Der Weltraum ist im Dub das, was das Meer im Schlager ist: immer da, immer verfügbar, immer schon dagewesen. Seit Augustus Pablo Klänge in Leere hängte und Scientist auf Plattencovern gegen Aliens antrat, ist die Galaxie ein Standardmotiv der Szene. Wer heute noch ein Album mit „Liftoff“ eröffnet und mit „Limitless“ beendet, muss also schon musikalisch etwas bieten. James Pasqua tut das.
„Dubbing Out of Orbit“ (Cold Summer Records) ist sein zweites Soloalbum, zwölf durchweg instrumentale Stücke, erschienen Ende Juni 2026. Aufgenommen und produziert hat er alles allein in seinem Homestudio in Las Vegas. Die Tracktitel arbeiten die Themenliste ab, wie es sich gehört – „Hyperspace“, „Supernova“, „Nebula“, „Dark Matter“, „First Contact“ –, und der Begleittext verspricht Dub Reggae auf der Astralebene sowie Musik für nächtliche Fahrten durch die Wüste. Man sollte sich mal ernsthaft fragen, warum ausgerechnet in einem Genre, das tief in Kingston verwurzelt ist, alle ständig ins All wollen.
Denn das eigentlich Bemerkenswerte an dieser Platte ist nichts Kosmisches, sondern etwas sehr Irdisches: der Sound. Er ist crisp, präzise, luftig, mit klar gestaffelten Ebenen – und er klingt nicht nach Homestudio. Was auch immer das heute noch heißen mag, denn die Grenze zwischen Wohnzimmer und Studio ist längst eine Frage der Software und nicht mehr des Raums. Die Riddims sind gut. Sie tragen, sie haben Charakter, sie bleiben nicht bloß Unterbau für Effekte. Und die Mixe sind klassisch gearbeitet, mit Sinn für Spannung, für den richtigen Moment. Das ist handwerklich ein rundum gelungenes Album.
Pasquas Debüt „The Arcadia Sessions: A Dub Experience“ von 2023 lässt erkennen, woher das kommt. Der Titel bezog sich schlicht auf die Straße in Henderson, Nevada, in der aufgenommen wurde. Ein Stück hieß „Fillmore“ – nach Sly Dunbars zweitem Vornamen, mit entsprechend an dessen Spiel orientiertem Steppers-Beat. Ein anderes entstand nach einem Wüstenausflug zum Orioniden-Meteorschauer. Gemastert hat damals Dubmatix. Als Referenzen tauchen King Tubby und Scientist auf, daneben Dubfader und Pachyman. Und quer durch das Album zog sich Alborosies Dub-Station-Plugin.
Genau dieses Plugin ist der Punkt, an dem es interessant wird. Es taucht inzwischen in fast jeder Werkzeugliste auf, die man von zeitgenössischen Dub-Produzenten zu sehen bekommt. Der King-Tubby-Sound ist zur Kaufoption geworden, herunterladbar, mit Presets. Was bleibt dann eigentlich von jener Praxis, die ihn hervorgebracht hat – dem Hantieren an einem umgebauten Mischpult, dem Federhall, den man treten musste, damit er scheppert? Vielleicht das, was auch bei Pasqua zu hören ist: dass es am Ende nicht am Werkzeug liegt, sondern daran, ob jemand weiß, wann er es einsetzt.

6 Antworten auf „James Pasqua: Dubbing Out of Orbit“
Ja, is ja schade.
Da bekommt ein Album immerhin eine Rezension und mich lässt das Album relativ unbeeindruckt zurück. Auch vom Vorgänger „… Arcadia Sessions“ ist bei mir nicht viel hängen geblieben.
Handwerklich habe ich nix zu meckern. Wobei ich den Sound von den Drums doch mal wieder als etwas zu scharfkantig empfinde. Und mit
„Gravitation“ haben sie oder hat er mich endgültig vergrault.
