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Dubcon: mArtian Dub Beacon

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Ich hatte mich schon oft gefragt, was eigentlich aus Ryan Moore und seinem Twilight Dub Circus geworden ist. In den 1990er und 2000er Jahren war er überaus aktiv, produzierte Dubs am laufenden Band, die er später dann zunehmend mit Vocals jamaikanischer Foundation-Artists dekorierte. Irgendwie fehlte seinen Werken zwar immer ein Quäntchen Esprit, aber der Sound war superb. Zwei Jahre ist es inzwischen her, dass er wieder auf sich aufmerksam machte. Allerdings nicht als Twilight Circus, sondern als Dubcon – einem Kooperationsprojekt mit cEvin Key. cEvin Key? Ist das nicht …? Stimmt, das ist der Mitbegründer von Skinny Puppy, jener Post-Industrian/Electronica-Band aus den 1980er Jahren. Mit Reggae und Dub hatte die so viel zu tun wie Twilight Circus mit einem Zirkus. Aber, wie es schon so oft zu beobachten war, nicht selten sind es die Genre-Outsider, die die spannendsten Ideen haben. Bei Dubcons neustem Werk „mArtian Dub Beacon“ (Metropolis) würde ich jetzt nicht so weit gehen, von Innovation zu sprechen, aber ein interessantes musikalisches Statement geben die beiden so gegensätzlichen Musiker damit durchaus ab. Zunächst einmal die Musik: hundert Prozent Dub auf Reggae-Basis. Also, keine Angst vor artfremden Experimenten. Und wenn man erst mal weiß, dass u. a. Ryan Moore dahinter steckt, dann ist die Ähnlichkeit zum Twilight-Sound frappierend. Aber was die Dubcon-Produktionen besonders sein lässt, ist die Kombination aus brachialen Bass-Beats und ihrem rigiden Minimalismus. Also auf der einen Seite die volle Packung, auf der anderen die Reduktion auf das Minimum. Das Ergebnis ist ein irgendwie üppiger Minimalismus. Dubstep lässt grüßen – doch was bei diesem meist kalt und technisch rüber kommt, klingt hier warm, atmosphärisch und analog – wie ein gemütliches Lagerfeuer auf dem Mars.

Rating 4 Stars

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