King Cooper: Wood Wind & Roots

Der Saxofonist Jan „King“ Cooper ist bei unseren niederländischen Nachbarn kein Unbekannter. Mit 15 Jahren begann er Saxofon zu spielen und mit 16 Jahren war er bereits erstmals auf einer Schallplatte zu hören. Nach Abschluss des Konservatoriums in Hilversum gründete Jan „King“ Cooper seine eigene Band mit der er drei Alben veröffentlichte. In den letzten Jahrzehnten trat Jan „King“ Cooper auf über 350 Studiotiteln als Saxofonist für Künstler, wie Doe Maar, Sister Sledge und viele andere, in Erscheinung. Jan ist aber nicht nur für seine außergewöhnlichen Saxofonfähigkeiten bekannt, sondern auch ein namhafter Komponist für Theater- und Filmproduktionen (unter anderem: Sesamstraße) in den Niederlanden. Sein musikalisches Spektrum umspannt Jazz, Soul, Funk und sämtliche Spielarten des Reggaes. Mit seinem 2018 erschienen Album „Wood Wind & Roots“ (www.earth-works.bandcamp.com) taucht King Cooper tief in die aktuelle Roots Reggae- und Ska-Szene ein. Wood, Wind & Roots ist ein organisches Klangkonzept, bei dem es darum geht, eine besondere Stimmung im Studio zu erzeugen und einzufangen. King Cooper fügt einer Vielzahl von verschiedenen Rhythmen seinen eigenen, einzigartigen, jazzigen Stil hinzu. Dabei steht er unüberhörbar im Mittelpunkt der Begleitbands: The RAW Rhythm Section (ein internationales Kollektiv von Roots-Musikern), The Signal One Band (Earth Works studio house-band), The High Notes, Rootz Lions, Jah Works und den irischen The Awaiters. Aufgenommen und abgemischt wurde das über 50 Minuten lange Album in King Coopers „Wohnzimmer“, dem Earth Works Studio in Amsterdam. King Cooper hat bis auf zwei Titel, die von Ernest Ranglin und Henry Mancini stammen, das Album selbst komponiert. Ein insgesamt sehr abwechslungsreiches, schönes Werk, das jedoch, wie er bereits selbst sagte, „kein Dub-Album“ ist. Aber ist Instrumental-Reggae nicht auch beinahe Dub, zumindest die Vorstufe? ;-)

Meine Wertung:

9 Gedanken zu „King Cooper: Wood Wind & Roots“

  1. Es tut mir so leid aber nachdem ich ja heute schon mal ziemlichen Blödsinn geschrieben habe, kann ich mich ja leicht hinterher rausreden, wenn das, was ich jetzt schreibe, nicht so gut aufgenommen wird. Dann war es halt heute mal wieder nicht mein Tag.
    Ich muss gestehen, das ich schon seit geraumer Zeit nicht so wirklich auf ganze Alben abfahre, die nur von einem Instrument getragen werden sollen. Egal ob Saxophon oder Trompete oder Posaune. Das sind sicherlich alles Top Musiker und wahrscheinlich bin ich deren Schaffen als Kunstbanause nicht würdig. Erst vor einigen Wochen habe ich mir die Neue von Tommy Tornado zugelegt und ja, is schon auch Ok aber wenn ich ehrlich bin, lege ich da inzwischen auch nur noch die Dubs auf.
    Jeder Tune als einzelner ist grundsolide gespielt und es gibt echt nix zu meckern. Aber ist „grundsolide“ wirklich ein Kompliment ?
    Auf Albumlänge, wie in diesem Fall über 50 Minuten, fehlt mir dann doch hier und da mal ein Echo und ein bischen Hall und vor allem auch so etwas wie Rub-A-Dub-Style !!! Es ist mir zu seriös ehrlich gesagt, ich brauche mehr „spinnereien“.
    Naja, sorry ….. vielleicht hätte ich heute lieber nix mehr schreiben sollen aber trotz allem ist mein Kommentar ehrlich und zunächst mal wieder komplett aus dem Bauch heraus. Ich weiß ja, das King Cooper nicht nur die Rezension mit Spannung verfolgt, sondern sogar auch schon mal einen meiner Kommentare gelesen hat. Daher hoffe ich, das sich hier noch viel mehr Leute zu Wort melden, die meinen Kommntar soweit in den Schatten stellen, das King Cooper sich über meinen höchstens noch kaputt lachen kann. Wie gesagt, die Scheibe ist voll und ganz OK aber zum Schwärmen reicht es bei mir nicht.

