The Frightnrs: More to Say Versions

Letztes Jahr haben uns die Frightnrs mit ihrem Retro-Rocksteady-Album „Nothing More to Say“ überrascht. Jetzt schieben sie mit „More to Say Versions“ (Daptone Records) das Dub-Pendant nach. Dub-Pendant? Die Band aus Queens verwendet ja ganz bescheiden den Terminus „Versions“, was die Sache eigentlich ganz gut trifft, denn Produzent Victor „Ticklah“ Axelrod, ist hier äußerst behutsam zu Werke gegangen – genau so, wie man es von originalen Treasure Isle- oder Studio One-Dub-Releases kennt. Da jene Aufnahmen auf wenigen Spuren entstanden, waren virtuose Dub-Effekte ohnehin nicht möglich. Ticklah hat dem Rechnung getragen und beschränkt sich meist auf das Abschalten des Gesangs, die Reduktion auf Drum & Bass und natürlich auf Hall-Effekte. Nur wenn man ganz genau hin hört, fallen weitere liebevolle Details auf, wie z. B. das ganz leise Durchscheinen der Gesangsspur, wie es früher bei Bandaufnahmen unvermeidlich war. Wir haben es sowohl beim Original, als auch bei den Versions nicht mit einem eklektizistischen Zitat zu tun, sondern mit astreinen Retro-Produktionen. Hier geht es nicht um Brechung und Neuinterpretation, sondern um Reproduktion und Hommage. Mir gefällt’s trotzdem.

2 Gedanken zu „The Frightnrs: More to Say Versions“

  1. Wie schon bei deinen Dub Charts 2017 ( fällt Dir was auf ? ….. ;-) …. ) erwähnt, gehört diese Scheibe für mich auch zwingend unter die Top 10 Dub Scheiben 2017. Is doch egal ob 2017 oder 2018 ( jetzt sei mal nicht so spitzfindig Lemmi ). Die Scheibe klingt eh so, als ob sie auch aus dem letzten Jahrtausend stammen könnte. Wenn ich jetzt schreibe, es erinnert mich auch ein wenig an King Tubby Style, so sucht man diese Stellen sicherlich lange vergebens auf der Scheibe und wenn man alte „Schriften“ von mir kennt, müsste man meinen, ich finde die Scheibe gar nicht so toll. Denn, obwohl King Tubby auch für mich der King ( einer von vielen Kings im „Königreich Jamaica“ ) ist, war ich ja nie so richtig Fan von etwa 99 % seiner Dubs.
    Ok, diese schöne Scheibe ist ja auch tatsächlich von Ticklah und stammt aus dem jetzigen Jahrtausend, was wohl der Hauptgrund ist, warum sie mir so gut gefällt. Die DubAtmosphäre ist vom ersten Ton an präsent und die Riddims sind einfach nur liebenswert. Pures Upliftment !!!
    Da hüpft das Herz und die Seele freut sich.
    Das ganze gibt es dann auch noch voll professionell als Vinyl, z.B. bei irie records
    Die Vocal Scheibe zu dem Dub steht da allerdings immer noch in Münster ( jedenfalls die, die ich mir eventuell auch geholt hätte, wenn der Gesang ein bischen cooler gewesen wäre ).

    Dub is di Roots , Dub is di Roots , Dub is di Roots ……. lemmi in memory of Mikey Dread.

  2. ich finde die beiden platten zusammen am besten – habe mir einen mix für´s auto gemacht – immer schön abwechselnd vocals & dub. allerdings habe ich auch 2-3 schwächere nummern weggelassen. hammer!

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