Mad Professor Meets Channel One Sound System

Unknown

Wie der Sohn (s. „A Double Dose of Dub“), so misst auch der Vater seine Dub-Kräfte mit einem Sound System: „Mad Professor Meets Channel One Sound System“ (Ariwa). Auch wenn der verrückte Professor längst nicht mehr so brillant ist wie zu Beginn seiner Karriere, so gehört er doch zu meinen Lieblingen. Und das Channel One Sound System ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Seine selbstbewusste Old School-Attitüde und natürlich seine zeitlos guten Dub-Selections haben mich das Veteranen-Sound System in mein Herz schließen lassen. Daher war ich auch höchst gespannt auf dieses Album, das dem Clash meiner Lieblings-Titanen gewidmet ist. Tja, und wie das immer so ist mit zu hohen Erwartungen: Das so sehnlich Erwartete kann ihnen selten gerecht werden. So auch hier: Mad Professor liefert fünf souveräne Dubs ab. Mal wieder großartig arrangiert und gemixt – von der Rhythm-Basis her aber leider zu schwach. Hier fehlt einfach die Intensität, die geniale Bassline, die starke Melodie. Mit einem Wort: Es fehlt die Magie. Mikey Dread von Channel One geht dann schon etwas kraftvoller zur Sache, dreht den Bass weiter auf und konzentriert seine Dubs stärker. Aber auch das geht mir nicht weit genug. Wer Channel One schon live erlebt hat, der wird es kaum glauben: Die Dubs auf diesem Album wirken zu leicht, zu spielerisch, ja, zu Old School, denn eigentlich passt der Sound besser ins Jamaika der 1970er Jahre als ins UK des Jahres 2016. Und so passiert es mir beim Hören des Albums allzu oft, dass meine Gedanken abschweifen und die Musik in den Hintergrund tritt. Sie vermag es nicht, meine Aufmerksamkeit zu binden, meine Neugier zu entfachen und mich in ihren Bann zu ziehen. Den Clash der Titanen hätte ich mir definitiv spektakulärer gewünscht. Allerdings: Das Cover ist spitze!

Rating 3 Stars

Meine Wertung:

4 Gedanken zu „Mad Professor Meets Channel One Sound System“

  1. Hallo Rene´ ,

    kann es sein, daß wir inzwischen auch einfach nur zu verwöhnt sind ? …

    Alles was Du zu den fünf Dubs von Mad Professor schreibst empfinde ich nahezu genauso.
    Es fehlt mir vor allem auch die Intensität. Das ganze wirkt zu souverän bzw. zu routiniert. Wie ich schonmal geschrieben habe, erschrecke ich mich auch mal ganz gern bei einem Dub. Die Biass-Lines an sich, gefallen mir hier jedoch meistens schon wieder ganz gut. Allerdings hat der Professor wieder mal zu viel Rücksicht auf jene genommen, die die Basswellen nicht ganz so stark haben wollen.
    Mad Professor bleibt aber trotzdem, auch für mich, immer ein Held an der intergalaktischen Dubfront gegen das Böse in uns Menschen. Besonders, Ihm Live über die Schulter schauen zu dürfen ist dann wieder die vollendete Magie.

    Und genau diese Bassintensität, die ich so brauche, liefert dann der Mikey Dread vom Channel One Soundsystem. Seine Dubs machen einfach eine sehr schöne Dubatmosphäre und ich empfand sogar schon beim abchecken den einen oder anderen magischen Moment. Vielleicht , bzw. höchstwahrscheinlich ist es gerade die spielerische Leichtigkeit, die eher an das Jamaica vor rund 40 Jahren erinnert, als daß es in „das abtrünnige Königreich“ passen könnte, die mich diese Dubs mögen lässt. ( …. is der Satz so richtig ? ).

    Klar, spektakulär ist die Scheibe nicht aber war Dub überhaupt schonmal spektakulär ?! Dub ist doch schon immer mehr was für Connaiseure ( wie mich ;-) )gewesen. Musik die ins Unterbewusstsein geht und einen erst in der Twilight Zone abholt. Spektakuläre Musik ist doch dann eher für die Eventfans, die momentan aber wohl auch mehr den pokkemonns hinterherjagen … ( es wird der Tag kommen, wo sie sich für diesen Schwachsinn schämen werden , obwohl ich weiß nicht so recht ). Spektakulär war beim Summerjam Gentleman mit Ky Many Marley. Aber eben nur spektakulär ….. Musikmässig war das schon richtig peinlich für Reggae. Jedenfalls habe ich noch nie sowas schlaffes gehört. Ich will Ghetto Priest mit ner krassen On-U. Band. Das wäre für mich ein spektakuläres Event ohne pokkemonns.
    Ja, das gehört nicht unbedingt hierher aber es hat mich so generft, daß ich es hier loswerden musste.
    Summerjam, Reggaejam und alles is doch nur noch wischi waschi. Deshalb wird es wohl inzwischen auch im Fernsehen erlaubt.

