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Miniman: Back To Roots

Wie wir alle wissen, liegt der Staffelstab des Dub gerade in französischen Händen. Im schönen Nachbarland ist Dub zur Zeit so populär wie nirgendwo sonst auf der Welt und dort scheint es auch – wie passend – die meisten aktiven Dub-Produzenten zu geben. Einer ist Roland Rougé a.k.a. Miniman – ein Name, der mir bisher noch nicht aufgefallen war, obwohl der Multiinstrumentalist nach eigener Aussage bereits seit 1997 Dubs aufnimmt und vor sechs Jahren sogar ein Album beim renommierten Hammerbass-Label veröffentlicht hat: „Opus In Dub Minor“. Egal, denn jetzt liegt mit „Back To Roots“ (Hammerbass) sein neues Werk vor, um das man als Dub-Connaisseur nicht herum kommt, denn es verkörpert in Reinform, was den französischen Dub-Sound zur Zeit ausmacht: Tiefgründige Steppers-Beats und wummernde Basslines. Es ist das Erbe des UK-Dub, das hier in Form einer bedächtigen Dub-Evolution statt einer krachenden Dub-Revolution fortgeführt und verfeinert wird. Und so kann Miniman für sein neues Album zwar nicht mit einem Innovationspreis rechnen, wohl aber mit zufrieden im Takt nickenden Dubheads. Denn seine oft mit schönen Melodika-Melodien garnierten Tracks gehen runter wie Öl. Kaum merklich sickern sie sanft in die Gehörgänge und verbreiten ein wohlig-warmes Gefühl. Doch bevor man einduselt, gibt es wieder einen kräftigen Tritt in den Hintern, und der nächste treibende Steppers schubst uns durch den Beat. Ich mag das! Und manchmal frage ich mich, warum wir, in unserer westlichen Kultur, so sehr auf Innovation fokussiert sind. Bewährtes perfekt umzusetzen ist doch auch eine Qualität, die es zu würdigen gilt, oder? Der Miniman macht große Musik – so viel steht jedenfalls fest.

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