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JazzDubb: One-drop Heart

Gleich vorweg: Allzu viele Informationen zu dieser Band aus Belgien waren beim besten Willen nirgends zu finden. Noch nicht einmal die Website von JazzDubb gibt darüber vernünftig Aufschluss. Hier sind etwas kryptische Sätze zu lesen wie: „…JazzDubb is a collective that blurs the line between a traditional reggae DUB soundsystem and a live studio session. Rather than just playing records, they bring the mixing desk to the center of the dancefloor…“ Ist es jetzt eine Band oder ein Soundsystem mit Band oder um was handelt es sich bei „JazzDubb: One-drop Heart“ tatsächlich? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Trotzdem klingt für mich alles nach einer handfesten Band, die durch warmen analogen One-Drop Sound gepaart mit sparsam, aber gezielt gesetzten Dub-Texturen beeindruckt. Unterstützt von wirklich ganz dezenten, jazzbeeinflussten Improvisationen von Blechbläsern und Klavier orientiert sich „One-drop Heart“ eher an der klassischen Reggae-Dub-Klangwelt. Niemand muss hier beim Namen JazzDubb zusammenzucken und abgedrehte Jazz-Phrasierungen fürchten. Alle 16 Dubs sind zwischen zwei und etwas mehr als drei Minuten lang, somit sind auch lange Free-Jazz-Jams komplett auszuschließen. Vielmehr fokussiert sich die Band auf entspannte, tanzbare One-Drop-Grooves gepaart mit warmen, exzellenten, melodischen Basslines. Außer den Bläsern erinnert wirklich nichts an funky oder skank-betonten Jazz-Reggae. Vielmehr bleibt JazzDubb im traditionellen Roots-/Dub-Tempo und dem maßvollen Einsatz der Dub-Effekte (Echo, Hall, Ping-Pong-Delays), die geschmackvoll zur Unterstützung der Soli eingesetzt werden.
Etwas muss ich dennoch bemängeln: Mir sind die Enden der Tracks zu einfallslos und teilweise zu abrupt. Warum JazzDubb nicht einmal mit einem Fader gearbeitet hat, ist mir schleierhaft.
Doch einen versöhnlichen Abschluss bilden diese unglaublich schönen Basslines, die mich unweigerlich an den großartigen Aston Barrett erinnern. Besonders einen Track möchte ich empfehlen: Bei „Foundation Dub” erinnern die Bassline und der Drive an „Jah is my Driver” von Winston Rodney, auch bekannt als Burning Spear. Wenn mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt, war Aston Barrett auch an dem Album aus dem Jahr 1982 beteiligt.
Unterm Strich ist es ein gutes Album, das noch viel besser wäre, wenn dem Ende der Tracks mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden wäre.
Hallo Ras, beim Soundsystem spielt das Ende keine große Rolle, es wird einfach überblendet. Also doch ein Soundsystem mit Band?

7 Antworten auf „JazzDubb: One-drop Heart“

Hallo Dubheads und extra Grüße an Ras Vorbei für den Review!
Hier meine Eindrücke: Die JazzDubb Dubs lassen sich tatsächlich recht gut hören, klingen (sic) organisch, handgemacht … und bleiben mir allerdings nicht im Ohr. Denn: Es ist ein tendenziell gleichbleibendes Strickmuster hinsichtlich Tempo, Groove und Aufbau der Songs zu erkennen, welches recht durchgehend Anwendung findet und mir insbesondere zu Beginn der Songs auffällt: Die Drum-Intros sind fast alle nahezu identisch! Und höre ich mir weitere Releases der Truppe an – ups, immer wieder das Gleiche. Hm … steile These: die Drums kommen vom Band (oder Schlimmeres), die sind nicht alle live eingespielt!
Das ändert bei mir was am generellen Hörgenuss, wenn sich dieser Verdacht festsetzt und auch durch mehrmaliges Hören nicht verschwindet.
Die anderen Instrumente mag ich zum großen Teil, auch die Bläser nerven mich nicht. Für die große Liebe langt das nicht – don´t mess with real authentic sound! Fazit: Menno!