Die riddims sind für mich nicht „gut“. Sie sind für mich lediglich nicht schlecht aber sie packen mich einfach nicht. Teilweise langweilen sie mich sogar sehr. Die Bassline von z.B. „Supernova“ empfinde ich schon fast als „falsch“, weil sie bei mir irgendwie „klemmt“. Da bekomme ich z.B. bei „Discovery“ schon etwas bessere Feelings. Weil die Bassline da für mich einfach besser grooved. Bei „Earthwide“ fühlt sich die BassLine auch schon fast ein Bisschen nach „Flabba“ an aber da sind die Drums einfach viel zu „schleppend“. Und „schleppend“ ist eigentlich mein Gesamteindruck von dem ganzen Album. Es klingt mir irgendwie zu lahm.
Trotzdem ist es kein „schlechtes“ Album, weil es einfach ( fast ) keine schlechten DubAlben gibt.
In diese „Dr. Sy Alben“ höre ich schon gar nicht mehr rein. Und trotzdem weiß ich ganz genau, dass ich auch da genauer hinhören würde, wenn das zum Beispiel auf irgendeinem Bierfest laufen würde. „If you know what I mean.“
Viel interassanter als dieses Album finde ich die Frage danach, warum Dubproduzenten und DubNerds „ständig ins All wollen“.
Darauf habe ich natürlich keine allgemeingültige Antwort aber es juckt mich in den Fingern, zu schreiben, warum ich da auf gar keinen Fall hinwill. Mir isses da zu kalt ! Und akzeptable Planeten gibt es da auch nicht. Jedenfalls keine, die wir sehen, geschweige denn solche, wo wir hinkommen könnten. Da muss die KI uns erst mal etwas „bauen“, was noch mindestens „20.000 mal“ schneller ist, als der Warp – Antrieb.
Da helfen solche langsamen und schleppenden Drums auch nicht wirklich weiter.
Dennoch übt das Universum natürlich auch auf mich eine nahezu unendlich große Faszination aus. Im Universum gibt es halt unendlich viel „Space“ und genau das finden wir ja auch immer wieder im Dub.
Mich begeistern weniger andere Planeten, noch Sonnen oder Supernovae und „schwarze Löcher“ sind mir auch zu „verschlossen“. Lassen ja gar nix aus sich raus. „Total verklemmt und zugeknöpft“ und vielleicht am Ende doch nur Theorie. Mich flasht am meisten die Tatsache, dass das Universum nach menschlicher Logik, unendlich sein muss und gleichzeitig können wir uns diese Unendlichkeit noch nicht mal Ansatzweise plausibel machen. Es kann eigentlich auch keinen Anfang gegeben haben, da wir ja dann immer wieder die Frage stellen, „und was vor dem Anfang ?!?“
Keine Zeit, keinen Raum, keine Materie, keine Antimaterie und wie viele zu wissen glauben, auch keinen Gott. Alles Zufall !
Das es Zufall sein soll, erscheint mir noch wesentlich unwahrscheinlicher, als die Existenz von Gott, JAH, Allah.
Schießlich DENKEN wir Menschen ! Wir Menschen sind definitiv ein Teil des Universums und damit ist ( nicht nur für mich ) klar, dass das Universum über sich selbst nachdenkt. Die Quelle für diesen Gedanken findet man bei Harald Lesch. Ich gebe zu, dass ich da nicht von selbst drauf gekommen wäre aber ich bilde mir ein, dass das logisch ist.
Zwischen uns und JAH gibt es aber noch sowas wie ein „missing link“, denn so blöd wie wir kann JAH ja wohl nicht sein. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es auch hier im DubBlog Menschen gibt, die sich keinesfalls für blöd, sondern für sehr schlau halten. Sollte schon mal jemand gedacht haben, dass ich mich für „schlau“ halte, kann ich nur sagen, dann ist er oder sie zu blöd. Ich bedauere es sehr, dass wir Menschen – ohne Ausnahme – viel zu bescheuert sind, um hier auf dem
– nicht überall – schönen Planeten eine gute Zeit zu haben. Der Planet ist uns egal ! Die Erde ist uns egal ! JAH hat uns zu wenig Hirn gegeben !
Einge von uns haben eine Art Inselbegabung. Die führt aber dazu, dass man sich oft nicht mal die Schuhe richtig selbst zubinden kann.
Der Elon die alte Maske hat einen sehr hohen IQ und kann Dinge sehr schnell lernen. Benimmt sich aber wie ein totalitärer Vollidiot, wenn er sich vor der ganzen Welt wie ein verhinderter Charles Manson präsentiert, indem er eine neue Folge von „Texas Chainsaw Massaker“ auf die Bühne bringt. Naja und Hitler fand der ja wohl auch nicht so schlimm. Wo ist da also noch sowas wie Intelligenz bei „elon maske“ ?
