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Helmut Philipps: Dub Konferenz

Um eines gleich am Anfang klarzustellen: Es handelt sich bei dem vorliegenden Buch „Dub Konferenz – 50 Jahre Dub aus Jamaika“ weder um eine Doktorarbeit im akademischen Sinne, noch ist Helmut Philipps hierfür der Doktortitel verliehen worden. Obwohl dies Akribie, Umfang und Herangehensweise durchaus vermuten lassen.

Auf rund 250 Seiten in 22 Kapiteln (lässt man Index, Quellennachweise, Glossar etc. außen vor) geht der Autor der Frage nach: Was ist Dub? Dies geschieht (daher auch der Titel „Dub Konferenz“) in weiten Teilen mittels Gesprächen mit vielen Protagonisten des Genres. Helmut Philipps hat bei jeder sich bietenden Möglichkeit Interviews geführt, auf Konzerten und Festivals in ganz Europa, aber auch während mehrerer Forschungsreisen nach Jamaika. Unter anderem hat er mit Style Scott, Sylvan Morris, Errol Brown, David Rodigan über dessen guten Freund King Tubby, mit Fatman, Pat Kelly, Bunny Lee, Barnabas, Linval Thompson, Clive Chin, Clive Hunt, Scientist und King Jammy gesprochen.

„Dub Konferenz“ ist das erste Buch über Dub in deutscher Sprache, und innerhalb kurzer Zeit war die erste Auflage von 1.000 Exemplaren ausverkauft. Dabei ist es eher dem Zufall geschuldet, dass das Erscheinen des Buches (dessen Entstehungsgeschichte vor zehn Jahren ihren Lauf nimmt) sich mit dem 50ten Jubiläumsjahr diese Genres deckt. Die ersten fünf Dubalben entstanden im Jahr 1973, es waren: Lee Perry – Upsetters 14 Dub Black Board Jungle, Prince Buster – The Message Dubwise, Herman Chin Loy – Aquarius Dub, Joe Gibbs – Serial Dub, Clive Chin – Java Java Java Java.

Aber auch nach 50 Jahren und der weltweiten Rezeption und Adaption von Dub, ist die Frage über die Ursprünge und Entstehungsbedingungen von Dub eine weitgehend ungeschriebene und vielfach mythenbehaftete Geschichte. „Dub Konferenz“ widmet sich dem jamaikanischen Dub von den Anfängen in den 70er Jahren bis zu dessen Ende durch die digitale Revolution im Jahr 1985. Die Adaption dieses Genres in England und weltweit wird nur am Rande gestreift und hier dann vor allem durch die Brille von nicht Jamaikanern wie Dennis Bovell oder Mad Professor.

Zugute kam Helmut Philipps neben seiner journalistischen Tätigkeit für z.B. die Magazine RIDDIM, MINT und natürlich auch für den Dubblog, vor allem der Umstand, dass er als professioneller Tontechniker einen anderen Ansatz und ein anderes technisches Verständnis für die Arbeit der Dub Engineers mitbringt. Denn die Entstehung und Entwicklung des Dubs hatte immer auch eine technische Seite. Helmut Philipps räumt mit dem Irrglauben auf, dass auf Jamaika unter „Dritte-Welt-Bedingungen“ aufgenommen und produziert wurde. Die Studios auf der Insel konnten immer mit internationalen Standards mithalten.

Seine Ursprünge hat Dub Anfang der 70er in der Soundsystemkultur Jamaikas, als maßgefertigtes Special oder Version eines bekannten Vocal-Originals, das dem Deejay die Möglichkeit gab, seinen Sprechgesang darüber zu „toasten“. Die Nachfrage nach diesen „Specials“ befeuerte die Evolution des Dub. Eine der Kernthesen des Buches lautet demnach auch „ohne originale Vokalversion kein Dub“. Dub ist das Werk des Dub-Engineers im Studio mit dem Mischpult als Instrument für den Soundsystemeinsatz. Das Format der Dub-LP war eher für den Export bestimmt und spielte auf Jamaika kaum eine Rolle. Irgendwann erkannten die Produzenten aber, dass die Youths in Babylon bereit waren ihr Taschengeld in das schwarze Gold zu investieren. Der Siegeszug des Dub war nicht mehr zu stoppen.