Ich bin begeistert !

Dem Einen passt das Ende nicht und dem Anderen passt der Anfang
nicht ;-)
Ich bin nicht früher dazu gekommen aber ich freue mich sehr, dass die Kommentarspalte nicht leer geblieben ist. Besonders weil „The Rootsmessenger“ es exakt genau so beschreibt, wie auch ich es gefühlt habe. Das mit den DrumIntros muss wohl überdeutlich aufgefallen sein, da auch ich damit ganz und gar nicht zufrieden war, bzw. bin. Es ist mir echt gleich als erstes aufgefallen, dass diese Intros an Banalität nicht zu unterbieten sind. Auch das nahezu identische „Strickmuster“, wie der Rootsmessenger es so schön auf den Punkt gebracht hat, ist mir allein schon beim durchskippen aufgefallen. Zu dem jeweiligen Ende der DubTunes kann ich nix schreiben, da ich bei keinem Tune zum Ende gekommen bin. Nicht weil ich es nicht ertragen konnte aber weil einfach kein richtiges „Prickeln in meine Bauchnabel“ aufkam.
Aber auch in der Rezension von Ras Vorbei steckt viel Wahrheit. Die BassLines sind echt ziemlich groovig, was kein Wunder ist, wenn sie sogar an Aston Barrett erinnern. Die Bläser haben mich auch bisher noch nicht genervt, weil sie doch eher dezent sind, so wie Ras Vorbei es auch empfunden hat. Und natürlich hätte ich auch was zu dem abschreckenden Namen „des Projekts“ geschrieben. Aber nicht ohne meine Erleichterung darüber zum Ausdruck zu bringen, dass ich hier so gut wie gar keinen Jazz wahrnehme. Das ist alles voll und ganz auf meiner Wellenlänge.
Für mich fühlt sich das ( leider ) auch irgendwie ganz gut an. Dennoch bin ich noch mehr mit dem Rootsmessenger auf der selben Wellenlänge, weil mir hier einfach etwas fehlt, was ich gar nicht so gut beschreiben kann.
Es prickelt einfach nicht richtig. Es plätschert nur so vor sich hin. Das is ok aber ich suche etwas anderes. Eigentlich brauch ich dafür nicht lange zu suchen, denn mein Plattenregal ist damit schon relativ gut bestückt.
Relativ ! Ansonsten wäre ich ja nicht ständig hier im DubBlog um den absolut perfekten Dub nicht zu verpassen.
Ich weiß nicht ob es verrückt ist aber allein die Existenz von KI-Mucke erzeugt schon eine generelle Abneigung gegen viele neue Musikerscheinungen auch im Dub. Nehmen wir nur mal an, diese Band hier existiert wirklich nicht und es ist alles nur ein Computerprogramm.
Für wen sollte ich mir dann hier die Mühe gemacht haben, diesen Kommnetar zu schreiben. Für wen sollte man sich dann noch bei einer Rezension Mühe geben ?

Und warum reden hier alle von Klimaerwärmung, wenn es im Mai immer noch kälter ist, als im März oder gar Februar ? …………….. lemmi

Hallo zusammen, hat bissl gedauert mit der Antwort, Pardon!

Ja, Rootsmessenger und du, lemmi, haben vollkommen recht. Insgesamt klingt das alles nicht ganz ausgereift, aber in meinen Ohren auch nicht so schlecht. Mir ging es hauptsächlich darum, auf ein Projekt hinzuweisen, das ich gerne einmal in der Praxis, sprich live, erleben würde. Zudem weiß ich immer noch nicht, worum es sich bei JazzDubb genau handelt und was mich auf einem „Konzert“ erwarten würde. Auf dem Albumcover sieht man eine alte, recht abgeranzte Bass Drum und sonstiges analoges Equipment, was meine Vermutung verstärkt, dass auch live gespielt wird. Keine künstliche Intelligenz, aber ja, die Drum Rolls am Anfang der Stücke klingen ziemlich ähnlich, wenn nicht sogar komplett gleich. Einfallslos!
Ehrlich gesagt, freue ich mich gerade richtig darüber, dass den Dubblog immer noch sehr aufmerksame Dub-Fans lesen und wichtige Kommentare posten.

