Weeding Dub: Inna Digital Age

Inna Digital Age

Das ist mal eine interessante Selbsteinschätzung: Der Dub-Produzent Weeding Dub aus Lille verortet sich als „the missing link“ zwischen Mad Professor und Zion Train! Wow, das ist spezifisch. Ich hatte da eigentlich bisher keinen Link vermisst, aber jetzt, wo er da ist, muss ich sagen: Ich hätte ihn mir anders vorgestellt. Denn Weeding Dub steht weder für virtuoses Dub Mixing noch für ausufernde Exkursionen ins House-Genre. Ich sehe ihn eher in der Arena des Steppers. Dort fährt er zweifellos schweres Geschütz auf: pralle Beats, wuchtige Basslines und eine drängende, militante Aggressivität. Manchmal klingt sein neues Album „Inna Digital Age“ (Contol Tower Records) mir allerdings etwas zu 8-Bit mäßig, etwas zu mechanisch, etwas zu Old School-digital – aber das ist angesichts des Albumtitels offensichtlich ja Konzept. Was aber wirklich nicht so richtig funktioniert, sind die sechs eingestreuten Vocal-Tunes. Hier hat Weeding Dub bei der Auswahl einfach kein glückliches Händchen bewiesen. Mal klingt der Sänger wie ein Abiturient, der zum ersten Mal vor dem Micro steht, mal hat die Sängerin zwar engagierte, aber schlicht dumme Lyrics parat. Richtig gut funktioniert hingegen das Zusammenspiel mit Housman Horns, deren Bläsermelodien den cleanen Computerbeats ein wenig Wärme verleihen. Außerdem bietet der Housman-Track auch noch richtig gutes Dub-Mixing. Hier ist tatsächlich eine gewisse Nähe zu früheren Zion-Train-Aufnahmen herauszuhören. Mehr davon wäre gut gewesen.

My verdict: Brutal steppers-sound with a 8-bit-feel. That’s okay. But the singing is definitely not okay. What I liked most is the track with Housman Horns. I wished, there were more of this.
My Rating: 6 (out of 10)
Check it out: Juno

Meine Wertung:

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