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Peckings Dub

Am 9. März 2022 wurde am Haus mit der Adresse 142 Askew Road, Shepherd’s Bush / Hammersmith, London W12 zu Ehren eines Mannes eine blaue Gedenktafel enthüllt, den David Rodigan als jemanden beschrieb, der einen „unermesslichen Beitrag“ zur Entwicklung jamaikanischer Musik in London geleistet habe. Die Rede ist von George „Peckings“ Price, einem jamaikanischen Musikpionier, Geschäftsmann, Promoter und Gründer eines der wichtigsten jamaikanischen Musikläden Großbritanniens – Peckings Records.

George Price wurde im Juli 1927 in Kingston, Jamaika, geboren. Er stammte aus West Kingston und galt als leidenschaftlicher Musikliebhaber und Tänzer. Den Spitznamen „Peckings“ erhielt er wegen eines charakteristischen Tanzschritts, der an die pickende Bewegung eines Vogels erinnert haben soll. In Kingston arbeitete Price eng mit Clement „Coxsone“ Dodd zusammen. Price und Dodd betrieben gemeinsam ein Soundsystem und organisierten Tanzveranstaltungen. In dieser ganz frühen Phase wurde vor allem amerikanischer Rhythm and Blues gespielt, insbesondere Musik aus New Orleans. Coxsone reiste in die Vereinigten Staaten, um exklusive Platten für sein Soundsystem zu beschaffen, während Price sich unter anderem um Buchungen, Veranstaltungen und die Organisation der Tänze kümmerte. Diese Verbindung mit Coxsone Dodd und Studio One war entscheidend für Prices späteres Geschäft in Großbritannien.

Im Mai 1960 kam George Price von Kingston nach England und brachte einen Koffer voller Schallplatten mit. Darunter waren auch Aufnahmen von Coxsone Dodd und Prince Buster. Zu diesem Zeitpunkt war die jamaikanische Musikproduktion noch im Entwicklungsstadium und eine fest etablierte Reggae-Szene in London war auch noch in weiter Ferne. So wurde George Price zu einer zentralen Verbindung zwischen Jamaika und der wachsenden karibischen Gemeinschaft in Großbritannien. Er verkaufte und vermittelte jamaikanische Musik an Soundsystem-Betreiber und Veranstalter. Später belieferte er legendäre Soundsysteme wie Coxsone, Jah Shaka, Fatman, Hawkeye Records, Dub Vendor, Daddy Cool und sogar den jungen David Rodigan. Peckings wurde in den 1960er-Jahren zum wichtigsten britischen Ansprechpartner für Studio-One-Platten. Mehrere Quellen bezeichnen George Price sogar als den ersten beziehungsweise einen der ersten bedeutenden Importeure und Händler jamaikanischer Musik in Großbritannien.

Zunächst wurden die Schallplatten von zu Hause aus verkauft, doch mit der Eröffnung von Peckings Records 1974 in West-London war es nicht nur ein Plattenladen und Label, sondern auch ein kultureller Umschlagplatz. Der Laden verband jamaikanische Produzenten und Künstler, britische DJs, Soundsystems, Sammler und die karibische Community. Er wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren eine der bedeutendsten Bezugsquellen für Reggae, Rocksteady, Ska und Soundsystem-Musik in London. Sehr viele jamaikanische Persönlichkeiten des Genres wie Coxsone Dodd, Duke Reid, Bunny Lee, Lee „Scratch“ Perry, Prince Buster, Bob Marley und Dennis Brown waren bei Familie Price gern gesehene Gäste. George Price war offenbar nicht nur Betreiber eines Plattenladens, sondern auch Mentor und Vermittler. Sein Sohn Chris beschrieb seinen Dad als jemanden, der sein Wissen und seine Kontakte großzügig mit anderen teilte. Seine vier Söhne stiegen im Laufe der Jahre mit ins Geschäft ein und seit George Prices Tod im Jahr 1994 betreiben sie Peckings Rekords gemeinsam. Sie bauten das Familienunternehmen zu einer international beachteten Reggae-Produktionsfirma aus. Seit den 1990er-Jahren veröffentlichte Peckings annähernd 100 Singles und Alben, darunter Veröffentlichungen bedeutender Künstler wie Bitty McLean, Peter Hunningale, Tarrus Riley und Macka B.

