnahme mit Mischpult geklungen haben. Ich vermisse das sehr ! Später sollte das dann auch noch mit Computer möglich sein. Aber nur mit extra Zusatzprogrammen, die man sich aus dem Netz runterladen konnte. Da hatte ich dann auch plötzlich mit diesen komischen ( ich sag mal ) Kurven zu tun, die den selben Charme auf mich versprühen, wie das Politbarometer im heute journal. Man konnte sich in keinster Weise auf die Einstellungen am Mischpult verlassen. Wenn man „die Kurven“ nicht richtig eingestellt und bearbeitet hat, war der Klang völlig inakzeptabel. Die CD war Schrott ! Natürlich hätte ich mir auch die Mühe machen können, wie ein Computernerd an dieser Scheiße „rumzuschrauben“ bis ich endlich einen akzeptablen Sound gefunden hätte aber da das vorher mit Mischpult und Philipps-CD- Brenner so extrem einfach ging, hatte ich jetzt das Gefühl, als ob ich der Junge mit den Scherenhänden wäre, der versucht, sich damit die Schuhe zuzubinden. Bei sowas bekomme ich Zorn. Denn es ist keine Verbesserung sondern lediglich eine imaginäre Fessel, die mich an einen Ort bindet, an dem ich gerade gar nicht sein will.
Die Rohlinge, die man noch kaufen kann, sind nur zum Brennen mit Computer geeignet. Brennen mit Computer ist was für Leute die zu viel Zeit haben. Leute die Spaß haben, mit dem Scheiß rumzufrickeln. Ich sollte vielleicht noch dazu schreiben, dass ich hier nicht vom einfachen CD-Brennen spreche. Ich meine es im Sinne von LiveMitschnitt, wenn ich Musik zuhause für mich auflege. „Tune fe Tune. Dub fe Dub !“
Für mich ist klar geworden, dass du und sowieso viele andere, Musik ganz anders wahrnehmen als ich. Versteh mich bitte nicht falsch. Es ist für mich völlig ok, wenn andere Menschen mit z.B. „Black Ark In Dub“ nicht klarkommen. Oder es eben soweit ganz ok finden. Das ist eben der Unterschied zwischen mir und sehr vielen anderen Menschen. Bei mir löst diese Musik Gefühle aus, für die es eigentlich noch gar keine Worte gibt.
„Reggaemylits“ beschreibt zunächst erst mal nur so eine Art Erkältung. Worte wie „faszinierend, magisch, erhellend, kraftspendend und z.B. auch
revolutionär“, sind nur der Versuch, etwas Übersinnliches zu beschreiben.
Reggae ist – nicht nur für mich – mehr als nur Musik. Für mich ist es Wahrheit und Offenbarung. Reggae bringt alles auf den Punkt.
Hehe, ich habe ja gesagt, „es wird lang“. Ich hoffe, es ist noch klarer geworden, dass man mit mir über Reggae und Dub nicht diskutieren kann.
Ich habe damit alles im Leben gefunden, wonach ich hätte suchen können. Die meisten Menschen, auch diejenigen die ich über alles liebe, können das nicht nachvollziehen. Macht ja auch nix. Die können ja Techno, Ballermann, Apres Ski, Punk, Zappa und auch Schlager hören.
Hier ist der DubBlog ! Dub ist eine Spielart von Reggae ! Und wo sonst, wenn nicht hier, sollte ich Menschen finden, die meine Begeisterung für Reggae und Dub, wenigstens ein Bisschen, mitfühlen können.
