Dass Dub heute überall auf der Welt produziert wird, nur nicht mehr in Jamaika, ist einer jener Sätze, die man irgendwann nicht mehr sagen möchte, weil sie so entmutigend richtig sind. Frankreich, England, Italien, Spanien, Deutschland – überhaupt Europa, Skandinavien, Amerika, Asien – die Landkarte des zeitgenössischen Dub hat sich längst über den gesamten Globus ausgebreitet. Umso aufmerksamer wird man, wenn aus Kingston wieder etwas kommt. Auch wenn der Mann, der es produziert, ursprünglich aus Sapporo stammt.
Gacha Medz ging 2008 allein nach Jamaika und gründete dort Gachapan Records. Er arbeitete mit Mavado, Konshens und Jesse Royal, zuvor in Japan mit Mighty Crown, Pushim und Chehon. Nach dem Ende von Gachapan folgte 2015 die Gründung von Medz Music. „12pm“ von Alkaline wurde im Jahr darauf zum internationalen Hit. Danach kamen Projekte mit Walshy Fire, Vybz Kartel, Popcaan, Squash. Er lebt und arbeitet heute weiterhin in Kingston, nimmt Dubplates auf und veröffentlicht in einem Tempo, das an Haris Pilton erinnert: Trap-Dancehall-Riddims, Lo-Fi-Instrumentals, Chill-Beats und dazwischen immer wieder Dub-Alben.
Seit 2026 hat dieser Output einen Rahmen: Ninjah Rockerz, ein in Jamaika gegründetes Projekt aus Flabba Holt, dem Bassisten der Roots Radics, dem japanischen Reggae-Veteranen Triga Finga und Gacha Medz als Produzent und Gitarrist. Wie diese Verbindung zustande kam, erzählt niemand – aber wer achtzehn Jahre in Kingston Musik produziert, muss sie sich nicht aus der Ferne organisieren. Die Credits der Band sind aufschlussreich: Bei jedem Track steht Gacha Medz als Producer, Recording, Mixing und Mastering Engineer sowie als Gitarrist, Flabba Holt spielt Bass, Triga Finga singt. Einer macht praktisch alles außer Bass und Gesang.
Das Album „Gacha Medz Dub“ erschien im August 2026, vierzehn Tracks in neunundvierzig Minuten, kreditiert gemeinsam mit Sly & Robbie. Und es ist ein stilistisch sehr uneinheitliches Album. Die Spanne reicht von Roots-Dubs mit Rock-Attitüde bis zu schmalzigem Lovers Rock, und wer die Platte am Stück hört, wird mehrfach die Orientierung verlieren. Der Sound klingt nach handgespielten Instrumenten – was heutzutage schon eine Nachricht ist – ist in seiner Qualität aber wechselhaft. Mir ist er zu glatt, zu poliert. Es fehlt organische Tiefe, es fehlen Ecken und Kanten und ein bisschen fehlt auch die Seele. Die Riddims sind über weite Strecken schlicht langweilig. Gacha Medz hat eigentlich mehr drauf!
Denn dass er es kann, zeigt sich anderswo. Die „Summer of Dub“-EP vom Juli 2026 – sechs Tracks, vierundzwanzig Minuten – besteht ausschließlich aus ikonischen Riddims, und genau das macht sie gut. Es ist ein simples Vergnügen, aber ein zuverlässiges: die großen Riddims wiederzuhören macht immer Spaß – vor allem als Instrumental oder Dub.
Dasselbe gilt für „Badest Bassman“, ebenfalls unter der Ninjah Rockerz-Flagge erschienen. Der Titel ist eine Verbeugung vor Flabba Holt, und die ist berechtigt: Sein Spiel prägte in den frühen Achtzigern die Produktionen von Junjo Lawes und die Dubs von Scientist. Ihn heute wieder zu hören, wie er alte Riddims einspielt, ist mehr wert als ein weiteres Album mit neuen Kompositionen.
Bemerkenswert ist nebenbei, wie gut das in Japan funktioniert. Die EP „Ninja Rockerz“ stand im Juni auf Platz acht der japanischen iTunes-Reggae-Charts, zwei Tracks landeten in den Song-Charts. Vertrieben wird über TuneCore Japan, samt Auslieferung an Reggae-Spezialdienste wie Club Zion. Die Achse Kingston–Sapporo funktioniert.
Und dann gibt es ja noch das Album „Sly Forever“ von derselben Crew. Sly Dunbar starb am 26. Januar 2026 in Kingston, 73 Jahre alt, dreizehnmal für den Grammy nominiert, zweimal ausgezeichnet. „Sly Forever“ ist ein Tribut an ihn, gemeinsam gemacht von Flabba Holt und Gacha Medz. Grundlage sind Drum-Sessions, die Gacha Medz noch zu Slys Lebzeiten mit ihm aufgenommen hatte. Flabba Holt hat darüber neue Basslines gelegt und daraus ein Instrumentalalbum gebaut. Bewusst steht nicht die Melodie im Zentrum, sondern der Groove – das, was Slys Spiel unverwechselbar machte. Das ist mehr als eine Geste: Es ist Archivarbeit an einem Nachlass, zu dem der Produzent selbst beigetragen hat.
