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Frente Cumbiero: Meets Mad Professor

Da haben wir wieder ein originäres, wenn auch kein brandaktuelles Dub-Album (2010), jedoch immerhin ein Werk ganz ohne Reggae-Rhythmen. Wenn schon ein Dub-Urgestein wie unser hochverehrter Mad Professor keinerlei Berührungsängste zeigt und die Grenzen unseres kleinen Sub-Genres mächtig verschiebt, steht es uns Rezensenten überhaupt nicht gut zu Gesicht, bei solchen Œuvres wie “Frente Cumbiero Meets Mad Professor” (Vampi Soul) angewidert die Nase zu rümpfen. Ganz im Gegenteil, wir sollten froh darüber sein, dass sich das Dub-Genre und seine Protagonisten mal wieder gegen den Strom bewegen und nicht erneut auf völlig ausgetretenen Pfaden latschen.
Ein solcher Glücksfall ist Frente Cumbiero Meets Mad Professor. Ein Projekt, welches die Zusammenarbeit mit Mad Professor dank finanzieller Unterstützung des British Council erst ermöglichte. Die kolumbianische Band Frente Cumbiero aus Bogota vermengt seit einigen Jahren sehr erfolgreich traditionelle Cumbia-Rhythmen mit zeitgemäßeren Musik-Trends und erzeugt so ein ungewöhnliches Endprodukt. An der Javeriana Universidad von Bogota kam es dann zu einem produktiven Zusammentreffen der vierköpfigen Band und einigen einheimischen Musikerkollegen mit Mad Professor. Nach drei arbeitsintensiven Tagen waren die Aufnahmen im Kasten. Neben original kolumbianischer Kompositionen entstanden bei den Sessions auch drei (Track 2; 3; 7) kollektive Improvisationen. Mad Professor nahm anschließend die sieben Originalstücke mit ins heimische Londoner Ariwa Studio und schuf die dazu passenden Dubs ganz ohne Reggae-Riddims.
Das charakteristische Tempo des kolumbianischen Tanzes, das der kreative Kopf der Gruppe, Mario Galeano und seine Mitstreiter in den ersten sieben Tracks des Albums innervieren, findet in den professor-typischen Mixes einen angenehmen Gegenpart. Hier bekommen wir eine ziemlich seltene, schnelle, polyrhythmische, dubbige Melange geboten. Mad Professor gelingt es traumwandlerisch, die lateinamerikanischen Rhythmen mit Dub zu verschmelzen. Für Dubheads – nicht Dub/Reggae-Puristen – ist sicherlich eher die zweite Hälfte des Albums von besonderem Interesse, die hat es aber in sich.

Bewertung: 4 von 5.

7 Antworten auf „Frente Cumbiero: Meets Mad Professor“

Schönes Teil, jedoch mit wesentlich mehr jamaikanischem/karibischem Flair. Die Instrumentierung, wie z. B. auch hier das Akkordeon, hätten bereits wesentlich mehr Musiker statt der Melodica in Erwägung ziehen sollen. Das Akkordeon fällt bei beiden Alben sehr angenehm auf.

Ich glaube, das war ein Irrtum, bei “Born In Dub” ist es wohl doch eher eine Melodica. Durch die Phrasierung klingt sie aber ganz anders.

Heute ist “Melodica-Tag” !

Ich wollte Dir nur noch mal beistehen RasVorbei. Es gibt Frequenzen, wo sich Melodica und Akkordeon auch für mich sehr ähneln. Ich rate jetzt mal, das die Töne bei beiden Instrumenten sehr ähnlich erzeugt werden. Beim Akkordeon wird halt wesentlich mehr Luftvolumen bewegt, so daß es einen wesentlich satteren Sound hat. Und Satta Sound ist ja nunmal
unser Ding ;-)

Greetings ……………….. lemmi

Sehr gut RasVorbei !

Rezensionen zu Alben, die schon lange bei mir sind, habe ich am liebsten. Da muss ich nicht gleich wieder Schnappatmung bekommen und rumsuchen, wie ich diese Scheibe denn am besten noch bekomme. IS MEINE !!!
Ich habe damals etwas überlegt, ob ich sie überhaupt kaufen soll, denn aus meiner ( unserer ) Sicht ist das ja nur eine halbe Scheibe. Da ich von den Dubs aber zuvor schon mal eine Kostprobe von Mad Professor im Warm Up zu drei LiveKonzerten in Dortmund ( Feueralarm, Lee Perry und Maka B inklusive Robotiks ) bekommen habe und danach quasi Atemlos durch die Nacht ging, weil mich die Dubs so geflasht haben, waren meine Ohren Spitz wie beim Terrier. Leider war Mad Professor die ganze Zeit in ein anderes Gespräch verwickelt, so das ich ihn nicht Fragen konnte. Als ich die Dubs nun doch eine ganze Weile später in den Händen hielt, musste ich die Scheibe kaufen, auch wenn ich mit den VocalTunes ohne Mad Professor nicht so viel anfangen kann. Die zweite Hälfte hat es aber tatsächlich in sich und ist heute noch genauso frisch, wie am ersten Tag.
Ist in der Tat ein Tolles Album !!!

Danke RasVorbei ! ………………………………. lemmi

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