Hermit Dubz: Pursuit of Balance

Da habe ich letztes Jahr noch Miniman für die Idee gelobt, Kenji Kawais „UTA I – Making of Cyborg“ aus dem Soundtrack des Animes „Ghost in the Shell“ zu dubben, da begegnet sie mir jetzt schon wieder: auf dem neuen Album von Hermit Dubz: „Pursuit of Balance (Dubophonic Records). Eine Idee setzt sich durch. Wie Miniman, so setzt auch der in Birmingham arbeitende Brite Hermit Dubz auf typischen Steppers-Sound. Witzig, dass seine Plattenfirma ihn als innovativ preist, denn Hermit Dubz ist meines Erachtens ein geradezu archetypischer Vertreter des UK-Steppers-Dubs, der sich bekanntlich seit Jahrzehnten nur in Nuancen verändert hat. Gutes bleibt. Astreines Sound-System-Food also. Mit fettem Subwoofer macht die Musik aber auch zuhause Spaß.

Meine Wertung:

10 Gedanken zu „Hermit Dubz: Pursuit of Balance“

  1. Da sich diese Art von Dub in den letzten Jahrzehnten nur in Nuancen verändert hat, ändert sich meine Wahrnehmung der Musik wohl auch nur um den hundertsten Teil eines Protonenradius. Vor allem die Basslines machen mich „deprimativ“. Da hilft auch kein Subwoofer. Ich kann da nicht aus meiner Haut. Ich liebe Reggae und Dub vor allem und ganz besonders wegen der extrem fantasievollen und vor Gravitation strotzenden Basslines. Und davon höre ich hier gar nix. Hier wird eine fast gleichbleibende langweilige Bassline über das ganze Album durchgezogen und höchstens mal etwas höher und dann wieder tiefer gelegt. Ich bitte um Verständnis aber ihr müsst verstehen, das diese Art von Dub einem „echten DubConnoisseur“ einfach nicht genügen kann.

    Klingt so, als ob ich letzte Nacht mal wieder in der Kabadose übernachtet hätte aber mir fehlt einfach auch ein bischen der Respekt für Uk-Dub. Is ja nicht ganz so schlecht, wie sich das „aus meinem Munde immer anhört“ aber es kommt einfach keine richtige Begeisterung dafür auf. Ich hoffe, Du bereust es nicht längst René aber ich fühle mich pudelwohl in den Schuhen des DubConnoisseurs und habe kein Problem damit, diese Schuhe immer wieder anzuziehen.

    „A Knife A Fork A Bottle and A Kork, Thats the way we spell New York“ …….. kann mir das vielleicht mal jemand von euch hier erklären ?

    The Connoisseur aka lemmi ;-)

  2. Greetings

    „A Knife A Fork A Bottle and A Kork, Thats the way we spell New York“ …….. kann mir das vielleicht mal jemand von euch hier erklären ?

    Es handelt sich um einen beliebten Kinderreim, der ca. aus dem Jahr 1910 stammt. Er wurde/wird von den Kindern bei Spielen und Aktivitäten wie Seilspringen und Kästchenhüpfen verwendet.

    Wenn Steppers, dann bitte so etwas wie: Pablo Raster & Hornsman Coyote – Sound Deliverance (ODGP266-2019). Da passiert wenigstens noch etwas…

    Nein, diese stoischen Basslines von Hermit Dubz berühren mich auch nicht, das kann Alpha & Omega besser. Das Einzige was mir an dem Album gefällt, sind die Ethno-Einflüsse.

    Dann doch viel lieber so etwas: https://hudsonsoul.bandcamp.com/album/dub-in-hifi – das ist klassischer Dub

  3. Danke RasVorbei !

    Tut mir leid, wenn ich immer noch auf dem Schlauch stehe aber eine Verbindung zu „Cocaine In my Brain“ bekommt mein beschränktes Hirn immer noch nicht hin. Überhaupt sehe ich da noch gar keinen Zusammenhang zu New York, außer das es sich reimt. Vielleicht wars das aber auch schon. Is natürlich auch gar nicht so wichtig aber ich habe das oft als Ohrwurm im Kopf und trällere das so vor mich hin und da dachte ich, wenn mich mal jemand nach dem Sinn fragen würde, wäre es ganz gut, wenn ich dafür eine Erklärung hätte. Inzwischen brauche ich mich aber kaum noch zu erklären, denn die Leute hier, kennen mich ja schon ne ganze Weile …. ;-)