Im August folgte mit „Sly Forever Dub“ die Dub-Version, acht Tracks, dreiunddreißig Minuten. Gacha Medz begründet sie mit einem Satz, den Sly ihm zu Lebzeiten gesagt habe: Wenn er ein Album mache, solle er auch immer eine Dub-Version davon machen. Man kann das für eine hübsche Vermarktungslegende halten. Man kann es aber auch als das nehmen, was es vermutlich ist – die Einlösung eines Versprechens.
Ob das musikalisch aufgeht, darüber lässt sich streiten. Lemmi fragte in seinem Kommentar, ob es sich um eine „false flag action“ gegen Sly Dunbar handle, und was mit „Real Rock“ passiert sei. Ganz von der Hand zu weisen ist der Einwand nicht.
Wer wissen will, wie weit dieser Kosmos noch reicht: Ende August erschien „Dub Is My Life“ von Roots Radics, Ninjah Rockerz, Gacha Medz und Triga Finga. Das mit Abstand schlechteste Album dieser Produktions-Crew. Vielleicht sollten sie sich einfach mehr Zeit lassen. Das Material ist da, die Musiker sind da. Es fehlt nur die Geduld.

12 Antworten auf „Gacha Medz: Dub“
Auf „Dub is my life“ gibt es trotzdem welche Songs die mir gefallen haben. Nicht gewusst dass der Gacha Typ damit verbunden ist. Vom hässlichen Cover her, dachte ich, es wäre KI.
I’ll give it a try.
Man kann sich das ganze Album auch auf youtube antun. Oder besser. Man kann es auch sein lassen.
Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man so einem Album noch 3.5 von 5 möglichen Sternen geben kann. Es wäre eigentlich gar keiner weiteren Erwähnung wert. Und falls doch, es nach allen Regeln der Kunst zu verreißen, um dann am Ende genau 1/5 zu vergeben, und um anschließend festzustellen, daß es so abgrundtief schlecht auch nicht ist, also gibt man dann 2/5.
Begründung: Das Ganze wirkt derart von der Stange, ist öde und durchweg langweilig produziert wie von jemandem, der als Alleinunterhalter auf Senioren-Partys animierend wirken will. Jedenfalls lockt das echt keinen Rollator hinter dem Ofen hervor.
Wieso überhaupt Sly & Robbie irgendwo mitgenannt werden, ist unklar. Weder als Composer noch als Producer oder gar als Lyricisten tauchen sie verbrieft auf.
Am Ende bleibt nicht mehr als eine Art Gebrauchsmusik, die Hausfrauen früher zum Bügeln gehört haben. Hausfrauen bügeln aber nicht mehr heutzutage. Kein Wunder bei der Musik.
Da tausche ich 30 Sekunden des Früh-80er-Adrian-Sherwood gegen eine ganze LKW-Lieferung derartiger Produkte.
Och, ich finds eigentlich ganz gut …….
…….. am Montagmorgen gleich mal wieder richtig was zum Meckern zu bekommen.
Zunächst bin ich aber auch ganz erfreut darüber, dass mein Eindruck zu
„Sly Forever In Dub“ eher bestätigt wird, als dass er einen „Shitstorm“ ausgelöst hat. Ich muss aber weiterhin sagen, dass ich so eine „Kacke“ als Dub vorher eigentlich so gut wie noch nie – wenn überhaupt – gehört habe. Für mich war Gacha Medz bisher eine komplette Mogelpackung. Vom Cover bis zu den genannten Musikern , bis hin zu den Dubs, die schlimmer klingen, als Dubs von einer „russischen“ KI. Jetzt muss ich erfahren, dass „Flabba“ Holt da wirklich den Bass gezupft haben soll.
Die BassLines an sich mögen ja alle noch ok sein aber ich finde solche abgrundtief schlechten Dubs sollten nicht mit diesen Namen in Verbindung gebracht werden. Deshalb halte ich das für eine „false Flag Aktion“ von babylon gegen jamaikanische Musik. Aber naja, babylon ist überall. Auch in meinem Kopf ! Und man muss dem ständig mit „Abschiebung“ drohen, damit es nicht zu stark wird. ( Ein Plakat mit „afd-wähler-orks abschieben“ sollte schleunigst überall ausgehängt werden ).
Ok, schnell wieder raus aus der Klammer. Zurück zu Gacha Medz. Wenn ich mir die Liste der Artists anschaue mit denen er „gearbeitet“ hat, wird mir auch klar, warum ich seinen Namen vorher nie gehört habe. Ganz besonders Mavado und diesen Cartell halte ich für völlig untalentiert. Und von allen anderen habe ich auch so gut wie fast nix Gutes gehört. Vielleicht hat er sogar den „Juggernaut“ von Alkaline produziert. Dann würde ich sagen, auch eine taube Fledermaus fängt mal ne Fliege. Oder bin ich sogar selbst manchmal etwas schwerhörig ? Egal, der „Juggernaut“ ist spitze. Mag ich sehr gern.