Ich finde übrigens auch, daß Reggae besonders seit dem Milleniumwechsel mehr oder weniger „schematisch“ behandelt bzw. gespielt wird. Oft habe ich mich seitdem schon über das schlaffe Fundament von Reggae „beschwert“. Es erschien mir so, als ob die Musiker resigniert hätten, weil es egal war, was für geniale Musik sie einspielten. Die meisten Menschen tanzen wohl am liebsten zum Text. Bei den Jamaikanern hätte ich das am wenigsten erwartet. Aber Capleton, Sizzla, Antony B., und all diese „neuen Rastas“ ( mit Turban ) haben sich fast die Seele aus dem Leib gegrölt und in einem Song so viel Text verballert, aus dem Burning Spear jeweils ein ganzes Album gemacht hätte. Die Musik plätscherte nur noch so leise im Hintergrund vor sich hin.
Ich bin „aufgewachsen“ mit einer sehr offenen und abwechslungsreichen Spielweise von Reggae. Sly and Robbie, Roots Radics, The Wailers, Gladiators, Third World, UB 40, Alpha Blondy, Steel Pulse, ASWAD, I JAH Man, Pablo Moses …….. ich kann sie jetzt nicht alle aufzählen, haben Musik im allgemeinen und speziell den Reggae bis in die abgelegensten Winkel unserer Erde verbreitet. Sicherlich hat jede Band so sein Schema aber da es so viele gibt, gibt es auch so viele verschiedene Spielweisen und für mich gab es keine lange Weile. Aber wenn ich es knallhart auf den Punkt bringen sollte, so muss ich doch sagen, daß etwa seit dem Milleniumwechsel, auch für mich nicht mehr so viel spektakuläres aus dem „ReggaeDjungel“ kam. Im Dub sieht das immer noch ganz anders aus. Besonders die vielen Veröffentlichungen von VP-Records mit den „TurbanRastas“ empfand ich als zu schematisch und einfallslos, zumal sie auch hauptsächlich alte riddims lauwarm aufgebrüht haben. Diese Schematik wird jetzt mit KI-Musik auf die Spitze getrieben. Da bleibt bei mir, auf jeden Fall, die Begeisterung voll und ganz auf der Strecke.
Als Abschluss für heute möchte ich noch fragen, warum eigentlich alle so viel „Schiss“ vor zu viel „intelligenz“ einer künstlichen intelligenz haben.
Das kann doch eigentlich auch alles nur „Fake“ sein. Wir werden doch wohl nicht schon so verblödet sein, dass wir die sogenannte KI wirklich sich selbst überlassen. Wir werden doch wohl nicht so bescheuert sein und uns von Ki abhängig machen. Wir werden doch wohl immer und überall für jede noch so schematische Funktion einer KI einen Kippschalter einbauen, mit dem wir das ganze System auf Manuell schalten können. Dann geht es eben wieder etwas langsamer aber es wird funktionieren. Wir müssen verhindern, das die „suckerbergs“ und konsorten uns, gegen den natürlichen Menschenverstand, komplett von einsen und nullen abhängig machen wollen. Dann haben wir nämlich die Weltdiktatur der Computerfreeks. Und die kennen kein Pardon. Kann doch nicht angehen, dass die dann einfach die Heizung abstellen, wann immer es ihnen passt, den Geldhahn zudrehen wann immer es ihnen passt. Naja, ich befürchte, das können die eh schon längst.
Ich muss also auch mein „reflexhaftes Verhalten“ relativieren, bzw. sogar vehement abstreiten. Meine Verachtung für KI ist zumindest im Bereich meiner Lieblingsmusik begründet. Zumindest für mich ! Falls es mir immer noch nicht gelungen sein sollte, zweifelsfrei zu erklären, warum ich komplett KI generierte Musik und vor allem Reggae und Dub aus tiefstem Herzen ablehne.
KI ist auch bei mir willkommen ! Aber NUR (!) mit manuellem Kippschalter !
Fragt mal einen alten „Strich – 8 – Schrauber“, wie geil das war, als er am Auto und speziell am Motor noch alles selbst reparieren konnte. Heute geht ohne Anal-yse-system fast nix mehr.
Vielleicht wird es auch Zeit, einen guten alten Spruch umzuformilieren.
„Erst, wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Einsen und Nullen nicht essen kann“.