Helmut Philipps ist ein spannendes Buch gelungen, das unterhaltend und informativ zugleich ist, das mit so manchen Dub Mythen aufräumt bzw. ein zum Teil neues Verständnis für diese Spielart der jamaikanischen Musik aufzeigt. Was zum Beispiel macht Lee Scratch Perry so besonders, und was machte er anders in der Black Ark als die anderen Dub Engineers? Und ist das überhaupt Dub, oder ist Perry eher ein Soundschaffender? Wie ist der Fall Scientist vs. Greensleeves zu bewerten? Darf sich der Dub Engineer selbst als Künstler im rechtlichen Sinne begreifen oder ist er eher angestellter Dienstleister des Produzenten? Welche Rolle spielte Dub gerade im LP-Format als Exportschlager und welche auf Jamaika? Wie viele der Dubs zu den unzähligen Alben, die unter King Tubby(‘s) kursieren, hat der King selbst gemischt? Ist Dub eine spirituelle Musik oder Handwerkskunst? Was ist der Unterschied zwischen Dub und Instrumental, kann man Dub als drum-and-bass-Musik simplifizieren, und kann es Dub ohne Reggae geben?

Um eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen, lest selbst!

19 Antworten auf „Helmut Philipps: Dub Konferenz“

Über 40 Jahre später hat Helmut Licht ins Dunkel eines Albums gebracht, welches ich damals für gerade einmal 12 DM bei Robi Scheermann (Fotofon Label & Taugenixe Band) gekauft hatte. Einige Jahre und Recherchen später wusste ich: Es ist ein sehr rares Linval Thompson Dub-Album, welches wiederum viele Jahre später seine Reinkarnation als „Boss Man’s Dub“ mit dem Zusatz „The lost 1979 Dub Album“ feiern sollte. Dass der Preis für das Fotofon Exemplar, von dem Robi Scheermann gerade einmal 20 Blank Label LPs im Londoner Warehouse erstanden hatte, dermaßen durch die Decke ins Astronomische (699,- €) ging, wusste ich bis zur Lektüre der „Dub Konferenz“ nicht. (Im Buch auf Seite 158 nachzulesen)
„Dub Konferenz“ ist seit Wochen meine tägliche Bettlektüre. Genial sind auch die vielen Querverweise. Helmuts Fachwissen ist unglaublich!
Holt euch unbedingt dieses Buch, denn auf so fundiertes Wissen und Hintergrundinformationen hat man viel zu lange warten müssen.

Well, it seems to be very difficult to find some examples out of this album.
I found only the most important one ( in my opinion ) and may be another one :
https://www.youtube.com/watch?v=BJQHS0bhkTE
https://www.youtube.com/watch?v=a7GvWu9BrV0

Only two versions. Sorry for that !

But I can give you (all ) a very nice Bonus Version ;-) If you never heard it before :

https://www.youtube.com/watch?v=UL3wk1GNqgw

This was the first contact and the first Time when I heard this big „big big big Tune“, as Linval Thompson use to say. What A BiassLine !!! Lovely and Strong in the same Time ! Put the Power Of your BassButton in the right position and you will fly to heaven !!! If not, something went wrong ;-) ……….

Greetings …………… lemmi

Wie passend, dass hier heute die Rezension erscheint. Ich habe das Buch gerade heute zu Ende gelesen. Und bin wirklich begeistert!
Ich bin weit davon entfernt, ein Dub-Experte zu sein, obwohl mich die Musik schon sehr lange fasziniert. An Einiges wurde ich erinnert, viele der legendären Alben kenne ich, aber ganz Vieles habe ich im Buch zum allerersten Mal gehört, oder eben aus dieser Perspektive zum ersten Mal betrachtet gesehen.
Die Essenz meines Kommentars: Lasst euch dieses Lesevergnügen nicht entgehen!!!

