Adam Prescott Meets Joe Ariwa

Seit Vater Neil Fraser, der verrückte Professor, in Teilrente ist, kümmert sich sein Sohn Joe um neue Ariwa-Produktionen. Und da er eine Vorliebe für Kooperationsprojekte mit anderen Produzenten hat, gibt es jetzt das Album „Adam Prescott Meets Joe Ariwa“ (Ariwa). Beide haben ihre Produktions-Skills zusammen getan, Black Steel und Ashanti Selah (Sohn von Aba Shanti-I) als Musiker engagiert und feiste Roots-Rhythms gebaut: klassischen One-Drop, aber auch wuchtigen Steppers. Aus meiner Sicht sind letztere besser gelungen. Sie machen mit purer Energie wett, was ihnen an Melodie und Arrangement fehlt. Indeed: die meisten Dubs sind nicht sonderlich inspiriert. Da helfen auch die beiden Vocal-Tunes von Ranking Joe und Donovan KingJay nicht wirklich. Eben so wenig wie Adam Prescotts Melodicaspiel. Ich finde es wunderbar, dass Joe die Arbeit seines Vaters fortführt, aber so richtig haben mich seine Alben bisher nicht begeistern können. Leider macht „ Adam Prescott Meets Joe Ariwa“ da (wieder) keine Ausnahme.

Meine Wertung:

2 Gedanken zu „Adam Prescott Meets Joe Ariwa“

  1. Ok, ich bin soweit. Meine Meinung zu dem Album ist „fertig“.

    Ich weiß jetzt nicht, ob „feiste Roots Riddims“ ein Schreibfehler ist oder ob es genau so gemeint ist. Warum sollen Riddims nicht auch mal „feist“ sein. Dub, bzw. Kunst ist ja immer auch ein bischen Interpretationssache. Also nehme ich das jetzt mal als „feinste,
    feiste Riddims“ und stimme dem voll und ganz zu.
    Adrian Sherwood : „At first you need a good Riddim, to make a good Dub !“
    Und die Riddims sind hier größtenteils vom Feinsten !!! Ashanti Selah ist mir nicht wirklich bekannt aber Black Steel umso mehr.
    Ich kenne keinen Riddim mit Black Steel, der nicht in der Ursuppe von Reggae gebadet hat. Black Steel ist Reggae !!! Egal wer da am Mischpult sitzt und wenn überhaupt niemand an den „Dubknöpfen“ rumschraubt, wenn Black Steel dabei ist, bin ich auch dabei. Mad Professor, Adrian Sherwood und Lee Perry waren für mich ja lange Zeit das Maß aller Dinge im Dub. Inzwischen hat sich auch mein Horizont in dieser Hinsicht extrem erweitert. Adrian Sherwood und On-U.Sound sind seit „Heavy Rain“ wieder unangefochten die Nummer eins in meinem DubCosmos und haben damit eigentlich auch wieder gezeigt, das sie immer noch die
    Avantgarde und die Speerspitze im Dub sind. ( My name is not Pato Banton, but this is my opinion ). So ein Werk ist Ariwa mir noch schuldig, bevor es wieder zu einer meiner Top Adressen in DubMusic werden kann. Dennoch finde ich die Riddims hier sehr gelungen und mir persönlich gefallen sie so gut, das mir der DubMix dann nicht mehr ganz so wichtig ist. Ich finde übrigens
    „Dub Ripe Fruit“ mir Raging Fyah auch richtig gut. Die Riddims haben eine Wärme und einen Groove, der mich ein sehr gutes DubFeeling haben lässt. Ich bin auch kein so großer Fan von dem speziellen „Ariwa-Bass-Dub-Effekt“ ( ich wusste mal, wie der heist ) und auch mit den geleierten MickeyMouse-Effekten habe ich so manches Mal meine Probleme. Dennoch ist der DubMix
    immer noch wesentlich angenehmer, abwechslungsreicher und auch viel charmanter als dieser ganz dröge, ja fast schon deprimierende UK-steppers Dub. ( Fikir Amlak hat da gerade wieder was ganz dröges mit diesem Alpha Steppa draußen. Das kann von mir aus ganz draußen bleiben. Obwohl ich mich bei einem biederen Straßenfest mit lauter Bierbuden und lulliger Popmusik, megamäßig über Fikir Amlak im Uk-steppers-Style freuen würde ).
    Also, was ich eigentlich sagen wollte ist, das Joe Ariwa sicherlich noch Potential nach oben hat aber solange er gute Riddims im Gepäck hat, bin ich auf jeden Fall dabei.

    „Rise and Fall“ finde ich übrigens richtig fett. Das ist für mich excellenter RootsReggae mit feinen DubApplikationen. Der Dub dazu hebelt die dreckigen Mauern von Babylon, mit geradezu arroganter Leichtigkeit und ohne sich im geringsten anstrengen zu müssen, komplett aus. ( Ich muss das so geschwollen ausdrücken, ansonsten kommt mein Feeling nicht richtig rüber ). Und gleich danach geht es mit „South East Trod“ und der dazu gehörigen DubDiversion mit sieben Meilen Stiefeln über die trostlosen Ebenen von Mordor, weiter in Richtung Mount Zion. Der „Meditation Rock“ tritt dann nochmal in die selben Fußstapfen und macht
    das Album für mich perfekt !

    Soweit erst mal …………………… lemmi

  2. Moin.
    Ich kann die Bewertung einerseits nachvollziehen – hier findet keine Innovation statt, alles schon mal dagewesen. Sound ist klar und knackig, gerade für Ariwa-Verhältnisse wahrscheinlich überdurchschnittlich. Oder bin ich noch halb taub von der Session am Samstag?
    Andererseits startet das Werk mit Ranking Joe, einem der 10 besten Vocalists (für mich jedenfalls). Dafür gibt es einen Extra-Stern, bung dillidi. Macht dann vier von mir.

    Als ich MadPro das letzte Mal live gesehen habe war mir gar nicht bewusst wie alt er schon ist. Junge Junge, 64…

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