„Trap-Dancehall-Riddims, Lo-Fi-Instrumentals, Chill-Beats …….. “
Das ist genau das, was bei mir überhaupt nicht geht. Das komplette Gegenteil dessen ( von dem ), was mich an jamaikanischer Musik so fasziniert hat. Ich würde nur zu gern wissen, was Flabba Holt selbst zu diesen „ergebnissen“ von gacha medz denkt. Nicht, was er sagt, sondern was er wirklich davon hält. Ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen, dass ihm das inzwischen alles egal ist, denn auch er ist mit der ganzen Entwicklung der Musik, besonders auch in Jamaika nicht wirklich zufrieden, wenn ich ihn in den Interviews halbwegs richtig verstanden habe. So, wie sehr viele Musiker aus Jamaika, fragt er sich, „wie dess hot bassiere kenne“.
Mein Kommentar zu „Baddest BassMan“ klingt auch nicht wirklich begeistert aber diese Daten haben es immerhin in meine Playlist geschafft.
Insgesamt stelle ich fest, dass die besten Rezensionen hier für ältere Original-Alben aus der Vergangenheit geschrieben werden konnten, weil diese alten Sachen einfach viel mehr Charisma und Kraft hatten als die meisten Produktionen von heute. Haris Pilton hat mich voll im Griff ! Erst jetzt am Wochenende war ich wieder voll fasziniert von vielen seiner Dubs, die sich in meinen favorisierten Playlisten befinden. Da vergesse ich zum Beisspiel komplett, dass ich eigentlich gerade Fahrrad fahre. Eine total langweilige Notwendigkeit, die für viele Menschen sogar sowas wie ein Hobby ist. Was für einen schlimmen und harten Alltag müssen die haben, dass die sogar Fahrradfahren toll finden ?! Und dann hören die noch nicht mal Haris Pilton dabei. In Sachen KI und Haris Pilton werden
Hard Frost und ich wohl keine Freunde mehr aber es ist doch zu erkennen, dass wir manche Dinge auch sehr ähnlich wahrnehmen. Wahrscheinlich, weil es daran auch keinen Zweifel gibt. Gacha Medz sollte lieber Kaugummies produzieren, auf denen Leute wie Carlo Ancelotti dann in dieser abstoßenden Art und Weise rum-gacheln können.
Was ich aber eigentlich noch schreiben wollte ist, dass es echt auffällt, wie wenig neue Produktionen hier im DubBlog ( zurecht ! ) keine gute Rezension mit mehr als 3 – 4 Sternen bekommen. Roommate hätte 4 1/2 von mir bekommen und sonst ist es mir auch sehr schwer gefallen, die volle Begeisterung für diese doch oft billig hingerotzten Dubversuche aufzubringen. Ja ! Die Zeiten ändern sich ! Aber momentan sieht es in nahezu allen Bereichen nicht so aus, als ob sich das zum Guten ändert.
„Ich könnte das in weniger als 24 Stunden erledigen“ aber dafür müsste ich der Oberbefehlshaber für sämtliche Armeen auf unsrem Planeten werden. Wir produzieren den meisten Müll eigentlich nur, damit die Reichen immer Reicher werden. Wenn wir nur noch für die drei „F´s produzieren würden, würde es uns allen besser gehen aber es gibt hier einige orks, denen es sehr recht zu sein scheint, wenn „der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch vor lauter Plastik im Magen und im Blutkreislauf ungenießbar ist“, weil sie eben doch anscheinend am liebsten Geld fressen. Wenn sie wenigstens Falschgeld nehmen würden aber damit lassen die sich nicht abspeisen.
Ich hoffe, ich irre mich ……………………. lemmi
Ob die Musik selbst KI-generiert ist oder nicht, ist mir persönlich am Ende zweitrangig, oder eher deswegen nachteilig, weil eben nur so langweilig-abgeschmacktes Gedöns herauskommt wie in geschätzt 99.9% der Fälle – das liegt aber weniger an der KI als vielmehr an dem, der sie bedient.
Aber es ist auch die Fallhöhe des ebenfalls von einer KI hergestellten Covers, das jede Menge auf realen Geräten basierendes, fiktives Gear darstellt, auf das eigentliche Produkt.
So ein „Studio-Cramming“ ist vollkommen unsinnig und pure Angabe. Das erinnert mich an die Leute, die ihren ganzen Raum mit Keyboards, Drum Machines etc vollstellen … um dann ewig am „Punch“ der Kick Drum herumzudrehen. Am Ende kommt dann doch nur Standard-Techno-Bums heraus.
Oder diejenigen, die sich 3-5 Fachzeitschriften abonnieren, die dann nie lesen und einfach lediglich hinter sich ins Regal stellen, um Eindruck zu schinden. Gelesen wird bild-online.