Aufm Mars will er beerdigt werden …… tssssssssssssssssssss
Ich geh ins Tor ……………….. lemmi
Epischer Kommentar!
I’n’I like…
Give thanks brotha lemmi
;-) ….. Thank you too ! ………… lemmi
Da mach ich gern noch einen Anstoß und lass den Lemmi im Tor;-):
Habe mir auch beide Alben zu Gemüte geführt. Und das Schlagzeug bohrte mir einen Dorn ins Trommelfell. Hört sich für mich an, wie ein Schüler, der stolz ist die Hihat entdeckt zu haben und dabei vergisst, dass es auch noch andere Dinge zu beschlagen gibt. Geschweige denn darin eine Varianz ausprobieren möchte. Oder es kommt aus einem Programm, wie guitar pro oder sowas. Ziemlich steril auf jeden Fall. Damit würde sich mein Gehör klar von Rene’s unterscheiden. Bei mir zuhause klingt der sound, zb von Gitarre und Schlagzeug, genau so. Homestudiomäßig! Behaupte jetzt aber nicht aus einer KI! Die Dubeffekte sind allerdings für mein Gehör fein gesetzt, i like it. Wenn da nicht dieser Schalgzeugschüler wär…
Den letzten Track des hier rezensierten Albums werde ich mir allerdings öfter anhören, weil die Melodie einfach groovt. Wahrscheinlich gibts den riddim schon,weshalb mir die Melodie so eingängig ist. Aber der passt hier und da.
Greetings
Manchmal spielt der Torwart ja auch außerhalb des Strafraums.
( Manuel Neuer sollte das lassen ).
Deshalb noch mal kurz meine volle Unterstützung für deine Wahrnehmung. Der letzte Track ist nicht der einzige mit einer guten ( vor allem ) Bassmelodie. Aber die Drums traue ich mir so auch zu, obwohl ich erst ca 5 mal in meinem Leben an so einem Schlagzeug saß und das eigentlich gar nicht kann. Ich „spiele“ gelegentlich mit Schweißstäben auf meinen Oberschenkeln. Das halte ich natürlich nicht lange durch. Daher mache ich keine Vortschritte an den Drums, die ich gar nicht habe. Manchmal laufe ich synchron mit Style Scott bei den Roots Radics mit meinen Schweißstäben nebenher und fühle mich ( ja wie sonst ? ) großartig. Meine Oberschenkel allerdings nicht so …………… lemmi
Ich habe nun mehrere Anläufe mit diesem Album gestartet … und mehr als das Urteil „Ist ok soweit, nur alles sound- und ideentechnisch komplett von der Stange, wo sich jeder bedient“ kann ich nicht daran finden.
Es scheint mir unerheblich, ob es sich um KI handelt oder nicht; btw: Es ist mittlerweile auch möglich, daß eine KI direkt in der DAW ihre Spuren anlegen und sogar weiterverarbeiten kann. Und wenn man nicht selbst Hand anlegt, kommt oft genug nur so etwas wie das o.g. dabei heraus – Eingängigkeit des Basslaufes hin oder her.
Jetzt mag man ein Faible für derartigen Sound zu haben.. das sähe ich dann in direkter Verbindung zu denjenigen, die erzählen, sie würden Jazz hören und meinen dann Kenny G in der Hauptsache – von „On The Corner“ (Miles Davis) haben sie indes noch nie gehört.
Mir selbst geht diese pure, auf Verträglichkeit getrimmte Musik schlichtweg am Hintern vorbei – sie geht mir noch nicht einmal auf die Nerven, sie ist einfach schlichtweg egal bzw. noch nicht einmal das. Musik muß natürlich nicht zwangsläufig polarisieren, das wäre das gegenteilige Extrem. Dazwischen gibt es imho immer noch mehr als reichlich Luft. Seltsamerweise stößt man nur noch selten auf sowas. Das mag mit der Möglichkeit zusammenhängen, daß auf jedes derartige Produkt reagiert werden kann seitens des Publikums – und das Publikum neigt wenig zu differenzierenden Bewertungen.