    „Dub In Hifi“ …… Ja, das ist klassischer Dub ! UK-Dub ist für mich auch klassischer Dub aber die können keine guten Basslines. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei „Dub In Hifi“ ist eine Bassline schöner als die andere. Allerdings auch nicht neu …………. Macht aber nix ! Von mir aus können sie die jamaikanischen Basslines immer wieder neu auffrischen und neu interpretieren, denn ich glaube langsam, das nur eine Handvoll jamaikanische Bassisten und Dennis Bovell sowie Tony Gad bei JAH höchstpersönlich in die Lehre gegangen sind. Alle anderen sollen zwar bloß nicht aufhören, Dub und Reggae zu machen aber göttliche Basslines wird es wohl keine neuen mehr geben. Eventuell sind alle guten Basslines die vom Urknall als Gravitationswellen durch den Äther geschwungen sind, von Flabba Holt über Aston Barrett bis hin zu Tony Gad in hörbare Schwingungen verwandelt worden. Und diese Wellen sind halt seit den siebzigern nicht mehr in unserem Sonnensystem vorbei gekommen. Jedenfalls nicht bei den Uk-Dub-Steppers.

    Greetings ……………… lemmi

    1. Greetings Lemmi,

      ich denke mal, da darfst du nicht allzu viel hinterfragen. Es ist ein Kinderreim wie bei uns „ene mene Muh…“ Das ergibt auch keinen großen Sinn, außer dass es sich reimt. Das ist meine bescheidene Erklärung, weil ich mir sonst auch keinen anderen Reim darauf machen kann ;-)
      Das Zitieren von Kinderreimen hat bei den alten Taostern U Roy & I-Roy schon sehr lange Tradition, da taucht solch ein Reim immer wieder mal auf.

      Klassischer UK-Dub wären für mich Mikey Dread, Dennis Bovell. Mad Professor und die frühen Sachen von Adrian Sherwood.

      “Jim The Boss” ist für mich eine echte Entdeckung im Dickicht des Dub-Dschungels. Ich habe mich über ihn im www. bisschen informiert. Er soll genauso verrückt arbeiten, wie Die alten Dub-Heroes. Mikrophone in Sand vergraben, in Eimer hängen, Wasser darüber schütten, in verschiedenste Materialien einpacken, Kochtöpfe als Schlaginstrumente etc. Bei einem Titel – „Grits“ – nimmt er eine Schachtel Müsli, um die Snare nachzuahmen, weil ihm der Sound besser gefällt. Das ist gutes, klassisches, altes Dub-Handwerk in seiner reinsten Form. So wurde Dub gemacht, als es die Technik noch nicht besser zuließ. Geil…
      Ich bin sehr happy und dankbar, dass es so etwas immer häufiger wieder gibt!

      Ich muss auch keinem noch so modernen Dub-Sound nachjagen, wenn er mir dann hinterher doch nicht richtig gefällt und völlig seelenlos rüberkommt. Das ist l’art pour l’art, die keiner braucht. Zu dem Schluss komme ich immer häufiger. Lieber höre ich die alten Sachen, einen Klassiker, als alles noch frisch und unverbraucht klang.
      Im Dub ist es wie anderswo auch, wir können das Rad nicht neu erfinden, wir können lediglich das Rad verbessern oder verschlimmbessern, was leider auch viel zu häufig passiert.

  4. Is doch herrlich !!!
    Ne Schachtel Müsli, damit der Sound besser gefällt. Das sollte den Computerfreaks mal zu denken geben.
    Nein, wie gesagt auch Channel One und sogar Studio One konnten abgrundtief schlechten Sound abliefern. Da sind mir schon die Ohren angefault aber was ich nicht verstehe ist, das man auch mit nem Computer sehr geilen Sound machen kann – jetzt komme ich wieder mit meinen Celt Islam „Bagdad“ ( alles andere interressiert mich nicht ) oder eben auch Philip Greter und trotzdem schaffen es viele nicht, das sich Computersound gut anhört. Allein diese extrem billigen Keyboard Töne bei Vibronics machen mich regelrecht krank. Is Er der Musiker oder Ich ? Der muss doch auch ne Krise kriegen, wenn er sich das später mal wieder anhört. Klar, innem DubZelt fällt das nicht immer sofort auf aber ich habe es lieber, wenn mir bei jedem Hören neue kleine Highlights auffallen ( siehe On-U.Sound ) als das ich schon beim zweiten mal merke, das der Tune / Dub eigentlich nerft.