Greetings …………….. lemmi
Big up! Feeling the same!
Yeah Mann !
Ich mach mal ne Strichliste :
I
Zu der Sache mit dem CD-Brennen:
Es werden keine analogen Daten auf eine CD gebrannt, die sind immer digital. Was du meinst, sind diese Stand-Alone-CD-Brenner, die es, noch bevor es CD-Brenner für Rechner gab, zu immensen Preisen zu kaufen gab. Tascam bietet wohl noch so ein Gerät an. Du kannst davon ausgehen, daß die A/D-Wandler darin vom Feinsten sind/waren. Im Gegensatz zu den damaligen Billig-Soundkarten am Rechner, die teils echt unter aller Sau waren. Denn die A/D-Wandlung am Rechner fand/findet über diese Soundkarten statt.
Ein „Direct-to-disc“-Verfahren ist auch mit dem Rechner möglich, aber da kommt es drauf an, ob das Brenn-Programm mit Audio-Streaming umgehen kann.
Früher gab es tatsächlich CD-Rs, die ausschließlich für Audio gedacht waren, die hatten halt spezielle Kennungen, und die o.g. Geräte prüften das nach (der Tascam soll das allerdings nicht mehr drin haben). Das hatte mit irgendwelchen Lizenzen zu tun.
Ich sehe allerdings nicht, warum man nun jede derartige DJ-Session auf CD braucht. Im Nu hast du dann da eine ganze Schachtel voll, die sich sowieso niemand mehr anhört. Da wäre es durchaus sinnreicher, das auf die HardDisc zu schreiben, evtl nachzubearbeiten und dann auf CD-R zu brennen. Dann sind auch ohne weiteres Kopien möglich, und das in weniger als 5 Minuten.
Oder man macht es direkt im Rechner mit einer Mix-Suite. Dann braucht man auch keine A/D-Wandler mehr. Haptisch sicherlich nicht dasselbe.
Mit KI hat das Ganze überhaupt nichts zu tun.
„Zappa“ – es ging nicht darum, ob man Zappa bzw seine Musik toll findet oder nicht, sondern darum, daß er in den 80ern etliche der immer noch aktuellen Issues im Musik(-Geschäft) kurz und knackig beschrieb – und sich darüber lustig machte.
„als ob Musik von BWL-Studenten gemacht wird.“
Offensichtlich übersiehst du ein paar Aspekte des Musikmachens in älteren Zeiten. Du scheinst zu denken, daß all diese Gerätschaften, die man damals brauchte, einfach vom Himmel gefallen sind. Nein, die mußten für teures Geld erworben werden. Jemand wie Lee Scratch Perry hat bestimmt nicht bei 0 angefangen, sondern eine Vorab-Investition tätigen müssen für den Aufbau seines Studios, die vermutlich im 5stelligen Dollar-Bereich lag. D.h.: Kein Geld, niemand, der einem was leiht … keine Musik. Und dann stehst du da mit deiner Triangel und versuchst in der Fußgängerzone „Spanish Eyes“ nachzuspielen, damit ein paar mitleidige Seelen ein paar DM spenden.
usw usf
Ich sag ja, wir werden wahrscheinlich immer aneinader vorbeireden.
Ich habe ja in erster Linie gemeint und auch geschrieben, wie und warum Reggae in den ersten Tagen gepielt wurde. Erst dann kam langsam des Geld ins Spiel. Viele Musiker gingen ins Studio obwohl sie wussten, dass das mit der Bezahlung eher ganz mau ausfällt.
Das galt vor allem für die Sänger, denen es überhaupt erst mal darum ging, sich musikalisch zu zeigen. Aber auch als sie schon bekannter waren, gab es Streitereien um die angemessene Bezahlung, die im Grunde bis heute anhalten. Perry war ja auch hauptsächlich Produzent, so wie Clement Dodd. Es waren hauptsächlich die Produzenten, die mit Reggae überhaupt etwas Geld verdient haben. Die Bezahlung der Künstler, ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Reggae und ein zusätzlicher Beleg dafür, dass es den Musikern nicht in erster Linie ums Geld ging.
