
Der Mad Professor hat wieder zugeschlagen. Unbeirrt veröffentlicht er regelmäßig Dub-Alben – so als lebten wir immer noch in den 1970er Jahren. Laut Discogs sind es über hundert Stück. Unglaublich. Nun also das neuste Werk aus seiner Echo-Kammer: „Electro Dubclubbing“ (Ariwa). Der Titel erinnert mich ein wenig an „The Roots of Dubstep“ von 2011, als er der jungen Generation mal zeigen wollte, wer hier der Originator sei. Das Cover von „Electro Dubclubbing“ jedenfalls lässt keinen Zweifel aufkommen, dass der verrückte Professor es auch mit Avicii und David Guetta et. al. aufzunehmen gedenkt. Hoch thront er mit seinen Turntables über der tanzenden Menge. But: „don’t judge an album by it’s cover“ – wie wir Reggae-Freunde ja ganz genau wissen. Inhaltlich hat „Electro Dubclubbing“ nichts mit Electro oder Club-Musik zu tun. Mad Professor liefert statt dessen seinen gewohnten Ariwa-Sound und zitiert aus den Ariwa-Vocal-Releases der letzten Monate. Also nix grundlegend Neues und auch nix sonderlich Beachtenswertes – leider. Allerdings muss ich immer wieder gestehen, dass der Mann wirklich virtuose Mixe abliefert. Aus meiner Sicht sogar die Besten seiner ganzen Zunft. Andererseits bekommt er die Leistung nicht richtig auf die Straße. Warum? Der Sound stimmt oft einfach nicht. Oder genauer: Das Mastering. Manche seiner Dubs bräuchten schlicht mehr Dynamik und außerdem mehr Bass. Außerdem neigt er – wahrscheinlich als Zeichen seiner Virtuosität – zur Überproduktion. Stärkere Kontraste würden gut tun. Aber egal. Mad Prof. ist eine Klasse für sich. Was ich hier betreibe, ist Klagen auf höchstem Niveau.









