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Alpha Steppa: Raise the Ark

Alpha Steppa, Sohn und Neffe des Dub-Duos Alpha & Omega, legt ein neues Album vor – ein „experimentelles“, laut eigener Aussage. Mal sehen, ob das stimmt. Der Sprosen-Sprössling hat jedenfalls ein fantastisches Gespür für spannungsvolle Beats, geniale Basslines, dunkle Atmosphäre und nice Melodien. Über allem schwebt ein Hauch von Mystik und Spiritualität. Vordergründig wird man seine Musik dem „Steppers“-Style zuordnen, was formal auch durchaus zutreffend ist. Wer aber Steppers für banal hält, sollte auf seinem neuen Album „Raise the Ark“ (Steppas) mal genauer hinhören. Wie schon bei Vater und Tante, liegen hier viele Sound-Layer übereinander und erzeugen ein komplexes Klangbild. Nicht ohne Grund spielt der Album-Name auf Lee Perrys „Raise the Ark“ an, denn ein undurchdringlicher Sound-Dschungel war auch schon dessen Markenzeichen. Wer aufmerksam in dieses Klanggewebe hinein lauscht, erkennt hier polyrhythmische Beats mit teils verrückten Percussions, auf jeden Fall aber gewaltigem Bass und fein ziselierten Arrangements. Tatsächlich hört man Rhythmusstrukturen, die sich nicht mehr eindeutig Reggae zuordnen lassen. So viel zum „Experimentellen“ des Albums. Ich empfinde den Begriff zwar als etwas zu großspurig, muss aber gestehen, dass „Raise the Ark“ für ein Mitglied der Dub Dynasty ziemlich abwechslungsreich klingt. Das liegt nicht zuletzt auch an den großartigen Vokalisten, die Ben Alpha hier versammelt hat. Allesamt steuern ordentliches Liedgut bei, das sich in die Gehörgänge gräbt und im Schädel einnistet. Erschwerend kommt sogar noch hinzu, dass viele der Lyrics inhaltlich deutlich mehr als Spiritualität zu bieten haben. Es gibt übrigens unglaubliche 22 Tracks zu hören, zuerst die Vokal-Versions, anschließend die Dubs.

Bewertung: 4.5 von 5.

Eine Antwort auf „Alpha Steppa: Raise the Ark“

Ja, wo laufen se denn, wo laufen se denn ?

Wo sind denn die Steppers Fans, die diese Scheibe voll Abfeiern würden ? Oder isses gar zu experimentell ?
Also für mich wird diese Art von Dub wohl ewig “B-Movie-Dub” sein. Aber was soll ich machen, auch ich kann nicht so ganz aus meiner
“DubHaut” hinaus. Und so muss ich gestehen, das mir der Pupa Jim mit “Dear Friend” und “Dear Dub”, sowie Block Mameli mit “My People”
und “My Dub” doch ganz gut rein gehen. Im interplanetarischen Vergleich bleiben sie aber dennoch in der b-movie Spalte stecken. Aber es gibt ja auch
den einen oder anderen guten b-movie. “Omo Dub” und “Living Dub” sind auch noch ganz Ok. Besonders bei “Living Dub” gefällt mir der Text ;-)
Das ist nicht ironisch gemeint, denn ich mag solche Wiederholungen und wenn die aus dem Wort “JAH” bestehen, kann ich mich damit auch voll identifizieren.
Der Ruf nach JAH wird für die Menschheit immer wichtiger, glaube ich jedenfalls auch. Zudem nehme ich hier auch ganz geile Percussions wahr und auch
so ein paar kleine “improvisierte Melodien” von Keyboard oder Synthesizer sorgen für etwas Kopfkino.
“Even Clouds Stops To Dub” ……… finde ich das gut oder nervt es mich ? Ich schwanke echt zwischen Faszination für diese wirklich radikalen, dreckigen aus den
tiefsten Erdschichten emporgestiegenen “DubRocks”, die hier aufgrund der Hitze in flüssiger Form vorliegen und einer leichten Abneigung gegen den blechartigen Effekt
auf bzw. nach der Snare-Zeit. Überhaupt sind Klang und Effekte ( und die meisten Basslines ) der Grund, warum ich diese Dubs nach wie vor nur zu einem B-Movie
laufen lassen würde. Und ich glaube den Grund dafür inzwishen gefunden zu haben :
https://www.youtube.com/watch?v=OCqfKNnkW9U
Mit diesem “Aldi-Mischpult” kann da auch nicht so viel bei rumkommen. Außerdem wirkt die “Arbeitsweise” von Alpha Steppa eher so wie ein David Getter oder irgend so ein anderer
überbewerteter dj, der zwar immer “gaaanz wichtig” die Knöpfe berührt aber letztenendes nix am Sound ändert und auch kaum wahrnehmbare Effekte erzeugt.
Auch ein Adrian Sherwood arbeitet heute nicht mehr ganz so agil wie früher am Mischpult aber da ich ihn nunmal schon öfter Live erleben durfte, habe ich Vergleichsmöglichkeiten und
da kann ich über Alpha Stepper echt nur müde abnicken.
Um es aber nochmal in Erinnerung zu rufen, schreibe ich hier erneut ausdrücklich, das es sich bei all dem um meine ureigene, subjektive Wahrnehmung handelt.
Das mag von mir aus jeder anders empfinden aber am Ende habe ich trotzdem Recht ;-)

This Beat Is, This Beat Is , this Beat is……. technotronic ……………………….. lemmi

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