Dub’Ozone: From Root to Roots Dub

Dass Dub überall auf diesem Globus entsteht, ist ja inzwischen selbstverständlich. Aber auch in Französisch-Guayana? So viel ließ sich recherchieren: 2013 startete Jr. Polony in jenem südamerikanischen Land – das übrigens tatsächlich ein Übersee-Département von Frankreich ist und somit zur EU gehört – das Projekt Dub’Ozone. Sein Ziel: Dub mit den traditionellen Klängen der amerikanischen Ureinwohner des Landes zu verbinden. Das Ergebnis war das drei Jahre später erschienene Reggae-Album „From Root to Roots“. Aufgenommen und gemischt in Französisch-Guayana, ist es eine Synthese handgespielter Rhythms mit traditionellem Gesang der „Kalin’a“. Doch jetzt wird die Sache noch richtig spannend: Die Aufnahmen wurden sodann nach London ins Ariwa-Studio geschickt, wo der Junior Professor, Joe Ariwa, Hand anlegen durfte. Das (letztlich also doch irgendwie britische) Dub-Werk ist soeben erschienen und trägt den fantasievollen Titel: „From Root to Roots Dub“ (Mo’Tek-Zikarchy). Was es hier zu hören gibt, zählt zum Besten, was in letzter Zeit aus dem Ariwa-Studio zu vernehmen war und dürfte vielleicht Joes bisher beste Leistung sein. Es ist diese Fusion aus den kraftvollen, analogen Rhythms, großartigen Bläsersätzen und den kongenial passenden traditionellen Indianergesängen, die das Album so außergewöhnlich macht. Ein eigenwilliger, purer, rauer Sound, den Joe Ariwa eigentlich nur noch durch die Echo-Kammer hätte jagen müssen, um ein gutes Dub-Album zu ernten. Aber der Junge hat sich hier selbst übertroffen. Unglaublich virtuos jongliert er mit Tonspuren und Sounds und kreiert ein richtig gutes Dub-Album, das nicht nur spannend klingt, sondern auch richtig Spaß macht. Papa ist bestimmt sehr stolz auf ihn – zumal der verrückte Professor ja bekanntlich aus Britisch-Guayana stammt.

Ein Gedanke zu „Dub’Ozone: From Root to Roots Dub“

  1. I wer narrisch !!!

    Deine Beschreibung, die 5 Sterne und die Tatsache, daß ich in ein einziges Stück schon mal reinhorchen konnte lässt mich im Moment auf´m Zahnfleisch kriechen. Dieser indianische Gesang
    ist die Urform von Dub ;-) !!! Indianer hatten ja schon immer eine höhere Spiritualität mit guten Kontakten in die ewigen Jagdgründe. Da kann man bestimmt mal wieder so richtig in ein Paralleluniversum abdriften und die weltlichen Sorgen vergessen. Ich denke zwar, das Paralleluniversen überflüssig wären, wenn es sie denn gäbe aber ich wusste es gerade nicht besser zu beschreiben. Bin jedenfalls sehr gespannt darauf und hoffe, daß die ganze Scheibe dann bei mir auch bald auf der Couch zwischen meinen Freiheitstürmen rauf und runter läuft.

    Happy Weekend ………………. lemmi

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