The Disciples: Abbara Kabbad Tanassa Liberation

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Neben Alpha & Omega gehören The Disciples zu den absoluten Pionieren des UK Dub. Bereits Mitte der 1980er Jahre begannen Russel Bell-Brown und sein Bruder Lol für Jah Shaka zu produzieren und entwickelten im Laufe der 1990er Jahre ihren fulminanten UK-Steppers Hardcore-Style. Einiges davon klingt heute allerdings etwas zu vordergründig – Impact war damals stets wichtiger als Detailarbeit. 1999, zum Ende der Dub-Dekade, sind jedoch zehn außergewöhnlich faszinierende Aufnahmen entstanden, die Russ D erst jetzt als Doppel-Vinyl 12“ (oder als Stream) unter dem sperrigen Titel „Abbara Kabbad Tanassa Liberation“ (Khaliphonic) veröffentlicht. Warum erst jetzt? Keine Ahnung, denn das Material ist einfach großartig. Mich erinnert es massiv an die Arbeit von Rhythm & Sound (aus der gleichen Zeit): Minimaler Dub, der ganz, ganz nah am Dub-Techno gebaut ist. „Minimal“ bezieht sich hier nicht nur auf den hypnotischen „four-to-the-floor“-Beat, mit seiner stoisch durchmarschierenden Bass-Drum, sondern auch auf die Stücke-Auswahl. Denn die zehn Tracks basieren tatsächlich auf nur vier Produktionen, die zuerst als Instrumental und nachfolgend als Dub-Version dargeboten werden. Als Bonus gibt es dann noch zwei alternative Mixe. Aber wir kennen das ja: Im Dub ist weniger oftmals mehr. Und so zieht dieses Album aus seinem radikal minimalistischen Ansatz alle Kraft und Eindringlichkeit. Ein faszinierender, hypnotischer, fast spiritueller Trip in die Sphären des Bass. Das macht uns Dub-Nerds doch glücklich, nicht wahr?

Rating 4 Stars

Meine Wertung:

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