Nichts davon ist heutzutage noch notwendig, alles ließe sich ohnehin im Computer nachbilden, teils so echt, daß es nicht von den alten Geräten unterscheidbar ist. Zum einen, zum anderen korrespondiert das null mit dem, was tatsächlich zu hören sei. Da nützen auch diese „Sly & Robbie“ und „King Tubby“-Erwähnungen nichts.
Dann kommt noch hinzu, daß es kein Physical gibt, weder LP noch 12″, nicht einmal eine CD-R oder meinetwegen auch eine Cassette. Es wurden wirklich alle Kosten und Mühen gescheut, noch nicht einmal ein bandcamp-Account existiert.
Falls du mit „Roommate“ das meinst, was hier unter „Roommate: Decades In Dub“ firmiert: Das ist graduell tatsächlich besser … aber am Ende genauso abgeschmacktes Zeug. Da es das auf bc gibt, kann man einfach mal jeweils das Intro anhören; bis auf glaub ich 2 tracks ist es immer _exakt_ dasselbe, dieser wirklich blöd-einfältige DrumRoll im Auftakt. Sorry, aber wenn ich all das noch wirklich anhören müßte, hätte ich mir das Musikhören tatsächlich abgewöhnt – oder Geld dafür genommen.
Mmmmmh, ja stimmt !
Das mit den DrumIntros bei „Decades In Dub“ ist mir bisher noch gar nicht so aufgefallen. Ich muss auch gestehen, daß ich das Album gar nicht so gut kenne. Die 4 1/2 Sterne waren eher mein Gesamteindruck, den ich beim Hören des Albums gefühlt habe. Mir gehen die Riddims ganz gut rein und die Atmosphäre fühlt sich wie klare Bergluft für mich an. Vielleicht täuscht das aber nur, und der Sauerstoffgehalt ist gar nicht so hoch. Also so gehaltvoll wie der Sound und das Volumen einer ganzen Band ist es dann auch bei weitem nicht. Aber naja, auch ich gewöhne mich schon seit langem zwangsläufig an diese „ein Mann Unternehmen“ und damit ist auch meine Fase in der Wahrnehmung mehr oder weniger verschoben. Wie schon in meinem Kommentar dazu ist es vor allem „Afterlife Dub“ der mich rundum begeistert und mich schwärmen lässt. Besonders die Melodie, der Klang und die dadurch entstehende Atmosphäre der Gitarre fühlen sich für mich sehr gut an. Selbst wenn das jetzt komplett von einer KI erzeugt wurde, könnte ich mich dagegen nicht wehren. Bisher ist das allerdings noch keiner KI bei mir gelungen. Jedenfalls nicht bewusst.
Auch wenn ich hier vieles lobe und positiv kommentiere, heißt das nicht, dass ich das Album richtig gut kenne. Ich gebe da fast immer nur meinen spontanen Eindruck wieder. Deshalb auch keine Rezensionen von mir, denn das erfordert doch wesentlich mehr Hintergrundinformationen und vor allem auch eine gründliche Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Tune. Nur wenige Datenpakete schaffen es, in meine Favoritenlisten, die ich mir dann auch öfter mal ausführlich und mit vollem Genuss anhöre. Ich habe so viel Vinyl – LP´s und noch mehr CD´s zuhause, dass ich eigentlich keine Datenpakete hören muss. Und damit würde ich locker bis ans Ende meines Lebens kommen, ohne dass es mir langweilig werden könnte. Ich kann aber auch nicht aus meiner Haut. Es gibt eigentlich keinen einzigen Dub oder irgendetwas was sich nach Dub anfühlt, was mein Körper und mein Geist total ablehnt. Selbst bei dem stupidesten Steppa-Dub muss ich innehalten und erst mal lauschen.
Ganz selten bin ich so geschockt, wie bei diesem „Sly Forever Dub“ bei dem sich für mich aber nahezu alles irgendwie falsch anhört. Und trotzdem denke ich da ganz weit hintem in meinem Kämmerlein,
„die Bassline ist aber gut“.
Ok, ich empfinde mich im noramlen Leben eigentlich gar nicht so als „Laberkopf“. Da sind immer welche, die noch viel mehr „Labern“ als ich aber diese weißen Computerseiten und die vor mir liegende Tastatur sind einfach sehr geduldig und unterbrechen mich nicht. Da kann ich auch nach einer Stunde Pause einfach weiter schreiben, ohne den „Faden“ jemals zu finden. Es macht mir einfach Spaß, meine Begeisterung für Reggae und Dub zu teilen. Und wenn meine Begeisterung nicht für Ekstase reicht, dann wird gemeckert. Ich habe keine Zeit, Musik nur einfach so zu hören. Ich will die Ekstase und mich fühlen wie ein „Schamane auf Ayahuasca“ ! Das gelingt mir auch nicht mit jeder Scheibe die ich Zuhause habe aber ich habe sehr viele davon. Und wenn ich jetzt versuche, für heute einen Abschluss zu finden, möchte ich aber noch erwähnen, dass mir der DubBlog schon zu sehr vielen genialen DubScheiben verholfen hat, die ich ohne ihn wahrscheinlich niemals kennengelernt hätte. Wenn ich nur an die tollen Scheiben von und mit Rainford Perry denke. Dann, vor gar nicht allzulanger Zeit, die DubScheibe von und mit Ranking Barnabas. Meine LieblingsDubScheibe aus 2025 mit den Breadwinners und noch vieles mehr. Ja, und auch in meinen digitalen Playlisten haben sich sehr viele – für meinen Geschmack – fantastische Dubs angesammelt. Der Horizont wird im DubBlog extrem erweitert und auf Horizonterweiterung stehe ich auch schon seit meinem