Auch bei mir die Gutenacht-Lektüre… sehr erhellend.
Leider ist bei mir noch keine Dub-LP aufgetaucht, deren Wert durch die Decke schiesst, aber die Musik ist für mich eh unbezahlbar und hat einen anderen Wert als $Babylon Shitstem Dollar$…
Tausend Dank an Helmut für dieses Meisterwerk!
Raspect!

Kann mich nur anschließen, wunderbares Buch, ein muss für jeden Dub Interessierten. Einzig mit dem Epilog kann ich nicht viel anfangen.
Es wurden viele Stilrichtungen von aktuellen Dub genannt und nicht genau definiert oder Beispiele genannt. Wie Blue Eyed Dub. Dazu konnte ich im Netz nichts zu finden, sodass ich vermute das der Begriff von Helmut stammt. Ich glaube auch nicht das jemand sagt: Ich mache Blue Eyed Dub…Glaube das sollte ein Diss sein;) Man könnte auch Ferenji Dub, oder Kartoffelkopp dub sagen:D PsyDub habe ich auch noch nicht gehört aber man findet immerhin einen Wikipedia Eintrag. Dort findet man z.B. Gaudi den ich sehr schätze . Mit “Euro dub” kann ich auch nichts anfangen. Ich finde nicht das es eine einheitliche europäische dub Kultur gibt. Bei “French Dub” wüsste ich direkt was gemeint ist. Aber Frankreich wurde mit keinem Wort erwähnt. Man merkt auf jedenfall das Helmut nicht viel von aktuellem Dub hält (und kennt);)
Dub kommt wie man dieses Jahr bei den Veröffentlichungen sieht aus der ganzen Welt. Sri Lanka, Havanna, Australien, Neuseeland, Amerika.. Das ist nicht auf Europa beschränkt.
Und dann passierts: Auf einmal lese ich meine eigenen Worte!!!Also Helmut hat ein Zitat von mir hier im dubblog Kommentarforum aus dem Kontext gerissen und verallgemeinert. Ich hab mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt aber mit Sicherheit hab ich nichts gegen Überraschung in der Musik. Nur müssen Effekte für mich Harmonisch zur Musik passen und perfekt eingesetzt werden. (geht um die aktuellste Alborosie Scheibe).
Tja so schnell landen Worte aus dem dubblog Foren in Bücher ;) Ich sehs positiv welcher Dubhörer kann schon sagen das seine Worte in einem Dubbuch gelandet sind;) und das vor Lemmi;)
Kulturen vermischen sich und die Musik vermischt sich auch. Mix it baby! So ist die Zukunft. Keiner kann sich dagegen wehren. Deine Sicht Helmut hat mich ein bischen geschockt trotzdem lieb ich das Buch bis (fast) zum Schluss vielen dank!

Hmmmm schade !

Leider hat das Buch noch niemand zu mir nach Hause geschickt. Ich muss mich also selbst drum kümmern. Das kann aber im schlimmsten Fall noch Jahre dauern. Seitdenn ich bekomme es widererwartend doch in einer Buchhandlung. Dann muss ( darf ! ) ich es ja noch lesen und bis dahin sind dann wohl alle „literarischen Quartetts“ zu diesem Buch durch. Ich denke da kann man ne Menge diskutieren und viel vom eigenen Senf aus der Tube drücken. Also ich verspüre da einen zusätzlichen Druck, mir das Buch schnellstens einzuverleiben aber mit Druck kann ich nicht gut umgehen, außer mit Unterdruck, also quasi Vakuum.
Das ich im Buch nicht zitiert wurde, ist allerdings ein sehr gravierender Kritikpunkt ;-) ……. ( Bin mir aber sicher, das ich Teile meiner Ansichten im Buch wieder finde und auch jede Menge Stoff, der mich durch die Decke gehen lassen wird. Soweit ich das bis jetzt mitbekommen habe ist Dub Syndicate,demnach kein Dub ! Stimmt, Dub Syndicate ist On .U Sound und das ist Dub ins Quadrat ! On .U Sound hat das geschafft, was die Mathematiker mit der Quadratur des Kreises immer noch nicht geschafft
haben und was ihnen auch niemals gelingen wird, da die Zahl „Pi“ nunmal nur eine Annäherung ins Unendliche ist ……..
„Diese alternativen Fakten bitte nicht überprüfen und schon gar nicht als „falsch“ outen, denn sie sind eher „bildlich“ gemeint ;-) ……. )
Zu den alten original Dubs kann ich eh nix sagen, da ich außer Java Java Java davon nichts bewusst kenne. Im Interview mit Helmut Philipps habe ich gehört, das es eh so gut wie zwangsläufig zu Fehlern kommen muss, wenn man ein Buch über Reggae und dann auch noch über Dub schreibt. Es is wohl alles auch schon lange her und die Jamaikaner haben wohl auch eine recht eigenwillige Art, die Dinge zu beschreiben. Naja, ich greife da zu sehr vor. Dazu werde ich im Buch wohl auch mehr erfahren. Ja, viel „Rauch um Nix“, von mir, denn ich habe noch nix gelesen und auch noch nicht so viel über die Inhalte im Buch gehört. Aber apropos Hören, gibts da nicht auch bald ein Hörbuch ( CD ) ? ………………………….. hehe, ja is ja gut, ich mach mich vom Acker ……………. ;-