    Is Mikey Dread nicht eigentlich ein Radio DJ aus Jamaica ? Den habe ich damals mal als „Vorgruppe“ zu meinem ersten UB 40 Konzert gehört und gesehen. Damals war ich zarte 16 und kannte grad mal die üblichen Verdächtigen von den Wailers bis hin zu ASWAD und eben UB 40. Die Musik, die Mikey Dread damals aufgelegt hat habe ich vollkommen vergessen. Ich weiß nur noch, das es das beste Reggae-Set war, was ich jemals gehört habe. Und dazu die Magie von Mikey Dread. Solche Erlebnisse fehlen mir sehr. Das waran noch echte Überraschungen. Habe mir gerade ein paar Konzerte vom Summerjam 2019 angeschaut und ja, ich war auch überrascht. Allerdings darüber, wie kalt mich das alles lässt. Ganz ehrlich, da hab ich mehr Spass, wenn ich Sonntags-Nachmittags meine Lieblingsscheiben „clashen“ lasse.
    Das muss man sich mal vorstellen. Ich dachte immer, ich wäre ein unverbesserlicher Reggae / Dub Fan und ausgerechnet ich langweile mich sowohl bei Dub Events als auch „auf dem größten ReggaeFestival Europas“ fast zu Tode. Entweder ist bei denen der Wurm drin oder mit mir stimmt irgendwas nicht. Also,

    „woran hat es jelejen ?“ ……………………… lemmi

    1. Beim Summerjam war ich neun Jahre lang am Stück. Ich will das gar nicht schlecht reden, grad die Stimmung auf dem Zeltplatz war oft toll. Aber sobald man die Insel betritt… So richtig kommen die Vibes da nicht rüber. Das ganze Festival ist zu kommerziell (ja, ja) und viel zu eng. Zu viele Menschen auf dem Areal. Zu viele komische Deutsch-Pop-Acts, viel Dancehall, irgendwelche skurrile World-Acts mit genau einem Hit, aber viel zu wenig Roots. Und Dub spielt dort eh keine Rolle.

      Gibt es überhaupt noch die kleine Soundsystem-Area am Wasser? Als ich da zuletzt war hatte ich das Gefühl das sei nur Deko und die spielen gar nichts mehr :(

      Ich hoffe ja dass bei den Preisen (und: ja ich weiß ziemlich genau was die Bühnen- und sonstige Technik kostet) wenigstens die jamaikanischen Künstler anständig entlohnt werden.