16. Lebensjahr.
Ok, ich entziehe mir das Wort ( vorübergehend ) ……………….. lemmi
Wieso denn? Ganz im Gegenteil, ich mag es sehr, wenn jemand in einem Teilbereich der Musik seine besonderen Vorlieben ausleben kann und sich eine umfangreiche Vinyl/CD-Sammlung gebaut hat, vor der man als Besucher steht und dann voller absurder Begeisterung sagt „Alter, du hast sie nicht mehr alle“, nur um sich dann selbst stundenlang in das ganze Zeug zu vertiefen.
Ich bin da leider raus, weil ich mich niemals auf ein Genre einigen konnte; Dub ist sicherlich ein Element, aber eben auch viele Post-Punk- und Industrial-Sachen, nebst Funk und P-Funk und auch den funkigen Jazz, und auch manche eher poppigen Sachen sowie den 80er HipHop kann ich goutieren.
Alles, was so Dub angeht, mag ich vor allem wegen den technischen Möglich- .. und Abwegigkeiten. Müßte ich das dann noch einschränken auf Reggae und Anverwandtes, bliebe wirklich wenig übrig. Und wenn ich „from the top of my head“ Top5-Alben nennen, wüßte ich echt wenig. Als da wären:
New Age Steppers – same
Pay It All Back Vol 1
Annie Anxiety – Soul Possession
Audio Active – The Return Of The Red I
Creation Rebel – Psychotic Jonkanoo
Alles gute Alben.. und alle von Sherwood produziert.
Aber es gibt ja auch Dub-Produktionen, die sich vom Reggae-Diktat weit entfernt haben, wie zB die Colourbox-EP (MAD 315 CD) und hier insbesondere „Justice“, wo studiotechnisch wirklich viele Register gezogen werden, um dem eigentlichen Soul/Pop-Sound eine vollkommen übernatürliche, aber auch holistische Soundlandschaft überzustülpen, die ihresgleichen sucht. Leider haben sie das nie wieder neu aufgegriffen – wozu auch? So eine Musik verkauft sich einfach nicht.
Und nun stelle einmal derart episches Zeug gegenüber dem, was da heute als „Dub“ verkauft wird.
Ja, manchmal denke ich halt, soooo interassant ist mein „Privatleben“ bzw. mein Privatkram ja nun auch nicht für jeden. Aber wer plaudert nicht gern aus dem „Nähkästchen“ ?! Beim Thema On .U Sound, bzw. Adrian Sherwood bekomme ich sowieso ganz leuchtende Augen und ich gerate schon fast bei dem Namen in Ekstase. Ob das gesund ist, wird sich noch zeigen. Bisher habe ich damit kein Problem gehabt. Deine Aufzählung von Sherwood – bzw. On .U Sound Produktionen muss dringend besprochen werden. Oder besser gesagt, ich muss da noch was von „meinem Senf“ dazugeben. Du bist echt krass ! ( Ich meine das nicht komisch oder abwertend ). Die Alben, die du aufzählst, sind „selbstverständlich“ auch alle in meiner On .U Sound Box. Bei mir ging der Flash aber wohl noch tiefer rein und so habe ich nicht nur „Pay It All Back 1“ sondern Alle !
( Wenn Ich mich nicht irre ). Von Audio Active habe ich auch Alle, die bei On .U Sound von Adrian Sherwood aufgenommen und produziert wurden.
Jan Delay hat mal in der Riddim zum Besten gegeben, dass es sich bei „Tokio Space Cowboys“ für das, seiner Meinung nach, beste DubAlbum aller Zeiten handelt. Is schon ne Weile her aber ich kann das verstehen, ohne es aber zu 100 % zu bestätigen. Es gibt einfach sehr viel Gutes und vor allem auch sehr Gutes im ganzen DubCosmos, schon ganz allein bei On .U Sound. Für meinen Geschmack wohlgemerkt. „The Return Of The Red I“ ist auch eine supergeile Scheibe ! Da ist Ekstase garantiert ! Cration Rebel ! „Psychotic Jonkanoo“ ! Hammer ! So wie eigentlich alles von Creation Rebel ! Als Backgroundband von Prince Far I in Hamburg !
Das waren noch Zeiten ! Ich habs natürlich verpasst ! War noch zu jung, um das zu checken ! Durfte mir aber den Mitschnitt von Cassette auf Cassette überspielen und feiere es bis heute. Aber Anni Anxiety Bandez !