Wo habe ich das neulich im Dubblog geschrieben? Die Zeiten, in denen mich (Dub)Musik wirklich richtig gefesselt hat und ich etwas von den Alben im Gedächtnis behalten habe, sind längst vorbei. Wenn, dann kenne ich die Klassiker, die mich über mehr als die Hälfte meines Lebens begleiten, sehr gut. Der Rest läuft eben so mal durch. Doch manchmal entdecke ich doch noch „Dubious-Alben“, die völlig anders sind, anders klingen und komplett aus der Reihe tanzen. Das kommt allerdings immer seltener vor. Für mich war so ein Erlebnis vor relativ kurzer Zeit: „JEFF The Brotherhood Meets Blanc du Blanc: Magick Songs in Dub“.

Da komme ich auch mit einem Tipp um die Ecke (, aber nicht, weil JAZZ als Wort dabei, sondern weil die WDD seit Ewigkeiten geile Mucke mit geilen Projekten macht und mit immer wieder ein neues „Dub-Licht“ aufsetzt): Wicked Dub Division meets Francesco Bearzatti – „Jazz my Dub“

Yeah Mann !

Die Wicked Dub Division hat mich auch schon oft begeistert. Besonders Live and Direct finde ich die richtig gut. Ich kenne sie allerdings nur von Konzerten auf Youtube. Ich finde die haben in ihrer Spielweise einen gewissen „Aggrotouch“. Ich mag es sehr, wenn Dub nicht so freundlich daherkommt. Und so ein Gitarrensolo wie bei „War“ auf „Jazz My Dub“ ist bei mir auch immer wieder mal sehr willkommen. Soll nicht heißen, dass ich jetzt auf Heavy Metal Dub umsteigen will aber ich habs halt ganz gern mal ein bisschen „aggro“. Ich will jetzt nicht sagen „leider“ aber insgesamt isses mir zu viel Gesang. Der is aber meistens besonders Live auch voll ok für mich. Hin und wieder quäkt mich das „Sacksophon“ ein bisschen voll aber alles nicht so schlimm.
„JEFF The Brotherhood Meets Blanc du Blanc: Magick Songs in Dub“.
Richtig abgefahren und besonders Live and Direct ein magisches Erlebnis, was ich allerdings leider auch nur von Youtube kenne.
So eine Tour, die auch durch d-land geht, wäre echt mal angesagt. Aber ja, ich weiß, das rechnet sich nicht, besonders weil es hier zu wenig Fans oder Connaisseure für DubMusic gibt.
Und wenn dann doch mal eine Tour oder wenigstens ein Konzert in d-land stattfinden soll, wird es nur im DarkNet bekanntgegeben oder es ist halt Glücksache, wenn man davon etwas mitbekommt.

Die einzigen, die sich hier noch Blicken lassen sind
DUB SPENCER AND TRANCE HILL !

Oder auch mal Skarra Mucci mit Manudigital und nem Gettoblaster, der für die Riddims sorgt. Halb Playback ist „gut genug“ und relativ günstig. Für mich ist das keine Lösung und auch kein Ersatz.