So long ……………………. lemmi

Genau das isses Mann !
David Rodigan : „Talking about King Tubby, we have to play THIS !“
Und dann hört man, was Dub is ! „King Tubby meets Rockers Uptown !“
David Rodigan : „Why is this Track so important ?“
Helmut Pliipps : „Because of the BassLine !!! ……. “ BassLine First !!! and not america !
Ok, ich wollte diesen Moment nochmal besonders hervorheben, weil er mich persönlich so extrem berührt. Einerseits diese Hormonausschüttung, die beim Start des Dubs für eine multiple GanzkörperErregung sorgt und andererseits, bzw. oben drauf, wird die Wahrheit exakt auf den Punkt gebracht. Eine gute BiassLine ist vielleicht sogar noch wichtiger in meinem Leben, als die Wahrheit selbst. Ich finds auch ganz toll, wie sehr Helmut Philipps auf seine Begegnung mit STYLE SCOTT abfährt. Style Scott ist weder der erste Entdecker noch hat er bei frühen Dubs mitgewirkt. Aber für mich ist er die Inkarnation von Dub ! Jeder einzelne Schlag von ihm auf die Toms und jeder Tritt auf das Pedal für die BiassDrum ist für mich schon allein purer Dub ! Da musste der Scientist gar nicht mehr so viel machen damit sich die Magie von Reggae und Dub voll entfalten kann. Roots Radics Riddims sind alles Hits, bzw. „all killers, no fillers !“
Was natürlich nicht nur an Style Scott lag, sondern eben auch an den fantastischen BiassLines von Errol „Flabba“ Holt und den außergewöhnlich guten Ideen aller Mitglieder dieser herausragenden Band. Leider ist diese Zeit vorbei und dagegen sind alle heutigen Versuche nur nett gemeint. Mit dem Dub Syndicate hat Style Scott den Dub aus seiner etwas zu eng gefassten „Definition“ befreit und somit um eine sehr geistreiche Komponente erweitert. Wer das nicht versteht, muss zum IQ – Test ;-) ( Is nur „Spass for Fun“ ).
Ich freu mich sehr über diesen Link Ras Vorbei. Danke dafür ! Aber ich gebs zu, dieser Dank geht nur voraus, damit du mir nicht „böse“ bist, für das, was jetzt noch von mir kommt. Ich meine mich zu erinnern, dass du die Musik und eventuell auch die Dubs ( also die nächst höhere, bzw. die höchste und beste Musik überhaupt ) von den Hookim – Brüdern auch sehr mochtest. Ich weiß noch nicht, ob ich da nicht etwas verwechsele aber wenn der eine Hookim-Bruder echt versucht hat, englische Popmusik, zumindest vom Sound her zu kopieren oder zu erreichen, dann verstehe ich auch endlich, warum mir seine Dubs nicht reichten. Kann das sein, dass er derjenige war, der auch viele der Dubs von den Revolutionaries / Aggrovators gemixt hat. Das würde mir erklären, warum ich diese Dubs zum größten Teil bis heute noch sehr langweilig finde. Ein Engineer, der auf der Suche nach dem popsound aus hinglan war, kann doch eigentlich gar nicht für gute Dubs zuständig sein, wenn ich mich nicht irre. Außerdem war der Sound aus Jamaika von Anfang an besser, weil die schließlich gecheckt haben, dass die Mikrophone für die BiassLines hinter den Boxen und nicht davor angebracht werden müssen, damit der Sound auch nach SOUND und nicht nach „Let It Be“ klingt. „Let It Be“ klingt in der Reaggaeversion auch erst so richtig gut. Und zwar richtig gut und FETT !!! Nix gegen die Beatles aber des war „Schlaffenfummlerkram“. „Don´t you fumble, just be humble !“
Ok, tut mir ( nicht ) Leid, wenn ich hier wieder zu sehr ins Schwärmen geraten bin aber ich kann und will es nicht ändern, denn es gibt nicht so viel hier auf Erden, was mich auch nur annähernd so geflasht hat, wie diese Musik von den Rastas und ihren Freunden aus Jamaika !
Das die Jamaikaner selbst nicht so sehr auf Dub abgefahren sind, bedeutet für mich eigentlich nur, dass deren Sinsemilla nix getaugt hat.
Naja, Dub geht ja auch ohne Kaya aber ein Engel ohne Flügel ist eventuell auch nur ein halber Engel …… Außerdem reden Jamaikaner wohl für ihr Leben gern und am liebsten hören sie sich selbst reden. Ich höre mich am liebsten selbst schreiben und ja manchmal auch reden. Aber wenn ich guten Stoff geraucht habe und DubMusik oder „ReggaePur“ höre, dann halte ich endlich mal den Ball flach. Versprochen !