Ich habe zwei / drei Scheiben von ihr aber „Soul Possession“ kannte ich nicht. Ihre Muisk ist sehr durchwachsen, für meinen Geschmack, und somit bin ich einiges von ihr gewohnt aber ich muss gestehen, „Soul Possession“ ist selbst mir zu krass. Kennengelernt habe ich sie durch „I drop Your Name“ von Pay It All Back Vol.5. Ein HammerTune, der mich dazu gebracht hat, weitere ganze Alben von ihr zu checken und schließlich zu kaufen. Die New Age Steppers sind, für mich auch sehr durchwachsen. Haben aber auch Stücke in ihrem Repertoire, die über normale Faszination weit hinausgehen und mich regelrecht hypnotisieren.
Ähnlich ist es mit den Strange Parcels und mit der Pop Group und Gary Clail muss ich auf jeden Fall auch erwähnen, weil der einfach auch absolute Spitze ist. Kurz : ON .U SOUND rules !!!
Und jetzt kommts ! Stichwort HipHop 80er ! Ich ärgere mich immer ein wenig, dass die Sugar Hill Gang sowas wie die Ursuppe von HipHop bzw. Rap sein soll. Was wohl auch stimmt. Mein Urknall in Sachen HipHop bzw. Rapmusic war und wird immer bleiben, „The Message“ von Grandmaster Flash ! Oh what a bombastic BigTune ! Viele Jahre hatte ich die Scheibe Zuhause ohne das Kleingedruckte auf der Rückseite des Covers genau zu lesen. Viele Jahre später, als ich längst mit dem On .U Sound Cosmos vertraut war, las ich eher zufälig, wer bei Grandmaster Flash die Instrumente gespielt hat. Tut mir leid, wenn ich dir jetzt etwas erzähle, was du längst weißt, aber auf der Rückseite meines Covers fand ich die Namen Keith Le Blanc DRUMS, Skip Mc Donald GUITAR, und Doug Wimbish BASS ! Quasi der Kern von On .U Sound !° Da war mein Schicksal endgültig besiegelt. Ein Teil meiner Lieblingsmusiker hat nicht nur DubMusic auf das höchste Level gebracht, sondern auch noch ganz nebenbei HipHop erfunden und den besten HipHopTune aller Zeiten zum Grooven gebracht. ( Zu weit aus dem Fenster gelehnt ? ) Widerstand zwecklos ! Das wurde für mich schon vor über 2000 Jahren mit KI in Stein gemeißelt ! Das geht nicht mehr raus aus meinem Kopf.
Ich glaube daurch wird auch nochmal deutlich, dass Musiker für mich nicht durch KI ersetzt werden dürfen und auch nicht ersetzt werden können. Da steckt auch eine gewisse Identifikation mit den Musikern mit drin und wenn jetzt alles nur noch mit KI produziert wird, bekomme ich zu allem Überfluss auch noch eine Identifikationskrise. Das Thema bleibt also sehr ernst für mich.
Ich will und kann euch allen eure verschiedenen Musikrichtungen nicht nehmen. Vom Kopf her verstehe ich euch voll und ganz. Aber es gibt und vor allem gab es für mich so viel guten Reggae und Dub dass ich keine Zeit mehr für andere Musikstile habe. Ich könnte mindestens eine ganze Nacht mit Mainstream-Hits füllen, die ich alle spitze finde. Ich höre sehr gern afrikanische DanceMusic ( kein Afrobeat ) und vieles mehr aber ich kann mich nur selten von „meinem“ Reggae und Dub losreißen. Und HipHop der 80er aber auch bis in die 90er lässt mich nicht still auf dem Stuhl sitzen. Allein der „Shoop Song“ von Salt and Pepper ! Mann, das grooved ! Cypress Hill ! Da gehe ich steil ! LL Cool J ist ebenso geil ! Mann, es hört nicht auf ! Super Musik von Menschen für Menschen und wtf soll da noch ne KI ?!? Wofür sollten wir die noch brauchen, wenn nicht nur, um uns mal wieder mit billigkram zu verarschen und abzuspeisen.