Greetings ……………….. lemmi

Die Kommentarspalte von „riddim“ kann oder will nicht so, wie ich will.
Deshalb setze ich hier meinen Kommentar zum Thema KI und DUB erst mal hin :
Sehr interessant, was René dazu zu sagen hat. Mir fehlt ehrlich gesagt der geistige Horizont, um das alles aufzunehmen und zu verarbeiten. Für mich geht es fast schon ein wenig in Richtung Wissenschaft, wenn ich versuche alle Punkte nachzuvollziehen, mit denen er seine Erklärungsversuche beschreibt. Wenn er zum Beispiel bis ins 18. Jahrhundert zurückgeht, um die menschliche Prägung, mit und durch Kunst und Kultur, zu erklären. Das soll auf gar keinen Fall Kritik sein. Ich finde diese Ausführlichkeit für einen Artikel in der riddim sehr angemessen und es zeigt, wie reflektiert DubHeads im Normalfall sind ?
Ich musste jetzt aber so anfangen, da meine Version doch wesentlich oberflächlicher und bei weitem nicht so reich an Inhalt sein wird. Dennoch ist es geradezu ein Hobby von mir, meine Meinung kundzutun.
Ich stelle mir die selben Fragen wie René und ich kann auch nicht ausschleißen, dass ich mich eventuell in meinem Stolz verletzt fühle, wenn ich einen KI-Dub so abfeiern würde wie einen Dub von On .U Sound oder aus dem Hause ARIWA oder die guten alten OriginalDubs aus Jamaika. Warum das so ist, kann ich rational ( immernoch ) nicht erklären. Ich habe da aber so ein paar Gedanken im Kopf.
Bei mir ist es zum Beispiel echt eine Art Widerstand, gegen die Welt, die die KI hervorbringt, bzw. hevorgebracht hat. Ich habe überhaupt nix gegen KI, wenn sie mir Arbeit abnimmt, auf die ich absolut keinen Bock habe. Ich habe aber eine ganze Menge gegen diese Orks, die diese KI missbrauchen und genauso hasse ich es, dass das ganze I-Net so anfällig ist, für kriminelle Machenschaften, die für viele Benutzer eben keine Erleichterung bringen, sondern nur Ärger. „Deep Fakes“ sind dabei wohl nur die Spitze des Eisberges, wobei ich die Gehirnwäsche der Kinder und Jungendlichen mit faschistischem Gedankenmüll als noch schlimmer empfinde. UND ! Die Bürokratie wird dadurch nicht im Geringsten abgebaut. NEIN ! Sie wird eher noch schlimmer. Bestellungen konnte man bis vor etwa 6 Jahren noch ganz einfach per Telefon erledigen. Heute muss ich mehrere digitale Formulare ausfüllen, um meine Bestellung loszuwerden, die dann auch noch gelegentlich falsch bearbeitet wird, weil der User am anderen Ende genauso angepisst ist, von dieser Art Formalismus. Meine Berufserfahrung beruht jedenfalls ganz klar auf der Erkenntnis, dass ein Telefonat von Mensch zu Mensch immer noch am Besten funktioniert hat und es eigentlich auch immer noch tut. Aber der Mensch kostet halt und es gibt so einige Orks, die für Menschen nicht das geringste übrig haben und deshalb die Menschen noch nicht mal mehr bezahlen wollen. Sie wollen auch deren Gehälter noch auf ihrem Milliardenkonto verbuchen, damit sie es vielleicht doch noch zur Billion schaffen. Damit kommt es endgültig zur Diktatur des Geldes und derer, die es horten. Internetinhalte, KI und selbst“denkende“ Drohnen werden sie dabei massiv unterstützen. Und wehe da hört noch jemand Musik, die nicht von einer „Hauseigenen KI“ produziert bzw. (de)generiert wurde. In nicht ferner Zukunft, wird man dann von Figuren abgeholt, die den Untertanen von Darth Vader sehr ähnlich sehen. Das alles ist nur ein Grund, warum ich keine Musik, geschweige denn DubMusik von einer KI hören möchte. Bevor ich mich aber in weitere Details reinsteigere, möchte ich meinen wesentlichsten Gedanken zu dieser ganzen Entwicklung beschreiben.