Es hat ihnen erst mal „gereicht“, dass sie zumindest genug Geld bekamen um wenigstens am Abend eine warme oder wenigstens eine kalte Mahlzeit für sich und vielleicht sogar für ihre Kinder „generieren“ zu können.
Ich glaube auch, dass du nicht der Einzige bist, der es nicht nachvollziehen kann, warum ich meine privaten „DJ“ – Sessions nochmal extra aufnehmen möchte. Ich bin mir auch sicher, dass du null intersse daran haben würdest, dir so eine gebrannte CD von mir anzuhören aber in der Vergangenheit gab es immer wieder mal jemanden, der oder die so eine CD von mir haben wollte. Zudem hat man mich auch mindestens 1 mal gefragt, ob ich beim Auflegen im Club nicht eine CD mitlaufen lassen könnte, die mein „Programm“ aufzeichnet. ( Einmal ! Ja, ein Bisschen Selbstironie kann nicht schaden ). Ich bin dabei aber kein besonderer „DJ-Virtuose“. Ich lege lediglich einen Song nach dem
anderen auf. Meine besondere Qualität lag und liegt schon immer darin, daß ich eben nunmal einen sehr guten Geschmack habe ;-)
Ich habe mir vom ersten Tage an, schon immer Kassetten mit meinen Highlights zusammengestellt. Später dann eben CD´s.
Egal ob das Einbildung ist oder nicht. Ich bilde mir zumindest ein, dass die Tunes da genau so in der Reihenfolge sind, wie ich das im ganzen Universum für richtig halten würde. Diese CD´s dann im Auto oder auf all meinen Wegen, mit Fahrrad oder gar zu Fuß auf Kopfhörer oder eben über fette Boxen zu hören war für mich immer das pure Vergnügen. Heute ist es dann die Playlist auf Handy aber alle zehn Minuten muss ich mir die Kopfhörer runterreißen, damit ich nicht von der werbung belästigt werde.
12 Euro pro Monat sind mir zu viel, für die paar mal, die ich das heutezutage noch mache. Ich bin da aber immer noch mit mir am Kämpfen. Denn eigentlich könnte ich mir das leisten.
„Es werden keine analogen Daten auf eine CD gebrannt, die sind immer digital“
Damit hast du ja eigentlich auch sehr nett umschrieben, dass du mich für einen Idioten hälst.
„I am a Mad Man“ ……………………. lemmi
„Damit hast du ja eigentlich auch sehr nett umschrieben, dass du mich für einen Idioten hälst.“
Naja, irgendwie schon, also nicht direkt für einen Idioten, sondern jemanden mit der nicht unbedingt nachahmenswerten Fähigkeit, immer um das eigentliche Issue herumzulavieren, bis man nur noch auf sehr speziellen Nebengleisen herumeiert.
zB versteh ich überhaupt nicht, wie du jetzt auf mangelnde Bezahlung von Musikern kommst – das war doch gar nicht das Thema. Ein Satz wie „geht ins Studio“ ergibt keinen Sinn für mich, man geht da nicht hin und nimmt was auf und bekommt noch Geld für ein paar warme Würstchen. So ein Studiobesitzer muß sich auch um den ROI kümmern, wenn er nicht aus irgendwelchen Gründen in der glücklichen Lage ist, das alles mal im Vorbeigehen tragen zu können.
Und der Cash-Flow spielt bei diesen ganzen kommerziellen Sachen immer eine Rolle (hier wieder der Verweis auf das Zappa-Buch) und es gibt schlichtweg _immer_ Ärger damit, weil sich _immer_ irgendjemand übervorteilt fühlt. Und am anderen Ende steht der Konsument, der für den ganzen mißgünstigen Blödsinn, der da verzapft wird, auch noch reichlich berappen soll.
