
Dass spannender, moderner Dub nicht digital sein muss, sondern richtig schön old fashioned hand crafted sein kann, beweist uns die UK-Band Dubheart mit ihrem neuen Album „Cool Under Pressure“ (Karnatone Records). Es handelt sich um ein klassisches Showcase-Album, auf dem jedes Vocal-Stück von seiner Dub-Version begleitet wird. Normalerweise neigen wir Dubheads dazu, in solchen Fällen die Hälfte des Albums zu skippen, aber bei „Cool Under Pressure“ würden wir dann sieben ziemlich gute Songs verpassen. Wer auch immer die Songmelodien der Band komponiert, hat erstaunliches Talent. Gleiches gilt für die Musiker. Einen so tighten Band-Sound produzieren nicht viele Formationen. Kein Wunder, dass sich daraus auch meisterhafte Dubs formen lassen. Verantwortlich dafür zeichnet der Drummer Gavin Sant, aka „Fullness“. Er geht recht klassisch ans Werk. Seine Leistung besteht daher auch weniger im verrückten Experiment, als vielmehr darin, die Essenz jedes Tracks herauszuarbeiten und zu einem intensiven Sound-Erlebnis zu verdichten. Dabei entstehen interessante Dub-Interpretationen des Originals, in denen der Mix die Präsenz der Vocals auszugleichen vermag. Es ist hoch-spannend, den Vocal-Track mit seinem Dub direkt zu vergleichen: Obwohl die Gesangsmelodien der Songs extrem stark sind, vermisse ich sie in den Dubs nicht im Geringsten. Allein mit den Mitteln des Mischpults gelingt es Fullness, Dub-Instrumentals zu kreieren, die gleichberechtigt neben ihren Vocal-Counterparts bestehen können. Aber zum Glück muss man sich bei dem Showcase nicht für eines von beiden entscheiden.