Und auch da, schießt mir ein Gedanke in den Kopf, der mich sozusagen an den Anfang von Allem zurückbringt. Ich war zwar nicht dabei aber ich glaube einfach nicht, dass da irgendjemand meinte, „ey … is irgendwie langweilig hier, hat nicht mal jemand ein Lied auf Lager und kann da nicht mal jemand zu trommeln ? NEIN ! Ich bin fest davon überzeugt, dass irgendein Mensch in sich etwas gefühlt hat, was ihn veranlasst hat, eine Melodie vor sich hinzusummen oder gar ein paar Worte in melodiöser Art und Weise in den offenen oder auch geschlossenen Raum zu verkünden. Sollte dieser erste Moment auch noch in einem geschlossenen Raum – wobei ich sofort an eine Höhle denken muss – stattgefunden haben, hatten wir aufgrund der, häufig in Höhlen vorhandenen Akustik auch gleich eine mystische Erscheinung, die wir heute als Hall und Echo kennen und damit ist für mich auch ganz klar bewiesen, dass es einfach stimmt, wenn man sagt, „AM ANFANG WAR DER DUB !“
Noch fragen ? …….. ?
Worauf ich hinaus will ist, dass es doch wir Menschen selbst sind, die Musik in sich haben. Musik selbst zu machen gehört mit zu den schönsten Erfahrungen, die ein Mensch im Leben machen kann. Wenn diese Musik dann auch noch anderen gefällt und sie sogar bis hin zur Extase bei den Hörern führt, fühlt man sich wahrscheinlich schon fast wie Gott. Daher ist es wohl auch nicht so einfach, mit den Füßen fest auf dem Boden zu bleiben und zumindest mental nicht abzuheben.
Und die Musik ist fast immer dann am Besten, wenn die Musiker das spielen, was tief in ihnen schlummert und was sie schon immer mal spielen wollten. Wenn sie mal einen Hit hatten und dann nur noch nach dem zweiten Hit suchen, geht das schon sehr oft nach hinten los. Und wenn die Plattenfirmen erst mal dazwischenquaken und den Musikern erzählen wollen was sie spielen sollen, damit sich die Mucke noch besser verkauft, dann ist das oft schon schlimmer als KI-Mucke. Es muss nicht immer falsch sein, wenn ein Produzent klare Vorstellungen davon hat, was die Musiker spielen sollen. Ein Lee Perry war so musikalisch und verfügte über so viel Fantasie, dass er dazu in der Lage war, ganze Alben mit seiner Fantasie und Kreativität zu bereichern, bzw. überhaupt erst richtig mit Spannung zu versorgen. Jedenfalls wenn ich mich nicht irre. Ich glaube fest daran, dass wenn wir Menschen uns selbst nicht komplett verlieren, es immer wieder Talente und experimentierfreudige Menschen geben wird, die sich ein MusikInstrument schnappen und darauf tolle Kreationen zum Besten geben werden. Der Mensch ist kreativ genug. Musik ist etwas Menschliches und wird nicht besser, wenn sie in Zukunft durch Einsen und Nullen ersetzt wird, die Musik weder fühlen noch erdenken können. KI unterscheidet sich vielleicht nicht so sehr in der Art und Weise, wie sie Musik lernt aber sie wird immer nur aus dem schöpfen können, was sie im Netzt zusammenkratzen kann. Alles war also schon mal da. Und ich spüre einen großen Unterschied, ob ein seelenloses Werkzeug etwas zusammenschustert oder ob ein begeisterter Musiker oder DJ nach allen regeln der Kunst und darüber hinaus etwas auf sehr menschliche Art und Weise neu zusammensetzt und damit wirklich etwas Neues schafft. Das Problem ist, dass ich es nur spüre aber nicht hören kann.
Naja und ich komme quasi gerade von Dub Spencer And Trance Hill inna Live and Direct Style originally mixed by Umberto Echo. Ich versuche mir gerade vorzustellen, diese Band gibt es gar nicht. Is alles KI Mucke. Soll ich dann aufn Live Konzert gehen, und mir irgendeine Konsole anglotzen, die da reglos auf der Bühne steht und mir Dub Spencer und Trance Hill vorgaukelt. Nee ne ? Das fühlt sich komisch an.
Dann noch was zu der Horrorvorstellung „Stream In Echtzeit“. Habe ich da mal wieder was falsch verstanden oder ist das echt so gemeint, dass ich dann jeden Tune auch nur einmal hören kann ?
Was ist wenn mir der Tune richtig gut gefällt und ich ihn 10 oder 20 mal hintereinander und Jahre später immer noch hören möchte ?
