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Dub Five Star

Aldubb: A Timescale of Creation – Symphony No. 1 in Dub minor

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Oha, was ist das denn? Da mokiere ich mich an dieser Stelle stets über einfallslose Steppers-Klischees (obwohl diese ja von Zeit zu Zeit und am richtigen Ort auch gerade recht sein können) und fordere mehr Experiment, mehr Überraschung, mehr Freidenkertum – und dann das! Ein Album, das diese Forderung absolut ernst nimmt. Das mit allem bricht, was typischerweise Dub ausmacht. Das Konventionen radikal hinterfragt, sich um Genre und Stil nicht schert, beherzt musikalische Grenzen überschreitet und überhaupt alles anders macht, als man es erwarten würde. Oder anders ausgedrückt: Das neue Werk von Aldubb ist entweder ein geniales Konzeptalbum oder verkopfter Murks. „A Timescale of Creation – Symphony No. 1 in Dub minor“ (Feingeist Records), lautet der komplette Titel und demonstriert den verrückt hohen Anspruch des Albums. Eine Reise durch Raum und Zeit des Universums, vom Urknall, den Sekundenfragmenten danach, über unsere aktuelle Existenz bis in eine ungewisse, aber optimistisch erscheinende Zukunft – in Dub, versteht sich. Die 13 Tracks des Albums fließen nahtlos ineinander, ergeben ein einziges 42 Minuten langes Stück, eine Dub-Symphonie aus subsonischen Bassfrequenzen, donnerndem Wobble-Bass, elektronischen Sound-Wolken, klassisch-symphonischen Streichern, fein dosierten Klarinetten- und Posaunenklängen und – man glaubt es kaum – ganz normalen Reggae-Beats. Creation Rebels „Starship Africa“ trifft auf Hey-O-Hansen, trifft auf Matthias Arfmann, trifft auf Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. So etwas kann verdammt leicht in die Hose gehen. Zwar würde die Kritik positiv darüber zu schreiben, denn Kunst hat gegenüber profaner Unterhaltung immer einen Bonus. Aber nicht selten wäre das hochgelobte Werk tatsächlich langweilig. Es gehörte zwar in eine gepflegt-anspruchsvolle Sammlung, würde aber eigentlich nie freiwillig aufgelegt. Wie anders ist es hier! Aldubbs Exkursion durch die obskure Geschichte unseres Universums und in unsere noch viel obskurere Zukunft, ist mit jedem Takt unterhaltsam, packend und einfach unglaublich schön. Das Verhältnis zwischen neuen, verstörenden (dafür aber um so spannenderen) Reizen auf der einen Seite und soliden, wohlvertrauten Beats und Harmonien auf der anderen, stimmt exakt. Es ist unmöglich, sich der Faszination dieser akustischen Reise zu entziehen. Und wer beim Hören nicht zumindest eine Ahnung davon bekommt, was Dub, über das bekannte Konzept hinaus, noch alles mehr sein kann, muss entweder taub oder borniert sein. Aldubb stößt hier eine Tür zu einer neuen Dimension von Dub auf. Gehen wir hindurch!

Rating 5 Stars

5 Antworten auf „Aldubb: A Timescale of Creation – Symphony No. 1 in Dub minor“

Also ich habe es nicht ganz durchgehalten und würde sagen Murks. Irgendwie zu viel gewollt oder so. Dem wunderlichen Cover nach zu urteilen könnte es auch der Soundtrack zu irgendwelchem Phantasy-Kram sein. Schlimm genug.

Hey, hallo ihr Dubheads. Freut mich sehr, daß hier auch mal jemand anderes nen Kommentar abgibt. Sonst wird’s eventuell zu einseitig.
Nun, ich muss zugeben, daß es mir hier eher wie Manfred geht. Ich finde die Scheibe auch irgendwie unbefriedigend. Ich hab´ nix gegen Streicher oder Instrumente jeglicher Art im Dub. Da is aus meiner Sicht alles erlaubt und sogar gewünscht. Aber ich finde die Art, wie die Streicher hier spielen entspricht zu sehr dem deutschen Klischee. Zumindest so, wie wir bislang immer in der Welt wahrgenommen wurden. Einfach zu ernst und ein bischen zu traurig ist die Grundstimmung der doch sehr tonangebenden Streicher auf diesem Album. Ich habe nix gegen düsteren finsteren und furchterregenden Dub aber traurig, nein traurig sollte er nicht rüberkommen. Musik muss für mich selbst in der finstersten Stunde noch Upliftment sein. Leider machen mich die Streicher hier zu traurig.
Da gefällt mir die “Advanced Physics” die ich mir parallel dazu gekauft habe wesentlich besser.
Was ich aber wieder faszinierend finde, ist die Tatsache, daß auch Du dich an Creation Rebel erinnert fühlst. Ich hatte unabhängig von Deinem Text das gleiche Gefühl. Allerdings nicht bei ….. “Timescale” ….. sondern bei “Advanced Physics”.
Der Sound vom Bass verträgt sich allerdings bei allen Aldubb-Scheiben, die ich besitze ganz hervorragend mit meinen Boxen. Da wird der Bass zu positiver und wohltuender Medizin.
Auch wenn das jetzt den Rahmen hier ein wenig sprengt und ich über das Ziel dieses DubBlogs hinausschieße, so muss ich es doch einfach loswerden. Micah Shemaiah “Original Dread” besorgt es mir zur zeit am allermeisten. Ganz davon ab, daß eh fast jeder Tune mit DubVersion daherkommt, vermittelt diese Scheibe vom ersten bis zum letzten Ton ein exzellentes DubFeeling.

Jamaica is back on Top ………………… lemmi

Oh ja, dieser Micah aus Jamaica is momentan echt der beste für mich. Aber ich habe Gestern nochmal und bestimmt nicht zum letzten mal die “Timesscale of Creation” gehört und habe festgestellt, daß die Scheibe trotz einer gewissen Traurigkeit doch jede menge magische Momente hat. Musikgenuss hängt eben auch nur all zu oft vom eigenen Aggregatzustand ab, indem man sich gerade befindet ….

Greetings …………………… lemmi

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