
„Dub“ ist ja inzwischen keine eindeutige Genre-Bezeichnung mehr. Während wir darunter mit Soundeffekten gespickten, instrumentalen Reggae verstehen, gibt es Leute, die denken bei „Dub“ an Ambient oder dekonstruierenden Minimal Techhouse. Ist schon verrückt, dass so unterschiedliche Sounds die gleiche Genre-Bezeichnung tragen. Doch meist ist schon am Cover zu erkennen, welche Dub-Kategorie gemeint ist. Das Cover von Philipp Greters Album „Logic Chaos“ ist jedenfalls nicht eindeutig. Weder Reggae noch Techno. Und höre da: auch die Musik lässt sich gar nicht so leicht zuordnen. Mal haben wir es mit einer Neuinterpretation von Kruder & Dorfmeister zu tun und mal mit schönsten Offbeats. Philipp dazu lakonisch: „Am Rande ist das vielleicht etwas für die Dub-Szene, für Leute, die etwas Experimentelles wollen“. Macht die Sache damit aber auch nicht klarer. Warum ich das Album hier überhaupt bespreche? Weil Philipp der Keyboarder und Produzent von Dub Spencer & Trance Hill ist. Er ist das Schweizer Dub-Urgestein schlechthin. Und im Logic Chaos hört man bei jeder Note, dass der Mann seinen Dub in- und auswendig kennt. Alles groovt, schwingt, hallt und vibriert, wie es sein muss. Am Bass gibt es auch nichts auszusetzen. Und doch würde kein Sound System der Welt das Album auflegen. Also tun wir es, zuhause, auf dem Sofa und vertiefen uns in die fein ziselierten Soundscapes, hören analytisch mit dem Kopf, während der Bass unsere Eingeweide massiert. Das Album ist übrigens mit der Apple Software „Logic Pro“ und einem Effektgerät namens „Chaos Pad“ produziert worden. Interessant, oder? Hat auch was mit dem Namen zu tun.