Ok ! Jetzt habe ich hier gefühlt schon ne ganze Menge von meiner Meinung rüber gebracht und so langsam wird meine Birne für heute leer. Aber apropos „Birne“ …….. den kann ich mir jetzt einfach nicht verkneifen René ? ……
Oft lese ich von dir, „entscheidend ist, was hinten rauskommt“ und du stehst auch dazu. Ich wäre sehr geneigt, dir da voll und ganz zuzustimmen, ganz besonders in Bezug auf meinen Stuhlgang aber weil dieser Spruch von unserem altkanzler kohl kommt, sollten wir da vielleicht auch noch mal drüber nachdenken …………. ?
Nun, was soll ich machen ? Ich habe hier gefühlt relativ viel geschrieben und trotzdem nicht das Gefühl, meine Gedanken wirklich gut auf den Punkt gebracht zu haben. Ich kann es einfach nicht besser. Aber eine KI hätte ich nicht voranschicken können, da die ja gar nicht weiß, was ich so denke. KI Mucke macht für mich eigentlich nur Sinn, wenn ich es aus der Sicht der Musikindustrie betrachte.
Es entstehen kaum noch Produktionskosten, kein Künstler muss lästigerweise bezahlt werden und es gibt Musik wie am Fließband. Genau darin sehe ich auch ein großes Problem, vor allem für mich. Ich glaube den meisten Menschen ist das alles eh völlig egal. Die machen sich nicht so viel aus der Musik. Hauptsache sie folgen irgendeinem Trend und fühlen sich wohl in der großen Herde der Konsumenten. Die schlucken auch KI-Mucke, wenn es irgendwo auf instagram „geheipt“ wird. Die sind alle schon so, wie die Orks uns alle haben wollen. Ein einzige dumme, orientierungslose Masse, die sich freiwillig der Massenmanipulation hingibt und sich für ganz toll hält. Vielleicht mache ich einen Fehler, indem ich mich anders fühle aber selbst wenn ich genau so ein dummer Herdenjunge bin, ich weiß, es gibt sie noch, die wahren Individualisten da draußen. Menschen mit eigenen Gedanken und Visionen, die nicht darauf abziehlen , die ganze Welt vor ihren Karren zu spannen.
KI Mucke ist wie Gummiebärchen. Massenwahre die irgendwie auch mal ganz gut schmeckt, wo aber nix dahintersteckt. Nix und niemand. Fließband, Massenmurks der vor allem zu Übersättigung führt.
Mir ist ein einziger neuer Dub im Jahr von einer richtigen Band tausendmal lieber als 10 Millionen Gummiebärchen Dubs von einer KI. Das in vielen Bands wohl auch nur Musiker spielen und keine Reggaemusiker, ist ein anderes Problem, was ich schon sehr lange fühle. Das wird dann nämlich auch nicht viel besser, als KI-Dub oder KI – Reggae.
Noch ein Gedanke : In allen anderen Künsten ist mir die Anwendung von KI seltsamerweise völlig schnurzpiepegal. Ob eine Grafik jetzt von KI oder von einem Grafiker kommt, interessiert mich nicht. Ob ein Bild von KI oder Picasso gemalt wurde ist mir wumpe. Aber wie kann z.B. ein Grafiker zufrieden sein, wenn die Grafik mit der er Geld verdient hat, gar nicht von ihm selbst ist. Ok, mag sein, daß ein Grafiker sich selbst noch nicht so ganz wie ein Künstler empfindet aber dann komme ich eben zum Maler. Wie könnte Picasso mit einem „seiner“ Bilder zufrieden sein, wenn er es gar nicht selbst gemalt hat ? Ich glaube ich habs ! Der Grafiker erfüllt meistens nur einen Auftrag. Der Inhalt seiner Grafik kommt nicht aus seinem Inneren. Während ein Maler wie Picasso doch meistens das malt, was er schon immer mal malen wollte. Abgesehen davon, dass auch Maler mal einen Auftrag erfüllen.
Ich frage mich so oft, was uns das alles bringt, wenn wir uns dadurch nicht besser sondern eher schlechter fühlen als früher. Früher gabs ( ich sag jetzt mal ) 20 neue DubAlben pro Jahr und heute gibt es die – zumindest gefühlt – pro Tag. Das macht nicht nur satt, sondern appetitlos. Man hat ständig Völlegefühl. Wenn man sich alles reinzieht wohlgemerkt. Ich glaube, das waren noch nicht meine letzten Worte zu diesem Thema.