    Ich steh´ hier heute zwischen zwei Pfosten und fühle mich dabei so, wie die Querlatte ……………. lemmi

    1. Mit Dub hat das freilich nichts zu tun, aber ich meine dass das ein gelungenes und (bis auf die zwei Ska-Titel) auch ein sehr schönes Album ist – da merkt man erst wie banal ein Dean Fraser spielt.

      Und ich sag‘s ganz ehrlich: Wenn ich auch noch eine Querflöte höre, hat man mich schon gewonnen.

  2. Da hast du aber recht. Bei den aktuellen Beispielen wie Nat Birchall oder hier King Cooper kannst du hören, dass das qualitativ ganz andere Kaliber sind. Bei beiden Alben bekommst du excellent zu hören, was bei Reggae mit Saxofon/Flute als Lead-Instrument alles möglich ist.

    Sicherlich kennst du auch: Glen DaCosta & The Wailers – Serenade Of Love. Die DaCosta Platte ist so übel und weichgespült, dass ich sie damals recht schnell wieder verkauft habe. Nicht einmal als „Sammlerstück“ hätte ich diesen Fehlgriff behalten.
    Wie du bereits erwähnt hast, Dean Fraser hat leider auch nur Weichgespültes abgeliefert.

    1. Das kann ich jetzt nicht für mich behalten !!!

      Ich kann das zwar nicht musikwissenschaftlich begründen aber der beste Saxophonist, den ich kenne ist Brian Travers von den
      Original UB 40 !!! Was der auf den ersten vier Alben abgeliefert hat, ist für mich immer noch unerreicht.
      Auch wenns Quatsch sein sollte, für mich ist das eine unumstößliche Wahrheit !!!
      Der Mann hat die frechesten und dreistesten Solos hingelegt, die ich jemals gehört habe.

      Greetings …………… lemmi

  3. Hi lemmi,

    UB40 ohne die Brian Travers Sax-Licks mag ich mir nicht vorstellen. Travers hat damals im Reggae Maßstäbe gesetzt und mit seinen Saxofon Beiträgen den typischen, unverkennbaren UB40 Sound mitgeprägt.
    Selbst auf dem 2019 erschienen Album „For The Many“ ist das Travis Sax immer noch UB40s Markenzeichen.

  4. Je öfter man dieses Album hört, desto mehr wächst es und offenbart sich. Man kann da viel entdecken… Klarinette, Percussions… wunderbar. Was für eine Schönheit… danke Ras Vorbei!

    @ Brian Travers: Ich hab‘ mir nochmal die UB40-Alben reingezogen, insbesondere die frühen Alben… weil ich Travers‘ Saxofonspiel bislang für diletant und talentfrei gehalten habe. Ich irre mich ja gerne mal und liege ungeniert voll daneben, aber leider kann ich auch jetzt Eure Begeisterung nicht nachvollziehen… live hat er mir ebenfalls keinen Eindruck hinterlassen (außer dass seine Bläsertruppe aus lauter Saxofons bestanden hat, was für einen speziellen Sound sorgt). Oh well. Opinions!

    1. Hi gtkriz,

      danke für das positive Feedback! Das zeichnet prinzipiell ein sehr gutes Album aus, es wird auch nach mehrmaligem hören nicht langweilig, ganz im Gegenteil…
      Mir ging es ebenso. Wie oft habe ich den Gedanken und das Vorhaben verworfen, eine Besprechung des Albums für den Dubblog zu machen? Ich war mir bis zur Veröffentlichung nicht sicher, denn mit Dub hat es tatsächlich nichts zu tun. Am Ende hat mich dann doch die außerordentliche Qualität des Albums mehr als überzeugt. Ich möchte auch an der Stelle nicht versäumen, nochmals auf die ebenso exzellente „Rootz Lions (feat. Hornsman Coyote & King Cooper) – Dub Meets Horns“ hinzuweisen. Beides Alben, die zwar nicht dieses Jahr erschienen sind, jedoch erst 2019 im Dubblog besprochen wurden und zu meinen persönlichen Highlights gehören.

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