
In amerikanischen Reggaekreisen und Kalifornien ist der Alt-Hippie Chuck Foster ein bekannter Name. Richtig bekannt wurde er als Moderator mit der Sendung Reggae Central beim Sender KPFK 90.7 FM in Los Angeles und als langjähriger Kolumnist für das nicht mehr existierende Beat Magazine und den Reggae Festival Guide. Chuck Foster ist Autor von zwei Sachbüchern über „Roots Rock Reggae: An Oral History of Reggae Music From Ska To Dancehall“ und „The Small Axe Guide To Rocksteady.“.
Seine Karriere startete er als Musiker und arbeitete dabei in einigen der besten Aufnahmestudios von LA. Das war lange bevor er seine Karriere als Moderator beim Radio begann. Neben seiner sonntäglichen Radiosendung, die er seit über 20 Jahren moderiert, besann sich Foster in den letzten Jahren wieder auf seine Wurzeln als Songwriter, Interpret, Produzent und Labelinhaber von „Catch Me Time Records“. Er hat mittlerweile auf seinem Label fünf eigene Song-Alben plus deren Dub-Pendants veröffentlicht. Seine jüngsten Veröffentlichungen sind ein Vokalset „It’s Time“ sowie das dazugehörige Dub-Set „Hotter Fire Dub“ (Catch Me Time Records). Sämtliche Tracks wurden im „Rough Sounds Studio“ in Redondo Beach, Kalifornien, aufgenommen. Die daran beteiligten Musiker waren Chuck Foster (vocs, git.), Mike Irwin (bass), Tony Bird (keyb.), Rex Bailey und Alberto Fernandez (lead-git) sowie Prince Fattys alter Kumpel, der englische Drummer Horseman.
Chuck Fosters Stil auf „Hotter Fire Dub“ ist solider, traditioneller Reggae/Dub, der tief in der klassischen, goldenen Reggae-Ära verwurzelt ist. Erwartet also keinen großen Schnickschnack mit tausend Effekten und akustischen Gimmicks, es ist einfach nur grundsolider Dub mit schönen Westcoast-Gitarrenklängen. Auf dem Album bedient sich Chuck Foster verschiedenster Musikstile, bei „Dance“, das mit einem Ska-ähnlichen Tempo daherkommt, klingen Country & Western Gitarrenriffs an. Bei „Wicked Dub“ sind subtile Rocksteady-Einflüsse nicht zu überhören und in „Dubbing The Blues“ wurden Bluesanleihen gekonnt verarbeitet. Eine Hommage an die klassisch lockere, gitarrenlastige Musik Kalifoniens sind dann „West Coast Version“ und „Homeless Encampment Version“, hier hören wir schöne, dubbige und typische Westcoast Gitarrenriffs. Abgemischt wurden die 15 Titel des Albums von Chuck Foster selbst und dem Bassisten Mike Irwin. Wie bereits bei den früheren Dub-Alben bleiben Foster und Irwin ihrer Linie treu und präsentieren soliden 70er Jahre Dub mit fetten Bass-Lines, One Drop und frei schwebenden Fetzen von Gitarrenriffs, die sich in Echos und Reverbs verlieren. Wie Chuck Foster bin auch ich der Auffassung, dass Dub die reinste Form des Reggaes ist, also die „Essenz“ des Ganzen.
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