„God Is A Man“ …………………….. lemmi
Ja, auf „Soul Possession“ wird stellenweise sehr viel Dub-Beton angerührt, der sich gar nicht mehr durchdringen läßt. Am nächsten käme dann neben „Jackamo“ das Album „Warzone“ der Missing Brazilians (eigentlich auch nur ein Alias) sowie „Very Big In America Right Now“ von Voice Of Authority… Damals hatte ich eine ganze Palette der Alben: Neben London Underground, African Head Charge auch die Playgroup sowie einige dieser Sampler, später dann auch Pay It All Back bis zu Vol.6, dann aber auf CD. Als der EFA-Vertrieb Anfang der 2000er kollabierte, konnte man da etliche Bestände relativ günstig bekommen…
Mark Stewart (anläßlich „As The Veneer Of Democracy Starts To Fade“) plus Maffia in der Besetzung Wimbish, LeBlanc, Skip McDonald sowie Sherwood am Mixing Desc hatte ich anno ’86 im Kir (das war damals noch dieser Betonbunker an der Max-Brauer-Allee Nähe Sternbrücke; die ganze Ecke erkennt man praktisch nicht wieder, da selbst die Brücke durch eine neue ersetzt wurde) in Hamburg gesehen oder besser gehört, denn die Effekte-Schlacht war gar nicht zu überhören. Das wurde derart auf die Spitze getrieben, daß an den Extremstellen in „The Resistance Of The Cell“ nur ein einziger greller Soundbrei übrig blieb, aus dem sich dann einzelne Elemente wieder nach und nach lösten. Jedenfalls kamen einem nach so einem Sound diese ganzen anderen, eher Reggae-basierten On-U-Sound-Sachen relativ harmlos vor. Und leider auch diese Solo-Werke von zb Doug Wimbish „Trippy Notes For Bass“ sowie Keith LeBlanc’s spätere („Major Malfunction“ ist dagegen ein anderes Kaliber) und Little Axe und auch das Strange Parcels-Projekt. Imho hatten die neuen Produkte so ab 1990 den Biss verloren, was ich persönlich darauf zurückführe, daß in den Studios nach und nach die digitale Technik eingeführt wurde; das kann man zB auch bei Produktionen vom Mad Professor und King Tubby nachvollziehen. Zwar war der Sound dann „besser“, aber auch irgendwie unauthentischer und viel zu sauber und irgendwie zu „satt“. Zu den besseren gehörten dann das Album von Charlie Eskimo Fox „Nattorius“ (2004), aber das stammte dann wirklich von 1983… Danach hatte ich das Ganze mehr oder weniger aus den Augen verloren.
Eins der besten HipHop- oder besser Rap/Electro-Alben (so sagte man damals) mit der Maffia-Crew ist immer noch „Bust Me Out“ 1984 von Duke Bootee, leider nie auf CD wiederveröffentlicht. Letzterer war auf „The Message“ federführend und hatte imho den cooleren Part gegenüber Melle Mel.
usw usf….
Mmmmh, ja ich merke, auch mit On .U Sound sind wir nicht ganz auf einer Wellenlänge. Mark Stewart, Missing Brazilians, Voice Of Authority und auch Tackhead kenne ich nur, weil es On .U Sound ist. Von den Missing Brazilians fällt mir nur ein einziges Stück ein, was ich richtig gut finde (2?). Alles andere klingt höchstens interessant für mich. Mark Stewart ist auch sehr harte Kost für mich aber „Liberty City“ und „Paranoia“ finde ich richtig abgefahren. Wenn jedoch meine Tagesform stimmt, dann kann fast jeder Tune von Mark Stewart and The Maffia genau richtig sein. „Major Malfunction“ habe ich auch erst „zweimal“ in meinem Leben aufgelegt. „Voice Of Authority“ habe ich hier schonmal richtig mies gemacht. Kann ich überhaupt nicht leiden, wobei mir „Very Big In America right now“ sogar noch halbwegs taugt. Strange Parcels, Barmy Army und auch Little Axe sind voll mein Ding. Little Axe allen voran.
Ich komme ganz klar aus der Reggae-Ecke ! Meine erste ( bewusste ) Begegnung mit On .U Sound war „Pounding System“ vom Dub Syndicate.
Das hat so bei mir reingehauen, dass ich mir sogar das Album von Voice Of Authority irgendwann ( irgendwie ) besorgt habe. Dabei wurde das Album noch nicht mal bei On .U Sound aufgenommen, wenn ich mich nicht irre. Aber Dub Syndicate und On .U Sound sind für mich dasselbe.
Ich glaube, ich brauchte mindestens bis Mitte der 80er, um zu checken, dass ich insbesondere auch ein Adrian Sherwood Fan bin. Immer wieder las ich seinen Namen auf der Coverrückseite, bis ich endlich kapiert habe, dass dieser Mann ein ganz spezieller Spezialist ist. Etwa seit 1991 mit der
„Stoned Immaculate – Tour“ ( Vorgruppe Audio Active, was für ein Waahnsinn ! ) habe ich ihn dann auch in Aktion erleben dürfen. Da konnte ich nur irre werden, vor Begeisterung ! Bevor es überhaupt losging, lief die ganze Zeit „The Wolf that House Built“ von Little Axe. Obwohl ich keine Ahnung hatte, wer das ist, musste ich fragen, ob ich die CD oder das Band oder sonstwas sofort haben könnte. Nee ! War noch gar nicht fertig das Album. Ich hörte nur Rohfassungen und musste dann noch über ein Jahr warten, bis ich mir das Album endlich kaufen konnte. Und danach dann alles was Little Axe so rausgebracht haben, bzw. rausgebracht hat.