Es war mir eine Ehre, hier mal wieder meinen Enthusiasmus für Reggae und Dub zu teilen ;-)

Lasst mal „ein Like“ da ;-) oder noch besser vier Likes, denn über 4 Likes würde ich mich ganz besonders freuen. „More Is Insane“ …. lemmi

Ach du grüne neune !

Erst lieber nochmal durchlesen, bevor ich auf abschicken drücke.

Ich meinte natürlich Helmut Philipps und nicht Helmut Pliipps.

Tja nun, ich höre halt relativ viel Dub und schließlich ist jeder Fehler ja sowas wie eine neue DubVersion, wenn ich das richtig verstanden habe.

Jo, Daumen hoch für deinen Enthusiasmus. Und die Kommentarwiederbelebung nach den Sommerferien. Deine Einschätzung zum Summerjam bestätigte mein Vorurteil, welches sich schon aufgrund vom Lineup ergeben hat. Drum bin ich froh dieses Jahr nicht in Köln gewesen zu sein. Dubstetten war allerdings bis jetzt das dubhighlight des Jahres und wird es wohl auch bleiben. Die Kombi aus Dub und dem Spirit der Umgebung ist simple, aber einfach unschlagbar. Nächstes Jahr soll es angeblich ein revival vom Reggae am Chiemsee geben. Aber da bleibt das Lineup auch abzuwarten, weil inner circle und der Söllner Hans sind einfach zu abgedroschen sind. Aber mal schaun, was der Süden nächstes Jahr so zu bieten hat.

Aber jetzt zum eigentlichen Punkt des Kommentars:

Alle Daumen hoch für ras vorbei für das Teilen des Interviews. Freu mich riesig nach dem Lesen der kleinen Dubbibel noch was drüber zu hören, vor allem vom größten Reggae- und Dubenthusiasten aller Zeiten: David. Big up!!!

