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2. Meinung Dub

Dubment: Showcase & Dub Fugues

Wer Dub Spencer & Trance Hill mag, wird auch Dubment lieben. Wie die Erstgenannten, stammen sie aus der Schweiz, machen in Minimalbesetzung minimalistischen Dub, handgespielt und mit ausufernden Rock-Gitarren-Exkursionen. Klingt gelegentich nach einem psychedelischen Jazz-Trio – was wohl daran liegen dürfte, dass Dominik Zäch (Gitarre), Balz Muheim (Schlagzeug) und Linus Meier (Bass) in Luzern gemeinsam Jazz studieren. Reggae und Dub sind eigentlich dem Prinzip der strikten Repetition verpflichtet, doch darum scheren sich die drei auf ihrem Album „Dubment – Showcase & Dub Fugues“ (Echo Beach) nicht besonders. Hier wird ziemlich frei gespielt und beherzt herumexperimentiert. Merkwürdigerweise klingt es dann trotzdem nach Dub. Das Album war übrigens schon seit Dezember 2019 auf dem Markt, kommt jetzt aber aus dem Hause Echo Beach als Deluxe-Version neu raus. Deluxe daran ist, dass der Dubvisionist zu jedem Dub eine kurze „Fuge“ schuf, die dem Original folgt. Wir hören also stets zuerst den Original-Dub, dann folgt eine zwei- bis dreiminütige Fuge. „Einen Dub vom Dub zu machen, erschien mir nicht sonderlich sinnvoll“, gibt der Dubvisionist Auskunft, „Die Originale sollten ganz klar die Helden sein. Die Fugen sind nur kleine Zwischengänge“. Mir gefallen die Zwischengänge ausgesprochen gut, bringen sie doch Dub-Feeling mit, das die Originale im Überschwang der Jazz-Improvisation manchmal etwas vermissen lassen. Hier übrigens von „Fugen“ zu sprechen und damit unweigerlich Assoziationen an Bachs „Kunst der Fuge“ oder auch ans „Wohltemperierte Klavier“ zu wecken, ist wirklich eine coole Idee – auch wenn die Dub-Fugen mit dem musikalischen Konzept einer Fuge nicht viel zu tun haben. Marketing rules.

Lest auch die Rezension von Ras Vorbei

Bewertung: 3.5 von 5.

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