    Nun gut, bevor ich hier in allgemeine Gesellschaftskritik verfalle, will ich nur noch sagen,

    einen Stern hättest Du ruhig mehr geben können ;-) …………………..

    Fünf Sterne hätte auch ich nicht gegeben, denn dafür ist es mir zu unspektakulär ;-)

    „Why don´t you use japanese records, much cheeper ! much better !“ …………… lemmi

    1. Tja, ist so ne Sache mit dem Professor. Für mich ist er auch ein Held und vor allem live fasziniert er mich nach wie vor. Aber leider, leider gefallen mir seine Alben schon seit vielen Jahren nicht mehr. Ich vergebe es ihm ein fürs andere Mal und freue mich immer wieder auf ein neues Werk von ihm – nur, um dann wieder enttäuscht zu sein. Wie ich geschrieben habe: er ist ein großartiger Techniker und Mixer, aber sein Rhythm-Material ist nicht stark genug, um auf Platte (also außerhalb des Sound Systems) so richtig zu begeistern. Die Alben seines Sohnes sind in dieser Hinsicht allerdings noch schwächer.

      1. Glaube MadPro ist einer der wenigen im Dub der von seiner Musik lebt, und er ist sehr aktiv. Hab ihn deshalb auch schon häufiger live gesehen was immer ein Genuss ist. Bei den Alben wäre weniger wohl mehr. Ohne jetzt nachzuschauen, gefühlt kommt alle fünf Monate was von oder mit ihm raus. Das ist vielleicht einfach zu viel Output. Auf jeden Fall sinkt bei mir die Motivation überhaupt mal reinzuhören, gibt ja genug anderes…aber live bin ich gern wieder dabei.

  2. Ja, geht mir leider ganz genau so. Mad Professor hat uns mit seiner DUB ME CRACY STORY sehr verwöhnt. Aber wenn man es ganz genau nimmt, so ist auch da nicht jeder DUB eine grenzenlose Offenbarung aber als Gesamtwerk ist es nahezu unschlagbar.
    Was mich am meisten bei den letzten ca. 5 Alben nervt, ist die Tatsache, daß er wohl inzwischen einen Hörschaden hat oder das er seine Alben nicht korrekt bei Cevin Metcalve ( o.s.ä. ) Mastern lässt. Vielleicht ist er auch zum Höhenfetischt geworden. Ich muss mein Mischpult immer voll verkurbeln um Höhen und Tiefen wenigstens halbwegs wieder in Einklang zu bringen. Gestern schrieb ich ja von Ghetto Priest ( für mich einer der letzten Künstler, der noch diese gewisse positive Verrücktheit ausstrahlt ) und am Abend habe ich mir gleich nochmal
    sein Album „Beyond Flesh“ reingezogen. Ein fantastisches Album ( wie alle von Ghetto Priest ) aber leider von einem Stümper oder eben gar nicht gemastert.
    Adrian Sherwood hat dagegen bei Vulture Culture aber auch rein gar nichts anbrennen lassen.

    Ja, ich gebe es zu ….. manche Cd´s klingen schlimmer als mp3.

    Und mit den schwachen riddims hast Du leider auch vollkommen recht.

    Nur Steppers und Bum Bum Bum wie im Commonwealth ist aber für mich auch keine Lösung.

    Manchmal frage ich mich auch, ob es an mir liegt. Ist meine Begeisterung einfach nicht mehr so da, wie früher ? Habe ich mich sattgehört ? Nein Nein Nein, das kann nicht sein …. dafür ist mein Feeling immer noch viel zu gut, wenn ich zum Beispiel Natural Numbers höre.

    Es is irgendwie ( eigentlich schon immer ) momentan aber ganz besonders der Wurm drin. Unser Dasein hier auf Mutter Erde ist nicht im Einklang mit der Natur, nicht im Einklang mit den menschlichen, tierischen und pflanzlichen Bedürfnissen und obendrein bringen wir uns jetzt auch noch gegenseitig um. Volk gegen Volk, Mensch gegen Mensch. Die Karre ist im Dreck und versinkt immer tiefer im Schlamm. Musik wäre ein schönes Mittel, um da wieder raus zu kommen aber selbst die Musik ist in vielen Ländern per Gesetz verboten. Und das im Jahre 2016 !
    Sorry aber ich bin grad „etwas“ deprimiert. Ich bin dafür, Jesus und Mohammed sollten zusammen mal einen rauchen.Vielleicht mischt sich die EU dann auch nicht mehr in die Gesetze in den Niederlanden ein. Das geht mir bei den Sesselfurzern in Brüssel nämlich auch extrem auf mein Skrotum. Die machen da doch echt nur bullshit. Zumindest wirkt sich vieles nur positiv für Lobbyisten und Wirtschaftsbosse aus und die Menschen in der EU haben sehr oft darunter zu leiden. Erst gestern habe ich einen Bericht über Palmöl-Plantagen in Sumatra ………. nein, ich hör jetzt auf …………………. aber echt, ich krieg nur noch das Ko……

    Ich geh´ ins Tor ………………………… lemmi

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