Und übrigens : „Think Dubby Vol. II“ von Haris Pilton gefällt mir ebenfalls sehr gut ! …………. lemmi

Hehe, ich bin mal wieder begeistert wie wortwörtlich die Meinungsfreiheit bei den Internetnutzern genommen wird. Das Internet ist nahezu frei von Meinung.
Und Computer sind eigentlich zu blöd, um sich selbst die Schuhe zuzubinden. Sie machen aus einem Smiley einfach so ein Fragezeichen, weil sie das mit Copy Paste einfach nicht gebacken bekommen. Dadurch geht im wahrsten Sinne des Wortes ein Stück „Emotion“ verloren. Aber soll ich mich über sowas noch ärgern ? Nö, ich will mir das abgewöhnen.
Copy Paste funktioniert übrigens auch nicht mit dem Text von René und so kann ich das hier nicht so gut zitieren.
Mir ist aber noch was zu dem Erklärungsversuch 2 von René eingefallen.
Ich sehe da gewisse Parallelen zu meiner „Gleichgültigkeit“ gegenüber meiner Wahrnehmung zu Ki generierten Künsten, die nix mit Musik zu tun haben. Egal ob Grafik oder Gemälde. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn schöne idyllische Landschaften und andere Naturschönheiten, wie manche Pflanzen und Tiere, von einer KI teilweise oder gar komplett erstellt, bzw. generiert werden. Von mir aus auch komplette Fantasielandschaften und Tiere, die es so hier auf Erden noch nicht gibt und vielleicht auch niemals geben wird. Und dabei fällt mir auf, dass vielleicht genau da „der Hase im Pfeffer“ liegt.
Die Natur und all ihre Schönheit ( aber auch Grausamkeit ) ist im Gegensatz zu Musik eben nicht vom Menschen erschaffen worden. Und wenn sie kein rein zufälliges Ergebnis von Evolution ist, so kann sich dann nur der „Ganz Große Künstler“ darüber aufregen. Aber der steht ja soweit über allem was wir kennen, daß er sich mit Sicherheit nicht darüber aufregt, wenn irgend so eine KI seine Schöpfung versucht zu kopieren oder gar zu verbessern. Vielleicht bringt er seinen Zorn darüber aber auch über uns Menschen, die wir unsere Meinung nicht für uns behalten, zum Ausdruck.
Mit Musik liegt der Fall aber ganz anders da. Musik ist einzig und allein unser Ding. Seitdenn man empfindet garstiges Vogelgezwitscher und Wahlgesänge auch als Musik. Aber in Sachen Gesang, sind wir DubHeads ja ganz besonders empfindlich, gelle ? Wenn die KI also in der Natur „klaut“ ist uns das egal !!! Weil wir die Natur zu keiner Zeit selbst erschaffen haben. Wir sind – wenn überhaupt – lediglich ein Teil der Natur.
Aber Musik ist einzig und allein unser Ding. Wobei ich den Verdacht nicht loswerde, dass bei Reggae und Dub doch noch sowas wie der
Heilige Geist mitschwingt. Es heißt ja nicht umsonst JAH MUSIC !
Daher betone ich nochmal, dass es nix mit Eitelkeit oder anderen menschlichen Abgründen zu tun haben muss, wenn wir Menschen uns unserer Musik beraubt fühlen. Die KI soll sich gefälligst zum Diener der Menschen machen und uns Arbeit abnehmen, die wir wirklich nicht so gut können. Sei es bei der Entfernung von Gehirntumoren oder beim Ausfüllen von lästigen und garstigen Formularen. KI kann den Reggae und den Dub nicht besser machen, weil er jeweils und zusammen perfekt ist.
Is nämlich eine Schöpfung von Mensch und Heilgem Geist !!! Und das analoge Mischpult fügt beides perfekt zusammen ;-)

Für mich ist das ne klare Sache ! ……………….. lemmi

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