Kategorien
Dub Five Star

Dub Syndicate: Hard Food

bdhebiai

Es war das Dub Syndicate, das mich 1982 mit dem von Adrian Sherwood produzierten Album „Pounding System“ erstmals auf die Spur von Dub setzte. Die Hausband von On-U-Sound, mit Style Scott am Schlagzeug und Flabba Holt am Bass. Zwei herausragende Musiker, die auch das Rückgrat der legendären Roots Radics bildeten. Über 20 Alben nahm Scott im Namen des Syndikats auf (die Aufnahmen der Roots Radics sind ungezählt), spielte die Tracks mit Flabba in Jamaika ein, fügte dann in Zusammenarbeit mit Sherwood in London Overdubs hinzu und ließ selbigen schließlich die Dubs mixen. Nun liegt „Hard Food“ (Echo Beach) vor, das letzte Album des Dub Syndicate. Ein weiteres wird es nicht geben, denn Scott wurde vor zwei Monaten in seinem Haus in Jamaika ermordet. Ein tragisches Ereignis, das eine nüchterne Rezension seines letzten Werkes unmöglich macht. Da verwundert es mich nicht, dass schon der erste Track Wehmut in mir aufkommen lässt, denn „Sound Collision“ erklingt in hundertprozentigem Dub Syndicate-Trademark-Sound, so als lägen zwischen „Pounding System“ und „Hard Food“ keine unglaublichen 32 Jahre. An Position 4 erklingt dann mit „Love Addis Ababa“ ein melancholisches Instrumental mit sanften Bläsern und traumschönem Cellospiel. Ein wunderbares und dank seiner Instrumentierung für Dub auch sehr ungewöhnliches Stück, das zeigt, dass Scott noch voller musikalischer Ideen steckte und uns in Zukunft wohl noch viel spannende Musik geboten hätte. Ähnlich schön ist „Gipsy Magic“, das den kraftvollen Reggae-Beat mit den wehmütigen Melodien einer Violine kontrastiert. Ich bin ganz gerührt von der emotionalen Kraft dieser Musik. Style, der Stilist, hat auch hier wieder ein paar sehr erlesene Sangesgäste hinzu gebeten: Lee Perry (okay, das mit dem Gesang ist relativ zu verstehen), Bunny Wailer, U-Roy, der hier über eine Version des „Police in Helicopter“-Riddims toasted und ein Bursche namens Magma, der ein paar Dancehall-Vibes beisteuert. Als Bonus gibt es noch drei hochklassige Dubs. Krönender Abschluss eines sehr schönen Albums, das viel Spaß macht und doch traurig stimmt.

Rating 5 Stars

Eine Antwort auf „Dub Syndicate: Hard Food“

Ja, da muss ich jetzt auch mal so richtig losschwärmen. Wenn mich jemand fragen würde ( macht ja keiner ), welche Reggae-Band ist eigentlich deine Lieblingsband, dann kann ich nur sagen : DUB SYNDICATE !!! Es gibt keinen Reggae-Act, den ich öfter LIve erleben durfte. Zehn Live-Konzerte waren es mindestens und wenn auf dieser welt nicht so viele Mörder rumlaufen würden, würde ich mir noch mindestens Zehn weitere Konzerte geben. “Hard Food” finde ich auch wieder so dermaßen OBERGEIL, daß es echt zu nem richtig harten Brocken für mich geworden ist. Denn jedes mal, wenn ich gerade so richtig drauf abgehe fällt mir ein, daß es wohl das letzte DUB SYNDICATE – Album gewesen ist und daß ich Style Scott nie wieder Live and Direct an den Drums erleben werde.
Ich könnte grad schon wieder heulen ……………. lemmi

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.