Tara Putra: Obvious Dubious

Hey, da ist mir in den unendlichen Weiten des WWW wieder ein Projekt über den Weg gelaufen oder noch besser zu Ohren gekommen, das genau meine Kragenweite ist und seit Tagen in Endlosschleife läuft. Wenn ein Werk schon den treffenden Titel „Obvious Dubious“ (Self Released) trägt, werde ich im wahrsten Sinne hellhörig. „Obvious Dubious“ von Tara Putra ist die dubwise Fortsetzung der schon vor einigen Jahren veröffentlichten Alben „In Dubland“ (2012) und „Driven by Dub“ (2015). Marcus Straczkowski aus Nürnberg, das Mastermind hinter dem Pseudonym Tara Putra (Hindi: Tara = Stern; Putra = Sohn), ist seit Anfang der 90er Jahre in Sachen Trip Hop, Drum & Bass, Ambient sowie psychedelic Trance unterwegs. Nachdem er sich fast ein Jahr mächtig ins Zeug gelegt hat, präsentierte er Ende 2019 „stolz und glücklich“ sein neues Dub-Album. Der erste Track „Cowboys Smoking Giants“ beginnt mit einem Donnerhall und der Durchsage: „Die Türen schließen, es geht los“ und schon startet der Dub-Train in wahrlich berauschende Regionen. Auch hier sind wieder jede Menge musikalische Anleihen zu hören. Von Mariachi Trompeten, Sitar Klängen, spanischer Folklore, butterweichen Gitarrensoli, mäandernden Synthie-Soundscapes bis psychedelischer Musik ist alles traumwandlerisch mit dem Dub-Gefüge verwoben. Mit seinem warmen, repetitiven Dub-Stil ist „Obvious Dubious“ zum jetzigen Zeitpunkt (Corona-Krise) genau das Richtige, um sich fallen zu lassen. Die organischen Soundstrukturen, benthischen Basslines und die „slowed down Riddims“ mit schönen, teilweise auch ungewöhnlichen Dub-Effekten, an denen wirklich nicht gespart wurde, laden zu dieser bewusstseinserweiternden Reise ein. Der letzte Track „Shutdown Sequence“ erinnert mich sehr stark an die guten Zeiten von Massiv Attack. Mit einer gutturalen Gesangssequenz bringt uns der Dub-Train in das hier und jetzt zurück und rollt gemächlich aus. Music for headphones!

Liebe Dubblog-Gemeinde, bleibt zu Hause, vor allem auch gesund, lauscht lieber geiler Dub-Mukke und bitte haltet in unser aller Sinne die Kurve flach!

Meine Wertung:

5 Gedanken zu „Tara Putra: Obvious Dubious“

    1. Wikipedia:
      Das Benthos: altgriechisch „die Tiefe“; bei Homer (nicht Simpson ;-)) meist die Tiefe des Meeres.
      Das zugehörige Adjektiv (Eigenschaftswort) für „im Bereich des Gewässergrundes lebend“ lautet benthisch oder benthonisch.

  1. Ras Vorbei, ich bin immer wieder verblüfft und begeistert, was du für klasse „Obvious Dubious“ Alben vorstellst. Auf die meisten wäre ich wohl nie gestoßen. Für den Dubblog bist du eine tolle Bereicherung. Vielen Dank!!!!

  2. Tara Putra ist mir auch schon mal aufgefallen aber irgendwie habe ich ihn doch wieder vergessen. Schön das ich hier wieder an ihn erinnert werde. Aus musikwissenschaftlicher Sicht kommt er wohl nicht an Mozart und J.S. Bach heran aber trotzdem komme ich mit seiner Musik besser klar.
    Es sind wohl tatsächlich auch ganz besonders wieder mal die vielen musikalischen Anleihen ( „Mariachi Trompeten, Sitar Klängen, spanischer Folklore, butterweichen Gitarrensoli, mäandernden Synthie-Soundscapes bis psychedelischer Musik ist alles traumwandlerisch mit dem Dub-Gefüge verwoben.“ ), die mich auf eine traumwandlerische Weltreise mitnehmen und mich wunderbar auf meiner Wolke Sieben, über alle Sehenswürdigkeiten unserer schönen Heimat Erde, schweben lassen.
    Insgesamt ist das ein sehr schöner Trip. Zunächst war „Tiny Camels Dub“ mein Favorit aber richtig abgefahren bin ich dann auch nochmal bei „Shutdown Sequence“ !!! Ich mag auch Massive Attack sehr gern aber sowas Gutes kenne ich von denen noch nicht.
    Mich hat der Dub sofort an „Evil And Harm“ von The Younger Brothers erinnert. Zu finden auf dem Sampler „Tribal Futures“. Vielleicht strömt das ja auch irgendwo …. Ist einer meiner ewigen Topfavoriten, die zum erweiterten „Temple Of Dub“ gehören.
    Tja, für mich ist das PsyDub vom Feinsten und hin und wieder gebe ich mir das auch sehr gern.
    Jetzt muss ich nochmal mit der Tagesform kommen. Was dieser und vielen anderen PsyDub Scheiben fehlt, sind knackige Drums.
    Meine Form hinkt der Euren mal wieder um einiges hinterher. Ich habe mir erst vor einigen Wochen die „Heavenless“ von Vin Gordon zugelegt. Irgendetwas in mir, hat mir geraten, noch zu warten, bis es die auch mit den Dubs dazu gibt. Nun hab ich die Extended Version, so wie sich das für einen anständigen DubHead gehört. Was mir da ganz besonders gefällt, sind die knackigen und – im richtigen Moment – stark betonten Drums. Das haut mich weg !
    Aber nun is erst mal SpaceTime mit PsyDub von Tara Putra.

    Die Welt ist bunt ………………….. lemmi

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