Echt jetzt ?
Hans „Don Quijote de la Söllner“ ist auch schon wieda „abgedroschen“ ? Ich muss gestehen, dass ich den Kämpfer leider schon länger so ziemlich aus meinem Fokus verloren habe. Aber seinen Tune, wo er sich gegen das geschminke von den girls ( die so etwas nicht lassen können ) „aufregt“ und an den kleinen Affen im Schraubstock erinnert, der dort eingeklemmt wird, damit Er (!) und nicht diese girls „burning babylon eyes“ bekommen, gehört eigentlich auch zu meinem „Repertoire“ von Songs bzw. Textpassagen, die ich des öfteren auf meinem Fahrrad – mit analogem Antrieb – vor mich hin trallere. Genauso wie „Steh auf wenn dir irgendwas nicht passt …. aber nah ! i steh net auf i steh net auf !“ Stimmt, leider stehe ich auch nicht auf. Ich meckere immer nur. Das ich meckere nervt mich nicht im Geringsten aber dass ich nicht aufstehe und den ganzen politricksern und finazwi….ern und medienheinis nicht den Arsch aufreiße, macht mich manchmal sogar auf mich selbst wütend. Ich denke immer noch, das ich zu viel zu verlieren habe. Aber das geht jetzt zu sehr ins Detail. Jedenfalls war die „Frage“ von Greta „How dare you ?!“ absolut berechtigt und es gab nicht den geringsten Grund für „nur dieter“ sich auch nur ansatzweise darüber lustig zu machen. Dieser reiche gockel, der von auftritt zu auftritt innerhalb d-lands mit nem Jumbo fliegt. Ja, mit Satire kennt er sich doch aus. Sollte also kein problem für ihn sein, was ich hier so schreibe. Und wie die medien mit Greta umgehen, ist auch abscheulich ! Aber is ja klar, sonst würde die Frau für unsere eingebildeten „werte“ echt gefährlich werden. Ok, mir platzt bald der Kopf, bei all unserem weltweiten bullshit, den wir so verzapfen. Daher habe ich jetzt wohl wieder etwas überreagiert aber der Hans sollte eigentlich niemals abgedroschen sein. Aber klar. Seine Band spielt schon nicht wirklich den Reggae, den ich brauche. Besonders Live is mir das zu lasch. Und wenn Hans vor lauter Zorn mal vergessen hat, auch die Musik spielen zu lassen, war er mir auch nicht so sympathisch aber ich mag ihn insgesamt trotzdem sehr gern. Soweit ich das aus der Ferne überhaupt behaupten kann.
Puh ! Was doch so ein kleiner Nebensatz alles aus mir rausholen kann. Ich wollte das eigentlich nicht.
Das Line Up aufm Summerjam ist eine Frechheit. Die ganze Entwicklung ist eine Frechheit und muss eigentlich jeden Reggaefan beleidigen der von Beginn an dabei war. Ich glaube nicht, das auf den anderen Reggaefestivals in Europa so viel deutsch“rap“ aufgedrängt wird. Und auch keinen französischen oder niederländischen rap. Summerjam wurde verraten und verkauft ! ReggaeJam hat andere Macken ……. und ja, ich gebs zu ich hab auch eine.
Nix für ungut. Ich fühlte mich gerade wieder wie der Hund, der an der Leine zerrt. Und ich glaube dem Hans geht oder ging es nicht anders.
Ich gehe jetzt mal ne HB rauchen …………………. lemmi

Hi zusammen. Ja, lemmi hat recht, mir gefallen die Revolutionaries immer noch. Um das Ganze besser zu verstehen, muss ich ein bisschen weiter ausholen. Als Reggae vor etwas mehr als 50 Jahren einem interessierten Musikpublikum bekannt wurde, war es zunächst in Deutschland ein Nischenprodukt – isses heute wieder. Viele Alben haben es nicht einmal bis zu uns geschafft, nicht einmal über den Ärmelkanal. Wenn man dann mal das große Glück hatte, ein Dub-Album zu finden, dann war das meistens ein Zufallsfund aus irgendeiner „LP-Krabbelkiste” in der hintersten Ecke eines Kaufhauses. Alles, wirklich alles, was ich finden konnte, wurde gekauft. Reggae-Sammlerbörsen gab es zu der Zeit noch nicht. Man hatte nicht einmal Kenntnis davon, was in Sachen Reggae gerade veröffentlicht wurde. Es gab keinerlei Informationen und selbst im besten Plattenladen vor Ort dauerte eine Bestellung aus England locker sechs Monate. Einige Labels schafften es jedoch auch ohne Bestellung bis nach Deutschland: Trojan Records, Island, Virgin, Burning Sounds, Heartbeat, später auch Shanachie, Greensleeves und überraschenderweise ab Anfang der 1980er Jahre auch On .U Sound. Alben der Revolutionaries wurden in Europa meistens von Burning Sounds oder Trojan veröffentlicht. Logischerweise bekamen wir deshalb die Dub-Alben der Revolutionaries relativ häufig in die Hände. Die Alben sind und bleiben eingängig, was jedoch nicht heißen muss, dass die Dubs grundsätzlich schlecht sind. Kurz und gut: Auch die Hookim-Brüder haben mir Dub nähergebracht und mir Musik gezeigt, ohne die ich möglicherweise nicht beim Reggae/Dub geblieben wäre. Ja, das waren neben Tubby, Lee Perry, Joe Gibbs und Errol Thompson meine Anfänge in Sachen Dub. Dann höre ich doch lieber „poppigen“ Dub als den Mutantenstadl.

