Ok, für den Tanz in den Mai kommt die Rezension etwas zu spät, aber für ein lockeres Tänzchen ist die EP von „IRIEspect: Lost in Dub“ immer noch eine Empfehlung.
Dem Dub-Album ging nach guter alter Tradition im Winter 2025 das Vocalalbum „Lost in Time“ voraus. Bereits da konnte die 2019 von ein paar Freunden an der Ostküste der USA gegründete Band IRIEspect beweisen, dass sie nach einigen Besetzungswechseln eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht hat. Die fünf Mitglieder der Band aus New York, die Reggae mit Rock, Hip-Hop und lateinamerikanischen Klängen kombiniert, sind in den USA aufgrund ihrer bis zu 200 Auftritte jährlich schon recht bekannt. Sie haben die Bühne mit verschiedenen Künstlern geteilt, darunter Barrington Levy, Inner Circle, Sister Nancy, Jesse Royal, Steel Pulse, Long Beach Dub Allstars und Easy Star Allstars.
Zum Album „IRIEspect: Lost in Dub“ :
Schon die ersten Klänge von „Want Me Dub“ sind einfach ein Ohrwurm. Ras Ajais mitreißende Stimme schwebt durch den Raum, während karibische Steel Drum Sounds eine angenehme Atmosphäre erzeugen.
„Nuh Leave Mi A Dub“ präsentiert sich mit dem jamaikanischen Künstler Skygrass intensiver und insbesondere „Dancehall-fokussierter“. Der Dub besticht durch seine kraftvollen Basslines und Gesang, die perfekt für Tanzflächen und Soundsysteme geeignet sind. Man kann die Energie fast physisch spüren. Besonders hier zeigt IRIEspect ihr Talent lebendige Dynamik in eine Aufnahmestruktur einzubringen.
Das Herzstück der EP bildet „Lost Dub“, ein Stück, das die für Dub typische Tiefe und Schwere aufweist und mit reichen Bläserarrangements sowie vielfältigen Instrumentierungen im Kontrast zu den leichteren, beschwingteren Beats steht.
Es folgt eine dubbyeske Neuinterpretation von Manu Chaos Welthit der „Me Gustas Dub“. Die in Englisch und Spanisch gesungenen Teile leiten zu Latin-Reggae mit Hip-Hop-Elementen über. Eine Melodica setzt ein und mit dieser subtilen rhythmischen Eleganz wird dieser Track für mich zum Höhepunkt des Albums.
Das eher rauere, leicht punkige Ende des zwanzigminütigen Mini-Albums liefert „Dangerous Dub“ mit Duvbear, dem Sohn von Matisyahu. Auch hier beweist IRIEspect mit energiegeladenen Riffs, dynamischen Übergängen und rauer klingendem Gesang ihren furchtlosen Umgang mit genreübergreifenden Texturen. Ein gelungener Abschluss und gleichzeitig ein Kontrast zu den eingängigeren Abschnitten der EP. IRIEspect sind für mich eine absolute Entdeckung!

Eine Antwort auf „IRIEspect: Lost In Dub“
Holt mich auch sehr ab! Wunderbare Entdeckung, treibend, motivierend und melodiös. Die tracks begeistern mich durch die perfekt gesetzten Pausen von drums and bass und der schlagenden offbeat Peitsche von Keyboard/Gitarre.
Wobei die me gustas Version den massiven Vorteil des Bekanntheitsgrades hat und deshalb schon gefällig ist. Trotzdem fein verdubbed. Das kann auch in die Hose gehen…