Gleich vorweg: Allzu viele Informationen zu dieser Band aus Belgien waren beim besten Willen nirgends zu finden. Noch nicht einmal die Website von JazzDubb gibt darüber vernünftig Aufschluss. Hier sind etwas kryptische Sätze zu lesen wie: „…JazzDubb is a collective that blurs the line between a traditional reggae DUB soundsystem and a live studio session. Rather than just playing records, they bring the mixing desk to the center of the dancefloor…“ Ist es jetzt eine Band oder ein Soundsystem mit Band oder um was handelt es sich bei „JazzDubb: One-drop Heart“ tatsächlich? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Trotzdem klingt für mich alles nach einer handfesten Band, die durch warmen analogen One-Drop Sound gepaart mit sparsam, aber gezielt gesetzten Dub-Texturen beeindruckt. Unterstützt von wirklich ganz dezenten, jazzbeeinflussten Improvisationen von Blechbläsern und Klavier orientiert sich „One-drop Heart“ eher an der klassischen Reggae-Dub-Klangwelt. Niemand muss hier beim Namen JazzDubb zusammenzucken und abgedrehte Jazz-Phrasierungen fürchten. Alle 16 Dubs sind zwischen zwei und etwas mehr als drei Minuten lang, somit sind auch lange Free-Jazz-Jams komplett auszuschließen. Vielmehr fokussiert sich die Band auf entspannte, tanzbare One-Drop-Grooves gepaart mit warmen, exzellenten, melodischen Basslines. Außer den Bläsern erinnert wirklich nichts an funky oder skank-betonten Jazz-Reggae. Vielmehr bleibt JazzDubb im traditionellen Roots-/Dub-Tempo und dem maßvollen Einsatz der Dub-Effekte (Echo, Hall, Ping-Pong-Delays), die geschmackvoll zur Unterstützung der Soli eingesetzt werden.
Etwas muss ich dennoch bemängeln: Mir sind die Enden der Tracks zu einfallslos und teilweise zu abrupt. Warum JazzDubb nicht einmal mit einem Fader gearbeitet hat, ist mir schleierhaft.
Doch einen versöhnlichen Abschluss bilden diese unglaublich schönen Basslines, die mich unweigerlich an den großartigen Aston Barrett erinnern. Besonders einen Track möchte ich empfehlen: Bei „Foundation Dub” erinnern die Bassline und der Drive an „Jah is my Driver” von Winston Rodney, auch bekannt als Burning Spear. Wenn mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt, war Aston Barrett auch an dem Album aus dem Jahr 1982 beteiligt.
Unterm Strich ist es ein gutes Album, das noch viel besser wäre, wenn dem Ende der Tracks mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden wäre.
Hallo Ras, beim Soundsystem spielt das Ende keine große Rolle, es wird einfach überblendet. Also doch ein Soundsystem mit Band?
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JazzDubb: One-drop Heart