Soviel zum Mythos von Pecking Records, einer immer noch in London zu findenden Institution jamaikanischer Kultur. Heute befindet sich der Laden nur wenige Meter weiter in der 81 Askew Road, London W12.

Das vorliegende, im August veröffentlichte, Album enthält 12 Dubs, die bisher noch nie veröffentlicht wurden. Bei Bandcamp wird „Peckings Dub“ als „long awaited Dub Album“ beschrieben, dem ich keinesfalls widersprechen möchte. Es steht außer Frage, dass die enthaltenen Dubs ein wenig mehr Leidenschaft, Aufmerksamkeit, Sorgfalt, Bearbeitung und Information verdient gehabt hätten. Man kann sich über den Sound streiten, aber keineswegs über das Material. Das Album ist richtig gut, da gibt es nix zu deuteln. Schade ist eigentlich nur, dass alles ein bisschen „zusammengeschustert“ daherkommt, denn „Peckings Dub“ hat im Grunde richtig Potenzial.

Eine Antwort auf „Peckings Dub“

Stimmt !
Über das „Material“ lässt sich wirklich nicht streiten. Und über den Sound zu meckern bringt jetzt im Nachhinein ja auch nix mehr. Aber der Sound ist leider an vielen Stellen wieder mal ziemlich missraten. Bei „More Power“ und „Long Run Short Ketch“ könnte es sich um einen Clash zwischen Mad Professor und Scientist handeln, wo jeder versucht hat, dem Ohrenarzt sein Problem zu schildern. Als ob sie für die Hochtöne keinerlei Gehör mehr haben. Ich möchte mich darüber in keiner Weise lustig machen, auch wenn ich mich hier etwas ironish darüber äußere. Im Grunde tut es mir nur Leid, wenn ihre Ohren wirklich nicht mehr hergeben.
Das Material ist wirklich richtig super. „Peckings Dub Fashion“ ist schonmal fast das ganze Album wert. Jedenfalls würde ich mir das Album schon allein deswegen zulegen. Bei „Dubbing at John Hassall“ hat man sich auch kaum um eine ausgewogene Soundbalance gekümmert aber grooved trotzdem richtig gut. Und was hätte der „satan Dub“ gut werden können, wenn der Drummer mit seinen Rimshots nicht ins Morsen übergegangen wäre. Da merke ich immer, dass Musiker auch nur Menschen sind. Das muss einem doch spätestens nach zwei Minuten so auf den Sack gehen, so dass man das merkt. Mir is das zu öde, wenn jemand so monoton auf den „rims rumshottet“. Eigentlich trifft es öde nicht so ganz. Ich würde es als penetrant bezeichnen. So wird ein richtig fetter Dub für mich ungenießbar ! „Stop that crazy thing !“ „Dubbing with Taxi“ taugt mir auch nix.
Mmmmmmh, ich merke gerade, dass ich bisher nur gemeckert habe. Wohlgemerkt, nicht über das Material aber über den Sound und vielleicht auch ein wenig über das Arrangement. Ich finde das ehrlich gesagt auch ein bisschen peinlich, wenn man Alben in so einem Zustand veröffentlicht.
Das ist so ähnlich, wie wenn man eine Suppe nicht richtig abschmeckt. Obenrum eine ganze Menge Salz und untenrum ordentlich Pfeffer aber in der Mitte ist kein „Umami“.
Nun aber zu meinem absoluten Highlight auf dem Album ! Dub No.5 :
„Peckings Dub“ ! Oh what a happy Dub ! Kann ich da nur schreiben. Ich bin mir nicht zu 100% sicher, obs exakt die BiassLine von „Happy Day“ von BURNING SPEAR ist aber ich habe das selbe Feeling wie bei diesem göttlichen Song von Burning Spear. Diese BiassLine im Kontext mit dem ganzen Song von Burning Spear hat mich seit dem ersten Moment voll im Griff. Und da ich auch von Burning Spear schon mehrere Versions insbesondere Live and Direct von dem Song habe, die alle super sind, freue ich mich jetzt zusätzlich über diesen wunderschönen und wunderbaren Dub von den Pecking Brothers !
Ein tolles Album, welches aber von den Produzenten nicht im Ansatz mit dem verdienten Respekt und der damit einhergehenden Sorgfalt gewürdigt wurde.
Das ist natürlich erst mal nur mein Eindruck. Vielleicht checke ich ja Morgen, dass lediglich meine Anlage nicht richtig eingestellt war, bzw. ist.

Greetings ………………… lemmi

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