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Earlyworm: Natty Droid

“Earlyworm” – was für ein genialer Name, oder? Hinter ihm verbirgt sich ein begnadeter Dub-Producer aus Toronto, der jüngst sein ebenso geniales Album vorgestellt hat: “Natty Droid” (Renegade). Dubmatix preist es als extraterrestrischen “Future Dub”, eine Beschreibung, die Titel und Covergestaltung zwar gerecht wird, die Erwartungshaltung aber viel zu sehr in Richtung Techno, Dubstep oder gar Dubhouse lenkt. Tatsächlich klingt der frühe Wurm durchaus klassisch, tendiert zu Heavy Duty Steppers und vermeidet weitgehend allzu elektronische Sounds. Man könnte auch sagen: Er macht vieles richtig: melodische Basslines, spannungsvolle Arrangements sowie inspirierte Mixe, zum Beispiel. Doch da ist noch mehr: spätestens beim dritten Hören wirken die Dubs wie liebgewordene Songs, jeder von ihnen hat seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter. Hier zeigt sich, dass Dub viel mehr sein kann, als Rhythmus und Sound, nämlich auch Melodie und Harmonie. Es ist schon klasse, dass Natty Droid so eigenständige, individuelle Stücke bietet und doch stilistisch so geschlossen ist. Und das auf höchstem Niveau, denn keines der Stücke fällt gegen ein anderes ab. Jedem liegt eine starke Idee zugrunde, die bravurös umgesetzt wurde. Was soll ich sagen? Ist wirklich ein tolles Album,  definitiv mein Lieblingsalbum der letzten Wochen.

 

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