      1. Is hier ja nicht die Summerjam Meckerecke. Aber Buju Banton steht als Headliner auf dem Plakat und dann schafft er gerade mal 45 min. …. ? Den Hype um Buju habe ich sowieso nie so ganz verstanden. Naja, so ein paar Tunes von ihm sind schon ganz Ok …… aber „The Voice Of Jamaica“ und so …… ich weiß ja nicht. „Dub spielt dort keine Rolle“. Ja, das waren noch Zeiten, als das Dub Syndicate dort sogar auf der Hauptbühne gespielt hat.
        Ich habe das schon öfter erwähnt und vielen tue ich vielleicht auch Unrecht aber mein Eindruck ist, es gibt zu wenig Musikliebhaber, zu wenig Connoisseure ;-) auf diesen Festivals. Die meisten sind Eventfans und hätten auf jedem anderen Festival ( auch im ZDF Fernsehgarten ) ihren Spass. Ob Ras nun Vorbei ist oder nicht, da waren mir die sogenannten „Pseudo Rastas“ wesentlich lieber. Ach, das geht ja schon mit der ganzen Bullenaction los. Wenn man heute da beim Summerjam ankommt, denkt man, hier kämpfen gleich die nazis gegen den Is ……
        Vor zwanzig jahren konnte man mit den Polizisten zusammen noch einen durchziehen. Ja ok, auch nicht mit allen aber die waren insgesamt wesentlich entspannter.
        Die deutsch Pop Acts sind meiner Meinung nach auch eine Art von Faschismus. Brauch kein Mensch aber sie wurden uns seit Quote ( auch im radio ) aufgezwungen und weil wir ja alle so tolerant sind, haben wir es erduldet.
        War ein Fehler. Die hätten alle gebottelt werden müssen.
        Ja, bin heute wider ganz schön garstig unterwegs. Für „open minded people“ komme ich wahrscheinlich als engstirniger Musiknazi rüber aber man wird sich ja wohl nochmal für eine bestimmte Musikrichtung begeistern dürfen und nicht immer alles fressen was auf den Tisch kommt. Ich bin eigentlich extrem tolerant. Schon vor midestens 15 Jahren hatten wir schon so „open mindet Zeltnachbarn“ beim Reggaejam in Bersenbrück. Die haben auf sonem kleinen Gettoblaster ohne Bässe Tag und Nacht SpiceGirls und Atomic Titten in Endlosschleife gehört. Auch wenn das jetzt arrogant sein mag aber ich will mit dieser sorte Mensch nix aber auch rein gar nix zu tun haben. Bei einem Reggaefestival, möchte ich genau von solchen Leuten Urlaub machen. Inzwischen scheint es nur noch solche Leute zu geben.
        Du sagst, die Stimmung auf dm Zeltplatz war oft toll. Ja, das mag schon sein aber ich habe den Eindruck, das die meisten nur noch wegen der Stimmung auf dem Zeltplatz auf Festivals fahren. Da ich kein Camper bin, war mir die Zeit auf dem Zeltplatz immer ein Greuel. Wir hatten viele dabei, die sich kaum für die Konzerte interressierten und voll und ganz glücklich waren, am Zeltplatz abzuhängen. Ich rede hier gerade über meine alte Klicke, will also gar nix schlechtes über die sagen aber mich hat das Gelabere am Zelt völlig überfordert. Ich war da wegen der Musik und zwar nur wegen der Musik. Bin auch eher ein nicht so geselliger Typ. Deshalb brauch ich das wohl nicht so.
        Viele lernen auch immer gern „neue Leute“ kennen …………….. mich interressiert das nicht.

        Dabei labere ich eigentlich auch ganz gern, wie man ja hier wieder zur genüge lesen kann ………….. lemmi

        1. Greetings,

          besser kannst du die momentanen Zustände auf Festivals nicht beschreiben, lemmi.

          Die gleichen Eindrücke habe ich leider auch seit Jahren, irgendwie ist da bei dem Publikum etwas komplett verruscht. Mann/Frau geht nicht mehr hin, um geile Mukke zu hören, sondern um den Kopf auszuknipsen und volle Berieselung zu haben. Mittlerweile werde ich das Gefühl nicht los, dass die echten Reggae-/Dubheads tatsächlich lieber zu Hause bleiben und sich den ganzen Bullenstress einschließlich Kindergarten (Spaßgeneration) nicht mehr geben. Auf Festivals sind die einzelnen Acts immer etwas kürzer, das wäre ja noch zu akzeptieren, aber alleine wenn ich diesen Hype um diese Koffee sehe, da kann ich nur noch mitleidig den Kopf schütteln. Das Mädel hat gerade mal eine Handvoll Titel in petto und die halbe Welt macht sich nen Tropfen in die Hose…unfassbar.
          Bei Buju Banton bin ich auch sehr zwiegespalten, kaum ist dieses homophobe Individuum nach sieben Jahren US-Knast wieder draußen, erhält er gleich wieder eine Plattform sprich Bühne. Das mag jetzt auch böse klingen aber 5 Kg Koks sind kein Pappenstil, diese ganzen koksenden Pseudo-Rastas können mir gestohlen bleiben.

          Nein, das hat mit den Festivals, die ich früher sehr gerne besucht habe, nichts aber auch gar nichts mehr zu tun. Schade eigentlich…the times they’re a changing…leider, so isses halt.

          Stay tuned…

  5. Ach übrigens bei Mikey Dread habe ich mich mit Absicht dumm gestellt ;-)

    Ansonsten hätte ich meine schöne alte Geschichte nicht so gut erzählen können …………. lemmi

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