Is auch durchwachsen aber mindestens 50 % sind voll auf meiner Wellenlänge. Ganz großes Kino für mich. Ja, das schlechte Gewissen plagt mich schon wieder. Eventuell gehe ich zu sehr ins Detail und langweile dich und wohlmöglich auch alle anderen hier. Is mir jetzt egal.
Ihr könnt ja umschalten oder gar abschalten ……
Ich muss also einräumen, dass On .U Sound auch hin und wieder schwer zu schlucken ist. Adrian Sherwood ist sozusagen der Drink für mich, der auch zu scharfe Nahrung für mich genießbar macht. Ich habe mir sogar eine Scheibe von Skinny Puppy besorgt, auf der er mitgemacht hat. Und Primal Scream würde ich mir ohne ihn wohl auch kaum anhören.
Zusammengefasst würde ich es so ausdrücken, dass ich in jeder Musikrichtung eher auf Melodie und Groove abfahre. Wenn es hauptsächlich nur „kracht und scheppert“ bin ich nicht so begeistert.
Gerade bei Tackhead und speziell bei Keith Le Blanc, wird die Snare – für meine Ohren – sehr oft, zu doll geprügelt. So, wie zum Beispiel auch in sehr vielen Popsongs aus jener Zeit. „She drives me crazy“ von den Fine Young Cannibals ist ein stümperhafter Aufnahmefehler oder eine kopmplette Geschmacksverirrung ! Genauso gehet es mir mit vielen Tunes von und mit Keith Le Blanc ! Trotzdem bin ich ein Fan von ihm, denn es ist ja bei weitem nicht alles so anstrengend, wie eben auch bei „She drives me crazy“. Manches geht halt bei mir nicht. Egal von wem das kommt. Dazu gehören auch die „Flying Cimbals“ – ganz besonders in Verbindung mit dem High Pass Filter – und Rosinen im Kuchen oder sonstwo im Essen, sind ebenfalls für mich nicht möglich.
Diese Liste würde jetzt aber zu lang werden.
Also, tschüss erst mal und bis denne ………………. lemmi
Nachtrag: Bei einigen Recherchen zu anderen Sachen ist mir „Scientific Dub“(1981) von Scientist untergekommen.
Nicht mal das Cover ist selbst gepromptet oder entworfen, sondern lediglich modifiziert:
https://www.discogs.com/master/231079-Scientist-Scientific-Dub/image/SW1hZ2U6MTQ0Mzk3NjM=
Richtig, das ist nur ein Übel von vielen. Der Ruf von Clocktower Records und den oft damit verknüpften Namen wie Abraham oder Brad’s Records ist in der Reggae- und Dub-Community tatsächlich sehr zwiespältig. Mit ihrer „dubiosen Arbeitsweise“ haben sie meistens folgende drei wesentliche Punkte völlig ignoriert:
1. Die Grauzone der Rechte (Copyright-Fragen):
Das größte Problem ist die Herkunft der Aufnahmen. Das Label ist bekannt dafür, seltene Tracks, Alternate Takes oder bisher unveröffentlichtes Material auf den Markt zu bringen. Das klingt erst einmal toll für Sammler, aber oft fehlen die offiziellen Lizenzen der ursprünglichen Künstler oder der Studios. Clocktower veröffentlicht oft Material, für das sie keine rechtliche Grundlage haben – quasi professionelle Bootlegs.
2. Die Beziehung zu den Künstlern:
Es gibt Berichte und Diskussionen darüber, dass die ursprünglichen Musiker oft keinen Cent an den Verkäufen dieser Re-Issues sehen. Während das Label Profit schlägt, gehen die Künstler, deren Arbeit es ist, oft leer aus. Das ist der Grund, warum einige Hardcore-Sammler und Ethik-bewusste Käufer Clocktower-Releases meiden.
3. Qualität und Sorgfalt:
Neben der rechtlichen Seite stimmt auch oft die Qualität nicht. Es kommt vor, dass:
a: Titel falsch geschrieben sind oder komplett umbenannt wurden.
b: Tracklisten nicht stimmen.
c: Die Audioqualität schwankt, weil minderwertige Quellen verwendet wurden.
Ein Beispiel hätte ich sofort parat:
https://dubblog.de/thriller-featering-augustus-pablo/
Wenn man weiß, mit wem man es bei Clocktower zu tun hat, ist der Rest völlig klar und plausibel.
Richtig.
Soweit ich informiert bin, sind das allerdings Issues, die seit Anbeginn des Musik_geschäfts_ immer mitspielten. Und ich sehe überhaupt keine Möglichkeit, dem ganzen Theater auch nur annähernd Herr werden zu können.
Angesichts der heutigen, rein technischen Möglichkeiten wird man geradezu mit Releases überhäuft, und es ist schwerer als je zuvor, zu entscheiden, was ist Schrott und was ist not.
Und wenn man dann noch mehr oder minder gelegentlich Reviews schreibt UND auch noch ein wenig Recherche betreiben will, wird es noch schlimmer.
Jammern hilft auch nichts – am besten, man richtet sich nach dem, auf was man grad Bock hat.