Jetzt erzähl mir nicht, daß das ganze Drumherum nicht genau das ist, was du mit „BWL-Studenten-Gehabe“ meinst. Es ist de facto genau das und nichts anderes. Du kannst nicht auf der einen Seite das anprangern und auf der anderen das Gegenläufige verurteilen, weil es genau in die andere Richtung läuft – mit KI hast du den ganzen Knaatsch nicht. Zumindest noch nicht, die Wild West- bzw. Landrush-Tage sind da auch schon perdü, seitdem die GEMA diesen Prozess gegen Suno gewonnen haben soll. Und da geht es auch nur ums Geld – weiter nichts. Was möglicherweise bedeutet, daß die Tage von KI-generierter Musik auch schon gezählt sind. Einfach gemacht wird es keinem KI-Produzenten mehr.
Dein guter Geschmack in allen Ehren, aber die älteren unter uns mit Interesse und Geschmack haben das alle mehr oder weniger gemacht, vor allem mit Kassetten.. damals. Und dann? Dann sind sie alle irgendwie weggekommen, wurden überspielt oder gingen kaputt… Ich bin mir ziemlich sicher, daß du möglicherweise die eine oder andere CD-R tatsächlich wiederauflegst, aber wenn du vor dem Regal mit, sagen wir 50 (das sind gar nicht so viele) stehst, um dir eine anzuhören, dann wirst du sagen „Scheiß drauf“ und einfach einen komplett neuen Mix mit deinem Vinyl machen. Einfach, weil es mehr Laune macht. Done and gone- wie Jazz.
Ok Mann !
Wenn du das so siehst kann ich das echt nicht mehr ändern.
Und vielleicht hast du sogar recht. Meine Versuche dir zu verklickern, was ich an KI in der Musik nicht abkann, sind anscheinend alle ins Leere gelaufen. Dabei habe ich mir echt Mühe gegeben und eben genau mit meinen Umschreibungen und „Metaphern“ versucht meinen Standpunkt zweifelsfrei klarzustellen.
Is mir nicht gelungen !
Shit happens ! …………………….. lemmi
Aber dein Standpunkt ist ja eben kein _Stand_punkt, im wahrsten Sinne des Wortes, sondern eher inkonsistentes Herumgehüpfe – und beißt sich vor allem mit den Realitäten. Und das habe ich versucht, dir zu verklickern, aber das interessiert dich ja auch nicht so wirklich.
Das hat halt was Apologetenhaftes.
Wow, „apologetenhaft“ !
Is ja nicht so, dass man hier im DubBlog nix lernen kann.
Das musste ich erst mal googeln.
Die kostenfreie KI sagt dazu, ein „Apologet“ ist eine
„Person, die eine bestimmte Lehre, Religion, Weltanschauung oder Idee mit Nachdruck verteidigt, rechtfertigt und begründet.“
Yeah Mann ! Daran kann ich nichts schlechtes finden. Das nehme ich sogar als Kompliment !
Und solange ich nur „inkonsistent“ und nicht „inkontinent“ herumhüpfe ist meine kleine heile Welt eigentlich auch, nach wie vor, vollkommen in Ordnung ;-)
Und auch wenn sich das mit den Realitäten beißt, heißt das ja, zumindest für mich nicht, dass die Realitäten für alle so lebenswert sind.
Da könnte ich jetzt wieder Ausschweifen oder von mir aus auch abdriften, denn was wirklich Realität ist, ist ja auch schon wieder relativ. Für mich gibt es nur eine Realität. Aber selbst die Quantenphysiker sind sich da nicht so ganz sicher im Moment.
Damit möchte ich dich und euch und auch mich hier jetzt aber nicht weiter quälen.
Greetings from lemmi aka „The Apologist“ !!!
Mich quält das nicht.