Zwei Alben, an denen die Hookims geschraubt haben, sind und bleiben für immer und ewig unter meinen Allzeit-Favoriten:

https://www.discogs.com/master/919601-Revolutionaries-Revolutionaries-Sounds-Vol2

https://www.discogs.com/release/1661404-The-Mighty-Diamonds-Deeper-Roots-Back-To-The-Channel

Na, da bin ich ja froh, dass ich mich daran wenigstens nicht falsch erinnert habe Ras Vorbei. Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen, wie du die Situation von damals beschreibst. Das war zu meiner „absolute beginner zeit“ ( hat nix mit Jan Delay zu tun ) schon viel einfacher. Zumal ich einen Kumpel hatte und eigentlich auch noch habe ( man sieht und hört sich nur noch selten, vielleicht auch, weil ich ein Arschloch bin ), der mir gleich, von Anfang an, die Creme de la Creme von Reggae und Dub gezeigt hat. Was anderes hat mich allerdings auch nicht so interessiert. Ich bin quasi gleich bei Scientist eingestiegen und wie du schon geschrieben hast, war
On .U Sound zu Beginn der 80er auch für uns hier in d-land erhältlich, wenn nicht sogar angesagt. Zumindest bei Connaisseuren ;-) Ob das besserer oder schlechterer Dub war bzw. ist, möchte ich jetzt hier gar nicht besprechen, denn da is ja immer diese Krux, mit dem Geschmack. Auf jeden Fall sind diese Dubs natürlich das Non plus Ultra bzw. gehören dazu. Aber ich bekomme bei den Dubs von Errol Brown einfach ein viel besserers Feeling. Auch Errol Thompson war für mich noch nicht so ganz der große DubWizard aber ich halte mich da jetzt lieber mal zurück, sonst bekomme ich heute Abend vielleicht noch Besuch von einer Gang, die von Dir und Helmut Philipps an meine Adresse gesandt wird, um mir nochmal zu verdeutlichen, was DUB ist ;-)

Yeah Mann ! So long …………………….. lemmi

Na, da bin ich mit meiner Einschätzung dann doch nicht ganz allein. Das habe ich gerade unter meinem Link zur „Revolutionaries Sounds Vol. 2” (s. o.) gefunden:

The Revolutionaries to rockers music what the Skatalites to ska. With their producer Jo Jo Hookim and Channel One´s engineer Ernest Hookim they created a new era in sound which completly revitalised the music of Jamaica. Never before had the drums been given such prominence and used to such great effect, with Sly Dunbars millitant rim shots sounding like gun shot and the horns of Marquis, McCook and Gordon blazing over the top of the lethal rhythm section.
The album contains some of the finest rhythms ever laid by the Revolutionaries during that explosive year of 1976 when their sound led the way. Some of the rhythms may be familiar to you as the backing tracks to highly successful Cannel One vocal outings, but they have never been released in their present form either in England or Jamaica, which makes „Revolutionaries Sounds Vol.2“ a somewhat unique dub album.

David Rodigan
Reggae Rockers, BBC Radio London

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