Aber wie auch immer .. hab mal ausprobiert, der KI etwas zu entlocken, was sich wie Lee Scratch Perry anhört, allerdings bislang nur mit einer bestimmten Methode: Die Ergebnisse fand ich eher enttäuschend. Auf den Style der „Time X Boom Devil Dead“ hin hat sie auch Dinge ausgeworfen, die gar nicht direkt Ähnlichkeiten haben, was reichlich befremdlich wirkt.
Ich leg das erst mal aufs Eis, evtl fasse ich das später noch mal an.
Nur so aus Quatsch und reinem Spaß an der Freude muss ich den jetzt einfach bringen. Ist in keinster weise böse oder zickig gemeint. Ich wäre kein Schelm, wenn ich jetzt nicht behaupten würde, daß „Time X Boom Devil Dead“ aber auch echt eine nahezu unmögliche Aufgabe für eine künstliche Intelligenz ist. Ich lehne mich aus dem Fenster und „sage“, das wird die auch niemals hinbekommen. Auch wenn man das ja lieber nicht sagen sollte.
Da „baut“ uns das Ding eher den Warp-Antrieb. Dazu müsste die KI aber auch noch sowas wie eine negative Masse erfinden, denn sonst kollidiert das Ganze mit der allgemeinen oder auch nur mit der speziellen Relivitätstheorie vom Albert.
Nein ! Ich halte dich und auch sonst niemanden hier – der sich mit Namen meldet – nicht für einen Idioten. Aber ich erwähne hier trotzdem nochmal, was wir alle schon längst wissen. Laut Einstein ist es unmöglich für Massen jeglicher Art, mit Lichtgeschwindigkeit zu „fliegen“. Deshalb braucht es negative Masse, was wohl mit dunkler Materie nix zu tun hat.
Negative Masse ! Hehe, die Fantasie des Menschen scheint ebenso grenzenlos zu sein, wie das Universum selbst. Naja, und wo sonst als hier in Göttingen wird zu diesem „Irrsinn“, sowas wie geforscht. Manchmal denke ich, hier in und um Göttingen gibt es spezielle Erdstrahlen, die diesen Irrsinn begünstigen. Und nicht nur hier sondern Weltweit, rechnen „Mathemagier“ aus, wie das Universum bis kurz nach dem Urknall entstanden ist. Nicht wie es entstanden sein könnte, sondern so wie es entstanden ist. Zudem kommen bei ihren Berechnungen auch solche Ergebnisse raus, die dann Wurmloch und / oder Paraleluniversum heißen. Das führt bei mir dazu, dass ich das 1 x1 zwar noch als Mathematik anerkenne, den ganzen Rest aber doch sehr stark anzweifeln muss. Ich halte das für eine Art Größenwahn und masslose Selbstüberschätzung. Denen ist ihre Fähigkeit, gut rechnen zu können zu Kopf, gestiegen.
Und mir ist Reggae und Dub zu Kopf gestiegen. Daher „leide“ ich selbst oft an Größenwahn, weil diese Musik einfach so GROSSARTIG ist. Reggae und Dub sind aber Realität. Was man zu Wurmlöchern, Paralleluniversen und negativer Masse bisher ganz und gar nicht sagen kann. Das sind rein mathematische Modelle bzw. Konstrukte und haben daher für mich nix mit der Realität zu tun.
Dass ich es überhaupt wage, mich in der „Öffentlichkeit“ darüber so zu äußern, gibt mir selbst „schwer“ zu denken.
Is halt mein Größenwahn oder schlicht und einfach nur Naivität. Das Wort „dumm“, kann ich in diesem Zusammenhang – aus hoffentlich verständlichen Gründen – nicht verwenden. Obwohl es ganz besonders in Bezug zum Universum und zur Mathematik, in meinem speziellen Fall, das einzig richtige Wort wäre.
„Heute ist nicht alle Tage,
ich komm´ wieder keine Frage“ ……………….. lemmi